Ermittlungswerkzeug
Alligator-Suche: Krimis, Autoren und Ausgaben finden
Von Konrad Weidinger
Titel, Autorname oder ISBN eingeben — die Alligator-Suche fragt die offene Bibliotheks-Datenbank Open Library ab und zeigt Ausgaben, Erscheinungsjahre und Cover. Und sie schaut ins eigene Haus: Wo es zu einem Autor oder Titel eine Besprechung oder Meldung im Archiv gibt, verweist sie direkt darauf.
So sucht man richtig
Die Suche versteht drei Arten von Anfragen, und jede hat ihre Stärke. Der Autorname ist der breiteste Einstieg: „Friedrich Ani" liefert das Gesamtwerk quer durch alle Verlage und Auflagen — ideal, um sich einen Überblick über eine unbekannte Autorin oder einen unbekannten Autor zu verschaffen. Der Titel ist präziser, hat aber eine Tücke: Deutsche Übersetzungen tragen oft völlig andere Titel als das Original. Wer Sjöwall/Wahlöös „Den skrattande polisen" sucht, findet ihn auf Deutsch als „Endstation für neun" — im Zweifel lohnt der Umweg über den Autornamen. Die ISBN schließlich ist die schärfste Waffe: Sie identifiziert eine konkrete Ausgabe eindeutig, mit Bindestrichen oder ohne, ob ISBN-10 oder ISBN-13 spielt keine Rolle.
Ein praktischer Hinweis für Sammler und Antiquariatsjäger: Ältere deutsche Krimi-Ausgaben — etwa die rororo thriller der Sechziger oder die Rotbuch-Krimis der Achtziger — sind in den offenen Katalogen oft mit mehreren Einträgen pro Auflage vertreten. Die Angabe „Ausgaben" neben jedem Treffer zeigt, wie viele Editionen verzeichnet sind; ein Klick auf den Open-Library-Link führt zur vollständigen Editionsliste mit Jahren und Verlagen.
Was die Treffer zeigen — und was nicht
Jeder Treffer bündelt die wichtigsten bibliografischen Eckdaten: Titel, Autor, Jahr der Erstveröffentlichung, Verlag und — wo vorhanden — das Cover. Dazu kommen zwei externe Wege: Open Library für die internationale Editionsgeschichte und der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek für den offiziellen deutschen Nachweis samt Normdaten. Was die Suche bewusst nicht zeigt: Preise, Shop-Links oder Verfügbarkeiten. Alligatorpapiere ist keine Buchhandlung — wer kaufen will, weiß nach der Recherche hier genau, wonach er im Laden seines Vertrauens fragen muss.
Die Rubrik „Dazu im Archiv" ist das eigentliche Alleinstellungsmerkmal: Sie gleicht jeden Treffer gegen das hauseigene Archiv ab — tausende Rezensionen, Meldungen und Interviews aus über zwei Jahrzehnten Kriminalliteratur-Chronik. Wer etwa nach Jerome Charyn sucht, bekommt nicht nur die Ausgaben des Isaac-Quartetts, sondern auch die Beiträge, die diese Seite über die Jahre zu Charyn gesammelt hat. So wird aus der Katalogsuche ein Einstieg in die Lesegeschichte des Genres.
Drei typische Rechercheszenarien
Der Klassiker: Eine Rezension im Archiv erwähnt einen Roman, den man lesen möchte — Titel in die Suche, Ausgaben prüfen, über den DNB-Link die lieferbare deutsche Ausgabe identifizieren. Der Erbfall: Eine Kiste alter Krimis vom Dachboden, vorn eingedruckt eine zehnstellige ISBN — die Suche klärt in Sekunden, was da liegt und wann es erschien. Und der Übersetzungsfall: Ein englischer Podcast empfiehlt einen Autor, von dem man nicht weiß, ob er je übersetzt wurde — der Autorname zeigt alle Ausgaben inklusive der deutschen, falls es sie gibt. In allen drei Fällen gilt: Die Suche beantwortet die bibliografische Frage; ob sich die Lektüre lohnt, beantworten die Besprechungen im Archiv und die Urteile der Jurys. Und wenn ein Titel partout nicht auftaucht, hilft meist schon eine verkürzte Anfrage — Nachname plus ein markantes Titelwort findet mehr als der vollständige, womöglich falsch erinnerte Titel.
Woher die Daten kommen
Die bibliografischen Angaben stammen live aus Open Library, dem offenen Katalog des Internet Archive — ohne Anmeldung, ohne Tracking. Cover und Ausgaben können je nach Datenlage lückenhaft sein; für den offiziellen deutschen Nachweis lohnt zusätzlich der Blick in den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, der bei jedem Treffer verlinkt ist. Die Verweise unter „Dazu im Archiv" führen zu den Beständen von Alligatorpapiere — dort liegen die Besprechungen und Meldungen.
Wer nicht nach einem konkreten Buch sucht, sondern nach dem nächsten guten Krimi, ist bei den anderen Werkzeugen besser aufgehoben: Der Krimi-Finder empfiehlt aus den preisgekrönten Titeln der großen deutschen Krimipreise, der Tatort-Atlas sortiert das Genre nach Schauplätzen von Berlin bis New York, und das Preisträger-Register führt vier Jahrzehnte Jury-Entscheidungen. Die Suche ist das Nachschlagewerk — die Empfehlung übernehmen die anderen.
Häufige Fragen zur Alligator-Suche
Welche Bücher findet die Suche?
Alles, was in den offenen Bibliothekskatalogen der Open Library verzeichnet ist — weit über das Krimi-Regal hinaus, mit Ausgaben, Erscheinungsjahren und ISBN. Für die Kriminalliteratur kommen die hauseigenen Verweise „Dazu im Archiv" hinzu.
Braucht die Suche ein Konto oder eine Anmeldung?
Nein. Die Abfrage läuft ohne Konto, ohne Schlüssel und ohne Werbung direkt gegen den offenen Katalog; gespeichert wird nichts.
Warum zeigt ein Titel keine deutsche Ausgabe?
Entweder wurde er nie übersetzt, oder die deutsche Ausgabe ist im offenen Katalog schlicht nicht erfasst. Im Zweifel lohnt der Gegencheck über den DNB-Link am Treffer — die Deutsche Nationalbibliothek führt jede deutschsprachige Veröffentlichung.
Was bedeutet „Dazu im Archiv" unter einem Treffer?
Das sind Fundstellen aus den eigenen Beständen: Rezensionen, Interviews und Meldungen des Archivs sowie die passenden Register — vom Krimipreis-Register bis zu den TV-Krimi-Übersichten.