Die Alligatorpapiere



Spurensuche No. 36.
Die Kolumne von Axel Bussmer



Amerikanische Profikiller am Abzug

Blutige Nächte mit Detektiven, Polizisten, Gangstern und ehrenwerten Richtern

Zehn Autoren, fast genauso so viele verschiedene Stile in den verschiedensten Subgenres der Kriminalliteratur. Einige Einzelwerke, einige Fortsetzungen bestehender Serien und einige Romane zu TV-Serien. Bei all diesen Unterschieden haben die hier versammelten Autoren zwei Gemeinsamkeiten: sie sind Amerikaner und sie sehen ihre Arbeit in erster Linie als ein Handwerk an. Genau wie ein Handwerker liefern sie in regelmäßigen Abständen ihre Arbeit ab. Meistens ein Buch pro Jahr. Einige etwas seltener und Max Allan Collins mehrmals im Jahr. Dafür sind seine Romane kürzer, aber keinesfalls schlechter als die dicken Werke von Harlan Coben, Carl Hiaasen und Sara Paretsky. Nur Ross Thomas schreibt keine Bücher mehr. Er starb bereits 1995. Benjamin M. Schutz veröffentlichte nach einer über zehnjährigen Pause endlich wieder ein Buch. Die Täter sind, in alphabetischer Reihenfolge, Harlan Coben, Max Allan Collins, Cindy Gerard, Carl Hiaasen, Elmore Leonard, David Morrell, Sara Paretsky, Benjamin M. Schutz, Richard Stark und Ross Thomas.

Täter: Harlan Coben
Letzte Tat: Kein Friede den Toten
(The Innocent, 2005)


In den USA wurde Harlan Coben bei den Krimifans mit seinen Myron Bolitar-Romanen bekannt und widmete sich dann erfolgreich dem Schreiben von Einzelwerken. In Deutschland war der Weg zum Publikum umgekehrt. Die ersten beiden Myron Bolitar-Romane verschwanden fast unbemerkt vom Markt. Erst mit den Einzelwerken, die alle mit dem Wort "Kein" beginnen, gelang ihm hier der Durchbruch. Jetzt will der Goldmann Verlag ihn endlich auch in Deutschland groß herausbringen: die Tage wurden die ersten coben-Kein-Friede-den-Toten.jpgbeiden Bolitar-Romane "Das Spiel seines Lebens" (Deal breaker, 1995) und "Schlag auf Schlag" (Drop shot, 1996) wiederveröffentlicht, der neue Bolitar "Ein verhängnisvolles Versprechen" (Promise me, 2006) übersetzt, im März besucht Harlan Coben Deutschland und für September ist bereits ein weiterer Bolitar-Roman angekündigt.
Bevor sich Harlan Coben-Fans in einen Bolitar-Rausch hineinlesen, können sie mit seinem vorläufig letzten Einzelwerk "Kein Friede den Toten" (The Innocenct, 2005) einige spannende Lesestunden in der Hölle der US-amerikanischen Vorstadt verbringen.
Mit zwanzig erschlug Matt Hunter bei einer unglücklich verlaufenen Rangelei Stephen McGrath. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Neun Jahre später arbeitet er in einer Anwaltskanzlei als Mädchen für alles. Seine Frau Olivia ist schwanger und sie wollen in eine bessere Gegend ziehen. Perfekter könnte für Matt Hunter der amerikanische Traum nicht in Erfüllung gehen.
Sein glückliches Leben gerät aus der Bahn, als er eine Videobotschaft von seiner, sich auf einer Geschäftsreise, befindenden Frau erhält. Er sieht sie mit einem fremden Mann in einem Hotelzimmer. Als Matt sie anrufen will, geht sie nicht ans Telefon und sie hat auch kein Hotelzimmer gebucht.
Etwa zur gleichen Zeit bemerkt Matt, dass er verfolgt wird und die Polizei beginnt sich ebenfalls wieder für ihn zu interessieren. Matts frühere Mitschülerin Loren Muse ist jetzt Ermittlerin für die Staatsanwaltschaft. Sie soll herausfinden, warum Schwester Mary Rose ermordet wurde und welches Geheimnis sie hatte. Niemand kannte ihre Vergangenheit, aber die Brustimplantate passen nicht zu einer gläubigen Schwester. Muses einzige Spur führt zu Hunters Schwägerin Marsha - und damit zu dem vorbestraften Totschläger Matt Hunter.
Für Matt Hunter steht plötzlich sein gesamtes, mühsam nach der Haft aufgebautes Leben auf dem Spiel. Aber dieses Mal wird er nicht auf die Polizei und die Justiz vertrauen.
Nach dem furiosen "Kein böser Traum" schaltete Harlan Coben mehrere Gänge zurück. Während sich in "Kein böser Traum" die Geschichte atemberaubend schnell vorwärts bewegte, nahm sich Coben in "Kein Friede den Toten" mehr Zeit für seine Figuren. So werden kleine Ereignisse über mehrere Seiten gedehnt. Dadurch wirkt der mittlere Teil, wenn "Kein Friede den Toten" mit "Kein böser Traum" verglichen wird, teilweise etwas langatmig. Einige Plottwists in Cobens neuestem Roman ähneln auf den ersten Blick dem Vorgänger. Außerdem ist lange nicht erkennbar, wie Hunters Probleme mit den Ermittlungen von Muse zusammenhängen.
Doch wenn Harlan Coben auf den letzten Seiten die verschiedenen Geschichten und vorher gelegten Spuren zusammenfügt, gibt es etliche gelungene Überraschungen. Denn natürlich ist nichts so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint und Coben hat mit seinem neuesten Roman nicht einfach ein langweiliges Remake von "Kein böser Traum", sondern einen weiteren spannenden Thriller aus der Hölle des US-amerikanischen, in Vorstädten lebenden Mittelstandes geschrieben.
Letztendlich ist "Kein Friede den Toten" natürlich die altbekannte Noir-Geschichte von einem Mann, der unschuldig zum Spielball von Kräften wird, die er nicht kontrollieren kann und der um seine Ehre und sein Leben kämpfen muss. Der einzige Unterschied zu den goldenen Tagen der Pulp-Ära ist, dass dies heute mit mehreren Subplots auf über vierhundert anstatt zweihundert Seiten erzählt wird. Der Spaß beim Lesen ist gleich geblieben.
Als Zugabe gibt es in der deutschen Ausgabe die Myron Bolitar-Kurzgeschichte "Aufstieg und Fall von Super D" (The Rise and Fall of Super D). In diesem Kleinod zeigt Coben auf knapp zwanzig Seiten, wie Spannung aufgebaut wird und ein überraschendes Ende vorbereitet wird.

Täter: Max Allan Collins
Letzte Taten: Bones - Die Knochenjägerin: Tief begraben
(Bones: Buried deep, 2006)
CSI - Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes
(CSI - Crime Scene Investigation: Snake Eyes, 2006) The last Quarry, 2006


collins-bones-die-Knochenjaegerin-Tief-begraben2006 veröffentlichte Max Allan Collins "C. S. I. - Crime Scene Investigation: Snake Eyes", "Bones: Buried deep", "The pink panther" (der Roman zum Razzie-nominierten Remake "Der rosarote Panther"), "The last Quarry" und, zusammen mit seiner Frau Barbara unter dem Pseudonym Barbara Collins, "Antiques Roadkill". Für dieses Jahr sind bereits ein gutes halbes Dutzend Bücher angekündigt. Außerdem vollendet er für Hard Case Crime das Manuskript "Dead Street" seines 2006 verstorbenen Freundes und Idols Mickey Spillane. Derzeit sitzt Max Allan Collins an weiteren Manuskripten von Spillane. Vor seinem Tod arbeitete er an mehreren Büchern, darunter drei Mike Hammer-Romane, und Collins darf die angefangenen, teils weit vorangeschrittenen Arbeiten, jetzt vollenden. Wer jetzt glaubt, dass bei dieser Masse nur Schund entstehen kann, irrt sich gewaltig. Collins ist - jedenfalls wenn er die Geschichte erfunden hat - immer lesenswert (Wer will schon die Romanfassung zu einem Film lesen, den er sich im Kino niemals ansehen würde?). Sechs Shamus-Nominierungen für den besten Privatdetektiv-Roman des Jahres, für "Chicago 1933" (True Detective, 1983) und "Kidnapping" (Stolen Away, 1991) erhielt er ihn, sprechen für sich.
Übersetzt wurden, wie in den vergangenen Jahren, nur seine Geschichten zu den erfolgreichen TV-Serien "CSI - Den Tätern auf der Spur" und "Bones - Die Knochenjägerin". Bei diesen Media-Tie-Ins erhielt er den Auftrag, mit den Seriencharakteren und im Tonfall der Serie eine neue Geschichte zu schreiben. In diesem Fall hat der Autor größere Freiheiten als wenn er die Romanfassung eines Drehbuchs schreiben muss, aber weniger als bei einem eigenen Roman. Denn er benutzt die von einem anderen Autor erfundenen Charaktere und dessen Sicht auf die Welt.
In seinem zehnten "CSI: Crime Scene Investigation"-Roman "Im Profil des Todes" (Snake Eyes, 2006) inszeniert Max Allan Collins mit den Kriminaltechnikern aus Las Vegas einen kleinen Western. In dem achtzig Kilometer von Las Vegas entferntem collins-CSI-Im-Profil-des-Todes.jpgWüstenkaff Boot Hill, dem einzigen Ort, in dem Wild Bill Hickock, Wyatt Earp und Doc Holiday nacheinander einige Monate blieben und mordeten, treffen sich jedes Jahr die verfeindeten Motorradgangs Predators und Rusty Spokes. Auch wenn sie bei den Einheimischen nicht besonders beliebt sind, lassen sie jedes Jahr viel Geld in den Casinos von Boot Hill.
Als die Rusty Spokes in das Casino Four Kings stürmen und wild um sich schießen, werden viele Menschen verletzt und zwei sterben noch im Casino: den Anführer der Predators Nick Valpo und die junge Angestellte Vanessa Delware. Fast das gesamte CSI-Team fährt zu dem Schlachtfeld. Während sie noch die Spuren sichern, bereiten sich die beiden Motorradbanden auf eine Schlacht vor, bei der die hoffnungslos unterbesetzte Polizei nur eine Nebenrolle spielen wird.
Zur gleichen Zeit ermitteln Warrick Brown, Greg Sanders und Jim Brass in Las Vegas in mehreren Mordfällen.
In seinem auf der TV-Serie "Bones - Die Knochenjägerin" basierenden Roman "Tief begraben" (Buried deep, 2006) ist die Geschichte für Max Allan Collins nur der Vorwand, um viel über Chicago und die dortige Geschichte des Verbrechens zwischen John Dillinger, Al Capone und der Mafia zu erzählen. Immerhin spielen etliche Romane und Serien von Max Allan Collins während dieser Jahre.
FBI-Agent Seely Booth ermittelt bereits seit mehreren Monaten in Chicago gegen die Gianellis. Gerade als er glaubt, sie verhaften zu können, wird der Kronzeuge entführt. Seine Bewacher tauchen wenige Tage später auf. Aber von dem Kronzeugen fehlt auch Wochen später noch jede Spur.
Da wird vor dem Chicagoer FBI-Gebäude ein menschliches Skelett abgelegt. Booth bittet die forensische Anthropologin Dr. Temperance Brennan um Hilfe. Brennan stellt fest, dass die Knochen des Skeletts von mehreren Menschen stammen, die in den vergangenen Jahrzehnten umgebracht wurden. Erst als sie in der Gasse neben dem Biograph Theater (dort wurde John Dillinger von Melvin Purvis am 22. Juli 1934 erschossen) ein weiteres Skelett gefunden wird, äußert ein Kollege von Booth den Verdacht, der Mörder könne Bill Jorgensen sein. Als er sich der Verhaftung widersetzt und Brennan ihn überwältigen kann (die Wohnung ist danach verwüstet), findet sie in seinem Keller mehrere Skelette. Aber Brennan glaubt nicht, dass Jorgensen auch für die anderen Skelette verantwortlich ist.
Bei Fans der Brennan-Romane von Kathy Reichs ist die TV-Serie höflich formuliert umstritten, weil sie wenig bis nichts mit dem von Kathy Reichs erschaffenen Charakter zu tun hat. Hart Hanson, der Erfinder der Serie, machte Brennan jünger, veränderte wichtige Eigenschaften und schuf letztendlich eine unterhaltsame, nicht besonders tiefgründige Popcorn-Serie mit flotten Sprüchen, Action und Laborfolklore. Kathy Reichs hat, bis auf ihre Nennung als Produzentin, nichts mit der TV-Serie zu tun. Jedenfalls auf der kreativen Seite. Deshalb ist die Werbung auf dem Original- und dem deutschen Buchcover mit dem groß gesetzten Namen "Kathy Reichs" etwas irreführend.
"Tief begraben" ist ein Buch für Max Allan Collins-Fans und Fans der TV-Serie "Bones - Die Knochenjägerin". Genau wie bei den "CSI"-Romanen trifft Max Allan Collins den Ton der TV-Serie. Zwar steht FBI-Agent Seely Booth im Mittelpunkt der Geschichte und Brennan hält mit ihrem Team nur über Telefon Kontakt, aber besonders die Wortgefechte zwischen Booth und Brennan erinnern an die Serie. Ebenso gibt Collins den Charakteren etwas mehr Tiefe. Zuviel ginge nicht, weil der Autor bei diesen Filmbüchern ziemlich genau den Ton und die Struktur der Serie treffen muss. Gelingt ihm dies nicht, laufen die Fans der Serie jammernd davon, weil in dem Buch nicht ihr Gil Grissom, Catherine Willows, Jim Brass (der im Buch noch coolere Sprüche hat als in der Serie), Tempe Brennan oder Seely Booth auftritt.
collins-The-last-Quarry.jpgAlle Freiheiten hatte Max Allan Collins bei seinem neuesten Quarry-Roman "The last Quarry". Denn Profikiller Quarry ist eine Erfindung von Max Allan Collins. Er schickte ihn 1976/1977 in vier Abenteuer, 1987 in ein weiteres und ließ ihn dann bis vergangenes Jahr ruhen. Die frühen Quarry-Romane erschienen in den Achtzigern bei Bastei Lübbe. Quarry hat umgesattelt. Er bringt jetzt keine Menschen mehr um, sondern leitet eine Ferienhaussiedlung. Jedenfalls bis er an einem Winterabend zwei, ihm von früher bekannte, schwule Killer in einem Tante-Emma-Laden Tampons kaufen sieht. Quarry verfolgt die beiden Killer und kann die von ihnen entführte Tochter des Chicagoer Medienmoguls Jonah Green, Julia Green, befreien. Quarry erpresst 100.000 Dollar von Green und das könnte das Ende derGeschichte sein. Aber einige Monate später bietet Green ihm eine Viertelmillion an, wenn er die junge, in einer Kleinstadt lebende Bibliothekarin Janet Wright umbringt. Quarry ist einverstanden. Während er den Mord plant, fragt er sich, warum Green ihn beauftragte die junge Frau umzubringen. Für Max Allan Collins ist "The last Quarry", wie er im informativen Nachwort verrät, das letzte Abenteuer mit Quarry. Nach diesem spannenden, kleinen Noir-Thriller ist der Profikiller endgültig im Ruhestand angekommen. Bis dahin erleben wir einen nur auf sein eigenes Überleben trainierten Profi bei seiner Arbeit. Genau wie Max Allan Collins erster Seriencharakter, der Einbrecher Nolan, ist Quarry eine eiskalte auf Effizienz trainierte Maschine, die von Smalltalk nichts hält, anscheinend keine Gefühle hat und die ohne mit der Wimper zu zucken Menschen umbringt. Bei beiden Charakteren ist das Vorbild unverkennbar Richard Starks Parker.
"CSI: Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes", "Bones - Die Knochenjägerin: Tief begraben" und "The last Quarry" sind drei vollkommen verschiedene, innerhalb eines Jahres von einem Autor geschriebene spannende Kriminalromane, die alle auf ihre Art zeigen, warum Max Allan Collins bei Krimifans so beliebt ist.

Täter: Cindy Gerard
Letzte Tat: Wer die Gefahr liebt
(To the Brink, 2006)


gerard-Wer-die-Gefahr-liebtIn dem dritten Roman ihrer Bodyguard-Reihe "Wer die Gefahr liebt" inszeniert Cindy Gerard für ihre Personenschützer ein kleines Dschungelabenteuer. Entsprechend dem Konzept der Serie steht in jedem Buch ein anderer Teilhaber des Familienunternehmens E. D. E. N. Security im Mittelpunkt. In "Wer den Tod begrüßt" war es Nolan, in "Wer das Feuer sucht" Eve und jetzt ist es Ethan.
Nach einer kurzen, unglücklich verlaufenen Ehe mit Darcy Prescott verbeißt sich der ehemalige Special Forces-Soldat Ethan Garrett in die Arbeit des Familienbetriebs E. D. E. N. Security. Doch als er einen Anruf von seiner ehemaligen Braut und jetzigen Vize-Konsulin der USA auf den Philippinen erhält, zieht er einige Erkundigungen ein, erfährt dass eine Botschaftsangestellte bei einem Autounfall tödlich verunglückte und Darcy verschwunden ist. Ohne zu Zögern macht er sich wenige Stunden später mit seinen beiden Brüdern Nolan und Dallas, seinem ehemaligen Kameraden Manny Ortega, einem Militärhubschrauber und einem Arsenal von Militärwaffen (die sicher nicht ganz legal ihren Besitzer wechselten) auf den Weg nach Jolo, einer kleinen Philippinen-Insel. Dort wird Darcy wahrscheinlich von Rebellen als Geisel gehalten.
Die Befreiungsaktion im Dschungel umfasst, unterbrochen von zahlreichen Rückblenden, in denen Cindy Gerard die Liebesgeschichte von Ethan und Darcy erzählt, den größten Teil von "Wer die Gefahr liebt". Nach ihrer Rückkehr in die USA beginnt die Geschichte vor sich hin zu plätschern. Denn zuerst müssen die Dschungelkämpfer ihre Wunden heilen, ihren Hormonhaushalt wieder in Ordnung bringen und sich dann um den Grund für Darcys Entführung kümmern. Vor ihrem Verschwinden erhielt Darcy Unterlagen, die mehrere Morde und ihre Entführung (die auch mit ihrem Tod enden sollte) rechtfertigen. Als die Bösen nachts Killer in Ethans Haus schicken, nimmt er auch auf heimischem Boden den Kampf gegen die Bösen auf.
Nach dem schwachen zweiten Bodyguard-Roman "Wer das Feuer liebt" knüpft die Romantic-Thriller-Autorin Cindy Gerard an den ersten Band "Wer den Tod begrüßt" an, ohne allerdings dessen Klasse zu erreichen. Dafür ist das letzte Drittel von "Wer die Gefahr liebt" dann doch zu vorhersehbar. Allerdings gelingt es Cindy Gerard wieder, eine einfache, sattsam bekannte Geschichte (Wie viele Rettungsaktionen von Einzelkämpfern haben wir vor allem in den Achtzigern in Filmen und Büchern erlebt?) spannend und mit glaubwürdigen Wendungen zu erzählen.
Cindy Gerards dritter Bodyguard-Roman ist ein flüssig erzählter, unterhaltsamer, romantischer Thriller. Nichts für die Ewigkeit, aber auch nichts, wofür man sich beim Lesen schämen muss.

Täter: Carl Hiaasen
Jugendsünde: Unter die Haut
(Skin tight, 1989)
Letzte Tat: Sumpfblüten
(Nature Girl, 2006)


Hiaasen-unter-die-haut.jpgGleich mit zwei Werken startet der in Florida lebenden Comic-Crime-Autors Carl Hiaasen einen Angriff auf die Lachmuskeln. Dabei erreicht sein neuestes Buch "Sumpfblüten" nicht ganz die Klasse des Frühwerkes "Unter die Haut". Das liegt weniger an Hiaasens furiosen Attacken auf die Gesellschaft, sondern an der Geschichte von "Sumpfblüten" und den fehlenden Bösewichten. In "Sumpfblüten" versammeln sich nur einige Durchgeknallte auf einer in den Everglades liegenden Insel.
In "Unter die Haut" versucht dagegen Dr. Rudy Graveline, als Schönheitschirurg eine Flasche, als Verkäufer ein As, den Ex-Cop Mick Stranahan umzubringen.
Nachdem Stranahan einen korrupten Richter in Notwehr erschoss, wurde er mit Ende Dreißig frühpensioniert. Das war für den Staat Florida und die ängstlichen Kollegen des erschossenen Richters, vor allem nachdem sie erfuhren, dass Stranahan familiäre Beziehungen zu einem berüchtigten Anwalt für Schmerzensgeld-Forderungen hat, die billigste und schnellste Methode ihn loszuwerden. Seitdem fristet der unfreiwillige Frühpensionär ein angenehm einsames und ruhiges Leben im günstig ersteigerten Haus eines ermordeten Kokainkuriers in der Biscayne Bay. Das friedlich-langweilige Leben wird gestört, als ihn ein Mafiakiller umbringen will. Stranahan ist schneller, begeht seinen fünften Mord und sein ausgestopfter Schwertfischkopf muss repariert werden. Seitdem fragt er sich, wer ihn töten will. Ziemlich schnell hat er den Schönheitschirurgen Dr. Rudy Graveline im Visier. Der bestenfalls mäßig talentierte Mediziner betreibt eine florierende Schönheitsklinik. Er war der letzte, der die vor vier Jahren spurlos verschwundene Studentin Victoria Barletta gesehen hat. Jetzt nähert sich der Jahrestag ihres Verschwindens. Gleichzeitig will ihn ein Fernsehteam mit einem grenzdebilen Moderator für eine Reportage über Barlettas Verschwinden interviewen.
Mit seinen dicken Romanen schuf Carl Hiaasen fast im Alleingang das Subgenre des "Florida-Kriminalromans": einer Verbindung von Krimi, Groteske und Gesellschaftsporträt. Denn als Hiaasen in den späten Achtzigern begann, Krimis zu schreiben (seine drei Krimis mit William D. Montalbano lassen wir mal links liegen), gab es außer der langlebigen Travis McGee-Serie von John D. Macdonald und einigen in Florida spielenden Gaunerkomödien von Elmore Leonard keine im Sunshine State spielenden Krimis. Aber in den Achtzigern veränderte sich das Gesicht des Rentnerparadieses. Eine ungeahnte Welle von Drogen und Kriminalität hiaasen-sumpfbluetenüberflutete Florida. Castro verschiffte straffällige Kubaner in die USA. Die südamerikanischen Drogenkartelle benutzten Florida als Einfallstor zum Schmuggeln. Immer mehr junge Menschen zogen in das nun hippe, sonnige Paradies. Immer mehr Millionäre kamen. Es wurde gebaut. Vorhersehbare Konfrontationen zwischen der Wirtschaft, den Wünschen der Zugezogenen, den Einheimischen und um Umweltschutz wurden - nicht überraschend - gegen den Erhalt des Ökosystems gefällt und der Glaube, dass hier für Geld alles gekauft werden kann, wurde zu einer Gewissheit. Seit der ersten Wahl von George W. Bush ist in Florida auch eine Präsidentschaft käuflich.
Diese gesellschaftlichen Veränderungen wurden damals nicht nur von Journalisten beschrieben, sondern wurden auch in der Kunst reflektiert. Brian de Palmas in Florida spielendes Remake "Scarface - Toni, das Narbengesicht" (USA 1983) und die langlebige TV-Serie "Miami Vice" (USA 1984 - 1989) zeigten das neue Gesicht Floridas. Etliche Krimi-Autoren entdeckten ihre Heimat als den Ort, an dem die kapitalistische und verbrecherische Version des amerikanischen Traums sich am deutlichsten zeigte. Fast gleichzeitig mit Hiaasen begannen Charles Willeford (ein alter Pulp-Autor, der erst mit seiner Hoke Moseley-Serie seinen Durchbruch hatte), James W. Hall und, in den Neunzigern, Laurence Shames schwarzhumorige Geschichten zu erzählen.
In diesem Umfeld schreibt Miami Herald-Kolumnist Carl Hiaasen seine Geschichten von Gut und Böse. Etliche Episoden - besonders die auf den ersten Blick unglaubwürdigsten - hat er dabei direkt aus den Schlagzeilen übernommen. Auch sein dritter Roman "Unter die Haut" bietet ein beeindruckendes Panoptikum von beschränkten Charakteren, die immer glauben Herr der Lage zu sein, während bereits alles um sie herum im Chaos versinkt. Ein Chaos, das sie in weiten Teilen selbst angerichtet haben und den Leser von einem Lachanfall in den nächsten lesen lässt.
In seinem neuesten, im November in den Vereinigten Staaten erschienenen Roman "Sumpfblüten" hat sich daran nichts geändert. Alles beginnt mit dem Anruf eines Telefonmarketing-Verkäufers bei Honey Santana. Sie ist, wenn Menschen sich schlecht benehmen, sowieso etwas jähzornig, aber nachdem ihr Chef Louis Piejack sie begrapschte (sie verpasste ihm anschließend mit einem Holzhammer einen Schlag in seine Weichteile) und sie seit Wochen ihre Medikamente nicht mehr nimmt, ist ihre Toleranzschwelle kaum noch vorhanden. Gerade als Honey dem Telefonverkäufer Boyd Shreave ins Gewissen reden will, beleidigt er sie und Honey sinnt auf Rache. Unter einem falschen Vorwand lädt sie ihn und dessen Freundin zu einer Kajaktour durch die Sümpfe ein.
Auf der Insel treffen sie Sammy Tigertail. Der Halbblut-Seminole versteckt sich auf der Insel, nachdem an seinem ersten Arbeitstag als Propellerbootführer gleich sein erster Kunde an einem Herzanfall starb und er die Leiche in den Sümpfen versenkte. Er will hier mit sich ins Reine kommen. Dummerweise hat sich Gillian, die ihren langweiligen Freund loswerden wollte, an ihn herangeschmissen und nervt ihn jetzt mit ihrem unaufhörlichen Gequatsche. Was Tigertail allerdings nicht ahnt, ist, dass noch mehr Menschen nach Dismal Key unterwegs sind. Es sind der Privatdetektiv Dealey (er soll im Auftrag von Boyds Frau für die Scheidung eine Penetration von Boyd in seiner Freundin filmen), Piejack (er ist verknallt in Honey und will mit ihr Sex haben), Honeys Ex-Mann Perry Skinner und ihrem gemeinsamen Sohn Fry, die das Schlimmste verhindern wollen. Dummerweise hat sich Gillian, die ihren langweiligen Freund loswerden wollte, an ihn herangeschmissen und nervt ihn jetzt mit ihrem unaufhörlichen Gequatsche.
Was Tigertail allerdings ahnt, ist, dass noch mehr Menschen nach Dismal Key unterwegs sind. Es sind der Privatdetektiv Dealey (er soll im Auftrag von Boyds Frau für die Scheidung eine Penetration von Boyd in seiner Freundin filmen), Piejack (er ist verknallt in Honey und will mit ihr Sex haben), Honeys Ex-Mann Perry Skinner und ihrem gemeinsamen Sohn Fry, die das Schlimmste verhindern wollen.
Innerhalb weniger Stunden wird aus der seit Ewigkeiten verlassenen Insel ein Tollhaus, bei dem - zur Freude der Leser - etliche Taten gegen die körperliche Unversehrtheit begangen werden. Der ganze Aberwitz in "Sumpfblüten" kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Hiaasens neuestes Werk schwach ist. Denn im Gegensatz zu allen seinen anderen Krimis gibt es hier keine wirklichen Bösewichter, keine korrupten Politiker und keine windigen Geschäftemacher, die für die Schönheit Floridas keinen Blick haben. Damit fehlen den Guten die Gegner, die endlich auch einmal für ihre Untaten seelische und körperliche Schmerzen verdient haben. Denn die normale Dummheit von ziemlich normalen Menschen reicht letztendlich nur für etwas Halligalli auf einer Insel.

Täter: Elmore Leonard
Letzte Tat: Callgirls
(Mr. Paradise, 2004)


leonard-Callgirls Fans von Elmore Leonard wurden in den vergangenen Jahren von deutschen Verlagen nicht gerade verwöhnt. Fast keiner der Romane des Grandmasters der Mystery Writers of America ist, im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, noch regulär erhältlich. Seine Western wurden bis auf wenige Ausnahmen überhaupt nicht übersetzt und auch sein achtzigster Geburtstag am 11. Oktober 2005 wurde ignoriert (Naja, fast. Immerhin habe ich im Krimijahrbuch 2006 ein Porträt geschrieben). Erst jetzt erschien endlich sein 2004 erschienener Krimi "Mr. Paradise" als "Callgirls" auf Deutsch. Es ist, wie die amerikanische Werbung sagt, "his first Detroit Homicide Novel in more than twenty Years". Der Fan fragt sich, ob es wirklich schon so lange her ist, dass ein Mordermittler im Zentrum eines Elmore Leonard-Romans stand. Sicher, in den vergangenen Jahren gab es Turmspringer (Spring oder stirb), Geldeintreiber (Schnappt Shorty, Schnappt Chili), und Stewardessen (Jackie Brown), aber auch zahlreiche erinnerungswürdige Polizisten: Deputy US Marshal Karen Sisco (Zuckerschnute/Out of sight), US Marshal Raylan Givens (Jede Wette, Volles Risiko), Ex-Bombenentschärfer und Ermittler für Sexualverbrechen Chris Mankowski (Freaky Deaky) und natürlich Bewährungshelferin Kathy Diaz Baker und Richter Bob ‚Maximum Bob' Gibbs (Alligator). Aber viele von ihnen lebten in Florida und keiner von ihnen arbeitete in der Mordkommission. Es stimmt. Zuletzt hatte in den frühen Achtzigern in "Entscheidung in Detroit/High Noon in Detroit" und "Ohne Beweise" jeweils ein Mordermittler eine größere Rolle. Trotz der wechselnden Charaktere - Leonard hatte nie einen Seriencharakter - veränderte sich Elmore Leonards Gespür für pointierte Dialoge nicht. Allerdings veränderte sich das Gewicht bei ihm immer mehr weg vom Plot und hin zu den Charakteren. Dieser entwickelt sich organisch aus den Charakteren und ihren Handlungen. So kann Leonard auch in "Callgirls" ein vollkommen überraschendes, aber folgerichtiges Ende schreiben.
Nach einem Doppelmord ist das gewohnt pointiert redende Ensemble von "Callgirls" versammelt. Eines Abends bittet Chloe ihre Zimmergenossin Kelly mit zu ihrem Lieblingskunden, dem 84-jährigen Anwalt Tony Paradiso, genannt Mr. Paradise, zu begleiten, bei ihm ein altes Michigan Footballspiel anzusehen und den Cheerleader zu spielen. Kelly ist einverstanden, aber dieses Mal wird Mr. Paradise und die unfreiwillige Zeugin Chloe von zwei Killern ermordet.
Detective Frank Delsa soll den Fall aufklären. Doch das ist nicht so einfach. Denn Kelly, die eine Chance auf eine Millionenerbschaft wittert, gibt sich als ihre ermordete Freundin aus. Die Mörder von Mr. Paradise wollen die Millionen ebenfalls haben. Und Mr. Paradises Hausdiener Lloyd muss plötzlich zahlreiche Gäste bewirten.
In "Callgirls" versammelt Elmore Leonard etliche bemerkenswerte Charaktere - neben den bereits erwähnten sind dies die Angestellten Montez Taylor und der über siebzigjährige Hausdiener Lloyd von Mr. Paradise, die beiden Killer Carl Fontana und Art Krupa, der skrupellose Anwalt Avern Cohn und der Spitzel Jerome - die sich in knochentrockenen Dialogen die Bälle zuwerfen. Die Geschichte entwickelt sich dabei ganz aus diesen Charakteren, ihren Versuchen herauszufinden, was die anderen planen und ihren Taten um ihre eigenen Ziele zu verwirklichen.
Uh, ein kleiner Hinweis zum Klappentext: Dort steht Elmore Leonard habe 2006 den Diamond Dagger der American Crime Writers Association erhalten. Das stimmt natürlich nicht. Der Dagger wird von den britischen Krimiautoren verliehen. Gleiche Sprache, aber andere Seite des Ozeans.

Täter: David Morrell
Letzte Tat: Creepers
(Creepers, 2005)


morrell-creepersEin ganz alter Hase im Thriller-Geschäft ist David Morrell. 22 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten hat er veröffentlicht. Etliche seiner Geschichten wurden für wichtige Preise nominiert; drei wurden verfilmt. Auch "Creepers" wurde als bester Roman des Jahres 2005 für den Bram Stoker Award nominiert. Trotzdem ist Morrell vor allem für den Helden seines ersten, 1972 publizierten Roman "First Blood" bekannt: John Rambo. Nachdem Sylvester Stallone den ehemaligen Vietnam-Elitesoldaten in dem gleichnamigen Kassenknüller verkörperte und die Aussage dem gewandelten Zeitgeist anpasste (im Roman stirbt Rambo) hatte der Universitätsprofessor finanziell wahrscheinlich bis an sein Lebensende ausgesorgt und mit weiteren John Rambo-Büchern hätte er sein Konto mühelos weiter füllen können. Immerhin besaß er die alleinigen Buchrechte an dem Charakter. Aber Morrell schrieb mit John Rambo als Helden nur noch die beiden "Bücher zum Film" und konzentrierte sich ansonsten auf spannende Einzelwerke wie "Creepers".
Der Thriller spielt in einer einzigen kalten und stürmischen Oktobernacht in dem seit Jahrzehnten verlassenen Paragon Luxushotel in Asbury Park, New Jersey. Professor Robert Conklin will mit drei ehemaligen Studenten und dem Journalisten Frank Balenger das Hotel infiltrieren. Sie sind fasziniert von verlassenen Gebäuden und sie wollen bei ihren illegalen Besuchen einen Eindruck von der Vergangenheit bekommen. Balenger will sie für eine Reportage begleiten.
Durch einen Kanal gelangen sie in das hermetisch abgeschlossene Hotel.
Schnell stellen sie fest, dass sie nicht die einzigen Menschen in dem Hotel sind und sie müssen um ihr Überleben kämpfen.
David Morrell versteht sein Handwerk. Mit dem, je nach Lesetempo, in Echtzeit erzähltem Thriller will er seinen Lesern eine genauso schlaflose Nacht bereiten wie seinen Creepers. Da folgt eine überraschende Wendung nach der nächsten. Etliche Charaktere haben ein Geheimnis. Allerdings sind sie bis auf den Helden Balenger eher eindimensionale Charaktere, die diese Nacht überleben wollen. Damit sind sie differenziert genug für diese zwischen 21.00 und 5.00 Uhr spielende Geschichte gezeichnet.
"Creepers" ist ein unglaublich spannender Thriller, der beim Lesen förmlich nach einer Verfilmung schreit. Auch wenn der Film dann nur eine lärmig-schlechte, auf Schocks und Rumms-Bumms reduzierte Version der Geschichte sein wird.

Täter: Sara Paretsky
Letzte Tat: Feuereifer
(Fire Sale, 2005)


kellermann-FiktionalesSchreibenVic Warshawskis neuestes Abenteuer beginnt unspektakulär. Ihre ehemalige Lehrerin Mary Ann McFarlane bittet die in Chicago arbeitende Privatdetektivin, an ihrer früheren South Side-Schule die Mädchen-Basketballmannschaft zu trainieren. Warshawski kann der todkranken Frau diesen Wunsch nicht abschlagen. Weil sie diese ehrenamtliche Tätigkeit nicht bis an ihr Lebensende machen will, sucht sie einen Sponsor. Sie hält By-Smart, eine große an Walmart erinnernde Kette mit Wurzeln in der South Side, für geeignet. Das erste Treffen mit dem zuständigen Vertriebsleiter Patrick Grobian (der Name sagt alles) verläuft nicht besonders vielversprechend. Aber der neunzehnjährige, gläubige Sohn des Besitzers, Billy Bysen, absolviert gerade ein Praktikum in dem Betrieb. Im Gegensatz zur restlichen evangelikalen Familie (es gibt für die Arbeiter zusammen mit dem Firmenpatriarchen sogar morgendliche Gottesdienste) nimmt er den Glauben ernst und will Warshawskis Mädchen helfen.
Etwa zur gleichen Zeit erhält die Detektivin von der Mutter einer ihrer Schülerin den Auftrag, herauszufinden, wer warum Frank Zamars Geschäft Fly the Flag in den Ruin treiben will. Bei einem Gespräch mit Warshawski lehnt Zamar jede Hilfe ab. Kurz darauf stirbt er bei einer nächtlichen Explosion in seiner Firma. Die unfreiwillige Zeugin Vic Warshawski steckt in diesem Moment, ohne von irgendjemand bezahlt zu werden, bereits mitten in ihrem neuesten Fall drin.
Bereits mit ihrem ersten Victoria Iphegenia, kurz Vic, Warshawsky-Roman "Schadenersatz" (Indemnity only, 1982) verfocht Sara Paretsky im Hardboiled-Genre gesellschaftspolitische und feministische Anliegen. Damit öffnete sie, mit Autorinnen wie Sue Grafton und Linda Barnes, das Privatdetektiv-Genre den Frauen. Ab da durften Privatdetektivinnen, wie ihre männlichen Pendants, genauso hart im Austeilen und Einstecken sein. In den folgenden Jahren gewann Sara Paretsky zahlreiche wichtige Preise und erhielt 2002 als Krönung den CWA Diamond Dagger für ihr Lebenswerk.
Auch in ihrem zwölften Abenteuer "Feuereifer" wird Vic Warshawskis Körper in keinster Weise von den Bösen geschont. Ebenso wenig hat in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren Sara Paretskys Wut über die gesellschaftlichen Verhältnisse und die Machenschaften großer Konzerne abgenommen. In "Feuereifer" entwirft sie ein bedrückendes Porträt von South Chicago, dem Ort, aus dem Vic Warshawski die Flucht gelang. Als die Detektivin dort aufwuchs gab es noch eine Möglichkeit auf ein anderes Leben. Heute gibt es in diesem vom Aufschwung abgekoppelten Gebiet sehr viele Arbeitslose, Gewalt, Kriminalität in jeder Form und damit verbunden keine Perspektiven für die von Warshawski trainierten Schülerinnen. Zur gleichen Zeit lassen milliardenschwere Konzerne die Arbeiter in Chicago und in Südamerika für einen Hungerlohn arbeiten. Denn By Smart schloss mit Zamar einen Vertrag ab, den er nur erfüllen konnte, wenn er seine Arbeiter ausbeutet oder Illegale beschäftigt. Sara Paretsky verpackt ihre ätzende Gesellschaftskritik in einen spannenden Kriminalroman, in dem die Kritik zu einem integralen Teil der Geschichte wird. Dabei kommt gerade die scheinheilige Familie Bysen schlecht weg. Während sie ihren Glauben wie eine Monstranz vor sich her tragen, beuten sie ihre Arbeiter aus und schwafeln von den Chancen, die jeder habe, wenn er etwas werden wolle. Allerdings ist "Feuereifer", wie viele neuere Krimis einfach etwas zu lang geraten. So wiederholen sich für den schnellen Leser die Zusammenfassungen der Ermittlungen (sie sind für die langsamen Leser, die das 450 Seiten dicke Buch nicht in wenigen Tagen lesen können, nötig) zu oft.

Täter: Benjamin M. Schutz
Letzte Tat: Unerbittlich
(The Mongol reply, 2004)


schutz-UnerbittlichWenn Sie noch überlegen, ob Sie heiraten wollen, ist Benjamin M. Schutzes spannender Justizthriller ein ausgezeichnetes Argument dagegen. Denn in seinem ersten Roman nach elf Jahren zeichnet er den von Anwälten geführten Krieg zwischen einem eifersüchtigen Mann und seiner fremdgehenden Frau nach.
Der frühere Footballstar Tom Tully sieht seine Frau Serena einen anderen Mann küssen. Blind vor Eifersucht geht er zum Scheidungsanwalt Albert Olen Garfield. Kollegen nennen ihn einen "Psychopathen mit einer Arbeitsethik". Sein Spitzname ist nicht umsonst "Agent Orange". Auch seinen neuesten Klienten fragt er: "Wieso wollen Sie sich damit begnügen, ihre Frau ´fix und fertig zu machen´? Wir können noch viel mehr erreichen."
Tully ist begeistert von diesem Vorschlag. Als erstes entziehen sie Serena das Sorgerecht für die Kinder. Danach wirft er sie aus der Wohnung, wechselt die Schlösser und sperrt ihre Konten. Die obdachlose Serena kann bei einer Freundin übernachten. Aber der Terror von Tully und Garfield geht weiter. Auch Serenas Anwalt kann nichts dagegen unternehmen.
Ihre einzige Chance ist der vom Gericht bestellte und von Garfield abgelehnte Gutachter Morgan Reece. Obwohl Reece nur ein Gutachten erstellen soll, ergreift er immer mehr Partei für Serena.
Bereits auf den ersten Seiten formuliert Benjamin M. Schutz die Grundlagen für einen spannenden Psycho-Thriller, der einen tiefen Einblick in das Räderwerk von Scheidungsverfahren und den Winkelzügen der Anwälte gibt. Dass Schutz selbst Gerichtspsychologe ist, wirkt sich positiv auf "Unerbittlich" aus. Er kennt die Verfahren im Gericht und in der Praxis des Psychologen. Er weiß, was Menschen sich antun können und welche seelischen Wunden dies hinterlässt. Auch in "Unerbittlich" hat jeder seine verborgenen Seiten und fast jeder taumelt fast ohne fremde Hilfe in sein Verderben. Denn die Hölle liegt in jedem einzelnen Charakter und damit auch der Grund für sein Scheitern.
Bis auf das Ende ist "Unerbittlich" ein makellos spannender Roman. Denn hier folgt Schutz zu sehr (und auch überraschend) den Thriller-Konventionen. Während auf den ersten vierhundert Seiten der psychologische Kleinkrieg zwischen den verfeindeten Parteien einen in atemlose Spannung versetzt, langweilt daher auf den letzten Seiten der abschließende, leichengesättigte Kampf zwischen Gut und Böse. Das haben wir schon tausendmal - besser vorbereitet - gelesen. Trotz des schwachen Endes ist "Unerbittlich" ein sehr erfreuliches Lebenszeichen von Benjamin M. Schutz. Zwischen 1985 und 1994 liebten ihn Fans von Privatdetektivromanen für seine sechsbändige Leo Haggerty-Serie. Seitdem veröffentlichte er nur einige Kurzgeschichten. Nach dem düsteren psychologischen Gerichtsthriller "Unerbittlich" müssen wir hoffentlich nicht wieder elf Jahre auf den nächsten Roman von Benjamin M. Schutz warten.

Täter: Richard Stark
Letzte Tat: Ask the Parrot, 2006


stark-Ask-the-parrot.jpgSeit fast einem halben Jahrhundert ist Donald Westlake im Geschäft. Als Richard Stark schickte er 1962 in "Jetzt sind wir quitt" (The Hunter, später wegen der Verfilmungen in "Point Blank" und "Payback" umgetitelt) den Profieinbrecher Parker in sein erstes Abenteuer. Der Verleger fragte damals, ob Parker das Buchende überleben könnte. Stark bejahte, schrieb die letzten Seiten um und das Buch wurde gedruckt. Die Leser liebten den eiskalten Profieinbrecher und Richard Stark schickte ihn in den folgenden Jahren in sechzehn weitere Abenteuer, zwischen 1974 und 1997 in einen Tiefschlaf und ab da in acht weitere spannende nicht übersetzte Hardboiled-Gangsterabenteuer.
Die neueste Parker-Geschichte "Ask the parrot" schließt sich nahtlos an "Nobody runs forever" (2004) an.
Nach einem missglückten Überfall flüchtet Parker in den Wald. Er wird von Polizeihunden verfolgt. Als er einen Hügel erreicht steht er vor Tom Lindahl. Der Bewaffnete macht Parker ein Angebot, das er am liebsten ablehnen würde. Immerhin kommt es von einem Amateur und Amateure bedeuten immer Ärger. Aber die Alternative - eine Zelle - ist noch weniger verlockend.
Also hört sich Parker Lindahls Plan, wie er sich an seinem früheren Arbeitgeber rächen kann, an. Lindahl möchte die Wettgelder von der Rennbahn stehlen. Er hat bereits Schlüssel, kennt den Standort jeder Überwachungskamera und die Uhrzeiten der Kontrollgänge. Was ihm bis jetzt fehlte, war der nötige Mut. Aber mit dem Profi Parker könnte sein langgehegter Plan endlich ausgeführt werden. Bevor Lindahl Parker die Rennbahn zeigt, müssen sie an einer Bürgerwehr, die die flüchtigen Verbrecher sucht, teilnehmen. Als Fred Thiemann, der dritter Mann einer aus Lindahl, Parker und ihm bestehenden kleinen Suchgruppe, hinterrücks einen Obdachlosen erschießt, kann Parker den Schützen überzeugen nicht die Polizei zu informieren. In den folgenden Stunden entwickelt Thiemann sich mit seinen Schuldgefühlen immer mehr zu einem unberechenbaren Faktor für Parkers Pläne.
Gleichzeitig scheinen sich auch alle anderen Dorfbewohner gegen Parker verschworen zu haben.
Im Gegensatz zu allen früheren Parker-Geschichten ist in "Ask the Parrot" Parker der einzige Verbrecher. Alle anderen Charaktere sind anständigen Bürgern, deren größtes Vergehen das Überfahren einer roten Ampel ist. Trotzdem bringen sie Parker schneller und stärker in die Bredouille als Verbrecher, die nur auf einen größren Teil der Beute aus sind. Denn letztere sind berechenbar. Sie leben in dem gleichen unmoralischen Kosmos wie Parker. Die Landeier wollen nur höflich sein oder das Richtige tun und durchkreuzen damit zielsicher Parkers Pläne.
"Ask the Parrot" ist wie alle Parker-Gangsterromane eine wunderbar ökonomisch geschriebene, aus purer Handlung bestehende Geschichte. Da gibt es keinen psychologischen Firlefanz und langatmige Erklärungen, aber eine gute Portion schwarzen Humor. Richard Starks Parker ist auch vierzig Jahre nach seinem ersten Raub immer noch der coole amoralische Held, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.

Täter: Ross Thomas
Letzte Tat: Gottes vergessene Stadt
(The Fourth Durango, 1989)
Besondere Kennzeichen: Verstorben


thomas-gottes-vergessene-stadtInzwischen hat der vor zwölf Jahren verstorbene Ross Thomas wieder einen deutschen Verleger gefunden. Nach seinem Tod verschwanden seine Werke fast vollständig vom amerikanischen und deutschen Buchmarkt. Ende 2005 veröffentlichte der kleine, in Berlin ansässige Alexander-Verlag "Die im Dunkeln". Ein Jahr später "Gottes vergessene Stadt" (The Fourth Durango, 1989).
Der Vorsitzende Richter am Obersten Gericht eines ungenannten Bundesstaates und während der Carter-Präsidentschaft Kandidat für ein Richteramt am Obersten Bundesgericht Jack Adair muss wegen eines Steuervergehens fünfzehn Monate im Hochsicherheitsgefängnis Lompoc verbringen. Noch während der Haft bittet er seinem Schwiegersohn Kelly Vines, Anwalt mit entzogener Zulassung, einen sicheren Unterschlupf für ihn zu finden. Denn Adair hat Angst um sein Leben.
Vines entdeckt das idyllische Küstenstädtchen Durango. Gegen Bares sind Bürgermeisterin B. D. Huckins und Sheriff Sid Fork bereit, Adair zu beschützen. Aber Adair will nicht seine restlichen Tage in Gottes vergessener Stadt verbringen. Denn letztendlich wäre Durango für ihn dann nur ein großes Freiluftgefängnis. Also bietet er Huckins und Fork eine Million, wenn sie verkünden, sie würden ihn an den Meistbietenden verkaufen.
Thomas-ross-The-Fourth-Durango Kurz darauf beginnt in Durango das Morden.
Die reine Handlung von "Gottes vergessene Stadt" ist auf den ersten Blick einfach. Denn im Wesentlichen stellt ein Mann seinen unbekannten Jägern eine Falle und besiegt sie. Stattdessen steckte Ross Thomas seine Energie in die farbig gezeichneten Charaktere, die vor dem Hintergrund einer absolut korrupten Gesellschaft agieren. Auch sie sind, wenn sie nicht irgendwo ein bestimmtes Gefühl von Würde und Anstand und bestimmte Grundsätze hätten, käuflich. Denn es mutet schon komisch an, wenn Bürgermeisterin Huckins Verbrechern Unterschlupf gewährt, diese unter keinen Umständen verraten würde (weil dies natürlich das Geschäft mit dem nächsten Schutzsuchenden ruinieren würde) und das letztendlich erpresste Geld in die Infrastruktur ihrer Stadt steckt. Dass sie und ihr gelegentlicher Bettpartner und Freund Fork als 68er in Durango strandeten ist nur eine kleine Petitesse.
Die genaue, vollkommen ohne irgendeine marktschreierische moralische Empörung gelieferte, Analyse einer durch und durch korrupten Gesellschaft, die lebendigen Charaktere, die trockenen Dialoge und der wild durch die Zeit springende, labyrinthische Plot machen "Gottes vergessene Stadt" auch fast zwanzig Jahren nach seiner ersten Publikation zu einem immer noch unterhaltsamen und, weil sich die Menschheit, wie ein Blick in die Tageszeitung zeigt, in den vergangenen Jahren nicht änderte, aktuellen Buch.




Links & Bibliographie:

coben-Kein-Friede-den-Toten Harlan Coben:
Kein Friede den Toden
(übersetzt von Gunnar Kwisinski)

OA: The Innocent
Dutton, 2005
Goldmann, 2006
480 Seiten, 8.95 Euro
Bestellen bei amazon

Harlan Coben in der Spurensuche:
Spurensuche No. 21

Homepage des Autors:
www.harlancoben.com

collins-bones-die-Knochenjaegerin-Tief-begraben Max Allan Collins:
Bones - Die Knochenjägerin: Tief begraben
(übersetzt von Patricia Woitynek)

OA: Bones: Buried deep
Pocket Books, Simon & Schuster Inc., 2006
Blanvalet, 2007
288 Seiten, 7.95 Euro
Bestellen bei amazon

collins-CSI-Im-Profil-des-Todes.jpg Max Allan Collins:
CSI - Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes
(übersetzt von Frauke Meier)

OA: CSI: Crime Scene Investigation - Snake Eyes
Pocket Books, Simon & Schuster Inc., 2006
VGS, 2006
312 Seiten, 17.90 Euro
Bestellen bei amazon

collins-The-last-Quarry Max Allan Collins:
The last Quarry

Hard Case Crime, 2006
288 Seiten, 6.4 Euro
Bestellen bei amazon

Max Allan Collins in der Spurensuche:
Spurensuche No. 30

Homepage des Autors:
www.maxallancollins.com

Homepage der Movie Tie-In Writers:
www.iamtw.org/

Max Allan Collins über das Schreiben von CSI-Tie-Ins:
www.iamtw.org

gerard-Wer-die-Gefahr-liebt Cindy Gerard:
Wer die Gefahr liebt
(übersetzt von Ingrid Klein)

OA: To the Brink
St. Martin's Press, New York, 2006
Blanvalet, 2006
416 Seiten, 6.95 Euro
Bestellen bei amazon

Homepage von Cindy Gerard:
www.cindygerard.com
Cindy Gerard in der Spurensuche
Besprechung "Wer den Tod begrüßt":

Spurensuche No. 19

Cindy Gerard in der Spurensuche
Besprechung "Wer das Feuer sucht":

Spurensuche No. 25

Hiaasen-unter-die-haut.jpg Carl Hiaasen:
Unter die Haut
(übersetzt von Michael Kubiak)

OA: Skin Tight
Alfred A. Knopf, 1989
Goldmann, 2006
512 Seiten, 8.95 Euro
Bestellen bei amazon
Deutsche Erstausgabe: Bastei-Lübbe, 1990

hiaasen-sumpfblueten Carl Hiaasen:
Sumpfblüten
(übersetzt von Marie-Luise Bezzenberger)

OA: Nature Girl
Alfred A. Knopf, 2006
Manhattan, 2007
384 Seiten, 14.95 Euro
Bestellen bei amazon

Homepage des Autors:
www.carlhiaasen.com

Carl Hiaasen in der Spurensuche
Besprechung "Skinny Dip":

Spurensuche No. 1

Carl Hiaasen in der Spurensuche
Hinweis "Der Reinfall" (Skinny Dip):

Spurensuche No. 16

leonard-Callgirls Elmore Leonard:
Callgirls
(übersetzt von Jochen Stremmel)

OA: Mr. Paradise
William Morrow, 2004
Goldmann, 2007
320 Seiten, 7.95 Euro
Bestellen bei amazon

"Man nennt ihn Dutch
Elmore Leonard zum Achtzigsten"
von Axel Bussmer in "Krimijahrbuch 2006" (herausgegeben von Dieter Paul Rudolph):

www.nordpark-verlag.de

Homepage von Elmore Leonard:
www.elmoreleonard.com

kellermann-FiktionalesSchreiben David Morrell:
Creepers
(übersetzt von Christine Gaspard)

OA: Creepers
CDS Books, 2005
Knaur, 2006
432 Seiten, 7.95 Euro
Bestellen bei amazon

Homepage von David Morrell:
www.davidmorrell.net

Knaur-Homepage zu "Creepers":
www.creepers-das-buch.de

paretsky-Feuereifer Sara Paretsky:
Feuereifer
(übersetzt von Sibylle Schmidt)

OA: Fire Sale
Putnam Adult, New York, 2005
Goldmann, 2007
448 Seiten, 19.95 Euro
Bestellen bei amazon

Homepage von Sara Paretsky:
www.saraparetsky.com

Thrilling Detective über V. I. Warshawski:
www.thrillingdetective.com

schutz-Unerbittlich Benjamin M. Schutz:
Unerbittlich
(übersetzt von Michael Benthack)

OA: The Mongol Reply
Five Star Books, Waterville/Maine, 2004
Knaur, 2007
432 Seiten, 7.95 Euro
Bestellen bei amazon

Thrilling Detective über Leo Haggerty:
www.thrillingdetective.com

Fantastic Fiction:
www.fantasticfiction.co.uk

stark-Ask-the-parrot Richard Stark:
Ask the parrot

Mysterious Press, 2006
288 Seiten, 20.00 Euro
Bestellen bei amazon

Richard Stark in der Spurensuche:
Spurensuche No. 30

Homepage von Richard Stark/Donald Westlake:
www.donaldwestlake.com

thomas-gottes-vergessene-stadt Ross Thomas:
Gottes vergessene Stadt
(übersetzt von Bernd Holzrichter;
durchgesehene Neuausgabe)

OA: The Fourth Durango
Warner Books, 1989
Alexander Verlag, 2006
352 Seiten, 12.90 Euro
Bestellen bei amazon
Deutsche Erstausgabe: Ullstein Verlag, 1990

Ross Thomas beim Alexander Verlag:
www.alexander-verlag.com

Ross Thomas auf der Krimi-Couch:
www.krimi-couch.de

Ross Thomas bei Crime Corner:
www.crime-corner.de

Ross Thomas auf Fantastic Fiction:
www.fantasticfiction.co.uk

Nach oben

Bussmers Spurensuche
Ein Service der Alligatorpapiere
im
NordPark Verlag
Alfred Miersch
Klingelholl 53
42281 Wuppertal
Tel.:0202/51 10 89

Kontakt


Erstellt am 13.03.2007

Magazin & Community



News    |   Sitemap |   Spurensuche komplett

Axel Bussmer
Studium der Politologie, Philosophie und Soziologie in Konstanz, lebt derzeit in Berlin und arbeitet an verschiedenen Drehbuchprojekten (u. a. ein Gangsterthriller). Neben Noir-Krimis liebt er Jazz, über den er auch Artikel schreibt. Bei den Alligatorpapieren erscheinen regelmäßig seine TV-Krimi-Buch-Tipps.

Spurensuche