Rezension: James Carlos Blake: „Das Böse im Blut“

Dieses Buch erschlägt seinen Leser. Es ersäuft ihn in einem Meer aus Blut, Schweiß, Tränen und Sperma. Kaum eine Passage, in der nicht geschlagen, geschossen und gestorben würde. Mit anderen Worten: James Carlos Blakes Westernepos „Das Böse im Blut“ ist starker Tobak.

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Rezension: Peter James: „Rigor mortis“

Routiniert stellt James die handelnden Personen vor und hat als Erzähler alles im Griff. Recht schnell wird dem Leser klar, wohin die Reise geht. „Rigor mortis – Ein neuer Fall für Roy Grace“ ist solide, spannende Thrillerware. Sehr viel mehr allerdings auch nicht.

Rezension: Elmore Leonard: „Out of Sight“

Kann man sich von einem Film lösen, wenn man erst anschließend das Buch liest? Alles in allem ist das Buch „Out of Sight“ etwas schärfer, härter gezeichnet als der Film. Hier wie da gibt es Gewalttätiges neben Komödiantischem, Witziges neben Bitterem.

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Rezension: Walter Mosley: „Manhattan Fever“

Vielschichtig schildert der Autor neben der spannenden Krimihandlung die Beziehung der Menschen zueinander. Vielschichtig, aber nicht schwatzhaft. Einschließlich der überraschenden Schlusspointe, die den Leser mit einem Kloß im Hals zurücklässt.

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Rezension: Hans-Henner Hess: „Herrentag“

Hess’ Geschichte des ebenso ambitions- wie erfolglosen Anwalts Fickel verliert sich nach einer munteren, mit unterhaltsamen Einblicken ins Justizwesen gespickten Exposition etwas in den Tiefen der Meininger Provinz.

Rezension: Veit Etzold: „Seelenangst“

Veit Etzold geht auch in seinem zweiten Clara-Vidalis-Thriller wieder in die Vollen. Die „Seelenangst“ ist nichts für Zartbesaitete. Der 1973 in Bremen geborene Autor stattet sein Buch mit allem aus, was hart und grausig ist: Mord, Folter, Kindesmissbrauch, Exorzismus.

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Rezension: Marc-Oliver Bischoff: „Die Voliere“

Schützt die Sicherungsverwahrung die Gesellschaft, verletzt sie die Grundrechte der Weggesperrten, ist sie das kleinere Übel oder ein Fäulniskern der liberalen Gesellschaft? Marc-Oliver Bischoff hat einen Krimi zum Thema geschrieben, leider keinen interessanten.

Rezension: Giorgio Fontana: „Im Namen der Gerechtigkeit“

„Im Namen der Gerechtigkeit“ heißt das Buch. Und wie heißt die Schwester der Gerechtigkeit? Richtig: Selbstgerechtigkeit. Giorgio Fontana ist mit seinem Roman ein unaufgeregtes, in die Tiefe gehendes Kammerspiel gelungen.

Rezension: Giampaolo Simi: „Vater. Mörder. Kind.“

Furio Guerri ist das, was man leichthin als „keinen schlechten Menschen“ bezeichnet. Vater, Ehemann, Kollege. Die Fassade stimmt. Sich selbst nennt Guerri aber ein Monster. Er hat einen Kollegen ans Messer geliefert. Er hat seine Frau erschlagen.

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Rezension: Sam Eastland: „Der rote Sarg“

Krimis, die in Diktaturen spielen, haben oft ihren ganz eigenen Grusel. Denn meist legen sich die herrschenden Verhältnisse wie ein Grauschleier auf die Atmosphäre. Das ist in „Der rote Sarg“ von Sam Eastland alias Paul Watkins nicht anders.

Rezension: Denise Mina: „Der letzte Wille“

Erzählt wird die Geschichte der bereits aus zwei früheren Romanen Minas bekannten Paddy Meehan, einer Journalistin in Glasgow. Deren Ex-Freund Terry wird gekidnappt und hingerichtet, Paddy versucht die Hintergründe aufzuklären.

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Rezension: Rose Gerdts: „Morgengrauen“

Wenn eine Bundestagsabgeordnete einen Krimi für „glänzend recherchiert und fesselnd erzählt“ hält, ja dann sollte an der Sache ja wohl was dran sein. Marieluise Beck von den Grünen jedenfalls ist voll des Lobes. Wie möchte man da auch anderer Meinung sein?

Rezension: Kevin Brooks: „Bis es dunkel wird“

Die stärkste Passage in „Bis es dunkel wird“ steht ziemlich weit vorne im Buch. Es geht im Rückblick um einen Polizisten, der mit einer jungen Frau eine Affäre hat. Ein erzählerischer Sog mag sich allerdings nicht einstellen.

Rezension: Wiley Cash: „Fürchtet euch“

Marshall, North Carolina. Tiefste Provinz, Tabak-Anbau und religiöse Fundamentalisten. Ob man da leben will, ist die große Frage. Doch für die meisten Figuren in Cashs Buch stellt sich diese Frage nicht. Sie sind Zwängen unterworfen, die ihr Leben bestimmen.

Rezension: David Osborn: „Tödliches Experiment“

Was wäre, wenn ein Todkranker die Chance bekäme, bei vollem Bewusstsein und womöglich sogar gesteigertem geistigen Leistungsvermögen noch eine Weile zu leben? Würde er auf das Angebot eingehen, auch wenn er nicht genau wüsste, was ihn da erwartet?

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Rezension: Ross Thomas: „Dämmerung in Mac’s Place“

Wenn auf dem Neu- und dem Altbuchstapel zwischen anderen Krimis auch ein druckfrischer McCorcle-und-Padillo-Fall von Ross Thomas liegt, dann kann man vielem widerstehen. Bloß nicht allzu lange der Versuchung, das Buch zu lesen, nein: zu verschlingen.

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Rezension: Ian Hamilton: „Die wilden Bestien von Wuhan“

Der Klappentext und auch der Titel führen etwas in die Irre. Weder ist Ava Lee „eine Art weiblicher James Bond“, noch sind „Die wilden Bestien von Wuhan“ ein Hinweis darauf, dass, sagen wir mal: Monster!!! oder Serienkiller!!! eine Hauptrolle in diesem Krimi spielen.

Rezension: Sam Bournes: „Tag der Abrechnung“

Was ist schlimmer? Einem Verbrechen zum Opfer zu fallen? Oder ansehen zu müssen, wie sich die Justiz mit Desinteresse an die Aufklärung macht? Genau das ist das Thema von „Tag der Abrechnung“: Die Erkenntnis, dass zigtausende Mörder unbehelligt davonkommen.

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Rezension: Pete Dexter: „God’s Pocket“

Kleine Lügen, große Lügen, kleine Verbrechen, große Verbrechen, kleine Arschlöcher, große Arschlöcher – in „God’s Pocket“ von Pete Dexter ist für jeden etwas dabei. Sein Philadelphia der frühen 80er Jahre ist eine Stadt der Abgründe.

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Rezension: Richard Stark: „Irgendwann gibt jeder auf“

Schusswaffen spielen in vielen, ach was, in den allermeisten Krimis eine Rolle. Aber kaum ein Autor gibt seinem Helden die Knarre so pragmatisch, so sachlich in die Hand wie Richard Stark alias Donald E. Westlakeseinem Parker.

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Rezension: Jörg Maurer: „Unterholz“

Alle fünf, acht, elf Seiten grüßt der Biber. Das plattschwänzige Geschöpf gehört zu den optischen Gags in dem an inhaltlichen und sprachlichen Gags nicht armen Alpenkrimi „Unterholz“ von Jörg Maurer.

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Rezension: Neil Cross: „Gefangen“

Das soll ein Thriller sein? Diese melancholische Exposition, diese Geschichte vom todkranken Künstler, dem sein Hirntumor vielleicht noch sechs Wochen Zeit gibt, dieses Schwelgen in bittersüßen Erinnerungen an längst Vergangenes?