Spurensuche No. 37
Die Kolumne von Axel Bussmer
»Wir leben im goldenen Zeitalter des Kriminalromans«
Ein Gespräch mit Harlan Coben über seine Arbeit und Myron Bolitar

"In den letzten sechs Jahren war sein Leben ruhig, normal, durchschnittlich, ja langweilig verlaufen." fasst Harlan Coben für seinen bislang einzigen Seriencharakter Myron Bolitar in seinem neuesten Roman die Jahre zwischen "Darkest Fear" und "Ein verhängnisvolles Versprechen" zusammen. Doch jetzt hatte er eine Idee für ein neues Abenteuer mit dem Sportagenten und nicht lizensierten Privatdetektiv Myron Bolitar.
"Ich hörte zwei Teenager, eine davon die Tochter eines Nachbarn, darüber reden, wie sie von einem betrunkenen Schulkameraden heimgefahren wurden. Ich bat sie dann, das nicht zu tun und gab ihnen meine Telefonnummern. Sie sollten mich anrufen und ich würde sie abholen. Egal wann. Egal wo. Sie versprachen es mir, haben aber nicht angerufen. Aber ich fragte mich später, was wäre, wenn sie mich angerufen hätten, wenn ich sie irgendwohin gefahren hätte und sie danach verschwunden wären. Da hatte ich nach sechs Jahren wieder eine Geschichte, die Myron erzählen konnte." Während Harlan Coben dies sagt, sitzen wir in der Lobby des Berliner Hyatt Hotels am Potsdamer Platz. Der Thriller-Autor promotet in Deutschland an zwei Tagen seinen neuesten Myron Bolitar-Roman. Dann fährt er für eine gute Woche zu weiteren Lesungen nach Frankreich. Dort läuft gerade sehr erfolgreich die erste Verfilmung eines seiner Bücher.
Vor den Bestsellern war eine PI-Serie
Die sieben Myron Bolitar-Romane verschafften dem König des Vorstadtthrillers bei Krimifans in den USA und Großbritannien einen guten Ruf, aber er blieb letztendlich ein Insidertip. Daran änderten auch die zahlreichen Nominierungen und erhaltenen Preise nichts. Denn Edgar, Shamus und Anthony sind zwar Preise, die bei Krimifans einen fast blinden Kaufreflex auslösen, aber sie sind keine Garantie für einen Platz auf den Bestsellerlisten. Mit dem Einzelwerk "Kein Sterbenswort" (Tell no one, 2001) hatte Coben dann den großen Durchbruch in seiner Heimat, England und in Frankreich. Auch in Deutschland verschaffte er sich, nachdem die ersten beiden Bolitar-Romane fast unbemerkt wieder vom Markt verschwanden, langsam einen ständig größer werdenden Stamm von Lesern.
Sein größter Konkurrent auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten war über viele Jahre nur sein Collegefreund Dan Brown. Sie studierten gemeinsam am Amherst College und fanden ihre Werke gut. Als Coben das Manuskript "The Da Vinci Code" las, gefiel ihm das Buch und er schrieb einen der in den USA sehr beliebten das Buch und den Autor lobenden Sätze. Für Dan Brown war das, so Coben, die letzte Chance mit dem Schreiben Geld zu verdienen. Denn Browns frühere Bücher verkauften sich nicht besonders gut. In den folgenden Jahren blockierte Dan Brown weltweit die vorderen Plätze der Bestsellerlisten. Das ging sogar so weit, dass Cobens französischer und englischer Verleger ihm sagten, sein neues Buch habe sich viel besser verkauft als sein letztes. Aber weil es eine Drei-für-den-Preis-von-zwei-Aktion gäbe, habe er einen schlechteren Platz auf der Bestsellerliste. Die drei vorderen Plätze waren von Dan Brown blockiert.
Inzwischen wirbt der Goldmann Verlag immer wieder, auf "Ein verhängnisvolles Versprechen" sogar zweimal, mit dem Dan Brown-Blurb: "Coben ist der unangefochtene Meister darin, seine Leser von der ersten Seite zu fesseln."
Myron und seine Freunde

Vor der Myron Bolitar-Serie veröffentlichte Coben bereits die beiden nicht mehr erhältlichen Einzelwerke "Play Dead" und "Miracle Cure". Die Rechte sind wieder beim Autor, aber Coben plant keine

Wiederveröffentlichung. Heute sehe er die Fehler, die er in seinen ersten Arbeiten gemacht habe. Daher beginnt auf seiner Homepage sein Leben als Schriftsteller mit "Das Spiel seines Lebens" (Deal Breaker, 1995). Der erste Bolitar-Roman war von Anfang an als der Beginn einer Serie geplant. Deshalb hatte er lange überlegt, wie sein Held sein soll und wer seine auch in den folgenden Bänden wiederkehrenden Freunde sind. Die ersten Myron Bolitar-Romane folgen weitgehend dem klassischen Muster, in dem ein Privatdetektiv einen einfachen Auftrag übernimmt und kurz darauf tief im leichengesättigten Schlamassel steckt. Allerdings veränderte Coben einiges an dem bekannt-beliebten Muster. Den Wortwitz behielt er. Auch die Gewalt. Aber er verpasste den Geschichten einen verwickelten Plot und ein Thriller-Feeling.
Sein Agent schlug als Beruf für den Helden Sportagent vor. Coben fand die Idee, obwohl er selbst kein großer Sportfan ist, gut. Denn gerade im Sport gehe es um Dinge, die für normale Menschen ziemlich unwichtig seien. Im Sport gehe es immer um Gewinnen und Verlieren, um viel Geld und daher auch um Verbrechen. Das war für einen Helden ein interessantes und literarisch kaum erkundetes Feld. Denn die Geschichten spielen in der Welt des Profisports. Aber das ist nur die gut recherchierte, letztendlich aber austauschbare Kulisse für Myrons Abenteuer. Denn die wirklichen Verbrechen finden im Sport außerhalb des Spielfeldes statt und Coben langweilt nicht mit Beschreibungen von Spielzügen beim Basketball.
Myron Bolitar ist das leicht zu erkennende literarische Alter Ego von Harlan Coben. Sie sind gleich groß, gleich alt, wuchsen in New Jersey in einer friedlichen Vorstadt auf und sie haben den gleichen Humor. Aber Myron ist schlagfertiger.
"Er ist mein besseres Ich. Bis auf zwei Punkte: ich bin der bessere Tänzer und glücklich verheiratet." Coben ist inzwischen seit einem Viertel Jahrhundert mit der gleichen Frau zusammen und sie haben vier Kinder. Myron Bolitar ist in "Ein verhängnisvolles Versprechen" immer noch ein Single. Er würde gerne heiraten und ein normaler Familienvater werden. "Aber diesen Wunsch werde ich ihm niemals erfüllen", sagt Coben. Stattdessen heiraten die Frauen in Myrons Leben andere Männer.
Hier wandelt Myron noch in den bekannten Hardboiled-Pfaden, in denen der Privatdetektiv ein einsamer Wolf ohne feste Bindungen (außer zu seiner Vorzimmerdame) ist. Auch Robert B. Parkers Spensers, obwohl er seit über dreißig Jahren in festen Händen ist, lebt immer noch in seiner eigenen Wohnung. Spenser gehört zu der verschwindenden Generation von Privatdetektiven, die anscheinend nicht älter werden. In seinem ersten, in den frühen Siebzigern spielenden Abenteuer heißt es, er habe in Korea gekämpft. Danach wäre er heute bereits im Rentenalter. Aber er kämpft mit dem Bösen immer noch, als sei er keine vierzig Jahre alt. Die meisten jüngeren Detektive, wie Lawrence Blocks Matthew Scudder, werden älter und ihre Abenteuer hinterlassen tiefe Spuren in ihrer Psyche. Sie werden immer mehr zu normalen Menschen, ohne ihren Mythos vollkommen hinter sich zu lassen. Auch Myron wird älter und er hat eine immer wieder angesprochene Vergangenheit als erfolgreicher Basketballer.
Der wirkliche Bruch mit der Hardboiled-Tradition ist in Myrons Beziehung zu seinen Eltern Ellen und Al, oder kurz El-Al. Die meisten Hardboiled-Detektive haben keine Eltern.
Dagegen hat Myron ein ausgezeichnet Verhältnis zu seinen Eltern und in den ersten Büchern lebt er sogar noch bei ihnen in seiner kleinen Kellerwohnung. In "Ein verhängnisvolles Versprechen" erstrahlt Myrons Jugendzimmer immer noch im schrecklichen Siebziger-Jahre-Glanz und Myron gehört das ganze Haus. Seine Eltern genießen in Florida ihr Leben als Rentner. Bei einem Besuch muss Myron feststellen, dass seine Eltern alt werden. Gleichzeitig ist die Begegnung mit ihnen eine der wenigen Punkte in "Ein verhängnisvolles Versprechen" die reinste Comedy sind. Denn sie behandeln ihren inzwischen fünfundvierzigjährigen Sohn immer noch wie ein kleines Kind. Diese liebevollen Begegnungen zwischen Myron und seinen Eltern sind Cobens Liebeserklärungen an seine Eltern. Auch er verstand sich gut mit seinen verstorbenen Eltern und hätte ihnen ein längeres Leben gewünscht.
In vielen Punkten das Gegenteil von Myron ist sein Sidekick Windsor Horne Lockwood III, oder kurz Win. Vorbild für ihn war ein College-Freund von Coben. Allerdings, so betont Coben, nur das Aussehen. Denn Win ist nicht nur ein gutaussehender, intelligenter Millionärssohn, sondern auch ein psychopathischer Killer. Er bringt ohne mit der Wimper zu zucken böse Menschen um und wenn er sich an den Vornamen von einer Frau erinnert, hält er es bereits für eine tiefgehende Beziehung. Damit fügt sich Win prächtig in die Reihe der von Robert B. Parker in den Spenser-Romanen mit Hawk begonnene Reihe der psychopathischen Sidekicks ein. Lawrence Blocks Matthew Scudder, James Lee Burkes Dave Robicheaux, Robert Crais Elvis Cole haben alle einen Freund, der loyal zu ihnen steht und gleichzeitig ihre dunkle Seite verkörpert. Während die Helden, die die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählen, noch zögern, schafft ihr Freund meistens tödliche Fakten. Sie sind insofern psychopathisch, dass sie keine Skrupel haben, die Bösen umzubringen. Sie haben ein übersteigertes Bewusstsein von Recht und Unrecht. Gerade dafür lieben viele Leser diese düsteren Charaktere ohne Vergangenheit und Privatleben.
Bei den Vorzimmerdamen von "MB SportsReps" - in "Ein verhängnisvolles Versprechen" ist aufgrund eines erweiterten Stamms von Kunden der Namen in "MB Reps" geändert worden - gab es keine realen Vorbilder. Zuerst war Big Cyndi da. Eine knapp zwei Meter große, mindestens 150 Kilo schwere ehemalige Profi-Catcherin mit einer sehr eigenwilligen Vorstellung von angemessener Kleidung. Bereits in "Das Spiel seines Lebens" (Deal Breaker, 1995) war dieses Monstrum Myrons Empfangsdame. Aber eine Freundin riet Coben zu einer besser aussehenden Empfangsdame. Er verstand den Einwand und Big Cyndis Catch-Partnerin, die zierliche Schönheit Esperanza Diaz, übernahm die Stelle.
Einige Jahre und Bücher später erhielt Big Cyndi ihre zweite Chance und ist auch in "Ein verhängnisvolles Versprechen" dabei. Im Gegensatz zu den Männern haben die Frauen keine realen Vorbilder. Coben bekennt lachend: "Ich kenne keine Big Cyndi."
Starbucks und die Arbeit an einer Geschichte
Im letzten Teil des Gespräches fragte ich Harlan Coben nach seinen Arbeitstag. Wie viele Autoren hat Coben seine sich seit Jahren nicht verändernde Schreibroutine. Als Vater von vier Kindern bringt er sie zur Schule und schreibt dann bis zur Mittagspause in einem Starbucks. Der Nachmittag gehört der nicht-kreativen Seite des Schriftstellerlebens: Post beantworten, Interviews geben und Kontakte pflegen. Am Abend schreibt er vielleicht noch etwas weiter. Coben sagt, wenn er einen Ort gefunden habe, an dem er gut arbeiten könne, dann bleibe er an diesem Ort, bis er nicht mehr existiere (also das Starbucks geschlossen wird) oder für ihn nicht mehr funktioniere.
Coben schreibt seine im Jahresturnus erscheinenden Romane in neun Monaten. Bevor er beginnt, erstellt er keine detaillierte Outline. Er muss aber überzeugt sein, dass die Idee für die Geschichte gut genug ist, um ihn die kommenden Monate zu interessieren.
Bei den Einzelwerken und seinem neuesten Myron Bolitar-Roman war diese Idee immer eine aus seinem Leben kommende Was-wäre-wenn-Frage. Die Einzelwerke sind in der deutschen Übersetzung einfach zu erkennen. Ihr Titel beginnt immer mit dem Wort "Kein".
Sie spielen in New Jersey in den beschaulichen Vorstädten der Millionenstadt New York. In diesen Vorstädten leben normale Menschen, die ein normales Leben führen wollen. Mittelstand eben. Bei den ersten Myron Bolitar-Romane war das noch anders. Bei "Kein böser Traum" (Just one look, 2004) sah er sich in einem Fotogeschäft die Abzüge an. Eines der Bilder erkannte er zuerst nicht. Er fragte sich, was wäre, wenn in einem Stapel von Fotos ein Bild wäre, das sein ganzes Leben verändere. Bei "Kein Friede den Toten" (The Innocent, 2005) zeigte ihm ein Freund stolz sein neues Fotohandy. Coben fragte sich, was wäre, wenn mir meine Frau ein Bild von ihr in einer verfänglichen Situation zuschicke. Bei "Ein verhängnisvolles Versprechen" (Promise me, 2006) das bereits geschilderte Gespräch. Das Gespräch habe er fast wortwörtlich übernommen. Nur die Folgen nicht.
Bevor er die erste Zeile schreibt, kennt er den Anfang und auch oft das Ende seiner Geschichte. "Ich weiß, wer es getan hat. Auch wenn ich noch nicht weiß warum", sagt er. Bei "Ein verhängnisvolles Versprechen" kannte er das Ende. Bei seinem neuesten Buch "The Woods" nur den Anfang. Was zwischen den ersten und letzten Seiten geschieht, weiß er allerdings nicht. Coben vergleicht diesen Weg gerne mit einer Autofahrt von der Ost- zur Westküste. Er kenne Start und Ziel. Dazwischen sei alles möglich, aber er wisse immer, welches Ziel er erreichen wolle.
Als ich ihn frage, ob er bereits seine ersten Romane in diesem Stil geschrieben habe, denkt er kurz nach. Dann bejaht er die Frage.
Und bis jetzt hat diese Methode für ihn gut funktioniert. Denn er habe nur eine Geschichte vor der hundertsten Manuskriptseite abgebrochen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren, die ein tägliches Pensum von Seiten abarbeiten, verteilt Coben seine neunmonatige Schreibarbeit sehr ungleichmäßig. "Einen Monat vor dem Abgabetermin bin ich in der Mitte des Buches. Wenn ich dann das Ende vor Augen habe, schreibe ich die letzten fünfzig bis hundert Seiten an einem Tag."
Bis dahin hat er das Manuskript immer wieder überarbeitet. Deshalb gibt es, nachdem Coben das Manuskript seinem Lektor und Verleger gibt, meistens keine oder nur noch geringe Änderungen.
Angesprochen auf seine schon legendären Twists, sagt er, er wisse nicht wo das herkomme. Die einzige Erklärung ist, dass er seine Leser nicht langweilen wolle. "Ich will, dass Sie die Nacht durchlesen und mich am nächsten Tag hassen, weil Sie dicke Ringe unter den Augen haben und müde sind."
Das ist ihm in den vergangenen Jahren mit jedem seiner Romane gelungen.
Neben den zahlreichen überraschenden Wendungen innerhalb der Geschichte, bietet das Ende jedes Mal eine noch größere Überraschung. Denn hier mischt Coben die Karten noch einmal vollkommen neu. Er bedient sich dabei keiner faulen Tricks oder vollkommen neuer Fakten, sondern er interpretiert die bekannten Fakten einfach nur neu.
So lesen wir das erste Kapitel von "Ein verhängnisvolles Verbrechen" (Promise me, 2006) zuerst nur als den Auftakt zu Myron Bolitars neuestem Abenteuer. In ihm sieht eine Ärztin ein verschwundenes Mädchen. Wenige Wochen später, nachdem Myron sein Versprechen einlöst und Aimee zu einer Freundin gefahren hat, verschwindet sie. Selbstverständlich gehen wir davon aus, dass das Verschwinden der beiden Achtzehnjährigen miteinander zusammenhängt. Aber am Ende erfahren wir, dass alles ganz anders war.
In "Das Spiel seines Lebens" (Deal Breaker, 1995) beginnt Myron mit seinen Ermittlungen, weil sein bester Kunde Christian Steele verdächtigt wird, seine Verlobte Kathy umgebracht zu haben. Aber jetzt hat er in einem Pornoheft ein Bild von ihr entdeckt. Außerdem starb vor kurzem Kathys Vater bei einem Autounfall. Weil Kathys Schwester Myrons Freundin Jessica Culver ist und die Polizei seinen Klienten für einen Mörder hält, beginnt Myron die dunklen Geheimnisse der Familie Culver zu lüften. Denn Myron will seinen Klienten nicht verlieren. Auch hier gibt es rückblickend bereits ziemlich früh Hinweise auf den Mörder.
In "Schlag auf Schlag" (Drop Shot, 1996) muss Myron wieder einen seiner Klienten von einem Mordverdacht befreien. Denn Duane Richwood soll den Mord an dem ehemaligen Tennis-Wunderkind Valerie Simpson veranlasst haben. Simpson plante nach einem Zusammenbruch und einer mehrjährigen Pause ein Comeback. Myron sollte sie vertreten. Weil Myron das Gefühl hat, ihr etwas schuldig zu sein, beginnt er mit den Ermittlungen. Als die Polizei herausfindet, dass es eine Verbindung zwischen Duane Richwood und Valerie Simpson gab, muss Myron um den Ruf seines Klienten kämpfen. Am Ende wissen wir auch, weshalb Myrons Klient keine Vergangenheit hat und immer eine Sonnenbrille trägt. Coben erwähnt die Sonnenbrille bereits auf der ersten Seite. Nur halten wir das Tragen der Brille in diesem Moment für eine harmlose Marotte.
Was gibt es demnächst von Harlan Coben?

Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder Verfilmungen von seinen Romanen geplant waren und dann, teilweise kurz vor dem Drehbeginn, gestoppt wurden, hat jetzt Guillaume Canet "Kein Sterbenswort" (Tell no one, 2001) als "Ne le dis à personne" verfilmt. In Frankreich ist der Krimi bei der Kritik und dem Publikum ein voller Erfolg. Er erhielt vier Cesars. Unter anderem für die beste Regie. Außerdem war "Ne le dis à personne" für fünf weitere Cesars, unter anderem als bester Film und bestes Drehbuch, nominiert. Ein deutscher Kinostart ist für den Sommer im Gespräch. Ebenso plant Hollywood jetzt ein Remake von "Ne le dis à personne". Ob Coben dann vom US-Remake so begeistert ist wie von dem Original? Jedenfalls ist "Ne le dis a personne", den er wenige Tage vor seinem kurzen Europabesuch auf einem New Yorker-Filmfestival "Rendez-Vous with French Cinema 2007" fünfmal gesehen hat, derzeit sein Lieblingsfilm.
Im April erschien in den USA sein neuestes Buch "The Woods". Es ist wieder ein Einzelwerk und wieder ist Loren Muse, die Ermittlerin der Mordkommission der Staatsanwaltschaft Essex County, dabei. Sie hatte in "Ein verhängnisvolles Versprechen" eine kleine und in "Kein Friede den Toten" (The Innocent, 2005) eine größere Rolle. Goldmann will die deutsche Übersetzung von "The Woods" 2008 veröffentlichen.
Coben schreibt bereits an seinem nächsten Buch. Es wird wieder ein Einzelwerk sein.
Während die englischsprachigen Fans daher noch mindestens zwei Jahre auf das nächste Abenteuer von Myron Bolitar warten müssen, können die deutschsprachigen Fans ihn in den kommenden Jahren entdecken. Im September veröffentlicht Goldmann erstmals das dritte Bolitar-Abenteuer "Der Insider" (Fade away, 1996) auf Deutsch. Die weiteren Abenteuer des sympathischen Sportagenten sollen in den kommenden Jahren erscheinen.
Links & Bibliographie:
Myron Bolitars neuestes Abenteuer:
Ein verhängnisvolles Versprechen
(The Promise, 2006)
Goldmann, 2007
448 Seiten, 8.95 Euro
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Die beiden ersten Myron Bolitar-Romane:
Das Spiel seines Lebens
(Deal Breaker, 1995)
Goldmann, 2007
384 Seiten, 8.95 Euro
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Schlag auf Schlag
(Drop Shot, 1996)
Goldmann, 2007
352 Seiten, 8.95 Euro
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Alle Romane wurden von Gunnar Kwisinski übersetzt
Die Myron Bolitar-Romane:
Das Spiel seines Lebens (Deal Breaker, 1995)
Schlag auf Schlag (Drop Shot, 1996)
Der Insider (Fade Away, 1996, angekündigt für September 2007)
Back Spin, 1997
One False Move, 1998
The Final Detail, 1999
Darkest Fear, 2000
Ein verhängnisvolles Versprechen (Promise Me, 2006)
Die Einzelwerke:
Play Dead, 1990 (nicht mehr erhältlich)
Miracle Cure, 1991 (nicht mehr erhältlich)
Kein Sterbenswort (Tell no one, 2001)
Kein Lebenszeichen (Gone for good, 2002)
Keine zweite Chance (No second chance, 2003)
Kein böser Traum (Just one look, 2004)
Kein Friede den Toten (The Innocent, 2005)
Weitere Informationen:
Webseite von Harlan Coben:
www.harlancoben.com/
Harlan Coben stellt "Promise me" in der CBS The Early Show vor (Videoclip):
www.cbsnews.com
Myron Bolitar bei Thrilling Detective:
www.thrillingdetective.com
Homepage von "Ne le dis à personne" (dort können Sie auch den guten Trailer sehen):
fr.movies.yahoo.com
Abgespeckte internationale Ausgabe der Homepage von "Ne le dis à personne":
http://www.europacorp.com/dossiers/nldap/uk/index_uk.html
Harlan Coben in der Spurensuche:
Besprechung von "Kein böser Traum" (Just one look, 2004):
Spurensuche No. 21
Besprechung von "Kein Friede den Toten" (The Innocent, 2005):
Spurensuche No. 36