Die Alligatorpapiere



Spurensuche.
Die Kolumne von Axel Bußmer



Tops und Flops 2005


BÜCHER

Fiktional

Tops

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Horst Bieber: Anna verschwindet
(Sauber geplotteter deutscher Privatdetektiv-Roman.)

Lawrence Block: All the Flowers are dying
(Nach einem schwachen Anfang endet der neueste Scudder-Roman mit einem unglaublich starkem letzten Drittel.)

Horst Eckert: 617 Grad Celsius
(Ein weiterer überzeugender Polizeithriller.)

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Elmore Leonard: The hot Kid
(Eines der schönsten Bücher über den Krieg zwischen US Marshals und Verbrechern in den Dreißigern in Oklahoma. Nach über 35 Jahren spielt ein Buch von Elmore Leonard wieder während der Prohibition.)

George Pelecanos: Drama City
(Wie aus einem Irrtum ein Krieg entsteht, zeigt George Pelecanos in seinem neuesten Werk.)

Charles Willeford: Die schwarze Messe
Charles Willeford: Ketzerei in Orange
(Zwei bitterböse, immer noch topaktuelle Werke von einem zu früh verstorbenen Meister)

Flops

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Jürgen Alberts/Doris Gercke/Frank Göhre/Gisbert Haefs/Robert Hültner/Karr & Wehner/Edith Kneifl/Ingrid Noll/Regula Venske:
Gipfeltreffen
(Dieser von zehn deutschen Autoren verbrochene Kettenroman ist zwar schon 2000 erschienen und wahrscheinlich wusste ich tief in meinem Unterbewusstsein, weshalb ich ihn nicht lesen wollte. Galoppierender Autismus, bei dem auch gute Autoren hilflos die Waffen streckten.)

Patrick Boman: Josephat Peabody geht schwimmen
(Grandioser Anfang, aber dann plätschert die Story planlos vor sich hin und am Ende wird ein Täter aus dem Hut gezaubert. Typischer Fall von enttäuschten Erwartungen.)

Tops – Sachbücher

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Peter Biskind: Sex, Lies & Pulp Fiction
(Wälzer über das us-amerikanische Independent-Kino der Neunziger, bzw. Miramax und die Folgen)

Paul Ott: Mord im Alpenglühen: Der Schweizer Kriminalroman – Geschichte und Gegenwart
(Ein kundiger Führer durch die Schweizer Krimilandschaft. Ist allerdings nur zu empfehlen, wenn Sie nicht gleich jedes besprochene Buch kaufen wollen.)

Otto Penzler/Thomas H. Cook (Hrsg.): The best American True Crime Writing 2005
(Mit einer Einleitung von James Ellroy. Auch die vierte Sammlung von Kriminalreportagen überzeugt.)

Verlag des Jahres

HardCaseCrime

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HardCaseCrime:
15 Bücher, 15 Volltreffer für die Hardboiled-Gemeinde und für 2006 sind 12 HardCaseCrime-Bücher angekündigt. Bis dahin gibt es:
Lawrence Block: Grifter's Game, 1961 (früher "Mona", "Sweet Slow Death", auf Deutsch "Die Mörderlady")
Max Phillips: Fade to Blonde, 2004
Erle Stanley Gardner: Top of the heap, 1952 (als A. A. Fair, "Die goldgelbe Tür")
Richard Aleas: Little girl lost, 2004

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Max Allan Collins: Two for the money (enthält "Bait Money", 1973/1981 [Köder für Nolan], und "Blood Money", 1973/1981 [Blutgeld für Nolan])
Domenic Stansberry: The Confession, 2004
Day Keene: Home is the sailor, 1952 ("Der Teufel mit dem Papagei")
Allan Guthrie: Kiss her Goodbye, 2005

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Donald E. Westlake: 361, 1962 ("Höllenfahrt")
David Dodge: Plunder of the sun, 1949 ("Der Schatz von Amaru")
Wade Miller: Branded Woman, 1952
Peter Pavia: Dutch Uncle, 2005

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Stephen King: The Colorado Kid, 2005 ("Colorado Kid")
Lawrence Block: The girl with the long green heart, 1965 ("Doppelspiel zu dritt", "Mord im Hotel")
Ed McBain: The gutter and the grave, 1958 (früher "I'm Cannon – For Hire" von Curt Cannon, "Tödliche Lügen")

TV-Serien

Tops

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Cold Case – Kein Opfer ist je vergessen

Spurlos verschwunden – Without a trace
(Auch die aktuellen Staffeln der beiden Bruckheimer-Serien überzeugten.)

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(Die dritte Staffel kam nur zögernd in Gang und die aus den vorherigen Staffeln bekannten Charaktere agierten zu vorhersehbar. Aber die zweite Hälfte war dann wieder atemberaubend. – Leider wurde diese erstklassige Krimiserie von den RTL II-Idioten gnadenlos verheizt. Die vierte Staffel läuft demnächst bei RTL II und wieder zu einer anderen Zeit.)

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Sperling und die Katze in der Falle

TV-Filme

Tops

Der Preis des Verbrechens: Herr der Fliegen
(GB 1998, R.: Aisling Walsh)
(Leider zeigte das ZDF nur einen Film aus der in England sehr erfolgreichen Serie "Trial & Retribution".)

Polizeiruf 110: Der scharlachrote Engel
(D 2005, R.: Dominik Graf)
(Nach einem Drehbuch von Günter Schütter gedrehter düsterer Film über Gewalt und Einsamkeit)

Sperling und die Katze in der Falle
(D 2005, R.: Friedemann Fromm)
(Für diesen Sperling schrieb Günter Schütter das Buch und die Schauspieler, unter anderem Sebastian Koch, liefen zu großer Form auf.)

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Unter Verdacht: Das Karussell
(D 2005, R.: Ulrich Zrenner)
(Senta Berger auf der Jagd nach Wirtschaftskriminellen. Auch die fünfte Folge überzeugt.)

Wilsberg: Schuld und Sühne
Wilsberg: Todesengel
(D 2005, R.: Buddy Giovinazzo)
(Kaum übernimmt ein Ami den Wilsberg, wird es gleich viel besser. Besonders "Schuld und Sühne" ist eine verdammt gute Studie über verlorene Träume.)

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Flops

Das Kanzleramt
(D 2005)
(ZDF-Serie, Geplant war ein deutsches "West Wing", gemacht wurde eine grottenschlechte Kopie der Schwarzwaldklinik in der Politik. Immerhin kann die Kulisse für künftige Produktionen oder Erlebniswochenenden recycled werden.)

Das Kommando
(D 2004, R.: Thomas Bohn)
(Breiiger Familienquark im Soldatenmilieu bei dem Ähnlichkeiten mit der Wirklichkeit nicht immer zu vermeiden waren. Definitiv kein Polit-Thriller.)

Die Leibwächterin
(D 2005, R.: Markus Imboden)
(Blankes Entsetzen: anstatt des angekündigten Thrillers wird eine biedere Schmonzette im Politikbetrieb kredenzt.) .

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Spielfilme

Tops

Bei den meisten Kinofilmen hatte ich schon nach der Vorschau den Eindruck, alles Wichtige gesehen zu haben. Bei den anderen Filmen ähnelte der Kinobesuch einem Besuch in der Stammpizzeria: nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes.
Wirklich überzeugend waren die Comic-Verfilmungen
A History of Violence (USA 2005, R.: David Cronenberg)
und
Sin City
(USA 2005, R.: Frank Miller, Robert Rodriguez)
und, selbstverständlich,
Million Dollar Baby
(USA 2005, R.: Clint Eastwood)

Flops

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Absolut enttäuscht war ich von
Don't come knocking
(D/USA 2005, R.: Wim Wenders)
(Tolle Bilder, grauenhafte Dialoge, schlecht geführte Schauspieler)

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Bußmers Spurensuche
Ein Service der Alligatorpapiere
im
NordPark Verlag
Alfred Miersch
Klingelholl 53
42281 Wuppertal
Tel.:0202/51 10 89

Erstellt am 05.01.2006

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Axel Bußmer
Axel Bußmer, Studium der Politologie, Philosophie und Soziologie in Konstanz, lebt derzeit in Berlin und arbeitet an verschiedenen Drehbuchprojekten (u. a. ein Gangsterthriller). Neben Noir-Krimis liebt er Jazz, über den er auch Artikel schreibt. Bei den Alligatorpapieren erscheinen regelmäßig seine TV-Krimi-Buch-Tipps.

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