Die Alligatorpapiere



Spurensuche.
Die Kolumne von Axel Bussmer



Ersttäter - in Deutschland

Ein Überblick über die junge Garde der Kriminalliteratur

Krimifans sind als Spannungssüchtige immer auf der Suche nach neuem Stoff. Und deshalb wird bei einem unbekannten Autor - besonders wenn er überall gelobt und für Preise nominiert wird - immer wieder zugegriffen. Immerhin könnte er der neue Stephen King sein. In den vergangenen Wochen hatten in Deutschland zahlreiche Autoren ihr Debüt. Einige, wie Peter Temple, Charles den Tex und Olivier Mau, sind nur für das deutsche Publikum neue Autoren. In ihrer Heimat haben sie bereits mehrere Bücher veröffentlicht, Charles den Tex erhielt bereits zweimal den niederländischen Krimipreis und Peter Temple scheint ein Abonnement auf die australischen Buchpreise zu haben. Aber auch Mätti Rönkä, David Wolstencroft, Stuart MacBride, John Connor, Lisa Unger, David Hosp und Steven Sidor veröffentlichten seit ihrem jetzt auf deutsch veröffentlichten Debüt in ihrer Heimat teilweise hochgelobte Werke. Rainer Gross wird derzeit in seiner Heimat gelobt. Und zum Abschluss gibt es ein besonderes Debüt in der "Spurensuche": erstmals werden Comicbücher besprochen.
Prüfen wir also, wie erfolgreich uns die Novizen in die dunklen Gewässer des Verbrechens führen.

Peter Temple: Kalter August

temple-Kalter-AugustDer 1946 in Südafrika geborene und über Hamburg nach Australien gezogene Peter Temple veröffentlichte 1996 seinen ersten Jack Irish-Kriminalroman. Ein düsterer Polizeiroman mit einem wettsüchtigen Polizisten als Helden. Dafür erhielt Peter Temple den Ned Kelly-Preis für das beste Debüt. In den nächsten Jahren veröffentlichte er bis zu "Kalter August" (The Broken Shore) sieben weitere Romane. Er erhielt vier weitere Ned Kellys. Den letzten für "Kalter August". Außerdem erhielt der Roman die renommierten australischen Literaturpreise Colin Roderick Preis, Preis der australischen Buchindustrie und war auf der Longlist für den Miles Franklin Preis. Die deutsche Übersetzung "Kalter August" ist seit Wochen auf dem vorderen Plätzen der Krimiwelt-Bestenliste. Mark Billingham und Michael Connelly zählen zu seinen Fans. Bei dem Regen von Lob und Auszeichnungen fragt man sich, ob Peter Temples Buch trotzdem schlecht sein kann?
Leider ja. Denn die durchgehend holprige Übersetzung, die - immerhin hat Hans M. Herzog in den vergangenen Jahren Elmore Leonard, Jason Starr, Tom Sharpe und Russell Banks übersetzt - anscheinend unter höchstem Zeitdruck gefertigt wurde, liest sich immer wieder wie ein Rohentwurf. Fast immer kann mühelos auf den Originalwortlaut zurückgeschlossen werden.
Schlagen wir das Buch in der Mitte auf:
"Für mich ist dieser Zaun etwas Besonderes. Was jetzt?"
"Die Pfosten rein. Und zwar genau in Reihe."
"Da brauchen wir Schnur."
"Wir brauchen keine Schnur. Das Auge reicht."
"Mein Auge?"
"Scheißegal welches Auge."
Das Gespräch wurde nicht zwischen zwei sprachunfähigen Idioten geführt, sondern zwischen dem Helden - einem Polizisten - und einem bei ihm lebenden Landstreicher. Blättern wir zurück zum Anfang. Auch hier wirkt jede Zeile wie ein nicht redigierter Rohentwurf. Denn sonst wäre aus Cashins Aussage er werde in fünfzehn bis zwanzig Minuten bei der Anruferin sein, nicht die Uhrzeit 15.20 Uhr geworden. Und so geht's durch das gesamte Buch.
Diese Übersetzung zertrümmert jegliche Poesie und mindert entsprechend das Lesevergnügen. Denn die Geschichte von Peter Temple ist nicht besonders neu. Es geht um den Polizisten Joe Cashin, der sich nach einem missglückten Einsatz in die Provinz versetzen lässt. Er will sein Leben wieder auf die Reihe bekommen. Temple wählt hierzu das einfache, aber auch schöne Bild vom Wiederaufbau eines Hauses. Dazwischen kommt der Mord an einem reichen Philanthropen. Schnell geraten einige jugendliche Aborigines in Verdacht. Sie sterben bei einem missglückten Polizeieinsatz. Damit könnte der Fall geschlossen werden. Aber Cashin gefällt diese Lösung nicht. Er sucht nach der Wahrheit und wühlt in der Vergangenheit des Opfers und der Stadt.
Das haben Krimifans in den vergangenen Jahren bereits in unzähligen Varianten immer wieder gelesen. Mal besser. Mal schlechter. "Kalter August" gehört eigentlich zu den besseren Ausgaben. Den Peter Temple schafft ein Porträt eines Mannes auf der Suche nach sich selbst und einer kalten Gesellschaft. Dabei dramatisiert Temple den alltäglichen Rassismus, die Korruption in der Polizei und der Gesellschaft, die Verlogenheit und die Zerstörung der Natur für kommerzielle Interessen nicht. Es ist eben so und er als Autor schreibt dies einfach nur auf. Mit dem Blick eines Zugereisten seziert Peter Temple den dortigen Rassismus gegen die Ureinwohner. Es entsteht im Rahmen eines Polizeiromans ein ziemlich düsteres Bild der australischen Gesellschaft. Dagegen wirkt Garry Dishers wesentlich besser übersetzte Hal Challis-Serie fast wie ein leichtes Sommervergnügen.

Charles den Tex: Die Macht des Mr. Miller

Ebenfalls ein in seiner Heimat geachteter Autor, der in Deutschland jetzt seinen ersten tex-Die Macht-des-Mr-MillerRoman veröffentlichte, ist Charles den Tex. Für "Die Macht des Mr. Miller" (De macht van meneer Miller) erhielt er seinen zweiten Gouden Strop, den niederländischen Krimipreis. Und nach der Lektüre des spannenden Wirtschaftsthriller kann man nur sagen: Eine gute Wahl.
Für den erfolgreichen Unternehmensberater Michael Bellicher beginnt in der weltweit tätigen Consultingfirma HC&P der Abstieg mit der Rückkehr seines geliebten Bruders Kees aus den USA. Denn Kees - unverständlicherweise verrät Charles den Tex dies erst viel später - hat sich in eine wunderschöne Frau umoperieren gelassen. Die nächsten Tage versucht Michael sich über seine Gefühle klar zu werden, er betrinkt sich und, das ist das Schlimmste in seiner Welt, er versetzt ohne eine Entschuldigung Kunden. Als er wieder bei HC&P auftaucht, ist seine Entlassung bereits beschlossen. Michael ergreift die letzte Chance, die er hat: er versteckt sich in der Firma. Er will sich Informationen beschaffen, die seine Chefs dazu bringen über sein Fehlverhalten hinwegzusehen. Doch es wird noch schlimmer für ihn. Er beobachtet den Mord an der kleinen Angestellten Ina Radekker und er ist, neben dem Opfer die einzige Person, die sich nach den Computerdaten in dem Gebäude aufgehalten hat. Michael taucht unter. Er will seine Unschuld beweisen. Dabei stößt er in den Tiefen des Internets auf das Haus des Mr. Miller. Und dieser Mr. Miller scheint über sein Schicksal bestimmen zu können.
"Die Macht des Mr. Miller" beginnt als packender Wirtschaftsthriller und stößt dann immer mehr in die Welten des Cyperpunk vor. Jedenfalls übernimmt den Tex in der Schilderung der Kämpfe zwischen mächtigen Konzernen und alternativen Computerhackern, der zunehmenden Macht der Informationstechnologie und den versteckten Hintertüren von Programmen viel aus den Welten von William Gibson und Bruce Sterling. Aber was vor zwanzig Jahren, als die ersten Cyberpunk-Romane erschienen, noch eine ferne Zukunftsmusik war, ist jetzt Realität.
"Die Macht des Mr. Miller" ist ein spannend-unterhaltsamer Roman, der während Innenminister Schäuble wieder einmal von Online-Durchsuchungen (ohne das Wissen des Beschuldigten), quasi-zentralen Datenbanken mit den Fingerabdrücken von allen Deutschen, einem verwenden der Mautdaten zur Fahndung, einem Einsatz der Bundeswehr im Inneren, dem Abschuss von wahrscheinlich entführten Flugzeugen und einer Speicherung von allen elektronischen Verbindungsdaten für ein halbes Jahr redet, beängstigend aktuell ist. Denn in "Die Macht des Mr. Miller" zeigt den Tex eindrücklich, wozu eine machtbesessene kleine Clique die elektronische Infrastruktur verwenden kann.
Nur die Lösung ist in "Die Macht des Mr. Miller" dann doch zu einfach. Denn Bellicher kann mit der Hilfe von einigen Freunden die Bösen mühelos besiegen und das virtuelle Haus der Mr. Miller zerstören. Außerdem gibt Charles den Tex keine Erklärung, wie die Verschwörer so einfach ihr Netz installieren konnten, wie es einer kleinen Angestellten gelang ihnen auf die Spur zu kommen und warum sie mitten in der Nacht in einem verlassenen Gebäude umgebracht werden musste. Ein einfacher Autounfall hätte es auch getan.

Matti Rönkä: Der Grenzgänger

Matti Rönkäs Debüt "Der Grenzgänger" (Tappajan näköinen mies) beginnt wie ein roenkae-Der-Grenzgaengerklassischer Privatdetektiv-Roman. Der Ich-Erzähler Viktor Kärppä wartet in seinem schmuddeligen Büro in Helsinki auf Arbeit. Da bittet ihn der Antiquar Aarne Larsson seine verschwundene, jüngere Frau Sirje zu finden. Ein einfacher Auftrag, wenn Sirje nicht die Schwester des estnischen Drogenkönigs Jaak Lillepuu wäre. Kärppä beginnt sich umzuhören. Seine guten Beziehungen zur Polizei und der Organisierten Kriminalität helfen ihm dabei.
Und hier beginnt Matti Rönkä die vertrauten Gewässer zu verlassen. Denn Kärppä hat nicht nur gute Beziehungen zu den Verbrechern, er übernimmt selbst für sie immer wieder Kurierdienste. Eigentlich sind diese Kurierdienste seine Haupteinnahme und die Detektei das legale Zubrot. So soll er für den Gangsterboss Karpow herausfinden, wer ihm Schmuggelzigaretten stahl und einen seiner Mitarbeiter umbrachte. Ziemlich schnell vermutet Kärppä, dass Lillepuu dahintersteckt. Während Kärppä langsam in einen Bandenkrieg verwickelt wird, erfährt er nichts Neues über Sirje.
Kärppä ist in mehrfacher Hinsicht ein Grenzgänger. Dabei ist die juristisch festgelegte Grenze zwischen Recht und Unrecht noch die klarste Grenzlinie auf der Kärppä wandelt. Denn er ist auch ein kultureller Grenzgänger. Er ist ein russischer Emigrant. Ein ehemaliger Elitesoldat und immer noch ein mehr oder weniger aktiver sowjetischer Geheimagent.
In "Der Grenzgänger" zeichnet Matti Rönkä ein düsteres Bild der finnischen Wohlstandsgesellschaft, die anscheinend von internationalen Gangsterbanden beherrscht wird und in der es höchstens noch eine individuelle Moral geben kann. Das ganze erzählt er in einer lakonisch-knappen Prosa, die die genaue Lektüre der amerikanischen Hardboiled-Vorbilder verrät. Insofern hat "Der Grenzgänger" wenig mit dem Mainstream der skandinavischen Kriminalromane zu tun.
In Rönkäs Heimat war der erste Kärppä-Roman ein großer Erfolg. 2006 erhielt er den finnischen Krimipreis für seinen dritten Kärppä-Roman "Ystävät kaukana".
"Der Grenzgänger" ist eine spannende Charakterstudie, bei der das Ende dann doch überrascht. Denn der skrupellose entwickelt plötzlich Skrupel und verrät einige befreundete Verbrecher an die Polizei. Bis dahin war es ihm egal, dass er Botendienste für Verbrecher übernahm.

Olivier Mau: Myrtille am Strand

In seiner französischen Heimat hat Olivier Mau in den vergangenen Jahren zahlreiche Mau-Myrtille-am-StrandBücher geschrieben. Die meisten für Kinder und Jugendliche. Das erste Myrtille Xiao-Mei-Abenteuer "Myrtille am Strand" (Myrtille à la plage) richtet sich dagegen an Erwachsene, die Carl Hiaasen oder auch den noch nicht ins Deutsche übersetzten Tim Dorsey mögen. Von ihnen hat Olivier Mau sich viel geborgt: den Humor, den mangelnden Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit und die zahlreichen Handlungsstränge, die letztendlich in einer leichenhaltigen Katastrophe enden. Am Ende des kurzen Buches sind zweiundzwanzig Menschen gestorben. Etliche von ihnen wurden vorher auch gefoltert. Weil "Myrtille am Strand" zum Comic-Crime-Genre zählt, sterben letztendlich unter dem zustimmenden Gelächter der Lesenden die Menschen, die es verdient haben, einen entsprechend schlimmen Tod.
Gleich auf den ersten Seiten werden wir Zeuge eines brutalen Raubüberfalls auf einen Geldtransporter. Am Ende sind die Sicherheitsbeamten tot, ein Koffer ist verschwunden und wir kennen die Heldin des Romans: die 33-jährige Eurasierin Myrtille Xiao-Mei. Die Polizistin kehrte nach zwanzig Jahren nach Toulon zurück zur Beerdigung ihres Vaters. Myrtille will die Beerdigung nur schnell hinter sich bringen und dann wieder verschwinden. Schließlich nervt die Verwandschaft sie schon vor der ersten Begegnung und den ermittelnden Polizisten, Commandant Rembrandt von der Brigade criminelle, hat sie auch gefressen. Trotzdem kann er sie zu einem Undercover-Einsatz in der Enklave der Superreichen überzeugen. In dieser Nacht soll ein großes Geschäft, in das ein tschetschenischer Gangster verwickelt ist, über die Bühne gehen. Und der gestohlene Koffer spielt eine Rolle.
Innerhalb weniger Stunden verwandelt sich das Cap in ein Tollhaus. Schließlich lagern in der Enklave genug Waffen für zwei Kriege und fast alle denken, dass mit etwas Mord und Totschlag die eigenen Ziele am besten erreicht werden können.
Natürlich ist "Myrtille am Strand" reinster Pulp. Ein überschäumener Spaß für Menschen mit dem richtigen Humor und einem lockeren Verhältnis zu Logik und Wahrscheinlichkeit. Denn Olivier Mau wirft einfach alle Schlagzeilen der vergangenen Monate und Vorurteile in einen Topf, verrührt es kräftig miteinander, bürstet die Klischees kräftig gegen den Strich und würzt das ganze humoristisch nach. Danach darf seine ständig schlecht gelaunte Heldin Myrtille mit der Feinfühligkeit eines Panzers durch das Nobelviertel donnern.

David Wolstencroft: Die Spezialisten

Gute Nachricht. Schlechte Nachricht. In seinem Debüt "Die Spezialisten" (Good News, Bad wolstencroft-Die-SpezialistenNews) lässt David Wolstencroft zwei Geheimagenten das Kinderspiel spielen. Die gute Nachricht ist, dass er eine tolle Idee hatte. Die schlechte Nachricht ist, dass er nichts daraus machte. Dass vieles unwahrscheinlich ist, gehört dagegen irgendwie zum Genre des Agententhrillers.
Denn bis Wolstencroft seine auf dem Klappentext verratene Ausgangslage präsentiert hat, vergeht einfach zu viel Zeit. Wer den Klappentext nicht kennt, fragt sich dagegen, warum Wolstencroft gut achtzig Seiten benötigt, bis er die absurde Ausgangslage etabliert hat und warum er die wahre Identität seiner beiden Helden bis dahin verschleiert. Immerhin wissen wir dank des Klappentextes, dass durch einen dummen Zufall der britische Geheimdienst zwei Agenten die gleiche Tarnung verpasste und sie in dem gleichen Londoner U-Bahn-Fotogeschäft einer stupide-sinnlosen Arbeit nachgehen lässt. Als der Fehler bekannt wird, erhalten die Agenten den Auftrag, ihren Arbeitskollegen umzubringen. Und ab da ist, zwecks Schadensbegrenzung, fröhliches Umbringen, intrigieren und verraten angesagt.
Denn der End-Zwanziger Charlie Miller und der End-Vierziger George Shaw denken nicht daran, den Auftrag auszuführen. Stattdessen wollen beide den Staatsdienst kündigen. Aber ihre Vorgesetzten wollen die beiden Agenten nicht gehen lassen.
"Die Spezialisten" gehört zu den Büchern, die wegen ihrer auf dem Klappentext publizierten Prämisse und den ersten Seiten (nach dem Prolog gibt es eine Rückblende, die erklärt, warum zwei Männer während der Londoner Rushhour eine Münze um ihr Leben werfen und ein Unbekannter sie danach mit einer Panzerfaust umbringen will) gekauft werden. Danach haben sie immer noch genug gute Momente, um einen zum Weiterlesen zu verführen, aber insgesamt tritt die Geschichte über weite Teile auf der Stelle. Denn zwischen den beiden Agenten und ihren Verfolgern geschieht bis auf einige Ortswechsel und Anschläge nichts.
Auch die letztendlich von Wolstencroft präsentierte Erklärung, warum sich die Herren Miller und Shaw umbringen sollen, lässt an der Vernunft und Selbstkontrolle des britischen Geheimdienstes zweifeln.
Doch das ist ja schon seit den seligen Tagen von Charlie Muffin bekannt. Der vom britischen Journalisten Brian Freemantle erfundener Geheimagent hatte bereits während des Kalten Krieges mehr Probleme mit seinem Arbeitgeber als mit den Russen.

Stuart MacBride: Die dunklen Wasser von Aberdeen
Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders


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Der Engländer Stuart MacBride schreibt düstere Polizeithriller. Das ist nicht so sensationell, wie es klingt. Schließlich haben die Briten eine lange, in Deutschland immer wieder vergessene, Tradition düsterer Polizeiromane und Polizeiserien. In den Siebzigern gab es "Die Füchse" (The Sweeney), später "Für alle Fälle Fitz" (Cracker), die Arbeiten von Schreiber-Produzentin Lynda LaPlante, wie die TV-Serie "Heißer Verdacht" (Prime Suspect) und zahlreiche Romane. G. F. Newman mit seinen drei Bastard-Romanen und TV-Arbeiten zertrümmerte in den frühen Siebzigern endgültig das Bild vom netten Bobby. Bill James mit seiner Harpur-Iles-Serie, John Harvey mit der Charlie Resnick- und Frank Elder-Serie und, der erfolgreichste von allen, Ian Rankin sind düster und in ihrer Heimat erfolgreich. Der Erfinder von Detective Inspector John Rebus gilt als Begründer des Tartan Noir. Stuart MacBride kennt natürlich diese Tradition und gerade sein erster Roman ist ein stimmiges Genrewerk.
MacBrides Held, Detective Sergeant Logan McRae, ermittelt in seiner Heimatstadt Aberdeen. In "Die dunklen Wasser von Aberdeen" (Cold Granite) bringt ein Serienkiller Kinder um. Im Folgewerk "Die Stunde des Mörder" (Dying Light) sind offensichtlich zwei Serienmörder unterwegs. Einer bringt Prostituierte um, ein anderer sperrt Menschen in ihrem Haus ein und zündet dieses an. Dabei begegnen wir in "Die Stunde des Mörders" vielen Charaktere aus dem ersten Roman wieder. Ihre Beziehungen entwickeln sich weiter und nehmen teilweise tragische Wendungen. Dies gilt besonders für den Journalisten Colin Miller.
In "Die dunklen Wasser von Aberdeen" entwickeln die Ermittlungen einen Mahlstrom, bei dem zahlreiche Verdächtige in den Verdacht geraten, Kinder umgebracht zu haben. Bei einem erfährt die Öffentlichkeit seinen Namen und ein wütend-ängstlicher Mob tötet ihn. Dass er letztendlich unschuldig ist, interessiert keinen mehr. Auf über fünfhundert Seiten entwirft MacBride einem düsteren Kosmos, bei dem die Guten die Falschen umbringen und die Bösen irgendwann zu gequälten Seelen, denen geholfen werden sollte, mutieren. "Tartan Noir" vom Feinsten meinte Val McDermid zutreffend zu einem Buch, das das Warten auf den nächsten Ian Rankin angenehm verkürzt.
Der zweite Auftritt von DS Logan McRae, "Die Stunde des Mörders", ist ein erstaunlich zähes Folgewerk. McRae darf todmüde für zwei Vorgesetzte Fälle aufklären, während er befürchtet für einen fehlgeschlagenen Einsatz, bei dem ein Kollege schwer verwundet wurde, entlassen zu werden. Die einzelnen Plots haben nichts miteinander zu tun. Weder hängen die Morde miteinander zusammen, noch gibt es einen thematischen Zusammenhang. Und weil Stuart MacBride seine Geschichten fast ohne Dialoge, aber öfters in indirekter Rede erzählt, verstärkt sich der Eindruck, dass sich die Geschichte nur zäh zu ihrem blutigen Ende schleppt. Denn Dialoge sind Handlung und gute Dialoge treiben eine Geschichte voran.

John Connor: Gejagt
John Connor: Vergiftete Seelen


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Ein ganz anderes Kaliber ist dagegen John Connor mit seiner Karen Sharpe-Serie. Die ersten beiden Bände "Gejagt" (Phoenix) und "Vergiftete Seelen" (The playroom) sind bereits auf Deutsch erschienen. "Feuertod" (A child's game) für Juli angekündigt und im November erscheint in England "Falling".
John Connor halt "Vergiftete Seelen" für ein besseres Buch als sein Debüt "Gejagt" - und er hat Recht. Zwar ist seine Heldin DC Karen Sharpe im ersten Buch involvierter als im zweiten und die Plottwists des Debüts sind kaum vorhersehbar. Insgesamt ist das ruhigere "Vergiftete Seelen" trotz des von Anfang an ziemlich absehbaren Endes das bessere Buch. Aber weil John Connor in "Vergiftete Seelen" viele Geschichten aus "Gejagt" fortführt und auch das Ende von "Gejagt" verrät, sollten die düsteren Karen Sharpe-Polizeiromane chronologisch gelesen werden.
In "Gejagt" wird der Partner von Karen Sharpe und eine Informantin erschossen. Sharpe war zu betrunken gewesen, um ihn zu begleiten. Geplagt von Schuldgefühlen beginnt Sharpe abseits der Dienstvorschriften den Mörder zu suchen. Je mehr sie sich dem Mörder nähert, umso mehr muss sie sich ihrer verdrängten Arbeit als Undercover-Polizistin stellen. Denn der Mörder wollte sie umbringen und der Grund für den Anschlag liegt in ihrer Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die niemand ihrer Kollegen kennt.
In "Vergiftete Seelen" ist Karen Sharpe zur Abteilung für Sexualdelikte versetzt worden. Eine junge Frau kommt zu Sharpe und sagt, sie sei vor zehn Jahren entführt und vergewaltigt worden. Vor kurzem hat sie ihren Vergewaltiger im Fernsehen gesehen. Es ist der Abgeordnete Geoff Reed. Zur gleichen Zeit verschwindet die Tochter des Richters Kenyon spurlos. Obwohl John Connor die Ermittlungen von Sharpe und die Suche nach dem vermissten Kind parallel laufen lässt, ist offensichtlich, dass beide Fälle miteinander verbunden sind.
Mit der knapp zwei Meter großen Karen Sharpe hat John Connor eine Heldin entworfen, die niemals um die Sympathie des Publikums buhlt, ohne mit der Wimper zu Zucken gegen jede Dienstvorschrift verstößt, Vorgesetzte belügt und damit durchkommt. Denn dank eines langen Undercover-Einsatzes gegen die IRA hat sie bei ihren Arbeitgebern viel gut. Als ihre Tarnung aufflog, wurde ihr eine neue Legende verpasst und sie wurde nach West Yorkshire versetzt. Hier kennt nur der Leiter der Dienststelle ihre fast vollständige Akte. Ihre Kollegen und ihr ranghöherer Liebhaber bei der Polizei wissen nur, dass sie ihnen viel verschweigt (auch über die Hintergründe der Morde an ihrem Partner und der Informantin) und ausgezeichnete Verbindungen nach London zum Geheimdienst hat.
Beide Karen Sharpe-Romane profitieren von der Berufserfahrung Connors. Er war lange Strafverteidiger der britischen Staatsanwaltschaft. Entsprechend kundig und detailliert sind die Einblicke in die alltägliche Polizeiarbeit, des Verhältnisses der Polizei zur Justiz und die Machtstrukturen innerhalb staatlicher Bürokratien.
Aufgrund des zeitgeschichtlichen Hintergrundes (der Kampf gegen die IRA) und des Alters seiner Heldin spielen "Gejagt" und "Vergiftete Seelen" 1996 und 1997. In "Gejagt" ließ Conner allerdings die Polizei, für die damalige Zeit, viel zu oft Computer und Handys benutzten. Bei ihm hat die Provinzpolizei bereits damals DVD-Abspielgeräte. Diese technischen Ungenauigkeiten stören immer wieder die Lektüre. In "Vergiftete Seelen" lässt er die Polizisten wesentlich seltener auf Computer und Handys zurückgreifen. Außerdem konzentriert sich "Vergiftete Seelen" stärker auf die einzelnen Charaktere und ihre Interaktionen. Dies und die thematischen Bezüge der Plots und Subplots zueinander macht aus dem zweiten Karen Sharpe-Buch einen spannenden Thriller über "Vergiftete Seelen" und die Gewalt, die Menschen anderen Menschen (wozu hier auch Kinder gehören) antun.
In diesem Fall ist der deutsche Titel sogar besser als der eher nichtssagende Originaltitel "The Playroom". Denn dieser Titel benennt einfach nur das Zimmer, in dem die entführten Kinder vergewaltigt wurden. "Vergiftete Seelen" bezieht sich auf den psychischen Zustand, der auf alle Charaktere in dem Buch zutrifft. Beide Bücher enden zutiefst pessimistisch. Denn Karen Sharpe kennt zwar die Täter, aber sie weiß, dass sie wegen höherer Interessen und guter Verbindungen niemals von einem Gericht für ihre Taten verurteilt werden.

Lisa Unger: Das Gift der Lüge

Lisa Ungers Debüt unter ihrem Namen (davor schrieb sie als Lisa Miscione vier Romane) unger-Das-Gift-der-Luege"Das Gift der Lüge" (Beautiful Lies) wurde von der International Thriller Writers Association als einer der besten Krimis des Jahres nominiert. Nach der Bekanntgabe der Nominierungen entstand eine kleine Diskussion über die mangelnde Qualität der Romane. Die meiste Kritik entzündete sich an Jeffrey Archers "False Impression". Etliche Kritiker hatten nur die ersten Seiten gelesen und das Buch danach verärgert weggelegt. Ungers Buch war dagegen wahrscheinlich von kaum jemand gelesen worden. Denn auch "Das Gift der Lüge" ist ein bestenfalls mittelmäßiger Thriller. Das Ende ist nach den ersten Seiten bereits offensichtlich. Die Erzählerin eine ziemlich dumme Nuss und die Bösen Meister im unlogischen Handeln.
Im am 25. Oktober 1972 spielenden Prolog wird eine White-Trash-Mutter bei einem nächtlichen Einbruch in ihr Haus ermordet. Ihr Baby verschwindet spurlos. Fünfunddreißig Jahre später rettet die etwa fünfunddreißig-jährige Journalistin Ridley Jones ein Kind vor einem Laster. Sie wird die Heldin des Tages und gibt im Fernsehen Interviews. Kurz darauf erhält sie einen anonymen Brief. Der Schreiber fragt, ob Ridley Jones das damals verschwundene Baby sei. Mehr von außen getrieben als aus eigenem Antrieb macht Ridley Jones sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und sie entdeckt das, was Thriller-Fans bereits nach den ersten Seiten wissen.
Nun ist eine vorhersehbare Handlung nicht unbedingt ein Knock-out-Kriterium. Aber bei "Das Gift der Lüge" ist eben diese Handlung auch höchstens auf dem Niveau eines schlechten TV-Films entwickelt. Das beginnt mit der vollkommen unglaubwürdigen Heldin. Einerseits soll sie nach ihrem exzellenten Uni-Abschluss als freie Journalistin für die großen Magazine wie Vanity Fair und The New Yorker arbeiten. Andererseits hat sie null journalistischen Instinkt. Sie verfolgt die ihr auf dem Silbertablet präsentierte Geschichte nicht. Sie kann nicht recherchieren und insgesamt verhält sie sich meistens wie ein Dummer-Blondinen-Witz, der vor jeder Aktion zehnmal dem Leser fragend alles erklärt. Und dann hat sie ein Gedächtnis wie ein Sieb. Sie erinnert sich nicht an ihre Vergangenheit. Erst als ihre Eltern sie ihr wieder (!) erklären, fällt es ihr wieder ein. Ebenso als sie später der Verschwörung auf die Spur kommt, wird ihr einiges aus ihrer Vergangenheit noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Das führt dann zu der wiederholten Selbsterkenntnis von Ridley Jones: "Jetzt, da er es erwähnte, fiel mir die Sache wieder ein." Und ihr fällt viel wieder ein, nachdem es ihr meistens wieder erklärt wird: die Geschichte ihrer Kindheit und ihrer Jugend, die Stiftung für ausgesetzte Kinder, die nicht zu übersehende Werbekampagne dafür, undsoweiter. Wenn die Heldin an einer Amnesie leiden würde, wären einige Dialoge erklärbar, aber sie ist im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte.
Zum Glück sind ihre Gegner nicht viel glaubwürdiger. Damit der Thrillerplot halbwegs funktioniert, baut Unger eine riesige Verschwörung auf, die mit allen Mitteln geschützt werden muss. Aber jeder halbwegs vernünftige Leser fragt sich, warum die Bösen nicht an die Öffentlichkeit gehen und sich als Helden feiern lassen. Sogar mit einem schlechten Werbeberater wäre ihnen der Jubel des amerikanischen Volkes sicher. Aber der Wille der Autorin verhindert dies. Stattdessen versuchen sie ihre Taten zu vertuschen.
Nachdem schon die gesamte Konstruktion der Geschichte misslungen ist, fällt auch die schlampige Recherche immer wieder unangenehm auf. Im am 25. Oktober 1972 spielenden Prolog schreibt Unger, die Mutter des fast zweijährigen Kindes hätte vor der Schwangerschaft mit ihrem Freund im Kino die Filme "The Candidate" und "The Getaway" gesehen. Das ist nicht möglich, denn "The Candidate" hatte am 29. Juni 1972 und "The Getaway" am 13. Dezember 1972 Premiere.
Auch die Erklärung für Ridley Jones Vornamen verstimmt. Unger schreibt, Ridleys Vater habe sie nach dem Regisseur benannt. Eine schöne Erklärung, nur war Ridley Scott 1972 ein vollkommen unbeschriebenes Blatt. Erst mit "Alien" (USA 1979) und "Blade Runner" (USA 1982) wurde er bekannt. Das hieße, wenn Ungers Erklärung stimmt, dass unsere Heldin sogar die ersten Schuljahre als Namenlose verbringen musste.
In diesem Kuddelmuddel ist es wirklich egal, dass in der Wohnung der White-Trash-Mutter bereits in den frühen Siebzigern ein Anrufbeantworter seine Dienste getan haben soll. "Das Gift der Lüge" ist einfach nur ein langweilig-schlechter Romantic-Thriller.

David Hosp: Die Tote im Wasser

Gegen das Debüt "Die Tote im Wasser" (Dark Harbor) von David Hosp kann viel gesagt hosp-die-tote-im-wasserwerden. Aber bei aller Kritik ist die Freude am Erzählen unüberlesbar.
Als Jugendlicher war Scott Finn Mitglied einer Jugendbande. Entsprechend dick ist seine Akte. Aber ihm gelang es, sein Leben in die richtigen Bahnen zu lenken. Heute ist er Anwalt in einer von Bostons mächtigsten Kanzleien und seinem weiteren Aufstieg scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Eines Tages wird seine Kollegin und Freundin Natalie Caldwell ermordet. Anscheinend hat der Serienkiller Little Jack wieder zugeschlagen. Nachdem die Polizei Little Jack verhaftet, gesteht er seine Taten. Aber den Mord an Natalie Caldwell leugnet er. Finn und die ermittelnde Polizistin Linda Flaherty beginnen, teils gemeinsam, teils ohne das Wissen des anderen, den Mörder von Caldwell zu suchen. Ihre beste Spur führt zum letzten Klienten von Caldwell, dem Sicherheitsunternehmen Huron Security. Das Unternehmen ist auch für die Sicherheit des Öffentlichen Nahverkehrs in Boston zuständig. Caldwell sollte das Unternehmen gegen eine Klage wegen Fahrlässigkeit verteidigen. Denn Terroristen gelang es, einen Zug in die Luft zu sprengen und jetzt klagt eine Witwe gegen das Unternehmen. Finn, der dieses Mandat von seiner ermordeten Freundin übernommen hat, fragt sich, ob sie in den Unterlagen der Firma etwas entdeckte, das zu ihrem Tod führte.
"Die Tote im Wasser" verquirlt ungefähr jedes in den vergangenen Jahren bekannte Handlungsmuster, Klischee und Zeitungsschlagzeile. Dabei interessiert sich Hosp für vieles und bleibt bei wenigem länger. Terrorismus, Serienkiller, Organisierte Kriminalität - alles ist drin. Ebenso die Winkelzüge des US-amerikanischen Rechtssystems, die Korruption in Großstädten, die Infiltration der legalen Wirtschaft von Gangstersyndikaten, Paranoia, Liebe, Freundschaft und die Geschichte eines Mannes, der vom Verbrecher zum Helden wird. Das ist viel. Zu viel für ein Buch. Deshalb wird vieles nur kurz angesprochen. So interessieren die Terroristen, die auf den ersten Seiten den Anschlag auf die S-Bahn verüben, Hosp später nicht mehr. Ebenso lässt er den Serienkillerplot, nachdem dieser schnell gefasst wird, links liegen. Hosp führt teilweise in epischer Breite Handlungsstränge und Nebenfiguren ein, die er später mit ein, zwei Sätzen beendet oder nie wieder erwähnt, weil sie ihm einfach nicht weiter wichtig sind. Denn "Die Tote im Wasser" gehorcht nicht der stringenten Ökonomie eines Hochspannungsthrillers, sondern dem Bummeln eines Hobbyschriftstellers durch die verschiedensten Romane und die dort gefundenen Lieblingssituationen.
Das gibt David Hosp in Interviews dann auch implizit zu. Er habe "Die Tote im Wasser" einfach als Feierabendvergnügen geschrieben und wollte danach nur seinen Freunden einige Fotokopien der Geschichte geben. Das Manuskript fiel dann einem Agenten in die Hände und das Buch wurde veröffentlicht.
Es spricht für das Talent von Hosp, dass dieses Potpourri aus dem Thriller-Baukasten als unterhaltsames Buch für Zwischendurch lesbar bleibt. Denn bei aller Unglaubwürdigkeit (ganz Boston ist ein Dorf, ein Vorbestrafter steigt in einer Elitekanzlei auf, undsoweiter) und Unklarheit in der Charakterzeichnung des Helden (er ist eine Mischung aus hartem, skrupellosem Ankläger mit einem marmeladenweichen Herzen und etlichen Jahren Straßenkämpfererfahrung) bleibt die Geschichte dank zahlreicher guter Szenen lesbar.

Steven Sidor: Skin River

sidor-Skin-RiverEinen unterhaltsamen Thriller für einen lauschigen Frühlingsabend hat Steven Sidor mit "Skin River" (Skin River) abgeliefert. Die düstere Geschichte entwickelt sich langsam, aber mit unausweichlicher Konsequenz zur endgültigen Konfrontation der Kontrahenten. Denn natürlich weiß der versierte Thriller-Fan auch ohne einen Blick auf den Klappentext, dass der Wirt Buddy Bayes Probleme bekommen wird nachdem er die abgetrennte Hand von Melissa Teagles in einem Kleiderbündel im Skin River findet. Denn wahrscheinlich wird sie nicht das einzige Opfer des Mörders bleiben. Außerdem wird Buddy als in das menschenleere Wisconsin Zugezogener die Wut der Einheimischen zu spüren bekommen, denn er wird schnell verdächtigt, etwas mit dem Tod von Melissa zu tun zu haben. Da ist es ganz gut, dass die Einheimischen nicht wissen, dass Buddys Bruder in Chicago ein Stripbar betreibt und Melissa neben ihrem Universitätsstudium dort als Tänzerin arbeitete. Als ob das nicht genug wäre, hat Buddy ein eher schlecht gehütetes Geheimnis. In Chicago verdiente er sein Geld mit Überfällen. Die Polizei konnte ihm nie etwas nachweisen. Aber die Gangster, die er zuletzt bestahl, haben noch eine Rechnung mit ihm offen. Und der Dorfsheriff ist überzeugt, egal was die Beweise sagen, dass der aus Chicago zugereiste Gangster auch der Mörder ist.
Die Enttarnung des Killers durch die Polizei (wir Leser kennen ihn von Anfang an), seine Flucht, bei der er Buddys Angestellte Margot Ladd als potentielles weiteres Opfer mitnimmt und die Schlacht zwischen Buddy und den Chicagoer Gangstern finden in einer Nacht statt.
Sidor entwickelt seine Geschichte konsequent und geradlinig auf dieses Ende hin. Denn "Skin River" ist ein schmales Buch. Nur dank eines großzügigen Layouts hat die deutsche Ausgabe 304 Seiten; die amerikanische hat 256 Seiten.
Da bleibt wenig Zeit für Umwege, die Buddy Bayes auch niemals gehen würde. Er ist ein Profigangster, der nie verurteilt wurde, weil er immer vorsichtig war und im Zweifelsfall schneller schoss. Deshalb würde er sich niemals auf eine langwierige Konfrontation mit dem Sheriff einlassen, sondern eher mit der Beute untertauchen. Ebenso sind Buddys alte Feinde nicht an langen Verhandlungen interessiert. Bei diesem Kampf ist der Serienmörder nur ein durchgeknallter Störenfried. Aber das weiß der Ziegenhäuter noch nicht.

Rainer Gross: Grafeneck

Nach den vielen seitenstarken Werken ist "Grafeneck" ein schmales Werk, das ohne große gross-grafeneckProbleme an einem Abend genossen werden kann. "Grafeneck" ist eher ein düsterer Heimatroman mit einigen Elementen des Kriminalromans als ein reinrassiger Krimi. Denn die Frage, wer vor einem halben Jahrhundert einen Mord begangen hat, ist für Rainer Gross nur der Aufhänger um das Psychogramm des sechzigjährigen Lehrers Hermann Mauser zu zeichnen.
Die Geschichte spielt im Frühling 1997 auf der Schwäbischen Alb in der Nähe der Behindertenanstalt Grafeneck. Sie erlangte während der Nazi-Diktatur eine traurige Berühmtheit. In ihr wurden 1940 über zehntausend Menschen im Rahmen des Euthanasie-Programms getötet. Die erste Gaskammer fand sich ebenfalls in Grafeneck. Nach dem Kriegsende wurde kaum einer der Verantwortlichen von einem Gericht verurteilt. Gleichzeitig lebten im sieben Kilometer entfernten Buttenhausen über drei Jahrhunderte bis 1933 Juden und Christen friedlich zusammen. Etwa die Hälfte der Buttenhausener waren Juden und sie zahlten die meisten Steuern. Entsprechend rege war das jüdische Leben. Das änderte sich nach 1933. Sie wurden zunehmend diskriminiert und von auswärtigen Nazis deportiert.
Und obwohl diese Taten unter den Augen der Öffentlichkeit stattfanden, sahen die Einheimischen weg und schwiegen. Denn, so das von Rainer Gross immer wieder zitierte Mantra: "Ich weiß von nichts. Hier ist kaum etwas passiert. Nazis haben wir keine gehabt, und die Juden waren schon weg."
Diese allen bekannten Verbrechen werden verschwiegen, bis Hermann Mauser in einer Höhle eine Leiche entdeckt. Die mumifizierte Leiche trägt einen während der letzten Kriegstage hergestellten Anzug mit einem Kreuz aus Kreide. Das war das Kennzeichen der Insassen von Grafeneck.
Mauser glaubt, dass sein verstorbener Vater in den Mord involviert ist. Er war damals Polizist. Aber kein Nazi. Außerdem verschwand Mausers ältere, behinderte Schwester in Grafeneck. Mauser will die Wahrheit herausfinden. Aber niemand im Dorf interessiert sich dafür.
Rainer Gross baut in seinem Debüt klug die historischen Fakten in die Geschichte eines Mannes ein, der sich fragt, wie sehr sein Vater damals verstrickt war. War er schuldig? Gibt es eine Sühne? Wie sehr sind wir für die Taten unserer Eltern verantwortlich? All diese Fragen thematisiert Gross mit leichter Hand.
Doch leider baut er in der zweiten Hälfte der Geschichte den ermittelnden Polizisten Greving zu einem zweiten Hauptcharakter auf. Damit beginnt die Geschichte zwischen den beiden Charakteren zu zerfleddern und Gross verrät den Lesern bereits lange vor dem Ende der Geschichte, was damals geschah. Die restlichen dreißig Seiten dienen dann nur noch dazu, langwierig Mauser und Greving auf Grafeneck zu einem abschließenden Gespräch zusammenzuführen. Weil in diesem Moment aber schon die interessante Frage beantwortet ist, sind die letzten Seiten eine langwierige Lektüre.

C. S. I. in bunten Bildern: die Comicbücher mit den Forensikern

csi-Miami csi-Blutiger-Mord
csi-domino.jpg csi-Geheimidentitaet
Zum Abschluss dieser langen Spurensuche muss ich noch auf die C. S. I.-Comics hinweisen. Vollkommen überraschend brachte der Postbote mir diesen Teil des sich ausdehnenden C. S. I.-Franchises. Alles begann 2000 mit der in Las Vegas spielenden Forensik-TV-Serie "C. S. I.: Crime Scence Investigation". Sie war zuerst in den USA, später weltweit, ein Hit. Die Produzenten entwarfen gleichartige in Miami und New York spielende Serien. Außerdem schrieben bekannte Krimiautoren Romane mit neuen Fällen. Es gibt Computerspiele und, ebenfalls mit neuen Fällen, Comics. Entzugserscheinungen dürften bei diesem Angebot daher bei keinem Fan auftauchen.
Auf Deutsch sind bis jetzt vier Comicbücher erschienen. Zweimal wird in Las Vegas und, jeweils einmal, in Miami und New York ermittelt.
Der erste Band "C. S. I. Miami" enthält die drei etwa fünfzigseitige Geschichten "Blut/Geld" (Blood/Money), "Du sollst nicht ..." (Thou shalt not ...) und "Verräterische Waffe" (Smoking Gun). Die ersten beiden Geschichten sind von Kris Oprisko, die letzte von Jeff Mariotte, geschrieben. In "Blut/Geld" muss Horatio Caine herausfinden, wer einen Mann auf einem Schiff tötete. Er und sein Team kommen dabei einem Geldfälschern auf die Spur. In "Du sollst nicht..." hat anscheinend ein Firmeninhaber Selbstmord begangen. Caines Team findet schnell heraus, dass er umgebracht wurde.
In "Verräterische Waffe" wird während einer Schießerei auf offener Straße ein Modell im Gesicht verletzt. Wie Caines Team schnell herausfindet, wurde bei ihr eine andere Waffe benutzt. Caine fragt sich, wer sie töten wollte.
Diese drei Geschichten sind hauptsächlich visualisierte Kurzgeschichten und lassen die Komplexität der längeren Geschichten aus Las Vegas und New York vermissen.
Denn das Team aus Las Vegas hat in den Comicbüchern jeweils einen langen Fall. "Domino" (Dominos, Story von Kris Opriski) beginnt mit einer blutigen Schießerei. Ein Opfer ist ein kleiner Mafiosi. Ein anderes Opfer konnte flüchten. Kurz darauf stirbt ein weiterer Mafiosi. Für das C. S. I.-Team beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie wollen einen Bandenkrieg verhindern. Währenddessen arbeitet der unbekannte Killer eine Todesliste ab. Im Rahmen des C. S. I.-Franchises ist "Domino" ein enttäuschender Fall. Denn die Fälle des Teams aus Las Vegas sind in erster Linie Whodunits. Aber in "Domino" beschränkt sich die Arbeit von Grissom und seinem Team darauf, die nötigen Beweise zusammenzutragen, während die Identität des Killers bekannt ist. Die Dynamik entsteht auf der Jagd nach dem Killer und dem Versuch ihn vor seinem nächsten Mord zu verhaften. Das ist dann letztendlich ein Thrillerplot, der viel besser zum Miami-Team passen würden.
Gelungener ist da "Geheimidentität" (Secret Identitiy, Story von Steven Grant). Beim Abriss des Safari Casinos taucht die Leiche eines vor fünfundzwanzig Jahren ermordeten Mannes auf. Grissom und sein Team müssen herausfinden, wer der Tote ist und was sein Tod mit der Gegenwart zu tun hat. Denn die Mumie sieht dem vor einem Monat verstorbenen Vince Lansing, dem Besitzer des Safaris, zum Verwechseln ähnlich.
Während das C. S. I.-Teams anfangs noch an eine Mafia-Geschichte glaubt, entwickelt sich der Fall letztendlich zu einer düsteren Familiengeschichte.
"Geheimidentität" verbindet innerhalb eines Whodunits die Geschichte von Las Vegas mit einer Familiengeschichte und der aus der TV-Serie bekannten forensischen Arbeit.
Im zuletzt erschienenen CSI-Comic "Blutiger Mord" (Bloody Murder) darf das New Yorker Team einen Mordfall aufklären. C. S. I.-Profi Max Allan Collins - er hat bereits für alle Teams Fälle geschrieben - hat auch hier wieder einen spannenden Fall erfunden. Im Stuyvesant Square Park wird die junge Schauspielerin Dani Cayman brutal ermordet. Cayman hatte die Hauptrolle in dem Musical "Werevolves of Soho". Zeuginnen haben einen Werwolf weglaufen gesehen. Mac Taylor glaubt zwar nicht an Werwölfe. Aber in jeder Sage steckt ein Körnchen Wahrheit.
"Blutiger Mord" könnte sofort verfilmt werden, wenn nicht die Effekte für die Werwölfe zu teuer würden. Denn die Geschichte überträgt den Erzählduktus der TV-Folgen in den Comic, der Fall ist ein verzwickter Whodunit mit gut eingeflochtenen Informationen über die New Yorker Unterwelt (hier sprichwörtlich die Welt unter den Straßen) und die Welt des Theaters am und abseits vom Broadway.
Das erzählt Max Allan Collins in pointierte Sätze und Dialogen. Von den vier auf Deutsch erschienenen Comicbüchern ist "Blutiger Mord" das Beste.



Links & Bibliographie:

temple-Kalter-August Peter Temple:
Kalter August

OA: The Broken Shore
The Text Publishing Company, Melbourne/Australien, 2005
(übersetzt von Hans M. Herzog)
C. Bertelsmann, 2007
448 Seiten, 19.95 Euro
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tex-Die Macht-des-Mr-Miller Charles den Tex:
Die Macht des Mr. Miller

OA: De macht van meneer Miller
De Geus, Breda, 2005
(übersetzt von Stefanie Schäfer)
Grafit, 2007
448 Seiten, 18.90 Euro
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Homepage des Autors:
www.charlesdentex.com/
Ein holländisches Porträt von Charles den Tex (mit vielen Buchcovers):
www.crime.nl

roenkae-Der-Grenzgaenger Matti Rönkä:
Der Grenzgänger

OA: Tappajan näköinen mies
(übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara)
Gummerus Kusannus Oy, Helsinki/Finnland, 2002
Grafit, 2007
224 Seiten, 17.90 Euro
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Mau-Myrtille-am-Strand Olivier Mau:
Myrtille am Strand

OA: Myrtille à la plage
Éditions Pocket, 2003
(übersetzt von Richard Betzenbichler)
Shayol - Funny Crimes, 2006
200 Seiten, 12.90 Euro
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wolstencroft-Die-Spezialisten David Wolstencroft:
Die Spezialisten

OA: Good News, Bad News
Hodder & Stoughton, London, 2004
(übersetzt von Jörn Ingwersen)
Goldmann, 2006
416 Seiten, 8.95 Euro
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Homepage von David Wolstencroft:
www.davidwolstencroft.com/

macbride-die-dunklen-wasser-von-aberdeen Stuart MacBride:
Die dunklen Wasser von Aberdeen

OA: Cold Granite
Harper Collins, London, 2005
(übersetzt von Andreas Jäger)
Goldmann, 2006
544 Seiten, 8.95 Euro
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macbride-die-stunde-des-moerders Stuart MacBride:
Die Stunde des Mörders

OA: Dying Light
Harper Collins, London, 2006
(übersetzt von Andreas Jäger)
Goldmann, 2007
480 Seiten, 8.95 Euro
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Homepage von Stuart MacBride:
www.stuartmacbride.com
Interview zu seinem Debüt:
www.spinetinglermag.com/
Independent - Podcast:
http://enjoyment.independent.co.uk

connor-Gejagt.jpg John Connor:
Gejagt

OA: Phoenix
Orion, London, 2003
(übersetzt von Heike Steffen)
Goldmann, 2006
384 Seiten, 8.95 Euro
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connor-Vergiftete-Seelen John Connor:
Vergiftete Seelen

OA: The Playroom
Orion, London, 2004
(übersetzt von Heike Steffen)
Goldmann, 2007
480 Seiten, 8.95 Euro
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Ali Karim interviewt John Connor:
www.shotsmag.co.uk
John Connor bei Fantastic Fiction:
www.fantasticfiction.co.uk

unger-Das-Gift-der-Luege Lisa Unger:
Das Gift der Lüge

OA: Beautiful lies
Shaye Areheart Books, New York, 2006
(übersetzt von Eva Bonné)
Page & Turner, 2007
416 Seiten, 19.95 Euro
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Homepage von Lisa Unger:
www.lisaunger.com/

hosp-die-tote-im-wasser David Hosp:
Die Tote im Wasser

OA: Dark Harbor
Warner Books, New York, 2005
(übersetzt von Gunnar Kwisinski)
Page & Turner, 2007
448 Seiten, 19.95 Euro
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Homepage von David Hosp:
www.davidhosp.com/

sidor-Skin-River.jpg Steven Sidor:
Skin River

OA: Skin River
St. Martin's Press, New York, 2004
(übersetzt von Silvia Visintini)
Knaur, 2007
304 Seiten, 7.95 Euro
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Homepage von Steven Sidor:
www.stevensidor.com/

gross-grafeneck.jpg Rainer Gross:
Grafeneck

Pendragon, 2007
192 Seiten, 9.90 Euro
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Informationen zum historischen Hintergrund von "Grafeneck":
Gedenkstätte Grafeneck:
www.gedenkstaette-grafeneck.de
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg:
"Euthanasie" im NS-Staat: Grafeneck im Jahr 1940:
www.lpb-bw.de
Tötungsanstalt Grafeneck:
http://grafeneck.finalnet.de/

csi-domino CSI

CSI: Miami

Comicbuch
Panini Comics - Band 1
136 Seiten
14,95 Euro
Enthält:
Blut/Geld (Blood/Money, Story: Kris Oprisko)
Du sollst nicht... (Thou shalt not..,Story: Kris Oprisko)
Verräterische Waffe (Smoking Gun, Story: Jeff Mariotte)
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csi-domino CSI: Domino
(Dominos, Story: Kris Oprisko)

Comicbuch
Panini Comics - 2
124 Seiten, 14.95 Euro
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csi-Geheimidentitaet CSI: Geheimidentität
(Secret Identity, Story: Steven Grant
)
Comicbuch
Panini Comics - 3
124 Seiten, 14.95 Euro
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csi-Blutiger-Mord CSI NY: Blutiger Mord
(Bloody Murder, Story: Max Allan Collins)

Comicbuch
Panini Comics - 4
124 Seiten, 14.95 Euro
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Homepage von Max Allan Collins:
http://www.maxallancollins.com/

Max Allan Collins auf der Spurensuche:
Besprechung von
Bones - Die Knochenjägerin: Tief begraben
(Bones: Buried deep, 2006):

Spurensuche No. 36
CSI - Crime Scene Investigation:
Im Profil des Todes
(CSI: Crime Scene Investigation - Snake Eyes, 2006):

Spurensuche No. 36
The last Quarry, 2006:
Spurensuche No. 36
Two for the Money:
Spurensuche No. 36

Stuart M. Kaminsky mit seinen ersten C. S. I. New York-Büchern auf der Spurensuche:
CSI:NY - Der Tote ohne Gesicht (CSI:NY - Dead of Winter)
CSI:NY - Blutige Spur (CSI:NY - Blood on the sun)
Spurensuche No. 36

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Erstellt am 26. Mai 2007


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Axel Bussmer
Studium der Politologie, Philosophie und Soziologie in Konstanz, lebt derzeit in Berlin und arbeitet an verschiedenen Drehbuchprojekten (u. a. ein Gangsterthriller). Neben Noir-Krimis liebt er Jazz, über den er auch Artikel schreibt. Bei den Alligatorpapieren erscheinen regelmäßig seine TV-Krimi-Buch-Tipps.

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