Spurensuche.
Die Kolumne von Axel Bussmer
Verbrechen lohnt sich für Parker und seine Erben
Zu den von Richard Stark, Max Allan Collins und Garry Disher erfundenen Berufsdieben
Alles begann 1962 mit einem dünnen Taschenbuch. Es erschien unter einem Pseudonym. Das Ende wurde auf Wunsch des Verlegers geändert. Im Manuskript starb der Held. Im Buch überlebte er und brach mit der großen ungeschriebenen Regel des Kriminalromans. Denn der Held war ein Profi-Verbrecher, der am Ende der Geschichte nicht geläutert war. In den nächsten Büchern durfte er sogar mit der Beute entkommen.
Bis dahin galt auch in Gangsterromanen die moralisch einwandfreie Devise "Verbrechen lohnt sich nicht". In ihnen steht nicht mehr ein Ermittler, sondern ein Verbrecher im Mittelpunkt. In den frühen Gangsterromanen, wie "Scarface" von Armitage Trail oder "Little Caesar" von W. R. Burnett, wurde vom Aufstieg und Fall eines Gangsterbosses in einer Großstadt während der Prohibition erzählt. Die Gemeinsamkeiten mit der Wirklichkeit der Zwanziger Jahre waren unübersehbar. Diese Wirklichkeit inspirierte auch zahlreiche Hollywood-Gangsterfilme. Die Polizei wird nur benötigt, um den Gangster zu erschießen.
Eine Untergruppe bei den Gangsterromamen sind die Caper- oder Heist-Romane: in ihnen wird die Geschichte vom großen Coup erzählt.
Dabei ist dieser Coup meistens vom Scheitern bedroht und letztendlich werden die Verbrecher von der Polizei verhaftet oder bringen sich gegenseitig um, weil jeder ein größeres Stück von der Beute haben will. Die Aussage über die Menschen ist offensichtlich.
"Asphalt-Dschungel" von W. R. Burnett, "Der Millionencoup" von Lionel White, verfilmt als "Die Rechnung ging nicht auf", "Rififi" von Auguste Le Breton, "Topkapi" von Eric Ambler und Jean-Pierre Melvilles "Vier im roten Kreis" sind die Titel einiger der bekanntesten Bücher und Filme dieser Genrevariante.
Aus diesem Raster fallen einige, wenige Hardboiled-Serien, die einen Profieinbrecher als Helden haben. Der erste von ihnen hieß Parker. Seit seinem ersten Auftritt 1962 erlebte er über zwanzig Abenteuer. Geschrieben wurden die Bücher von Richard Stark, einem Pseudonym von Donald Westlake. Zehn Jahre später betrat Max Allan Collins mit den Profieinbrecher Nolan, der offenkundig eine Hommage an Parker ist, die literarische Bühne. Der Australier Garry Disher versetzte in den Neunzigern den Charakter Parker in die australische Wüste.
Das Role-Model: Parker von Richard Stark
Bereits mit den ersten Zeilen von "The Hunter", später wegen der Verfilmungen unter den Titeln "Point Blank" und "Payback" veröffentlicht, gab Richard Stark den Ton vor:
When a fresh faced guy in a Chevy offered him a lift, Parker told him to go to hell. The guy said, "Screw you, buddy," yanked his Chevy back into the stream of traffic, and roared on down to the tollbooths. Parker spat in the right-hand lane, lit his last cigarette, and walked across the George Washington Bridge.
Auf Deutsch klingen die ersten Zeilen von "The Hunter", hier bekannt unter den Titeln "Jetzt sind wir quitt" und "Payback", wesentlich umgänglicher:
Als der Chevrolet neben ihm hielt und der Fahrer ihm anbot, ihn ein Stück mitzunehmen, wandte Parker sich nur wortlos ab. "Wer nicht will, der hat schon", meinte der junge Mann und brauste davon. Parker zündete seine letzte Zigarette an und schritt auf die George-Washington-Brücke zu.
Richard Stark wusste nach den ersten Zeilen noch nicht, wie Parkers erstes Abenteuer enden würde. Es war nur klar, dass Parker sich an seinem ehemaligen Kumpel Mal und seiner Frau Lynn rächen würde. Denn beide hatten ihn um seinen Anteil an der Beute betrogen und schwer verwundet zurückgelassen. Ohne einen Penny marschiert Parker nach Manhattan, um sich die Verräter vorzuknöpfen.
Parker ist der Prototyp des emotionslosen Gangsters. Er ist ein eiskalter Profieinbrecher, der ein Leben jenseits der Legalität gewählt hat. Er führt jährlich wenige Diebstähle durch und lebt den Rest des Jahres ein zurückgezogenes Leben. Er ist ein Einzelgänger, der kein Wort zu viel sagt. Er wirkt daher unnahbar und kalt. Er weiß das. Aber trotzdem kann er keine belanglosen Gespräche führen. Er hält Smalltalk für Zeitverschwendung. Gefühle sind ihm fremd. Die romantische Liebe kennt er nicht, obwohl er in den späteren Büchern mit Claire zusammen lebt. Wenn er, was öfters geschieht, verraten und betrogen wird, will er nur seinen Anteil wiederhaben. Wenn er dafür töten muss, tut er es. Und wir Leser applaudieren heimlich, denn Parkers Gegner haben immer den Tod verdient.
Mehr noch als andere Kriminalromane sind diese Gangsterromane eine düstere Beschreibung der kapitalistischen Gesellschaft und ein Loblied auf den Individualismus in einer zunehmend von großen Organisationen beherrschten Welt. Es geht um den Kampf von David gegen Goliath. Dabei wird David nicht von einem unschuldigen Knaben, sondern von einem Verbrecher verkörpert. Auf den ersten Blick kann er nicht gewinnen. Umso mehr freuen wir uns dann über den Sieg des am wenigsten bösen Menschen über die noch viel böseren Menschen: die Feiglinge, Mitläufer, Verräter und psychopathischen Killer, die Parker umbringen wollen.
Parker und seine Nachfolger Nolan und Wyatt sind Einzelgänger, die nur aus einem Grund mit anderen zusammenarbeiten. Sie können ihre Einbrüche und Überfälle nicht alleine durchführen. Dabei verursachen immer wieder nicht planbare Zufälle und die Gier einiger, Probleme, die das Projekt zum Scheitern bringen können.
Parker und seine Nachfolger weigern sich standhaft, ihre Autonomie aufzugeben. Deshalb befinden sie sich im ständigen Kampf mit großen Verbrecherbanden, die wahlweise Outfit (man beachte die Nähe zum Wirtschaftsenglisch), Syndikat, Mafia, Familie oder Clan heißen. Sie kämpfen noch gegen diese Vereinnahmung, obwohl sie wissen, dass ihre Zeit vorüber ist. Die Technik macht ihre Art von altmodischen Coups immer unmöglicher. Videokameras und Alarmanlagen überwachen Häuser. Geldtransporter sind nicht mehr zu knacken. Die Menschen haben immer weniger Geld in ihrem Safe. Es wird immer schwieriger, ohne Spuren zu hinterlassen, durch das Land zu reisen. Und die Methoden der Kriminaltechniker verbesserten sich in den vergangen Jahren sehr. Es gibt für freiberufliche Einbrecher fast keine Chance mehr, dem Gesetz zu entkommen. Parker weigert sich diese Veränderung anzuerkennen. Nolan und Wyatt denken ab einem bestimmten Zeitpunkt an den Ruhestand.
In schneller Folge schrieb Richard Stark in den Sechzigern für das hungrige Publikum weitere Parker-Abenteuer. Die ersten Abenteuer entwickelten die in "Jetzt sind wir quitt" entworfenen Handlungsfäden fort. Dazu gehörte besonders Parkers Kampf gegen das Syndikat. Danach wurden Parkers Abenteuer eine Reihe von chronologisch nicht mehr miteinander verbundenen Episoden. Ebenso altert Parker nicht; was aber kaum auffällt, weil Parker erstens eine reine Kunstfigur ist und zweitens keine Vergangenheit hat. Er lebt nur für seine Raubzüge. Parkers Abenteuer sind immer kurze, schnörkellos erzählte Geschichten vom Planen, Durchführen und möglichen Scheitern eines großen Coups. Die Schwerpunkte verschiebt Richard Stark immer wieder und hält so das Interesse an neuen Parker-Abenteuern wach. Gleich ist nur, dass Parkers Verbündete bei den Verbrechen oft ihr eigenes Spiel spielen und Parker umbringen wollen.
Bis 1974 erlebte Parker 16 Abenteuer. Dann schickte Donald Westlake Parker und sein Pseudonym Richard Stark in einen über zwanzigjährigen Tiefschlaf.
Bereits damals hatte Donald Westlake unter seinem richtigen Namen die witzige John Dortmunder-Serie gestartet. Auch hier steht der große Coup und sein - unblutiges - Scheitern im Mittelpunkt der Geschichten. Im Gegensatz zu Parker sind Dortmunder und seine Freunde hoffnungslos der Tücke des Objekts ausgeliefert. 1974 schrieb Westlake mit "Jimmy the Kid" einen Roman, in dem Dortmunder und seine Freunde sich einen erfundenen Parker-Roman als Vorbild für eine Entführung nehmen. Alles, was Parker in dem Roman gelingt, setzt Dortmunders Gang hoffnungslos in den Sand.
Seit den Sechzigern wurden zahlreiche Parker-Romane verfilmt. Die meisten Verfilmungen lassen die eiskalte Effizienz der kurzen Bücher vermissen. Stattdessen wurden sie sogar zeitweise mit vollkommen überflüssigen tagesaktuellen Bezügen aufgepeppt. Für die Filme wurde Parkers Name aus lizenzrechtlichen Gründen immer geändert.
Die bekannteste Verfilmung eines Parker-Romanes ist "Point Blank" von 1967. Der Brite Richard Boorman inszenierte mit Lee Marvin als Parker (im Film hieß er Walker) seinen Gangsterfilm mit der gleichen Härte, mit der Richard Stark seine Romane schrieb. 1999 inszenierte Brian Helgeland mit Mel Gibson das lachhafte Remake "Payback". Weil Produzent Gibson nach dem Dreh Angst um sein Image hatte, peppte er in zahlreichen Nachdrehs die Geschichte mit Explosionen und gequältem Humor auf. Parker, im Film Porter, war ihm ein zu düsterer Charakter.
Unter den zahlreichen weiteren Parker-Verfilmungen gehört "Revolte in der Unterwelt" (The Outfit), 1973 von John Flynn mit Robert Duvall inszeniert, zu den gelungenen.
Seit 1997 trat Parker, alterslos und cool wie eh und je, in sechs neuen Abenteuern auf. Bis jetzt sind diese spannenden Romane noch nicht ins Deutsche übersetzt. Nur anhand der moderneren Technik und den Opfern, in "Firebreak" ein Internet-Millionär, ist erkennbar, dass die Geschichten in der Gegenwart spielen. Denn die Planungen der Einbrüche und die Konflikte der Verbrecher untereinander haben sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht geändert. Nur die Alarmanlagen und die wissenschaftlichen Methoden der Polizei wurden besser.
Am Ende von "Nobody runs forever" läuft Parker von Hunden gehetzt in einen Wald. Fans befürchteten schon, dass sie gerade die letzten Zeilen von Parkers Verbrecherleben lasen. Der Titel, das offene, aber pessimistische Ende und einige Worte von Richard Stark auf seiner Website verstärkten diesen Eindruck. Aber seitdem mit "Ask the Parrot" für November ein neues Parker-Abenteuer angekündigt ist, können sie sich beruhigt zurücklehnen.
Parkers Karriere ist noch lange nicht vorüber.
Eine Parker-Hommage: Nolan von Max Allan Collins
Zu den begeisterten Fans von Richard Stark gehörte ein Junge aus Muscatine, Iowa. Max Allan Collins heißt er und er ist einer der produktivsten Autoren. Seine Karriere begann er mit der Parker-Pastiche Nolan. Auch er ist ein Profidieb ohne Vornamen. Und, wie Parker, starb er am Ende des Manuskriptes. Collins Agent, der legendäre Knox Burger, bat den Jungautor das Ende zu ändern. Collins lehnte ab, bis jemand Kaffee über die letzten Seiten des Manuskriptes goss. Max Allan Collins musste das Ende wieder abtippen. Jetzt ließ er Nolan überleben und verkaufte die Geschichte. Als Collins den Vertrag für "Köder für Nolan" (Bait Money) unterschrieb, begann er sofort mit der Fortsetzung "Blutgeld für Nolan" (Blood Money). Sie erschienen zeitgleich 1973 und wurden von Collins für eine Wiederveröffentlichung 1981 überarbeitet.
In Nolans erstem Abenteuer erzählt Max Allan Collins von Nolans Versuch mit der Mafia nach 16 Jahren einen Burgfrieden zu schließen. Dafür braucht er 100.000 Dollar. Nolan will sich das Geld mit einem Bankraub beschaffen. Den Tipp für die richtige Bank erhält er von Planner unter einer Bedingung. Sein Neffe Jon soll mitmachen. Jon bringt einige Hippie-Freunde als Helfer mit. Am liebsten würde Nolan aussteigen, aber er braucht das Geld. Nach dem Bankraub werden seine Befürchtungen wahr. Denn die Amateure halten sich nicht an die Regeln.
In dem sich an "Köder für Nolan" anschließenden "Blutgeld für Nolan" betreibt Nolan für die Mafia ein Hotel. Bevor er die Beute aus dem Bankraub bei Planner abholen kann, wird dieser überfallen und erschossen. Die Diebe haben das Geld gestohlen. Kurz darauf wird Jon entführt. Nolan will Jon und das Geld wieder finden.
Bereits mit seinem zweiten Roman zeigte Max Allan Collins, dass er nicht an einer Formel kleben bleibt. Zwar gehören für Collins beide Romane zusammen und deshalb ließ er sie bei Hard Case Crime als Doppelband unter dem hübsch doppeldeutigem Titel "Two for the Money" veröffentlichen, aber sie sind vollkommen anders geplottet. Während "Köder für Nolan" ein ausschließlich aus Nolans Sicht erzählter Caper-Roman ist, ist "Blutgeld für Nolan" ein aus verschiedenen Perspektiven erzählter Thriller. Ähnlich wie Richard Stark erzählte Max Allan Collins ganze Romanteile ohne den Hauptcharakter und springt in der Zeit vorwärts und rückwärts.
Fast alles, was über Parker gesagt wurde, trifft auch auf Nolan zu. Immerhin schrieb Max

Allan Collins sein erstes Nolan-Buch mit der Absicht, den letzten Tough Guy-Roman zu schreiben, weil sich der Verbrecher am Ende zur Ruhe setzt. Es sollte eine Liebeserklärung an Richard Stark und Parker werden. Vor dem zweiten Roman fragte Collins daher Richard Stark, was er von Nolan halte und ob er weitere Nolans schreiben dürfe. Richard Stark hatte nichts dagegen. Er meinte, Nolan sei viel menschlicher als sein Parker.

Denn Nolan ist fähig für freundschaftliche Gefühle, die er besonders gegenüber dem jugendlichen Comic- und Pulp-Fan Jon (hier porträtierte Collins sich selbst) empfindet. In "Blutgeld für Nolan" will Nolan Jon aus den Händen seiner Entführer retten. Für Parker wäre das undenkbar. Außerdem ist Nolan mit einer Biografie ausgestattet und wir erfahren sein Alter. Er ist 48 Jahre und will endlich mit dem verbrecherischen Leben aufhören. Von Parkers Vergangenheit wissen wir nichts. Er hat kein körperliches Alter und er würde niemals an den Ruhestand denken.
Collins brachte zwei Themen in die Hardboiled-Literatur, die damals entweder nicht oder nur ablehnend beschrieben wurden. Die Leidenschaft für die Popkultur und die Flower-Power-Bewegung. Weil er für eine Neuauflage 1981 die ersten beiden Nolans aktualisierte, stehen in "Blutgeld für Nolan" Jons Liebe zu seiner Hippie-Freundin und der Pop-Kultur unverbunden neben unpassenden Hinweisen auf End-Siebziger-Horrorfilme. In den folgenden Jahren erlebte Nolan weitere Abenteuer, bis ein bizarrer Namensstreit die Serie beendete. Der Verlag Harlequin behauptete, Collins Nolan sei eine Kopie ihres Mafia-Killers Mack Bolan.
Derzeit sind nur die ersten beiden Nolan-Abenteuer als "Two for the Money" regulär zu kaufen. Nur das deutliche zeitliche Setting mit den zahlreichen popkulturellen Hinweisen verrät das Alter der spannenden Hardboiled-Romane.
Parker in Australien: Wyatt von Garry Disher
Auch Wyatt ist eine offenkundige Parker-Pastiche. Während Max Allan Collins seinem Parker einen jugendlichen Pulp-Fan als Gefährten gab und die Hippie-Ideale auf das Profigangstertum prallen ließ, arbeitet Garry Dishers Parker in dem multikulturellen Australien und hat eine, eher rudimentäre, Biografie.
Mit "Gier" (Kickback) betrat Disher 1991 die Krimiszene. In den folgenden Jahren schrieb er sechs weitere Wyatt-Romane. Sie begründeten seinen internationalen Ruhm. In den ersten vier Abenteuern kämpfte Wyatt gegen den Mesic-Clan.
In "Willkür" (Crosskill) rechnete Wyatt endgültig mit dem Mesic-Clan ab. Seitdem könnte es aufwärts für ihn gehen, wenn damals nicht sein Freund Frank Jardine schwer verletzt worden wäre. Ein halbes Jahr später möchte Wyatt Jardine ein gutes Ruhepolster verschaffen. Dafür nimmt Wyatt Jardines alte Pläne für Einbrüche in Häuser in Brighton, Australien, und führt die Einbrüche aus. Sein neuestes Ziel sind 50.000 Dollar, die die Labor-Abgeordnete Cassandra Wintergreen in ihrem Safe gebunkert hat. Weil die 50.000 Dollar Schmiergeld sind, wird sie nicht zur Polizei gehen. Ebenfalls in dem Safe ist eine Art-déco-Brosche von Tiffany. Wyatt steckt sie ein und verschwindet. Als Jardine und Wyatt die Brosche der Hehlerin Liz Redding anbieten, geraten sie in Teufels Küche.
Denn die Tiffany-Brosche wurde kurz vorher von der Magnetbohrer-Bande gestohlen. Dies ist eine arbeitsteilig und professionell arbeitende Verbrecherbande, die von dem ehrenwerten Richter Vincent De Lisle geleitet wird. Die Bande besteht aus Verbrechern und korrupten Polizisten. Sie wurden alle von De Lisle zur für sie lohnenswerten Mitarbeit erpresst.
Die beiden korrupten Polizisten Mansell und Riggs erfahren, dass die von ihnen gestohlene Brosche verkauft werden soll. Sie finden sogar eine Spur zu Wyatt.
Aber noch mehr als Wyatt interessiert sie, ob sie in ihrer Bande eine undichte Stelle haben oder ob De Lisle sie betrügt.
Nachdem bei der Übergabe der Brosche auf Wyatt ein Anschlag verübt wird, nimmt er den Kampf gegen die Magnetbohrerbande, die er zuerst für eine gewöhnliche Verbrecherbande hält, auf.
In dem fünften, lange erwarteten Wyatt-Abenteuer "Port Vila Blues" führt Garry Disher wieder einmal in die amoralische Welt der Profiverbrecher und ihrer blutigen Kämpfe untereinander und mit der Polizei.
Vertraut werden kann - wenn sogar Polizei und Justiz Verbrecher sind - niemandem mehr. Dabei hat sich Wyatt niemals Gedanken über korrupte Polizisten gemacht. Die gab es schon immer. Aber in "Port Vila Blues" ist sein Gegner eine Bande von gesetzlosen Gesetzeshütern.
Außerdem wird der eiskalte Wyatt dieses Mal sogar fast menschlich. Er hat Zahnschmerzen. Er empfindet Gefühle für Liz Redding. Es Liebe zu nennen wäre allerdings übertrieben. Denn Wyatt bleibt immer noch der auf das eigene Überleben trainierte Einzelkämpfer. Seine ersten Trainingsstunden erhielt er beim Militär.
Und - obwohl Wyatt nicht an die Konzepte von Schuld und Rache glaubt - beteiligt er Jardine aus Schuldgefühl an seinen Einbrüchen und später will er Jardines Tod rächen. Jedenfalls spielen diese Gefühle in "Port Vila Blues" mit. Denn Wyatt achtet dabei immer auch auf seine eigene Sicherheit und seine steigenden Rücklagen.
Nach dem unerfreulichen Kampf mit dem Mesic-Clan sind seine finanziellen Reserven aufgezehrt und er musste sein sicheres Haus Hals über Kopf verlassen. Jetzt will er nur noch sein Vermögen für den baldigen Ruhestand wieder auffüllen. Wyatt fühlt sich langsam zu alt für dieses Verbrecherleben. Das letzte Wyatt-Abenteuer "Niederschlag" (The Fallout) ist für 2007 angekündigt.
Links & Bibliographie:
Richard Stark
Die Parker-Romane:
The Hunter; Point Blank; Payback, 1962 (Jetzt sind wir quitt; Payback)
The Man with the Getaway Face; Steel Hit, 1963 (Parkers Rache)
The Outfit, 1963 (Die Gorillas)
The Mourner, 1963 (Ein Job für Parker)
The Score; Killtown, 1964 (Stadt im Würgegriff)
The Jugger, 1965 (Parkers Urteil)
The Seventh; The Split, 1966 (Parker und der Amateur)
The Handle; Run Lethal, 1966 (Das Kasino vor der Küste)
The Rare Coin Score, 1967 (Sein Gewicht in Gold)
The Green Eagle Score, 1967 (Unternehmen Grüner Schnee)
The Black Ice Score, 1968 (Unternehmen Schwarzes Eis)
The Sour Lemon Score, 1969 (Eine Falle für Parker)
Deadly Edge, 1971 (Ein wunder Punkt kann töten)
Slayground, 1971 (Ich bin die dritte Leiche links)
Plunder Squad, 1972 (Harte Zeiten, weiche Knie)
Butcher's Moon, 1974 (Blutiger Mond)
Comeback, 1997
Backflash, 1998
Flashfire, 2000
Firebreak, 2001
Breakout 2002
Nobody runs forever, 2004
Ask the Parrot, 2006 (angekündigt für November)
Die deutschen Ausgaben erschienen im Ullstein-Verlag und sind nur noch antiquarisch erhältlich.
Die meisten Originalausgaben sind im Buchhandel erhältlich.
Homepage von Donald Westlake:
www.donaldwestlake.com
Sehr umfangreiche Richard Stark-Seite aus Italien:
www.violentworldofparker.com
Bibliografie und Cover:
www.fantasticfiction.co.uk
Max Allan Collins:
Two for the money
Hard Case Crime, 2004
384 Seiten, 6.49 Euro Euro
(enthält "Bait Money" und "Blood Money")
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Die Nolan-Romane:
Bait Money, 1973 (Köder für Nolan)
Blood Money, 1973 (Blutgeld für Nolan)
Fly Paper, 1981
Hush Money, 1981
Hard Cash, 1981,
Scratch Fever, 1982
Spree, 1987
Mourn the living, 1999
Die beiden deutschen Ausgaben erschienen bei Bastei-Lübbe und sind nur noch antiquarisch
erhältlich.
Homepage von Max Allan Collins:
www.maxallancollins.com
Garry Disher:
Port Vila Blues
(übersetzt von Ango Laina
und Angelika Müller)
Pulp Master, 2006
288 Seiten, 12.90 Euro
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Die Wyatt-Romane:
Kickback, 1991 (Gier)
Paydirt, 1992 (Dreck)
Deathdeal, 1993 (Hinterhalt)
Crosskill, 1994 (Willkür)
Port Vila Blues, 1996 (Port Vila Blues)
The Fallout, 1997 (Niederschlag, angekündigt für 2007)