Rezension: Horst Eckert: „Schwarzlicht“

Nichts von dem, was Eckert erzählt, kann man als Hirngespinst und Übertreibung abtun. Er collagiert ja lediglich Elemente politischer Affäre und Skandale. Aber in dieser Verifizierbarkeit der Fiktion liegt auch ein Problem.

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Rezension: Britta Mühlbauer: „Inventurdifferenz“

Marlies Wolf hadert mit ihrem Job bei einer Security-Firma. Was im Kleingarten nebenan läuft, will die Ich-Erzählerin von „Inventurdifferenz“ gar nicht wissen. Aber sie muss es herausfinden. Mühlbauer verzichtet auf Humor, Karikatur, Übertreibungen und Gemosere.

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Rezension: Christine Lehmann: „Die Affen von Cannstatt“

Lehmann stellt ihre eigene Heldin – überhaupt alle Krimihelden – in Frage. Mit dem Ende eines Krimis mag die Welt nicht in Ordnung sein, aber die Schlussfolgerungen der Polizisten scheinen uns verlässlich zu sein. „Die Affen von Cannstatt“ wollen da Misstrauen säen.

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Rezension: Andrea Maria Schenkel: „Täuscher“

Todesurteil durch Geschwätz — Erneut erzählt die Autorin Andrea Maria Schenkel, wie schon 2006 in ihrem sensationell erfolgreichen Debüt „Tannöd“, mit gebrochener Chronologie aus dem Jahr 1922.

Rezension: Lavie Tidhar: „Osama“

Tidhar hat zwar bislang als SF-Autor gearbeitet, aber „Osama“ wirkt wie der sehr bewusste Versuch, Leser außerhalb des Genres zu erreichen. Es ist ein Kartenspielertrick – je weniger ähnliche Vorführungen man erlebt hat, desto beeindruckter ist man wohl.

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Rezension: Donald Ray Pollock: „Knockemstiff“

Donald Ray Pollock führt uns in seiner Storysammlung ­“Knockemstiff“ in ein kleines Kaff, dessen Bewohner nicht einmal genug Geld haben, um für die gesichtslose Umstrukturierung der Provinz durch die großen Handels­ketten interessant zu sein.

Rezension: Dror Mishani: „Vermisst“

Er hat ein ganz kleines Büro mit völlig kahlen Wänden. Hinein passen ein Schreibtisch, ein Stuhl dahinter, ein Stuhl davor. Aber dieses Büro ist keine Erniedrigung, keine Zelle für den Polizisten Avraham Avraham aus Cholon, einem Ort in der Nähe von Tel Aviv.

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Rezension: Dominique Manotti: „Zügellos“

In Dominique Manottis Roman „Zügellos“ kommt eine rasch sich ausweitende Polizeiermittlung in Gang, als eine Leiche auf der Rennbahn von Longchamp gefunden wird.Aber dies ist eben nicht Manottis Variante eines Dick-Francis-Romans.

Rezension: Manu Larcenet: „Blast 2: Die Apokalypse des Heiligen Jacky“

Pennertum und Pilgerschaft – Band 2 von Larcenets Comic „Blast“. Dieser Polza ist auch im zweiten Band noch nicht wirklich zu fassen, so sinnlich uns viele Sequenzen anrühren. Beziehungsweise, man begreift seinen Kummer, aber noch nicht seine Utopie.

Rezension: Sara Gran: „Das Ende der Welt“

Die Spannung in „Claire DeWitt and the Bohemian Highway“, so der Originaltitel, entsteht nicht durch das anfängliche Fehlen von Informationen (…). Die Spannung entsteht aus der Überspanntheit der Detektivin, beziehungsweise aus Sara Grans erzählerischem Hochseilakt.

Artikel: Joanne K. Rowling: Ein Kuckucksei will an die Spitze

Der im April erschienene „The Cuckoo’s Calling“, wie der Roman des vorgeblichen Robert Galbraith im Original heißt, war von einigen Kritikern wohlwollend rezensiert, von vielen aber gar nicht wahrgenommen worden.

Rezension: Baru: „Bleierne Hitze“

Wer Krimis liest, aber keine Comics, der könnte mit Baru – nicht nur mit „Bleierne Hitze“, auch mit „Elende Helden“ etwa oder „Hau die Bässe rein, Bruno“ – den Einstieg finden in jenes wunderbare Reich der Bildgeschichten.

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Rezension: Warren Ellis: „Gun Machine“

Eigentlich geht das ja gar nicht mehr: einen Serienkiller mit besonders exzentrischen Wahnvorstellungen, extrem hoher Opferstrecke und ausnehmend bizarren Lebensverhältnissen zu entwerfen und auf jenen Polizisten anzusetzen, der ihm auf der Spur ist.

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Rezension: Dan Brown: „Inferno“

Brown läuft gelegentlich zu Cleverness auf, aber meist wirkt er bemüht. Er baut wie gehabt ein Rattenlabyrinth aus Wikipediawissen und lässt seine Figürchen darin herumhetzen und nach den Geheimtürchen suchen.

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Rezension: Patrícia Melo: „Leichendieb“

Gelegenheit macht Diebe. Diese alte Mahnung aus dem Zwiebackkasten deutscher Welterklärungen begegnet uns in Patrícia Melos „Leichendieb“ in einer frischeren, wenn auch nicht weniger pessimistischen Variante

Rezension: James M. Cain: „Abserviert“

James M. Cain war bereits zu Lebzeiten Literaturgeschichte, will heißen, am Markt abgemeldet. Aber er schrieb bis an sein Ende weiter, und so lag in seinem Nachlass lange unbeachtet das Manuskript eines Romans, der 2012 veröffentlicht wurde: „Abserviert“.

Rezension: Daniel Depp: „Tanz mit dem Teufel“

Der Bruder von Johnny Depp zu sein, ist nicht die leichteste biografische Bürde. Aber Daniel Depp weiß sich zu helfen: Er schreibt garstige Krimis über Hollywood. „Tanz mit dem Teufel“ heißt der neue.

Filmrezension: „Ganoven rechnen ab!”

„Ganoven rechnen ab!“, ein französischer Schwarzweißkrimi aus dem Jahre 1965,   beginnt zunächst einmal ohne Dialoge. Kommentiert wird das Geschehen von der Musik von einem wunderbaren Soundtrack des Jazzorganisten Jimmy Smith.

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Rezension: Dijan, Legrand, Etien: „Die Vier von der Baker Street“

Drei Kinder? Und eine kleine Katze? Als Ermittlerteam, als Gehilfen von Sherlock Holmes, und das auch noch in einem Comic? Ja, das klingt in vieler Leute Ohren bestimmt wie die ganz versimpelte Leselern-Variante der Sherlock-Holmes-Geschichten. Aber weit gefehlt!

Rezension Luise Berg-Ehlers: „Mit Miss Marple aufs Land“

Schnickschnackbücher für Krimifreunde gibt es viele. Die meisten bieten Kochrezepte rund um Giftmord und Erbonkelmeuchelei. Luise Berg-Ehlers „Mit Miss Marple aufs Land“ wirkt beim Anblättern wie ein plaudernder Pseudoreiseführer, doch dieser Schein trügt.

Rezension: Darwyn Cooke: „Parker“

Nein, ein Comic muss eben nicht Parkers existenzielle Schroffheit unter Schnickschnack begraben, im Gegenteil. Darwyn Cookes „Parker“, der Comic zu Starks „The Hunter“, zerstreut alle Bedenken der Fans im Nu.

Klassikercheck: Edward Dmytryk: „Die 27. Etage“

In einem New Yorker Wolkenkratzer ist der Strom ausgefallen. Aber man könnte diesen Anfang von Edward Dmytryks Thriller „Die 27. Etage“ (im Original: „Mirage“) auch großflächiger deuten: im netten hellen Amerika sind die Lichter ausgegangen.