Aus dem Archiv
Alligatorpapiere. Krimiseite im Internet
– News –November 2004
30. November 2004
Dominique Manotti
Es gäbe viele Beweggründe, Krimis zu schreiben. Einer sei Enttäuschung. Vor allem in Frankreich bildete sich eine Gruppe desillusionierter 68er, die sich ihren Frust mit schonungslosen Kriminalromanen von der Seele schrieb, berichtet Joachim Schneider in der "Badischen Zeitung" vom 13.11.2004. Eine Newcomerin namens Dominique Manotti setzte jedoch neue Maßstäbe. Manottis Debüt "Hartes Pflaster" ((Verlag Assoziation A) brauchte fast zehn Jahre, um ins Deutsche übersetzt zu werden, obwohl es 1995 zum besten französischen Kriminalroman gekürt wurde. Die Krimis unserer Nachbarn laufen hier nicht so gut, doch jedesmal, wenn wieder so ein außergewöhnlicher Thriller über den Rhein kommt, stellt sich auch Joachim Schneider die Frage aufs Neue: Warum? ... mehr (Cache-Artikel: schnell lesen, kann bald schon weg sein!)
Sabine Deitmer
Ortstermin In Dortmund – zwischen späten Feierabendbummlern und frühen Party-People in einem Café
gegenüber der örtlichen VHS. Sabine Deitmer ist die Lady in Black – schwarzes Haar, schwarze Lederjacke. Sie ist die Autorin, die vor knapp 16 Jahren mit ihrer Storysammlung "Bye Bye Bruno" eine ganz neue Gattung des deutschen Krimis erfunden hat – es war die Hochzeit des sogenannten "Frauenkrimis". Sabine Deitmer hat mit ihrer Kommissarin Beate Stein die Mutter aller deutschen, aller emanzipierten Krimi-Polizistinnen, Fernsehkommissarinnen, taffen Aufklärerinnen geschaffen. 2005 kehrt Beate Stein wieder auf die Bühne zurück in "Scharfe Stiche" (Krüger Verlag). Sie löst einen Fall, der nur durch den herrschenden Zeitgeist passieren konnte. Mit Sabine Deitmer sprachen Almuth Heuner und Reinhard Jahn ... mehr
Beate Stein ermittelt wieder. Die Seriendetektivin der deutschen "Lady of Crime" Sabine Deitmer löst diesmal einen Fall im Umfeld der Schönheitschirurgie. "Scharfe Stiche" heißt der im Krüger Verlag erschienene Krimi. Regula Venske stellt ihn bei NDR-Kultur vor ... mehr
Eine Leiche auf den Stufen einer Dortmunder Schönheitsklinik, verstümmelt und mit angenähten Schweineohren – wem es da nicht angenehm gruselig den Rücken runterläuft, der ist wahrlich kein Krimifan. Mit "Scharfe Stiche " hat die Autorin Sabine Deitmer jetzt bereits den vierten Fall von Kommissarin Beate Stein auf Papier gebracht. Ein Beitrag von Katja Fischborn bei "donews.de" mit einer exclusiven Hörprobe: Die Autorin liest aus dem neuen Buch ... mehr
Gumshoe News
Für unsere englisch lesenden Krimifans: die Nachrichten des japanischen Kollegen Jiro Kimura bei "The Gumshoe Site".
Die "Mystery Writers of America" haben Marcia Muller mit dem Titel "Grand Master" ausgezeichnet. Verliehen wird der "Grand Master" beim "Edgar Awards"-Bankett am 28. April 2005.
hier
Vermischtes
"Deutsche Welle": "Frauenheld, Trinker und Spion": Ulrich Greiwes Biographie "Graham Greene und der Reichtum des Lebens".
"HNA": "In Kassels Straßen": Wolf S. Dietrich stellte seinen neuen Kriminalroman "Die Tränen des Herkules" vor.
Kalender
John Dickson Carr
Am 30. November 1906 wird John Dickson Carr († 27.02.1977) als Sohn schottischer Eltern in Uniontown, Pennsylvania, geboren. In seinen über 80 Romanen nimmt Carr die Tradition seiner großen Vorbilder Conan Doyle und G. K. Chesterton anspielungsreich auf.
Bekannt machten ihn seine Romane um Verbrechen im verschlossenen Raum, die sogenannten "locked room mysteries".
Carr begeisterte sich seit seinen Aufenthalten in England und zahlreichen Reisen durch den Kontinent für das "alte" Europa, wo auch zahlreiche seiner Kriminalromane spielen.
Er studierte in Paris, lebte in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in Marokko. Zeit seines Lebens war er ein starker Raucher und Trinker und in den letzten Jahren seines Lebens war er gesundheitlich stark angeschlagen und erkrankte schließlich an Lungenkrebs.
Infos:
Udo Hebisch, "krimi-couch" , "kaliber. 38" , "DuMont Kriminalbibliothek" , "kirjasto.sci.fi" (engl.) , "jdcarr.com/" (engl.), "wikipedia.org" (engl.),
Geoffrey Household
Am 30. November 1900 wird Geoffrey Household († 04.08.1988 in Banbury, Oxfordshire) in Bristol geboren. Er verbrachte nach einem Studium in Oxford vier Jahre als Bankier in Rumänien, arbeitete später als Bananenverkäufer in Spanien, ging dann in die USA. Dort schrieb er einige Hörspiele für Kinder, bevor er als Handelsvertreter in Druckfarben Europa und Südamerika bereiste. Später wurde er britischer Geheimdienstoffizier. Sein Roman "Einzelgänger, männlich" wurde im Jahre 1938 erstmals veröffentlicht (verfilmt von Fritz Lang) und "ist eines der wenigen Werke der Weltliteratur, die noch vor Kriegsbeginn, 'rechtzeitig' gewissermaßen, die Möglichkeit eines Anschlages auf Hitler durchspielen" (NZZ).
Infos:
perlentaucher, "kaliber. 38" , "biblio.at" , "Goethe Institut" , "kirjasto.sci.fi" (engl.), "fantasticfiction.co.uk/" (engl.),
29. November 2004
Das Kriminal
In der Zeitschrift "Literaturen" findet sich die Krimikolumne "Das Kriminal" von Franz Schuh, seit einiger Zeit auch im Netz. Sie bringt immer wieder
Überraschungen und lebt natürlich von der ganz speziellen Note dieses auch lesenden Autors. In der Dezemberausgabe geht es wieder einmal neben den Morden um Musik. In Island spiele die Musik eine Rolle, jedenfalls in dem Roman "Engelsstimme" (edition Lübbe) von Arnaldur Indridason, beginnt Herr Schuh und stellt fest, daß der Leser es erstens mit einer Familiengeschichte, zweitens mit einem Erziehungsdrama und drittens mit einem Künstlerroman zu tun habe, und daß der Rezensent diesmal kaum etwas Schlechtes über das Buch zu bemerken habe, sondern viel mehr Gutes ... mehr
Wiesbadener FrauenKrimiPreis an Verena Wyss
Die Schweizerin Verena Wyss erhielt für ihren noch nicht veröffentlichten Roman "Die Gärtnerin" den Frauen-Krimi-Preis 2004, die "Agathe". Die Jury würdigte den "raffinierten Aufbau" der Geschichte um drei Frauen. Zum fünften Mal vergibt die Stadt Wiesbaden in diesem Jahr den mit 5500 Euro und der Trophäe "Agathe" dotierten FrauenKrimiPreis. Mit der Auszeichnung endete der "Krimiherbst", den Wiesbaden und Mainz gemeinsam ausrichteten, meldet die "Frankfurter Rundschau" vom 28.11.2004, nicht ohne die Verleihung kritisch zu begleiten ... mehrAuch das "Wiesbadener Tageblatt"vom 29.11.2004 berichtet über die Veranstaltung. Auch hier fehlen nicht die kritischen Kommentare zur Entscheidung der Jury ... mehr
Grundsätzlich in Frage stellt Peter Lückemeier in der "FAZ" einen Frauenkrimipreis. "Waren Agatha Christie, Dorothy Sayers, Patricia Highsmith in Wirklichkeit gar keine Frauen? Oder wurden sie erst durch englische oder amerikanische Frauenkrimipreise zum Schreiben gebracht?" ...
mehr
Jan Scherping
Der Norderstedter Jan Scherping hat eine Europa-Karte erstellt, in der 202 Kommissare und Detektive aus Romanen zu finden sind, berichtet Andreas Burgmayer für das "Hamburger Abendblatt" vom 27.11.2004 ... mehrWolfgang Hohlbein
Mit dem Jugendbuch "Märchenmond", das Wolfgang Hohlbein zusammen mit seiner Frau Heike schrieb, begann 1982 ein Schriftsteller-Märchen, erzählt Annafrid Wehner in "Die Welt" vom 27.11.2004. Ein arbeitsreiches zudem: zu den Büchern, die Wolfgang Hohlbein meist allein, manche mit Co-Autoren oder unter Pseudonym verfaßt habe, kämen gut 100 Heftromane dazu. Das Hohlbein-Universum bestehe aus verschiedenen Galaxien. Neben den fantastischen Bücher-Welten existiere eine sehr reale. Sie liege in einer Reihenhauskolonie im rheinischen Neuss. DEr BEricht von einem Besuch ... mehr
Vermischtes
"Kölner Stadt-Anzeiger": "Düster ist die Welt": Arnaldur Indridason lässt seinen Kommissar Erlendur ermitteln und erzählt von einem Scheitern.
"taz": "Der große Schlaf": Ein spannender Krimi, aber ein ermüdendes Hörerlebnis: "Tatort"-Kommissar Freddy Schenk alias Dietmar Bär liest Håkan Nessers "Sein letzter Fall"
"Facts": "Der Ex als Gegner": Katy Mungers "Miststück"
"Hamburger Abendblatt": "Krimi aus Island": Mord in einem Hotel in Reykjavik. "Engelsstimme" verbindet Spannung mit Witz und Weihnachtsstimmung.
"Weilheimer Tagblatt": "Erfolg im Literaturbetrieb": Hanser-Verleger Michael Krüger plauderte in der Weilheimer Buchhandlung Buttner
"Wiebadener Tagblatt": "Wenn Evi ermittelt": Lustvolle Krimi-Lesung mit Susy Schmid
26. November 2004
Arthur Hailey †
Der amerikanische Schriftsteller Arthur Hailey ist am 24.11.2004 im Alter von 84 Jahren in Lyford Cay auf New Providence Island/Bahamas gestorben, meldet "Der Standard". Haileys Bücher erreichten weltweit eine Gesamtauflage von über 200 Millionen Exemplaren ... mehr
Drewnioks Krimiparade
Ein äußerst fleißiger Krimirezensent ist Michael Drewniok, der vielen durch seine Besprechungen unter anderem bei der "krimi-couch" und beim "Buchwurm" bekannt ist. Schön, daß er sich wie Ekkehard Knörer auf seiner inzwischen relaunchten "Crime Corner"-Seite auch um vergriffene, manchmal auch vergessene Bücher kümmert. Beim "Buchwurm" hat Drewniok jetzt wieder mit folgenden Besprechungen zugeschlagen:
"Fünf gegen eine Bank" von Donald E. Westlake
"Der enthauptete Großonkel" von Jonathan Latimer
"Furien im Finstern" von Erle Stanley Gardner
Sara Paretsky
Das harte Herz des Südens: die amerikanische Krimiautorin Sara Paretsky sprach für den "Tagesspiegel" vom 26.11.2004 über ihr Land in republikanischer Hand und natürlich über Kriminalliteratur ... mehr
Leonardo Padura
Beim "Rheinischen Merkur" (Nr. 48, 25.11.2004) atmet Michaela Schmitz auf: endlich sei Leonardo Paduras zweiter Band seines Detektiv-Epos "Havanna-Quartett" auf Deutsch erschienen. Einzig Krimis unterlägen im Castro-Paradies nicht der Zensur. Deshalb sei das Genre ein beliebtes Mittel, die raue Wirklichkeit unverfälscht darzustellen. "Handel der Gefühle" (Unionsverlag metro) sei nach "Ein perfektes Leben" der "Frühling" der nach Jahreszeiten geordneten vier Romane, die alle im kubanischen Wendejahr 1989 spielen. Padura wähle ganz bewusst das Format des Krimis, um an der Zensur vorbei seine Sicht über das Ende der Illusionen der kubanischen Revolutionsgesellschaft zu erzählen ... mehr
Norma Khouri
Den jordanischen Kriminalkommissaren falle es meistens nicht so schwer, das Tatmotiv eines Frauenmörders herauszufinden. Sie tippten als erstes auf Ehrenmord. Und das treffe erfahrungsgemäß oft zu, erkennt Fahimeh Farsaie in ihrem Beitrag für den "Freitag" No. 49/2004 vom 26.11.2004. In ihrem Roman "Du fehlst mir, meine Schwester" nehme Norma Khouri das jordanische Strafgesetzbuch aufs Korn und erzähle das bittere Schicksal der betroffenen Dahlia zwar aus Gefühlslagen heraus, werde dennoch nie sentimental. Denn sie verdichte das Thema ohne Visionen und unnötige Bilder ... mehr
Jasper Fforde
Der Mann mit dem markanten Doppel-F im Nachnamen habe wieder zugeschlagen, ruft Richard Brückner bei hr-online . Jasper Ffordes unkonventionelle Literatur-Spezialagentin Thursday Next ermittele in einem anderen Buch. Der rasante Detektivroman "In einem anderen Buch" (dtv premium) von Jasper Fforde sei eine fantastische Satire und ein spannendes Puzzle zugleich: Großartiger Nonsens in bester Tradition von Edward Lear oder Lewis Carroll, meint Lena Bodewein bei NDR Kultur
Vermischtes
"FAZ": "Sanft geweckt": ARD setzt "Donna Leon"-Serie fort. Uwe Kockisch darf als Commissario Brunetti weiterermitteln.
"WDR 4": "Gewitzte Nonne": Sibylle Haseke stellt Boris Akunin und eine gewitzte Nonne vor, deren liebste Nebenbeschäftigung es ist, gefährliche Verbrecher dingfest zu machen.
"NDR": "Fulminante Krimikomödie": Olivia Joules, die neue Heldin von Bridget-Jones-Erfinderin Helen Fielding
"Kölner Stadt-Anzeiger": "Miss Marple der Kunst": Kunstdetektivin Ulli Seegers berichtete im Museum Schloss Morsbroich von ihren Fällen.
Kalender
Wolfgang Ecke
Am 26. November 1927 wurde Wolfgang Ecke in Radebeul geboren. († 3.11.1983 in Murnau/München).
Ecke schrieb hunderte von Funkerzählungen, Hörspielen, zahlreiche Jugendkrimis und gab Kriminalmagazine heraus. Einer seiner Serienhelden ist der Londoner Warenhausdetektiv Perry Clifton. Seine sieben Perry-Clifton-Romane hatten 1977 eine Gesamtauflage von 250.000 Exemplaren erreicht.
Infos bei:
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren, wikipedia.org , "signe de piste.com" (franz.).
25. November 2004
Wiesbadener FrauenKrimiPreis
Zum fünften Mal vergibt die Stadt Wiesbaden in diesem Jahr den mit 5500 Euro und der Trophäe "Agathe" dotierten FrauenKrimiPreis. Am Freitag, 26. November, präsentieren sich die nominierten die fünf Autorinnen in der Caligari Filmbühne in Wiesbaden, meldet der "Wiesbadener Kurier" am 25.11.2004. Nominiert sind Lisa Lercher, Karola Weibezahl, Verena Wyss, Krystyna Kuhn und Christine Grän ... mehrDeutsche Krimistraße
Das Kehdinger Land liegt westlich von Hamburg zwischen Moor und Meer. Es ist ein gruseliges Land, in dem mit allem zu rechnen ist. Deshalb werden hier so viele Krimis geschrieben, meint Wolfgang Gehrmann in seinem Beitrag für "Die Zeit" 49/2004 vom 25.11.2004, in dem Elke Loewe, Wilfried Eggers und Jürgen Petschull besonders erwähnt werden. Vielleicht, weil die üblichen Bemühungen der Tourismusförderer – Aktion Ferienspaß, Badegütekarte, Kutschfahrt über Land – auf diesem schwierigen Terrain nicht alle Hoffnungen erfüllten, werbe die Homepage www.niederelbe.de/krimi seit einiger Zeit für die "Deutsche Krimistraße" ... mehrMörderischer Herbst – Krimispecial auf "literature.de"
Krimis faszinieren. Schnell steigen die Neuerscheinungen bekannter Autoren in der Lesergunst und den Platzierungen nach oben. Grund genug, nicht nur einige Neuerscheinungen zu betrachten, sondern auch einmal einigen Autoren auf die Finger zu schauen, meinte die Redaktion von "literature.de" und stellte unter dem Motto "Mörderischer Herbst" ein Krimi-Special zusammen. Es gibt Interviews mit Ian Rankin, Andrew Taylor, Elizabeth George und Andreas Franz, frische Rezensionen und die Vorstellung von Tatjana Ustinowa als Shootingstar des russischesn Kriminalromans ... mehrJoseph Hansen †
Der amerikanische Schriftsteller Joseph Hansen ist am 24. November 2004 im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes in Laguna Beach, Kalifornien gestorben. Hansen schuf den schwulen Versicherungsdetektiven Dave Brandstetter und zeichnete im Verlauf der Romane ein Bild der sich verändernden amerikanischen Gesellschaft weit über den sexuellen Aspekt hinaus.
Joseph Hansen, 1923 geboren, gestand sich als Teenager ein, dass er Männer liebte, heiratete mit 20 Jane Bancroft, die bis zu seinem Tode seine Gefährtin war, und wurde im selben Jahr Vater und erstmals verlegt. Seiner Autobiografie zufolge prägten ihn schon als Kind die Schriftsteller Carl Sandburg, Mark Twain und später Walt Whitman. In den 40ern und 50ern schlug sich Hansen als Buchhändler, Maler, Folkmusiker, Lexikonvertreter und Sekretär durch, in den 60ern steckte er in Vorreiterprojekten selbstbewusst schwuler Presse, veröffentlichte Gedichte und konnte unter dem Pseudonym James Colton erste Romane lancieren. 1967 entstand mit Fadeout der erste Brandstetter, 1970 bei Harper verlegt, was Hansen den Durchbruch als Schriftsteller brachte.
Der Verfasser von knapp 30 Romanen, Dutzenden von Storys und zahllosen Gedichten lebte bis zu seinem Tod mit seiner Gefährtin in einer kleinen Kate nahe Los Angeles.
Infos bei:
Argument Verlag , "der bücherfreund" , "kaliber. 38" , "Toms Krimi-Treff" .
Krimistadtschreiberpreis "Nordfälle"
Flensburg sucht die oder den Krimistadtschreiber/in 2005.
Der Krimistadtschreiberpreis Nordfälle ist deutschlandweit der erste Stadtschreiberpreis für das Genre Kriminalroman. Der Preis wird nunmehr zum vierten Mal vergeben – vorherige Preisträger waren 1999 Günter Gerlach (Falsche Flensburger, Rotbuch 2000), 2001 Martina Bick (Heute schön, morgen tot, Ariadne 2002) und 2003 Peter Zingler (Dunkelziffer, Heyne 2005).
Bewerben können sich Krimiautorinnen und -autoren, die bereits mindestens eine Veröffentlichung in Form eines Buches, einer TV-Produktion von mindestens 45 Minuten Länge oder eines Hörspiels von mindestens 30 Minuten Länge vorweisen können. Die Veröffentlichungen können in deutscher oder dänischer Sprache vorliegen.
Der Preis ist mit 3.000 € dotiert. Während des Aufenthalts von Mitte Juni bis Mitte September 2005 wird der/dem Autor/in eine Wohnung in Flensburg gestellt, sowie eine Pauschale für Anreisekosten und Verpflegung gezahlt.
Einsendeschluss ist der 28. Februar 2005; die Bekanntgabe des Gewinners oder der Gewinnerin erfolgt gegen Ende Mai 2005. Weitere Informationen gibt es
... hier
Vermischtes
"Berliner Zeitung": "Klobürste vom Gendarmenmarkt": Anna Marx, diese hedonistische Gelegenheitsdetektivin mit ihren ewigen Gewichtsproblemen, ist in die Jahre gekommen
"evolver": "Mörderische Idylle": Nora Roberts' schickt ihren Held Nate Burke aus den Südstaaten in den Winter Alaskas
"Titel": "Skurriler Schnüffler": Jaime Bunda aus Angola, ein weiterer schillernder Vertreter der Zunft
"ZDF": "Urlaubsreise wird zum Horrortrip": Swea Schilling über "Die fremde Freundin" von Katy Gardner
"Berliner Literaturkritik": "Schneiden, färben und ein Mord": Ein Friseurkrimi von Christian Schünemann
"game surf": "Baker Street digital": Computerspiel um Sherlock Holmes
"all-in.de": "Spannend und sättigend": "Mörderische Lesung" im Deutschen Haus in Waal
"Weltwoche": "Der Tote im Busch": Sacha Verna über den neuen Krimi von Hansjörg Schneider (Nur für Abonnenten)
"Wiesbadener Tagblatt": "Leere Augen im kalten Norden": Lesung von Jan Costin Wagner
"MVV": "Advent-Krimi": Detektivgeschichte mit dem Titel "Ein Herz zu Weihnachten" von Nina George.
Kalender
Francis Durbridge
Am 25. November 1912 wird Francis Durbridge in Hull, Yorkshire geboren († 11. April 1998 in London).
Durbridge arbeitete nach seinem Studium der englischen Sprache kurzfristig als Börsenmakler, publizierte aber bereits 1938 seinen ersten Kriminalroman. Er war 30 Jahre bei der BBC als Hörspiel-Autor tätig und publizierte 35 Romane, die meist die Stoffe der bereits von Radiosendernsendern ausgestrahlten Hörspiele verwerteten und zum Teil auch in Coproduktion mit anderen Autoren entstanden.
Sein bekanntester Held war der fiktive Kriminalschriftsteller und Hobbydetektiv Paul Temple, der in den in Deutschland erschienenen Radio-Hörspielen von Rene Deltgen gesprochen wurde.
Paul Temple ist der berühmteste Detektiv, der je für das Radio erfunden wurde. Erfunden wurde er in den 1930er Jahren für die BBC von Douglas Rutherford und Francis Durbrigde. Lange vor dem modernen Serienboom beherrschte Durbridge die Kunst der "Cliffhanger" meisterlich: indem er immer im spannendsten Moment aufhörte, ließ er sein Publikum der nächsten Folge entgegen fiebern. Was er im Hörspiel lernte, perfektionierte er später im Fernsehen: "Das Halstuch" (1962) und "Melissa" (1965) waren im deutschen Fernsehen absolute Straßenfeger.
Infos bei:
Toms Krimi-Treff , "durbridge.de.vu", "kirjasto.sci.fi" (engl.), "wikipedia.org".
24. November 2004
Ein Fall für Fischer
In ihrer Kolumne "Ein Fall für Fischer" im Berliner "Tagesspiegel" vom 21.11.2004 schreibt Andrea Fischer über eine üppige Amerikanerin. Gemeint ist Casey Jones, Privatdetektivin ohne Lizenz, mit üppiger Figur, scharfem Verstand und beträchtlichem Interesse an gut aussehenden Männern. "Miststück" (UT metro) der neue Roman von Kathy Munger sei weit mehr als ein Trost für nach der Präsidentenwahl enttäuschte Freunde Amerikas. So sicher könnten nicht viele in der Kriminalliteratur die richtige Balance zwischen Humor und Tragik finden. Umso besser, dass das Buch von Tom Appleton eine Übersetzung erfahren habe, die genau den richtigen Ton treffe ... mehr
Gohlis' Kriminalromankolumne
In seiner Krimikolumne in "Die Zeit" 48/04 vom 18.11.2004 schreibt Tobias Gohlis unter anderem über einen Roman, der unwiderstehlich begänne, jedoch einen bescheuerten Titel habe: "Mord im Zeichen des Zen" (Scherz) von Oliver Bottini. Aber außer dem Titel sei nichts bescheuert an diesem Buch. Geschrieben in einem kraftvollen,
unsentimentalen Duktus, um den Krimiprofis – und nicht nur die – den Debütanten beneiden könnten.
Krimiautoren bewegen sich ästhetisch auf einem scharfen Grat zwischen Weckung der Sensationsgier und Öffnung des Blicks, meint Gohlis. Auch Astrid Paprotta habe ihren Roman "Die ungeschminkte Wahrheit" (Piper) so geschrieben, daß über das Romanende hinaus ein Bildeindruck haften bliebe, der daran erinnere, dass nicht nur das Schema Spannung/Lösung durchlaufen werde, sondern auch die wirklich dunkle Seite der schönen globalisierten Gegenwart zu sehen sei ... mehr
Pieke Biermann
Berliner Verbrechen: Die Krimi-Autorin Pieke Biermann erzählt an jedem 3. Samstag im Monat wahre Fälle, die sonst nur in den Randzonen der Medien Erwähnung finden.
In der Sendung am Sonnabend, 20. November 2004 im "infoRADIO/RBB 93,1" ging es um ungeklärte Tode. Die allermeisten haben keinen Täter.
In Berlin werden jedes Jahr über 6000 Leichen gefunden, auf deren Totenschein als Todesursache "ungewiss" angekreuzt ist. Arbeit für die Kripo. Aber nicht die Mordkommissare vom Landeskriminalamt. Zu "Leichensachen" kommen die Teams von VB Eins, der kriminalpolizeilichen Sofortbearbeitung der sechs Polizeidirektionen. An manchen Tagen haben sie mehrere "Leichensachen".Lesen und hören bei Inforadio/Archiv ...
Und als Text im "Tagesspiegel"
Vermischtes
"Deutsche Welle": "Es wallandert sehr": Ein allzu schönes Mädchen"Der Standard": "Bücherrundschau": Bankräuber, Illegale, Korruption und Schwedens Wald
"Berliner Zeitung": "Gründerzeitstimmung vor der Katastrophe": Robert Harris' historischer Thriller über den Untergang von Pompeji
"netecho": "Eifelkrimi mit Zutaten": Edgar Noske und sein Buch "Die Eifel ist kälter als der Tod"
"Soester Anzeiger": "Sarkasmus und Krimi": Ein Interview mit dem griechischen Krimi-Autor Petros Markaris
"Kölnische Rundschau": "Spannung und Neugier": Kai Meyer las in Lindlar
"Wiener Zeitung": "Der Krimi boomt": Ausverkaufte Wiener Krimi-Nacht
"Die Presse": "Gemächt gesucht": Dritte "Wiener Kriminacht" im "Porgy & Bess": lauwarm.
Kalender
Harry Kemelman
Am 24. November 1909 wurde Harry Kemelman in Boston geboren und arbeitete nach einem Harvard-Studium als College-Dozent. 1964 erschien sein erster Krimi "Am Freitag schlief der Rabbi lang", für den er den Edgar-Allan-Poe-Preis erhielt. Bis 1978 folgte für jeden Wochentag ein Krimi um den amerikanischen Rabbi David Small, der seine Fälle mit der Logik des Talmuds löst.
Kemelman starb Mitte Dezember 1996 mit 88 Jahren in seinem Wohnort Marblehead im Bundesstaat Massachusetts. (Info: Berlin Online)
Infos und Bibliographie:
kirjasto sci.fi (engl.), krimi-couch.de, BR Kalenderblatt
Stillstand!
Vom 18. bis 23. November 2004 haben die Alligatorpapiere
Pause.
Das anhaltend schlechte und zunehmend deprimierende Wetter zwingt uns, einen wichtigen Aussentermin zur Schonung unserer Nerven und zur Ankurbelung der Wirtschaft wahrzunehmen.
Amüsieren Sie sich bis dahin mit der Literatur, die Sie schon immer einmal lesen wollten, lauschen Sie Hörspielen, gehen Sie ins Kino, sehen Sie fern oder beteiligen Sie sich an an den derzeit grassierenden Verspeisungen von Gänsen. Entspannen und amüsieren Sie sich. Ziehen Sie sich warm an, bezahlen Sie Ihre Stromrechnung und sorgen Sie für Kaminholz. Es wird noch nasser. Und kälter. Es ist November.
Nach Diktat verreist.
17. November 2004
Andreas Pflüger
Es würden ordentlich Waffen durchgeladen und verwendet in dem Buch "Operation Rubikon" (Herbig Verlag) von Andreas Pflüger, meint Joachim Scholl in seiner Besprechung für den "Deutschlandfunk" am 15.11.2004. Es sei Pflügers erster Roman, und mit geradezu lässiger Meisterschaft bewege sich der Autor in einer epischen Dramaturgie, die über Hunderte von Seiten ihre Spannung halte und kaum an einer einzigen Stelle schwächele. Man könne ohne Übertreibung sagen: "Operation Rubikon" sei der beste deutsche Thriller, den es je gegeben habe, und der erste seit langem mit internationalem Format ...
mehrAlexander McCall Smith
Im Grunde genommen sei Alexander McCall Smiths' Detektivroman "In Edinburgh ist Mord verboten" (Karl Blessing Verlag) Erbauungsliteratur, die sich gegen den Niedergang der Sitten und Umgangsformen wende. Rührend altmodisch, wie schon die Fräulein Anrede seiner Heldin im Titel andeute, schreibt Brigitte Neumann in ihrem Beitrag für den "Deutschlandfunk" am 15.11.2004. Doch während er seine Geschichten den 80ern und 90ern als altmodisch, bürgerlich galten, sehe es heute anders aus: Die Zeiten hätten sich geändert. Heute sei er der erfolgreiche Gentleman-Autor, der aus einer heilen Welt berichte, in der Ehrlichkeit, Allgemeinbildung und gutes Benehmen wenigstens Qualitäten der Mittelschicht waren ...
mehrClemens Stadlbauer
Was gibt es Neues aus Österreich, Ulrich Noller? Österreich erlebe seit einigen Jahren eine Blüte des satirischen Kriminalromans, erklärt Noller bei der "Deutschen Welle". Clemens Stadlbauers Debütroman "Quotenkiller" sei Teil dieser Welle und doch ganz besonders: "Quotenkiller" sei der erste deutschsprachige Kriminalroman, der in der international ausgerichteten "metro"-Reihe veröffentlicht werde, ein Zeichen für die Qualität dieser brillanten, witzigen Geschichte; die eine große Sause sei, ein überdrehter Spaß, eine bissige Mediensatire. Und der Schlussgag sei einer der besten in der deutschsprachigen Kriminalliteratur überhaupt ...
mehrVermischtes
"Deutschlandradio": "Privatdetektivin ohne Lizenz": Andrea Fischer bespricht Katy Mungers "Miststück""NDR": "Krimi-Woche": NDR Info stellt in dieser Woche jeden Tag einen spannenden Krimi vor
"Kölnische Rundschau": "Krimi und Wein": Lesung mit Carsten Sebastian Henn
"Kieler Nachrichten": "Russlands Krimi-Königin": Polina Daschkowa zu Gast in Kiel
"Backnanger Kreiszeitung": "Autowahn und Egomanie": Klaus Wanningers neuer Krimi "Schwaben-Wahn" und der Krieg auf der Straße
"BZ": "Rache an Regina Ziegler?": In Christine Gräns neuem Krimi wird eine Berliner Produzentin mit einer Klobürste erschlagen
16. November 2004
Unterhaltungsliteratur entdeckt das christliche Erbe
Auf den Nachttischen durchschnittlich gottloser deutscher Leser lägen gemeinhin Bücher, in denen es wenig alttestamentarisch zugehe. Gut und Böse seien selbst für den klerikalen Kriminalroman, in dessen Tradition beispielsweise Andrea Schacht ihre Ermittlerin Almut Bossart, eine Begine, stelle, keine Frage des rechten Glaubens, meint Wieland Freund in sienem Beitrag für "Die Welt" vom 16.11.2004. Der Mörder sei immer der Priester: Die Unterhaltungsliteratur entdecke das christliche Erbe – als exotischen Schauplatz, so seine These, die er mit zahlreichen Hinweisen aus Büchern belegt ... mehrKrimi-Blitz
Im Dezember möchte die "Krimi-Couch" von ihren Lesern den besten Krimi des Jahres 2004 wählen lassen. Ausgezeichnet wird dieser mit dem "Krimi-Blitz 2004". Jeder Leser kann seine Stimme einem von zwanzig Vorschlägen geben, die sich aus den sogenannten "Krimi-Couch-Volltreffern" und der Hitliste, die sich aus den bisherigen Leser-Wertungen zusammensetzen. Dazu werden noch einige Titel, die die Redaktion ausgewählt hat, zur Wahl stehen. Und: es gibt etwas zu gewinnen ... mehrJames Siegel
Inspiriert von einem Zeitungsartikel erzähle James Siegel in "Entgleist" (Ehrenwirth), wie das Leben eines Durchschnittsmenschen durch einen Seitensprung und einen Gewaltakt immer mehr aus den Fugen gerate, meint Barbara Wegmann im Magazin "Titel". Das Tempo des Thrillers sei ausgesprochen flott und fesselnd, die Kapitel oft sehr kurz, Szene an Szene, Schlag auf Schlag, ein Thriller bester Machart ... mehrVeit Heinichen
Wie gewohnt vereinige Veit Heinichen auch in seinem neuen Triest-Krimi "Tod auf der Warteliste" (Dtv) die Spannung mit viel Lokalkolorit und politischen Seitenhieben, schreibt Karsten Herrmann im Magazin "Titel". In seinem dritten Fall habe es Commissario Proteo Laurenti mit der international operierenden Organhändler-Mafia zu tun und Heinichen erzähle aus verschiedenen Perspektiven und verknüpfe eine Vielzahl von Handlungssträngen ... mehr
Zielfahndung.
Stefan Lichtblaus
sehr persönliche
Betrachtungen eines Genres.
No. 5
Ist der Regionalkrimi der Pulp der neuen Kriminalliteratur?
Stefan Lichtblau über die Zwänge des Marktes, raffinierte Lösungen und gut versteckte Autoren in der Regionalkrimilandschaft.
Daß sich hinter Literatur für eine Region auch oft provinzielle Literatur verbirgt ist keine Frage. Überraschend ist eher, daß sich in diesem Angebot mehr literarische Potenz verbirgt, als so mancher annehmen mag. Was zu einer verwegenen These führen kann: Wenn sich in der Frühzeit der amerikanischen Kriminalliteratur unter den vielen grottenschlechten Pulpautoren einige herausragende, wegweisende Kriminalschriftsteller haben finden lassen, was spricht dagegen, daß sich unter den unzähligen weniger guten Regionalkrimis nicht einige hervorragende Autoren der Zukunft bewegen?
Lesen
Alptraumfabrik Hollywood?
Als extrem buchlastig bekannt, verweisen wir ab und an auch auf Entwicklungen in Film und Fernsehen. Die Paranoia gehe um in unseren Kinos, meint Hans Langsteiner in seiner wöchentlichen Kolumne zur Wunschmaschine Kino bei "oe1.ORF.at": Gleich zwei amerikanische Filmneuheiten, "Der Manschurian Kandidat" und "Die Vergessenen", kreisen um mysteriöse Verschwörungen – reagiert Hollywood auf gesellschaftliche Klimaschwankungen? ... mehrVermischtes
"Tagesspiegel": "Der universale Charakter des Krimis ": Eduardo Mendoza liest Montalban, Qui Xiaolong eigene Texte"Main-Rheiner": "Höhepunkt des Krimi-Herbstes": Heute Lesung mit Sara Paretsky und Valerie Wilson Wesley
"Main-Rheiner": "Wirklichkeit als Roman-Vorlage": Andreas Franz las in Trebur
"WAZ:": "Mord am Hellweg II": Krimi-Festival bot 7 500 Fans Mordsspaß
"Kölnische Rundschau:": "Abseits des Dienstwegs": Auch in seinem 17. Roman um Detective Inspector John Rebus spielt der Schotte Ian Rankin mit den Regeln des Krimi-Genres.
"Westdeutsche Zeitung": "Session mit Serienmördern": Zweite Krimi-Nacht im Düsseldorfer Polizeipräsidium war ein voller Erfolg
15. November 2004
Europa mordet
Der Stifter des höchstdotierten europäischen Literaturpreises wird am Abend der Verleihung ermordet. Dieses Motiv aus Manuel Vázquez Montalbáns Kriminalroman "Undercover in Madrid" hat bekannte europäische Autoren aus fünfzehn Ländern dazu inspiriert, Variationen des Falles zu verfassen. Die Sammlung wird im Januar 2005 bei "Ullstein" erscheinen. Am 17. November beginnt in Berlin die Lesereihe "Beim nächsten Mord wird alles anders" im Café "EggersLandwehr" mit den beteiligten Autoren wie Anne Chaplet, Hugo Hamilton, meldet das Fachmagazin "Buchmarkt" ... mehrJavier Marías
Der Roman "Dein Gesicht morgen" (Klett-Cotta) von Javier Marías lasse sich als Agententhriller an, meint Christa Nebenführ in "Die Presse" vom 12.11.2004. Doch dann entwickele er sich zur beklemmenden Analyse der Weltsicht von Persönlichkeitstrainern ... mehrMaarten 't Hart
Wie Hysterie entsteht und die ganze Welt in Holland wütet. Elmar Krekeler hat den niederländischen Schriftsteller Maarten 't Hart in Warmond besucht. Den berüchtigten Querkopf der niederländischen Literatur, als Querulant vor dem Herrn des öfteren zeitungsnotorisch geworden, habe der Mord des Filmemachers Theo van Gogh nicht überrascht ... mehrCrime Scene
In der "taz" vom 13.11.2004 ist die Krimikolumne "crime scene" erschienen. Kolja Mensing hat sich diesmal deutsche Krimis vorgenommen: Oliver Bottinis "Mord im Zeichen des Zen" (Scherz), Christian von Ditfurths "Mit Blindheit geschlagen. Stachelmanns zweiter Fall" (Kiepenheuer & Witsch) und Roman Rauschs "Wolfs Brut. Ein Fall für Kommissar Kilian" (Rowohlt) ... mehrVermischtes
"Stuttgarter Zeitung:": Sara Paretsky über Krimis, Konzerne, Medien und Politik"OTZ:": "Ich hatte nie eine Leiche im Keller": Ingrid Noll über ihre anhaltende Neigung zum Männer-Morden
"Braunschweiger Zeitung:": "Auf der Suche nach einem Mord": Birgit Lautenbach lässt Kommissarin Emma ermitteln
"Hamburger Abendblatt:": Ingvar Ambjörnsen erzählt in "Die Puppe an der Decke" die verstörende Story zweier Schwestern.
"Westfälische Rundschau:": Finale von "Mord am Hellweg II": Ein wahrhaft mörderisches Vergnügen
12. November 2004
Omar Saavedra Santis
Der Roman "Magna Diva" von Omar Saavedra Santis habe viele Ebenen, meint Gert Eisenbürger im "Freitag" 47/2004. Zunächst sei es ein Roman über die Oper, oder mehr noch eine Oper als Roman. Er habe vier Akte, eine Ouvertüre und ein grausig-großes Finale, dazu die obligaten Rezitative und Arien. Vor allem aber sei es ein spannender Politkrimi während der Zeit des demokratischen Übergangs in Chile und zugleich die vielleicht spannendste literarische Standortbestimmung des lateinamerikanischen Katholizismus, die in den letzten Jahrzehnten geschrieben wurde ... mehrPolina Daschkowa
In ihrem Alltag sei sie selbst auf Verbrecherjagd, erklärt Klaus Wilke in der "Lausitzer Rundschau" vom 12.11.2004. Seit zehn Jahren schreibe Polina Daschkowa Krimis. Zwölf habe die Moskauerin bisher beendet, am 13. arbeite sie, sechs sind bisher deutsch erschienen. Aus dem jüngsten davon, "Für Nikita" , las sie in der Cottbuser Zentralbibliothek. Gelegenheit für ein Interview ... mehrVermischtes
"WAZ:": "Tatort Rathaus – Crime Night": Jaques Berndorff und Nessa Altura lesen heute bei "Mord am Hellweg 2" in Holzwickede."Ka-news:": "22. Bücherschau Karlsruhe": Bis zum Sonntag, 5. Dezember, dreht sich in Karlsruhe alles rund um den Krimi.
"Berliner Zeitung:": "Rabu Kat kaneh!" Acht Autoren erzählen Geschichten. Heute Carlo de Luxe, Erfinder der Richard-Knudsen-Krimis.
Kalender
Chester Himes
Am 12./13. November 1984 stirbt der US-amerikanische Schriftsteller Chester Himes in Moraira, Spanien (* 29.Juli 1909 in Jefferson City, Missouri). Mit seinem Harlem Zyklus um die schwarzen Polizisten Grave Digger und Coffin Ed erhielt die Kriminalliteratur einen neuen Ton, eine bitter-skurille Variante und eine radikale Sicht des Rassismus in den USA.
Für "All Shot Up" (1960, frz.: La Reine de pommes), erhielt er als erster US-amerikanischer Autor den renommierten französischen Krimipreis "Grand Prix de la Littérature Policière". Auch Himes wurde in seiner Heimat ignoriert, während er in Europa zu einem angesehenen Autor und Klassiker der Kriminalliteratur wurde.
"Die Linken hassten meine Geschichten, die Rechten hassten sie, die Juden und die Schwarzen hassten sie ... Ich glaube, was die Amerikaner am meisten hassten, war die Tatsache, dass ich der Wahrheit zu nahe kam."
Infos bei:
Thomas Wörtches Aufsatz "It Does Make Sense!" bei kaliber. 38 (nur gegen Gebühr, aber Pflichtlektüre für jeden, der sich ernsthaft für Chester Himes interessiert!) Unionsverlag , wikipedia , krimi-couch , Mordlust , S. Mendes Krimisalon
11. November 2004
Das Zitat
Wenn wir annehmen, es handele sich hier um einen Mordfall ..., dann haben wir es mit einer Kriminalgeschichte zu tun. Sie versetzt den Leser in die peinliche Lage eines Detektivs, der keine andere Quelle besitzt als die Aufzeichnungen eines offenkundig nicht immer zurechnungsfähigen Mannes.Dass sich die Lektüre dieses sonderbaren Buches dennoch lohnt ... mehr
Michael Bresser/Martin Springenberg
Nach Roman Rausch schaffen nun auch Michael Bresser und Martin Springenberg den Sprung vom Selbstverlag zu einem Großverlag. Im "Ullstein Verlag" werden ab Mai 2005 die ersten beiden Romane "Schweine & Schlächter" und "Schafe & Killer" um den westfälischen Privatermittler Dieter Nannen erscheinen. Im Internet sind die Texte auch zu finden: bei "kongolo.de"Jörg Fauser
In der Jörg-Fauser-Edition des "Alexander Verlages" sollte als dritter Band eigentlich die gesammelten Gedichte "Trotzki, Goethe und das Glück" erscheinen. Stattdessen kam nun Fausers erster, im März 1981 erstmals erschienener Kriminalroman "Der Schneemann" heraus, der 1984 mit Marius Müller-Westernhagen auch verfilmt wurde (dieses Jahr (2004) bei "Bitter Lemon" auch als englische Ausgabe verlegt).
Fauser, der sein Geld hauptsächlich mit dem Journalismus verdiente (unter anderem mit einer Krimikolumne im Berline "TIP", in der er als einer der ersten das Potential Hans Werner Kettenbachs entdeckte, der damals noch mit seinen ersten Krimis bei Bastei erschien) spielte in diesem ersten Krimi mit den Methoden eines Eric Ambler in einer Sprache, die viel Len Deighton, eine ganze Menge der Einflüsse der Beatliteratur und viel von Fausers Wut und Leidenschaft enthielt und auch als deftige Antwort auf die nach seiner Meinung blutleere zeitgenössische deutsche Literatur gemeint war. Im "Stern" gab es Berichte zu seinem Gedenken anlässlich des 60. Geburtstages und ein Interview mit Wiglaf Droste, der mit Texten des Fauser auf Lesereise durch Deutschland tourte.
John S. Marr
Natürlich sei "Die achte Posaune" (Bastei Lübbe) ein Reißbrett-Roman von der ersten bis zur letzten Zeile, meint Michael Drewniok in seiner Besprechung des Romans von John S. Marr beim "Buchwurm". Ertaunlich sei, daß John Marr zu den ganz, ganz seltenen Autoren gehöre, die denkbar ungeschickt starten, um sich dann zu echten Geschichtenerzählern zu entwickeln. "Die achte Posaune" sei etwas Seltenes: der zweite Teil einer Story, die den ersten deutlich übertreffe. Zudem bringe Marr sein außerordentliches Hintergrundwissen dieses Mal deutlich souveräner ins Spiel ...
mehrVermischtes
"Kölner Stadt-Anzeiger:": "Lippenstift statt Pistole": In Berlin zeigt das Filmmuseum mit "Die Kommissarinnen" eine Ausstellung über deren stetige Entwicklung im Fernsehen."Frankfurter Rundschau:": "Kriminell": Sara Paretesky und Valerie Wilson Wesley zu Gast beim gemeinsamen Krimiherbst der Städte Wiesbaden und Mainz.
"Kölner Stadt-Anzeiger:": "Der Rum, die Stadt und der Kommissar": Das "Museum Litterale" stellte den kubanischen Autor Leonardo Padura und dessen Havanna-Krimis vor.
"Börsenblatt": "Die Unschuld des Kriminellen": Chesterton-Erzählung als Vorabdruck in der FAZ
"Main-Rheiner":" Geschichte einer Verführung": Wenig mitreißende Lesung Ramona Diefenbachs beim Krimi-Herbst
10. November 2004
Gumshoe News
Für unsere englisch lesenden Krimifans: die Nachrichten des japanischen Kollegen Jiro Kimura bei "The Gumshoe Site".
Die "Crime Writers Association of Britain" hat die Gewinner der "2004 Dagger Awards" bekanntgegeben:
Den "Gold Dagger" erhielt Sara Paretsky für "Blacklist".
Die anderen zahllosen Dagger von Silber bis Steel, für historische und sonstige Kriminal-Leistungen, incl. Debut und People Choice etc. pp. entnehmen Sie bitte den Informationen aus Japan über britannische Verleihungen ... mehr
Helmut Rellergerd
Köln ist eine unheimliche Stadt. Thomas Böhm, Chef des Kölner Literaturhauses, ist Anhänger einer Voodoo-Sekte. Er erweckt seinen toten Großvater zum Leben und sorgt am Rhein für Angst und Schrecken. So steht es zumindest in im heute erschienenen 1374. Band "Zombies im MediaPark" des "Geisterjägers John Sinclair", wie immer geschrieben von Helmut Rellergerd. Das Heft ist eine Benefizaktion zum Erhalt der Kölner Literatureinrichtung, schreibt Jan Brandt für "Spiegel-online" ...
mehrThomas Przybillkas Tipps No. 37
Wer mehr über die Hintergründe der Kriminalliteratur wissen möchte, kommt an Thomas Przybilka, dem Experten für Sekundärliteratur zum Krimi nicht vorbei. Die No. 37 , der letzte
KRIMI-TIPP des Jahres 2004 ist pickepackevoll mit Informationen und Buchtipps. Da gibt es zum Beispiel eine Referatsammlung "Zum Kriminalroman der Gegenwart" oder ein Buch über "American Indian Crime Fiction", mehrere Sammlungen über den "Roman Noir", eine "Vlaamse Krimi-bibliografie", etwas über "Latin American Mystery Writers" und über deutsche Serienmörder und Entführer. Wußten Sie, daß "Photoplay Editions" überlicherweise Reprints von Romanen waren, die verfilmt wurden? Auch darüber gibt es Tipps bei Przybilka, ebenso zu "Alcohol in the Hard-Boiled Novel" und "Railways in British Crime Fiction". Es gibt Bücher über das Schreiben von Kriminalliteratur und über "Mysteriöse Todesfälle", Kriminalität wo immer man hinschaut. Lesen Sie ... hier
Vermischtes
"taz": Das Buch "Aktenzeichen Kunst" von Nora und Stefan Koldehoff erzählt 15 reale Kunstkrimis vom "Art Napping" bis zum Osloer Munch-Diebstahl"Rheinische Post": "Krimiautoren in Düsseldorf": Serienmörder Peter Kürten steht im Zentrum der "Kriminacht am Jürgensplatz" mit Silvia Kaffke,Horst Eckert,Jürgen Ehlers, Stefan Harbort u.a.
"ARTE": "Thriller aus Asien": Der neuen Generation von asiatischen Regisseuren kommt es in erster Line darauf an, dass alles authentisch wirkt.
"Kieler Nachrichten": "Russisch Blut":Der neue KN-Fortsetzungsroman von Anne Chaplet startet
"Kölner Stadt-Anzeiger:": "Detektiv Rott": Krimiautor Oliver Buslau las aus seinem neuesten Buch.
"NRZ": "Pfeife aus Rees": Jacques Berndorf würdigt seinen Rees-Besuch im neuen Eifelkrimi.
"Berliner Zeitung":"Mord mit der Klobürste": Neue Bücher aus und über Berlin: unter anderem ein neuer Kriminalroman von Christine Grän
Neues von der Krimi-Couch
Neu bei den Kollegen von der
Krimi-Couch:
Neu ist der "Krimi-Couch-Volltreffer", der den "Krimi des Monats" ablöst. Volltreffer im November ist "Schnee in Venedig" von Nicolas Remin .
Und es gibt unter anderem Rezensionen zu
Eliot Pattison: "Der verlorene Sohn von Tibet"
Karin Slaughter: "Belladonna",
Niccolò Ammaniti: "Der rote Punkt"
Silvia Kaffke: "Herzensgut"
Pepetela: "Jaime Bunda, Geheimagent"
Natürlich gibt es weitere neue Rezensionen zu Bücher aus Asien, Australien, Australien, Großbritannien und dem Rest der Welt (Deuschland inbegriffen) ...
Crimezone Magazine

Wer dachte, daß das niederländische Krimimagazin schön gestaltet sei, der hat die neue, noch einmal verbesserte Ausgabe noch nicht gesehen. Aber nicht nur grafisch hat sie einiges zu bieten, die Novembernummer. Interviews mit Stella Rimington und Jenny Siler. Ein ausführliches Dossier über John Le Carré. Eine neue Rubrik: "Aldus". Sander Verheijen Rückblick auf den abgelaufenen Monat. Dazu ein Überblick über die englischsprachige Krimiscene und und und ... mehr
Rap Sheet
Weiter ins Ausland, etwas für die englischsprachigen Fans: das immer wieder empfehlenswerte amerikanische Magazin "January" hat einen beeindruckenden Krimiteil. Regelmäßig
bringt es auch den "Crime Fiction Report" heraus, kurz "Rap Sheet" genannt. Die Novemberausgabe ist jetzt online und berichtet über neue Bücher von Stephanie Kane, Max Phillips, Natalie R. Collins,
Sam Hill u.a. . Außerdem gibt es Beiträge über Graham Greene, James Ellroy und Lynda La Plante. Eine große Dosis Nachrichten vom diesjährigen "Bouchercon" (für die, denen entgangen sein sollte, daß bei "kaliber. 38" nach diesem wohl weltweit größten Krimi-Event fast alle Preis-Listen auf den neuesten Stand gebracht worden sind) und im "January Magazine" gibt es neue interviews mit Lawrence Block, Timothy Harris and Dylan
Schaffer ... mehr
9. November 2004
Eliot Pattison
Nach "Das Auge von Tibet" und "Das tibetische Orakel" liegt jetzt der vierte Roman aus der Feder des US-Amerikaners Eliot Pattison vor: "Der verlorene Sohn von Tibet" (Rütten & Loening). Thomas Kürten nahm diese "von buddhistischer Symbolik geprägte und Fernweh fördernde Unterhaltung" zum Anlass, für die Kollegen von "krimi-couch.de" mit Eliot Pattison über dessen Shan-Reihe und Tibet im Allgemeinen zu sprechen. Lesen Sie dazu das Interview: "Tibet: eine reine, unwiderstehliche Schönheit" ...
mehrKrimi-Schreibseminar
Wer Krimis schreiben will und dabei zwei kompetente Krimi-spezialisten an der Seite haben möchte, der sollte in das Literatur-Hotel Waldhof auf Herrenland kommen. Erstmals wird es dort ein Krimi-Schreibseminar vom 29. bis 30. Januar nächsten Jahres geben, meldet die "Schweriner Volkszeitung" am 09.11.2004. Krimilektorin Lisa Kuppler und Krimiautor Carlo de Luxe führen zwei versierte Hobby-Kriminalisten in das Handwerk des kreativen Krimischreibens ein und geben professionelle Tipps für angehende Autoren .... mehrVermischtes
"oe1/ORF": "Amerikahaus Wien": Valerie Wilson Wesley zu Gast"Titel": Professoren-Krimi: Alexander McCall Smiths Roman für Philosophieliebhaber und Schottlandfans "In Edinburgh ist Mord verboten"
"Frankfurter Rundschau": Halbdunkles Frankfurt: Astrid Paprotta und ihr wirklichkeitsnaher Krimi bei Carolus
"Kölner Stadt-Anzeiger:": Kunst und Folter in Florenz: Sarah Dunant und ihr spannender Roman "Das Zeichen der Venus"
"Kölner Stadt-Anzeiger:": Panik nach der Fotosession: Maarten 't Hart mit seiner aberwitzigen Krimigroteske "In unnütz toller Wut"
"ZDF": "Ein sturer Hund". Heinrich Steinfests makaber-amüsanter Thriller um eine flüchtige Auftragskillerin
"Bieler Tagblatt": "Tod in Biel" – ein Mord in der Stadt: Kommissär Sutters spannender Fall
"Main-Rheiner": Wolfhard Klein liest aus seinem belletristischen Debüt: dem Kriminalroman "Flughafen Ibiza"
"Main-Rheiner": Jan Seghers liest aus "Ein viel zu schönes Mädchen"
Kalender
Emile Gaboriau
Am 9. November 1832 wird der Schriftsteller Emile Gaboriau in Saujon, Frankreich geboren († 28 September 1873).
Gaboriau war Ende des 19. Jahrhunderts einer der meistgelesenen Romanautoren Frankreichs. Er schrieb 21 Bücher, die dem Genre zuzurechnen sind, der bekannteste ist sicher der 1866 erschienene Roman "Die Affaire Lerouge", der wohl erste Kriminalroman der Literaturgeschichte, veröffentlicht in der Zeitschrift "Pays", ein Vierteljahrhundert nach E.A. Poes Detektivgeschichte "The Murders in the Rue Morgue". Der Ex-Journalist Gaboriau schrieb die "Affaire Lerouge" nach ihm vorliegenden Gerichtsakten.In der Wirklichkeit konnte die Polizei die Tat nicht aufklären.
Info: Hörspielkrimi.de, Authors' Calendar (engl.).
Bruce Alexander
Am 9. November 2003 starb der amerikanische Schriftsteller Bruce Alexander Cook, bekannt als Bruce Alexander im Alter von 71 Jahren in Los Angeles (* 1932 in Chicago). Der Journalist und Herausgeber der "Los Angeles Daily News" wurde bekannt durch seine historischen Kriminalromane um den Richter Sir John Fielding, Magistrat und Gründer der ersten Polizeieinheit Londons, der tatsächlich im 18. Jahrhundert gelebt hat.
Ein Interview mit dem Autor (in englisch) gibt es bei January , eine deutschsprachige Bio-/Bibliographie finden Sie bei der Krimi-Couch
8. November 2004
Elfriede Jelinek
Daß die neue Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ein Faible für Kriminalliteratur hat, war ab und an schon mal zu lesen. Interessant wäre natürlich eine Verarbeitung dieses Interesses in einem Roman, doch das scheint nicht in Aussicht. Sie würde schon gerne einen tollen Krimi schreiben können, so wie Chandler oder Hammett oder Ruth Rendell und P. D. James, meint sie in einem Interview mit der "FAZ" vom 08.11.2004. Aber sie versuche es nicht. Lesen Sie warum, und zwar ... hierFranzösischer Krimiautor AGD gestorben
Der französische Kriminalautor ADG, dessen bürgerlicher Name Alain Fournier war, ist am Mittwoch im Alter von 56 Jahren in Paris gestorben, meldet die "Frankfurter Rundschau" vom 05.11.2004.A.D.G., geboren am 19. Dez. 1947 in Tours als Alain Fournier, war eine der schillerndsten und
Seit 1991 lebte A. D. G. wieder in Paris, wo er für verschiedene Zeitungen der politischen Rechten tätig ist. Als Kriminalautor geriet er in dieser Zeit mehr und mehr in Vergessenheit. Umso größer die Überraschung, als 2003, höchst lebendig und literarisch in Bestform, ein neuer Kriminalroman von A. D. G. erschien, schreibt der "Zebu Verlag" zu "Kangouroad Movie" Der erste Roman seit 15 Jahren, der 18. bei "Gallimard", herausgebracht in der Leitserie des Verlags in Sachen Kriminalroman, "La Noire". Die Kritik in Frankreich habe sofort erkannt, dass es sich bei "Kangouroad Movie" um ein Meisterwerk handele, und dem Autor mit mehrseitigen Beiträgen und Leitartikeln in der rechten wie auch in der linken Presse Respekt gezollt ... mehr
Walter Serner Preis an Mischa Kopmann
Der Walter-Serner-Preis 2004, vergeben vom "Kulturradio des RBB" und dem "Literaturhaus Berlin", geht in diesem Jahr an Mischa Kopmann für seine Geschichte "Monsieur Lumière".
Der mit 2.500,00 EURO dotierte Walter-Serner-Preis (Motto: "Vom Leben in den großen Städten") wird am 2. Dezember 2004 um 20.00 Uhr im Literaturhaus Berlin verliehen. Ursprünglich als Kurzkrimipreis begründet, handelt es sich inzwischen um einen nicht genregebundenen Preis.
Mischa Kopmann wurde 1968 in Celle geboren. Nach Abitur und Studium arbeitete er in vielen Berufen, z. Zt. lebt er mit Frau und zwei Kindern in Hamburg und arbeitet als Barkeeper.
Alfred Komarek
Dem großen Verbrechen genüge die kleine Kulisse, meint Jörg Malke im "Hamburger Abendblatt" vom 06.11.2004. Und es gebe keinen spannenderen Tatort als die Provinz. Zwei Thesen, die der Österreicher Alfred Komarek mit seinen vier Kriminalromanen um den Gendarmerie-Inspektor Polt nachhaltig untermauere. Der vorläufig letzte Stein trage den Titel "Polterabend" und damit beende Alfred Komarek vorläufig seine Romanreihe um den Antihelden Polt ...
mehrBurgdorfer Krimitage 2004
Die sechste Auflage der Burgdorfer Krimitage sei aus der Sicht der Veranstalter ein voller Erfolg, meldet "swissinfo". Circa 10 000 Eintrittskarten seien verkauft worden. Mehr als die Hälfte der über 75 Veranstaltungen waren ausverkauft ... mehr
Carl-Johan Vallgren
Die Kunst, das Fratzenhafte und Ungestalte zu beschwören, habe niemand so gut beherrscht wie wie der deutsche Romantiker E. T. A. Hoffmann, schreibt Andreas Burckhardt in "Die Welt" vom 06.11.2004. Nun komme ein Autor aus Schweden daher, der sein Handwerk ebenfalls beim Teufel gelernt zu haben scheine: Carl-Johan Vallgren heißt der Mann, der mit seiner "Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe" (Insel Verlag) ein Buch in bester romantischer Tradition vorlege und sich dabei vorzüglich jener Elemente bediene, die den guten, alten Schauerroman ausmachen ...
mehr5. November 2004
der bücherfreund wird zu kaliber.38
In den Internetkrimiforen von Toms Krimitreff und "der bücherfreund" wurde über das Ende der Krimiseite "der bücherfreund.de" geräselt. Ludger Menke, der Betreiber des "bücherfreundes", meldete sich nun und bestätigte die Gerüchte: "der-buecherfreund.de" zieht zu "kaliber38.de" um. Eine freundliche Fusion werde vonstatten gehen, in der auch die beiden Foren zusammengelegt und dann von "kaliber38.de" aus erreichbar sein werden. Ludger wird bei "kaliber38.de" gleichberechtigt mitarbeiten, eine Auswahl seiner alten Artikel wird bei "kaliber. 38" eingepflegt ... mehrUlrich Nollers Krimitipps November 2004
Pünktlich zum Monatsanfang sind sie da: Ulrich Nollers Krimitipps für den November 2004 beim "WDR 5" (Funkhaus Europa).
Ein besonderes Buch sei der Roman "Jaime Bunda, Geheimagent" (Unionsverlag metro) von Pepetela. Kein straff konstruierter, ökonomisch geschriebener Krimi, sondern eher eine Art Schatzkiste – etwas chaotisch, aber funkelnd und überbordend vor Witz, Geist und Lust am Erzählen. Als Schriftsteller arbeite Pepetela seit 1969; er gelt längst als einer der besten Autoren des afrikanischen Kontinents; warum das so sei, beweise sein erster und einziger Kriminalroman ...
Ein Geheimtipp werde zum Star. George P. Pelecanos, einer der interessantesten Autoren Nordamerikas, feiere in Deutschland in diesem Jahr unerwartete Erfolge. Endlich seien
einige seiner episch angelegten Kriminalromane auf Deutsch erschienen und für zwei dieser Romane sogar mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Pelecanos erzähle klar, drastisch, dramatisch und mit packenden Bildern von dem gnadenlosen Krieg, den die Vereinigten Staaten nach Innen führen, nur wenige Meter vom Weißen Haus entfernt...
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Eine Stadt schreibt einen Krimi
"Nach meinem Wissen ist dies das erste Mal, dass eine Stadt einen Krimi schreibt", sagt der Literaturwissenschaftler Heiner Boehncke zum Projekt der Stadt Pfungstadt. 25 Pfungstädter schreiben einen Krim, in dem einn mehr als 20 Jahre zurückliegender Mord aufgeklärt wird. Boehncke hat Erfahrungen aus ähnlichen Projekten, schreibt die "Frankfurter Rundschau" in ihrem Bericht vom 05.11.2004. An der Uni Frankfurt habe der Dozent ein Seminar betreut, in dem 104 Studierende gemeinsam einen Campus-Krimi schrieben. Der erschien unter dem Titel "Bockenheimer Bouillabaisse" im "Eichborn-Verlag" ... mehr
Tatort Wien
Über eine Stadt haben 16 Autorinnen geschrieben: "Tatort Wien". Kriminalgeschichten aus der Feder der österreichischen "Sisters in Crime" hat Edith Kneifl für den "Milena Verlag" gesammelt. Heute, am 5.11.2004 wird das Buch im Wiener "Literaturhaus" vorgestellt. Im Podiumsgespräch unterhalten sich
Nils Jensen, Irmtraut Karlsson, Edith Kneifl, Eva Rossmann, Karin Ballauff, Lika Trinkl (Milena Verlag) über das Thema "Morden Frauen anders?"
"Tatort Wien" erzähle Geschichten vom "Mord am Spittelberg" bis hin zu "Wien ist anders". Am besten geeignet sei das Buch für Fahrten mit Bim oder U-Bahn, nicht nur wegen der Kürze der Krimigeschichten, sondern auch, weil man vielleicht gerade an einem "Tatort" vorbeikomme, meint Radio "orf.at" ... mehr
Krimitipps bei hr-online
Neu Krimitipps bietet der Radiosender "hr-onlin" an:
Christine Eichel, promovierte Philosophin, habe bereits mehrere Bücher publiziert, darunter auch zwei Gesellschaftsromane mit Starfriseur Gerhard Meir. Nun habe sie mit dem Roman "Im Netz" (Hoffmann & Campe) ins Fach "erotischer Thriller" gewechselt.
Ake Edwardsons Thriller seien starker Tobak, denn seine Täter, die in Schweden ihr Unwesen treiben, hätten eines gemeinsam: den absoluten Verlust von Bodenhaftung. Auch im besprochenen Roman "Geh aus, mein Herz" (List) ...
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4. November 2004
Mord & Ratschlag
Die Oktober-Folge der Krimikolumne "Mord & Ratschlag" bei den Kollegen vom "perlentaucher" stemmt sich gegen den Wind. Michael Schweizer hat sich mit Krimis aus dem Norden Deutschlands vergnügt und festgestellt: in Nordsee-Krimis weht ein rauer Wind. Auf Sylt werden Oberstudienräte durchs Watt gejagt, auf Juist unangenehme Ehemänner erstickt und auf Amrum Dichter erschlagen. Besprochen werden Christian Ueckers "Treibsand" (Friedrich Wittig Verlag), Sandra Lüpkes' "Das Hagebutten-Mädchen" (Rowohlt) und Karl-Wilhelm Gabberts "Blutspur nach Sylt" (Schardt Verlag) ...
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Zoran Feric
Zwar handele der Roman "Der Tod des Mädchens mit den Schwefelhölzchen" (Folio Verlag) von Zoran Feric vom Mord an einer Prostituierten, doch statt eines Kriminalromans biete Feric das bizarre Panorama einer Provinz, die aus den Fugen sei und in der sich jene große Welt spiegele, vor deren Verheerungen sie sich gefeit wähne, meint Karl-Markus Gauss in der "Süddeutschen Zeitung" vom 03.11.2004, präsentiert von "bücher.de". Seinen Roman habe der Autor als Folge von Erzählungen aufgebaut, die sich nach und nach zu einem aberwitzigen Puzzle fügen, zu einem schwarzen Heimatroman ...
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Blackpool-Connection
Die deutsche Krimi-Szene hat eine neue Facette bekommen: Seit Anfang Oktober können sich Krimi-Fans unter www.krimi-portal.de zweimal im Monat eine Fortsetzung der "Blackpool-Connection" auf ihren Rechner bringen. Die Blackpool-Connection ist ein Fortsetzungs-Krimi, den Sie am "krimi-automaten" als Zip-Datei herunterladen können. Er läuft unter Windows, Linux und auf dem Mac. Kostenlos, solange er mit Buchwerbung gegenfinanziert wird, und werbefrei für 20 Cent pro Folge.
Der Multimedia-Krimi ist interaktive Online-Literatur: Türen knarren, Streichhölzer flammen auf. Kurze Texte wechseln sich ab mit bewegten Bildern. Der Fantasie der Leser wird viel Freiraum gelassen und auch Spielraum: Mit selbst aufgenommenen Fotos und Geräuschen können sie die Handlung mitgestalten. Ein ambitioniertes, grafisch hervorragend gestaltetes Projekt von Kerstin Burslam, bei dem auch interessant ist, ob die Mischfinanzierung aus Werbung und/oder Downloadgebühren gelingt ...
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Ultimo-Krimitipps
Die 23. Lieferung der berüchtigten Krimi-Tipps hat das Szene-Magazin "Ultimo" im Oktober ins Netz gestellt. Wie immer wird respekt- und furchtlos geurteilt, was nicht selten mit bösem Witz dekoriert wird. Diesmal hat es unter anderem Clemens Stadlbauer mit "Quotenkiller" (UT metro), Chantal Pelletiers "More is less" (DistelLiteraturVerlag), Michael Kiesens "Ein Mord auf den es nicht ankommt" (Pendragon), Dulce Chacóns "Fandango im Schnee" (Bastei Lübbe), Johler & Stahls "Das falsche Rot der Rose" (Europa Verlag) mehr oder weniger erwischt ...
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Jacques Berndorf
Die "Eifel-Träume" des Verlegers Dr. Rutger Booß (Grafit) und seines Bestsellerautors Jacques Berndorf sind nicht geplatzt. Auch nach seinem Ausflug in den Berliner Bankenskandal bleiben die Leser dem Begründer des Eifel-Krimis treu. Die Startauflage von 100.000 Exemplaren ist verkauft und Platz 1 der "Gong"-Bestsellerliste erreicht, meldet das Fachmagazin "Buchmarkt" am 03.11.2004 ...
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3. November 2004
Wörtches Crime Watch No. 90
Der Serial-Killer-Roman sei schon ein putziges Genre, meint Thomas Wörtche in der 90. Ausgabe seiner Krimikolumne "Crime Watch": Erst habe es ihn mit immer mehr Blut und Modder bei James Ellroy gegeben, dann mit mehr Ästhetizismus bei Thomas Harris, dann mit noch mehr Serial-Killern bei Mo Hayder, und jetzt gebe es ihn mit Magie bei Michael Gruber. "Wendekreis der Nacht" (Zsolnay) heisse die bis dato avancierteste Form dieser beinahe schon olympischen Disziplin. Aus einem spannenden, stets in der Schwebe bleibenden phantastischen Roman mache Gruber eine Art Harry Potter für die gebildeten Schichten, aus dem spätestens dann die Luft raus sei, wenn er die Spannung zwischen real und irreal fallen lasse. Sie können die Kolumne bei kaliber. 38 und im "Freitag" 45/2004 lesen
Tor Åge Bringsværds
Die Kollegen von "schwedenkrimi.de" haben das Buch "Die Pinocchio-Papiere" von Tor Åge Bringsværds aus dem neu gegründeten "dreamis Verlag Zürich" rezensiert. Der spektakuläre, collageartig aufgebauten Roman handele vom ewigen Wunschtraum des Menschen, künstliches Leben zu erschaffen, schreibt die Zeitschrift "rubikon", die den Gründer des Verlages interviewte (der zugleich auch der Übersetzer des Romans ist) ... mehr
Bill Bass
Seit die Krimiautorin Patricia Cornwell die Arbeit der Bodyfarmer in ihrem Roman "The Body Farm" ("Das geheime ABC der Toten") verarbeitet hat, ist das öffentliche Interesse enorm gewachsen. Bill Bass ist Gründer und langjähriger Leiter der "Body Farm" und Ulrich Baron hat in "Die Welt" vom 30.10.2004 einen langen Beitrag über das Buch "Der Knochenleser. Der Gründer der legendären Body Farm erzählt" (Goldmann) von Bill Bass und Jon Jefferson veröffentlicht ... mehr
Thomas Gifford
Mit seinem megaerfolgreichen Vatikanthriller "Assassini" ebnete Thomas Gifford vor einigen Jahren auch hierzulande den Weg für religiös angehauchte Spannung, wie sie im Moment von Dan Brown geliefert wird, erläutert Jürgen Benvenuti in seiner Besprechung des frühen Gifford-Romans "Ultimatum" (Bastei-Lübbe) für das Onlinemagazin "evolver". Und er wundert sich nicht mehr, warum die frühen Titel nicht schon eher übersetzt wurden. Das habe nämlich einen simplen Grund: sie wären nicht besonders gut ... mehr
Mord in Giesing
Krimi um ein stilles Viertel. Um Giesing etws bekannter zu machen, legt ein PR-Unternehmen eine Leiche vor den Giesinger Bahnhof. Keine echte natürlich. Der Mörder kann in Kneipen des Stadtteils gesucht werden, und zwischendrin liest Friedrich Ani.
Damit das ausgehfreudige Publikum in Zukunft keinen großen Bogen mehr um Giesings Gaststätten macht, hat sich die PR-Agentur Cogma 28 etwas Neues einfallen lassen: Unter dem Titel "Mord in Giesing" hat am kommenden Freitag der erste Kneipen-Krimi Premiere. Ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom 02.11.2004 ... mehr
Der "Bücherfreund" sendet nicht mehr
Die allseits beliebte, aber lange Zeit nicht mehr aktualisierte Krimiseite "der bücherfreund" hat mit dem November 2004 ihr Erscheinen eingestellt und verweist mit dem Hinweis "Aktuelle Krimi-Rezensionen, Vorschauen, Autoren-Infos und vieles mehr finden Sie bei kaliber38.de " auf eine mögliche zukünftige Kooperation mit den Machern bei "kaliber. 38". Das Forum des Bücherfreundes ist allerdings noch auf Sendung ...
hard-boiled-krimi.de/
Neben "mordlust.de" gibt es inzwischen eine weitere, auf "noir" und hartgesottene Krimis spezialisierte Krimiseite: "www.hard-boiled-krimi.de" . Der Webmaster Marc Collinson macht es sich zwar nicht zur Aufgabe, alle hard-boiled Autoren zu beschreiben, sondern nur die nach seiner Meinung wichtigsten, aber die Unterteilungen in Hard-boiled und deren Geschichte, Autoren, Detektive, Stories und hilfreiche Links dürfte sich mit der Zeit zu einem weiteren wichtigen Anlaufpunkt im Netz entwickeln ...
Gohlis' Kriminalromankolumne
In seiner Krimikolumne in "Die Zeit" 45/04 stellt Tobias Gohlis die Autorin Magdalen Nabb vor, die trotz Fürsprache von George Simenon eher ein Geheimtipp geblieben sei. Das aber sei leicht zu erklären: Sie erspare ihren Lesern die Mühen des Lesens nicht. Schon gar nicht in "Cosimo" (Diogenes), ihrem jüngsten Roman. Hier verzichte Nabb nicht nur auf die vertraute Ermittlerfigur ihres Gemütsmenschen Maresciallo, sie kündige die Kriminalroman-Konvention mit dem Leser überhaupt auf, die diesem nicht nur eine kunstvolle Verrätselung und Konstruktion des Verbrechens verspreche, sondern auch eine ebenso plausible Auflösung ... mehr
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Krimi in TV & Radio
Hörspieltipps
05.11.04 um 20:05 bei WDR 5
"RadioNapping" (54') von Andreas Knaup
Seit Jahren arbeitet der stille Alexander Karff im Archiv des Senders RADIO D, der nun privatisiert werden soll. Seine große Zeit hatte Karff vor mehr als 35 Jahren, als er ein beliebter Moderator des DDR-Rundfunks war. Doch eine flapsige Bemerkung über den Mauerbau unmittelbar nach dem 13. August 1961 bedeutete das Ende seiner Karriere. Karff glaubt nun, dass die Zeit gekommen ist, abzurechnen - mit der Vergangenheit, aber auch mit der Gegenwart, in der man das Radio in seiner alten Form endgültig sterben lässt.
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Die TV-Tipps 30. Oktober – 12. November 2004.
Bunt bebildert und mit hilfreichen Links versehen finden Sie alles wie immer ...
hier
Axels Tipp des Tages:
Freitag, 5. November
SRTL, 22.10
Spiel auf Leben und Tod
(USA 1999, R.: D. J. Caruso)
Drehbuch: Adam Greenman
LV: John Sandford: Mind prey, 1995 (Böses Spiel)
Detective Lucas Davenport sucht die entführte Psychiaterin Andi Manette.
Das siebte Abenteuer von Lucas Davenport wurde als typischer
TV-Thriller verfilmt.
Mit Eriq La Salle
3sat, 22.30
Der Maulwurf (Espion, lève-toi)
(F 1981, R.: Yves Boisset)
Drehbuch: Claude Veillot, Yves Boisset, Michel Audiard
LV: George Markstein: Chance awakening
Fast hätte der französische Geheimagent Grenier seine Vergangenheit als
Spion vergessen, wenn ihn jetzt nicht plötzlich die Regierung wieder
aktiviert hätte. Oder hat ihn jemand anderes aktiviert? Grenier ist
plötzlich in einem Spiel, dessen Regeln und Gegner er nicht kennt.
Agententhriller, der halt ist, wie die meistens: viele Leute mit
wechselnden Identitäten, Paranoia, Doppelspiel, Verrat – und am Ende
viel Verwirrung beim Zuschauer. Insgesamt eine enttäuschende
Angelegenheit.
Mit Lino Ventura, Michel Piccoli, Krystyna Janda, Bruno Cremer, Bernard
Fresson, Heinz Bennett
ARD, 03.25
Die tödliche Falle (Blind date)
(GB 1959, R.: Joseph Losey)
Drehbuch: Ben Barzman, Millard Lampell
LV: Leigh Howard: Blind Date/Chance Meeting, 1955
Scotland Yard verdächtigt einen jungen deutschen Maler seine Freundin
umgebracht zu haben.
Gute Inszenierung bei ungereimter Story, mit Hardy Krüger, Stanley
Baker, Gordon Jackson (Die Profis).
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Zielfahndung.
Stefan Lichtblaus sehr persönliche Betrachtungen eines Genres.
No. 5
Ist der Regionalkrimi der Pulp der neuen Kriminalliteratur?
Stefan Lichtblau über die Zwänge des Marktes, raffinierte Lösungen und gut versteckte Autoren in der Regionalkrimilandschaft.
Daß sich hinter Literatur für eine Region auch oft provinzielle Literatur verbirgt ist
keine Frage. Überraschend ist eher, daß sich in diesem Angebot mehr literarische Potenz verbirgt, als so mancher annehmen mag. Was zu einer verwegenen These führen kann: Wenn sich in der Frühzeit der amerikanischen Kriminalliteratur unter den vielen grottenschlechten Pulpautoren einige herausragende, wegweisende Kriminalschriftsteller haben finden lassen, was spricht dagegen, daß sich unter den unzähligen weniger guten Regionalkrimis nicht einige hervorragende Autoren der Zukunft bewegen?
Lesen
zur Sekundärliteratur
No. 37
Wer mehr über die Hintergründe der Kriminalliteratur wissen möchte, kommt an Thomas Przybilka, dem Experten für Sekundärliteratur zum Krimi nicht vorbei. Der letzte KRIMI-TIPP des Jahres 2004 ist pickepackevoll mit Informationen und Buchtipps. Da gibt es zum Beispiel eine Referatsammlung "Zum Kriminalroman der Gegenwart" oder ein Buch über "American Indian Crime Fiction", mehrere Sammlungen über den "Roman Noir", eine "Vlaamse Krimi-bibliografie", etwas über "Latin American Mystery Writers" und über deutsche Serienmörder und Entführer. Wußten Sie , daß "Photoplay Editions" überlicherweise Reprints von Romanen waren, die verfilmt wurden? Auch darüber gibt es Tipps bei Przybilka, ebenso zu "Alcohol in the Hard-Boiled Novel" und "Railways in British Crime Fiction". Es gibt Bücher über das Schreiben von Kriminalliteratur und über "Mysteriöse Todesfälle", Kriminalität wo immer man hinschaut. Lesen Sie ... hier

Axel Bußmers Spurensuche
No.2
Die Kolumne bei den Alligatorpapieren
Anständige Polizisten?
Fast ein Nachruf auf "The Shield – Gesetz der Gewalt"
Während in bundesdeutschen Krimi-Serien vielleicht ab und zu einmal ein korrupter
oder verbrecherischer Polizist auftaucht und spätestens am Ende der Sendung verhaftet wird, falls er nicht gleich Selbstmord begeht, sind in "The Shield" alle Cops mehr 
oder weniger korrupt und verbrecherisch und tauchen in der nächsten Folge wieder auf. Aber im Gegensatz zu verschiedenen us-amerikanischen Serien, die Selbstjustiz ohne ein Fünkchen Kritik glorifizieren und bei uns relativ regelmäßig floppen, werden in "The Shield" immer auch die Folgen ihrer Handlungen für die Täter gezeigt. Axel Bußmer über die Einstellung der Krimiserie "The Shield – Gesetz der Gewalt" mehr
Die Befragungen
Unermüdlich wandert der Fragebogen von Gisela Lehmer-Kerkloh und Thomas Przybilka durch die Republik.
Neu im November:
Gunter Gerlach
Gunter Gerlach wurde 1941 in Leipzig geboren. Er studierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, wo er auch als Künstler und Autor lebt. Er schreibt
Hörspiele, Kurzprosa und inszeniert Ausstellungen und Performances. Sein Krimidebüt erfolgte 1995 mit Kortison, in dem der allergiekranke Privatdetektiv Bartzsch zum ersten Mal auftritt. Zu der später erschienenen Die Allergie-Trilogie gehören weiterhin Katzenhaar und Blütenstaub sowie Neurodermitis. Für Kortison erhielt Gunter Gerlach 1995 den Deutschen Krimipreis.
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