Krimineuerscheinungen des Monats bei "kaliber.38", "krimi-couch" & "hammett"
Krimitermine gibt es bei
Krimizeit & Krimi-Couch

– News –Oktober 2004


Stillstand!
Vom 28. Oktober bis 2. November 2004 haben die Alligatorpapiere clockwork Pause, um sich der Umstellung auf die Winterzeit zu widmen. Nach der Anpassung aller Uhrzeiten haben wir ab dem 3. November wieder Zeit für die Kriminalliteratur.
Amüsieren Sie sich bis dahin mit der Literatur, die Sie schon immer einmal lesen wollten, lauschen Sie Hörspielen, gehen Sie ins Kino, sehen Sie fern oder beteiligen Sie sich an importierten Vergnügungen mit Kürbissen. Entspannen und amüsieren Sie sich. Es wird kälter. Und früher dunkel. Und die Uhrzeit wird auch nicht mehr das sein, was sie war.

27. Oktober 2004

Krimi und Fast Food in Russland

Das denkende Russland sei besorgt: In den letzten Jahren werde es mit Bücher-Fast-Food abgespeist, mit einer Art literarischen BigMacs traktiert. Die Gattung eines kurzlebigen Krimis und eines rührseligen Frauenromans im Stile des unvergessenen Verlags "Mills & Boon" habe von den russischen Büchertheken praktisch das vertrieben, was als humanes Buch bezeichnet werde, das heißt die weltweite und einheimische Klassik, klagt die Internetzeitung "russland.ru". Eine Lektüre, die unterhalte, noch genauer: im Sinne von Herrn Wendriner "ablenke", habe die Oberhand gewonnen über ein Buch, das aufkläre und dem Leser wahre geistige Werte vermittele. Dabei sei angemerkt, dass die westlichen Idole der Bestseller in der Krimi-Gattung wie etwa Elmore Leonard oder Stephen King es auf dem russischen Büchermarkt wohl kaum mit den hausbackenen Stars aufnehmen könnten. Darja Donzowa allein, diese russische Patricia Cornwell von heute, habe die Leser allein 2002 mit 45 Krimi-Titeln überschüttet, wobei sich die Gesamtauflage auf 13 585 000 belaufe ... mehr

Minks Antiquariat

Da wir keine Leserbriefsparte führen, aber große Anhänger kleiner Buchläden sind, weisen wir gern auf Dieter Mink hin, der uns geschrieben hat:
"Am 25.10. habt Ihr eine kurze Notiz für Krimisüchtige in Berlin gebracht. Mit dem Hinweis auf "Hammett" und "Miss Marple". Es gibt noch eine Adresse für alle Krimisüchtigen. Mein Antiquariat. Es ist zwar kein spezielles Krimiantiquariat, doch neben der portugiesisch- und spanischsprachigen Welt, Kochbüchern und Kinderbüchern ist der Bereich Kriminalliteratur der Hauptschwerpunkt. Zur Zeit habe ich aus diesem Bereich folgendes im Angebot:
ca 3500 Krimis, ca 100 Titel zu Kriminalistik und Polizei, ca 100 Titel zu wahren Verbrechen / Pitavale,ca 50 Bücher mit Gerichtsreportagen, ca 30 Bücher zu Gefängnis und Gefangenschaft dazu Sekundärliteratur, Biografien, Henker, Schmuggler, Piraten ...
Mein Laden ist in der Invalidenstraße 145, in 10115 Berlin-Mitte, Geöffnet ist Montag bis Freitag von 11-18 Uhr, Samstags 11-16 Uhr. Telefon 030 / 28047892."
Jetzt erinnern wir uns, daß wir auch schon einmal auf dieses Antiquariat hingewiesen haben. Die "Junge Welt" vom 12.09.2003 brachte nämlich unter dem Titel "Markt für Metzeleien: Ein Antiquariat in Berlin-Mitte spezialisiert sich auf Krimis und Kutteln" einen schönen Artikel.
Die Redaktion der Alligatorpapiere bittet um zahlreichen Besuch!

Mord(s)beratung

mordsberatung2Das kriminalistische Trio Reinhard Jahn (Bochumer Krimiarchiv), Manfred Sarrazin (Krimibuchhandlung Alibi) und die Gerichtsreporterin Ingrid Müller-Münch geben in der Radiosendung "Mord(s)beratung" auf "WDR 5" Tipps für die besten Krimis der Saison, Insider-Infos und mörderische Spezialitäten.
Der Termin der telefonischen Mordberatung:
Samstag 30.10.2004
ab 20.05 Uhr
WDR 5
– live aus Haus Opherdicke, im Rahmen des Festivals "Mord am Hellweg 2". Moderation: Thomas Hackenberg
Wie immer sind auch die Hörerinnen und Hörer der Sendung gefragt, sich an der Suche nach dem ultimativen Kriminalroman zu beteiligen. Sie können per Anruf oder Mail mitdiskutieren, Fragen stellen oder Lesetipps geben. Mitmachen kann man per Telefon unter der kostenfreien Nummer 0800- 5678 555 oder per Email: mordsberatung@wdr.de
Die in der Sendung vorgestellten Bücher können als Liste bei der WDR 5 Hotline bestellt oder im Internet abgerufen werden.

Die Kommissarinnen

die-kommissarinnen.jpgDer Krimi zählt immer schon zu den Höhepunkten im Fernsehprogramm. Noch zu Beginn der 90er Jahre gehörte es zu den Spielregeln des Fernsehkrimis, dass die Jagd nach den Verbrechern in den Händen von Männern lag. Vaterfiguren wie "Der Kommissar" Erik Ode oder Stephan "Derrick" stellten die gesellschaftliche Ordnung wieder her. Später taten es ihnen Rebellen von der Schlagkraft eines Horst Schimanski gleich.
Vor 15 Jahren wurde diese männliche Domäne von Frauen in Frage gestellt. Eine Kommissarinnen-Offensive drängte die Helden in den Hintergrund.
Wie es zu diesem Rollentausch im Fernsehen kam, wie viel oder wie wenig er mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu tun hat, und welches weibliche Selbstverständnis mit dem Siegeszug der Kommissarinnen auf dem Bildschirm propagiert wird – das sind die zentralen Themen der Ausstellung "Die Kommissarinnen" im Filmmuseum Berlin (22. Oktober 2004 bis 8. März 2005).
Herlinde Koelbl hat eigens für die Ausstellung und das dabei entstandene Buch im "Nicolai Verlag" fünfzehn Fernseh-Kommissarinnen und eine echte Ermittlerin fotografiert ... mehr

Brillante Morde

brillante-morde Sämtliche bisher für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte "beste Kurzgeschichte" nominierten Texte versammelt der Band "Brillante Morde" (Leporello), selbstverständlich auch die bislang preisgekrönten Geschichten. Seit 2002 wird der Glauser für Krimikurzgeschichten vergeben. Der interessierte Leser kann sich nun also sein eigenes Urteil über die Entscheidungen der Glauser-Jury bilden, oder sich einfach über den Stand der deutschen Krimikurzgeschichte infomieren ... mehr

Kalender
Am 27. Oktober 1977 starb James M. Cain, eigentlich James Mallahan Cain in University Park in Maryland (*1. Juli 1892 in Annapolis in Maryland). Er war ein US-amerikanischer Journalist und Autor von Kriminalromanen. Auch wenn sich Cain selbst immer gegen diese Etikettierung wehrte, wird er James M. Caingewöhnlich mit der so genannten "harten Schule" der amerikanischen Krimi-Kultur in Verbindung gebracht und gilt als einer der Schöpfer der "schwarzen" Romane (roman noir).
Seine Romane vereinen naturalistische Milieuschilderungen und überzeugende psychologischen Studien triebbestimmter, unmoralischer Charaktere, die in sich eine gewisse Logik besitzen. Ihre spannende, oft kriminalistische Handlung besitzt eine starke Wirkung auf die 'tough guy'-Schule moderner Romane und Filme. Der Nachwelt wird er als der Autor des berühmten Romans "Wenn der Postmann zweimal klingelt" (1934) in Erinnerung bleiben, der noch zu seinen Lebzeiten dreimal verfilmt werden sollte.
(Info: wikipedia.de )
Info bei wikipedia.de , krimi-couch , mordlust.de, j.beilharz.

26. Oktober 2004

Vermischtes

"Sex and Crime" im Milieu: Der Club Mirabelle in Unna-Königsborn zog am vergangenen Samstag Krimifans aus Nah und Fern an, die sich einem Literaturabend mit nackten Tatsachen stellen sollten. Im Rahmen der Reihe "Mord am Hellweg" moderierte Nina George, auch als Erotikautorin unter dem Pseudonym Anne West bekannt, die beiden ausverkauften Veranstaltungen im Club Mirabelle, meldet die "Westfälische Rundschau" vom 25.10.2004... mehr

Jean C. Becker, Autor bekannter Rheinhessen-Krimis wie "Tod beim Rotweinfest", "Haie im Mainzer Becken" oder "Leichentanz an Fassenacht" nimmt am Sonntag, 31. Oktober, Fans von Spannung und literarischer Mörderjagd mit regionalem Bezug mit auf eine Krimiwanderung in den Binger Wald. Eine Meldung der "AZ" vom 26.10.2004 mehr

Alle 55,9 Sekunden wird in Berlin eine Straftat begangen. Die spektakulärsten Verbrechen der vergangenen Jahre und unaufgeklärte Fälle haben Reporter der Berliner Zeitung nochmals nachrecherchiert. Die Reportagen erscheinen jetzt in der Serie "Verbrecher, Opfer, Tatorte – Kriminelles aus Berlin" in der "Berliner Zeitung" und am 1. November unter gleichem Titel als Buch im "Jaron Verlag" ... mehr

Tom Zwaenepoels Buch ist eine Dissertation. Es geht um Fernseh-Krimis, speziell um solche, die vom ZDF produziert wurden, um solche mit einem Drehbuch von Herbert Reinecker. Ernst Horst hat es für die "FAZ" vom 22.10.2004 gelesen ... mehr

Krimi-Autor Christoph Güsken schickt sein Polizeiduo Bukowski und Jungbluth wieder auf die Jagd nach einem Mörder. Ein Bericht der "Westdeutschen Zeitung" vom 26.10.2004 ... mehr

Qiu Xiaolong

Xiaolong Qiu-Die-Frau-mit-dem-roten-Herzen Mit seinem zweiten Kommissar-Chen-Krimi "Die Frau mit dem roten Herzen" (Zsolnay) geht der chinesische Krimiautor Qiu Xiaolong, Literaturprofessor in den USA und Preisträger des Anthony Award für den besten Debutroman, auf Lesereise – unterstützt von den Tatort-Kommissaren Charles Brauer, Peter Sodann und Udo Wachtveitl. Gestartet wird am 07.11.2004 bei den "Burgdorfer Krimitagen", weitere Termine sind München, Halle, Hamburg, Münster,Freiburg, Berlin und Rostock ... mehr

Wörtche bei kaliber. 38

Die Zusammenhänge von literarischer Produktion und kulturellem Kontext sind vielschichtig. In zwei neuen Artikeln befasst sich Thomas Wörtche bei den Kollegen von "kaliber. 38" mit dem Thema, jeweils aus anderer Sicht. paprotta-dieungeschminktewahrheit In "Crime Fiction in Umbruchgesellschaften" schreibt Thomas Wörtche über Kriminalliteratur in einem gärenden sozialen Umfeld – der Kriminalliteratur im arabischen Raum. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt, der hingegen die deutsche Kriminalliteratur beeinflusse, sei ihre Traditionslosigkeit – präziser: die fehlende Tradition "plot-bewegter, realitätsbearbeitender Prosa" in der deutschen Literaturgeschichte. Dieser Umstand und ein paar weitere Faktoren hätten dazu geführt, dass die deutsche Kriminalliteratur ästhetisch weit hinter der globalen Entwicklung her hinke und entsprechend international überhaupt keine Rolle spiele, was in Wörtches Beitrag "Ohne Tradition keine breite Kultur" präzisiert wird. Daraus folge nun keinesfalls, dass in Deutschland keine gute Kriminalliteratur entstehen könne: Ein sehr gelungener Roman sei z.B. Astrid Paprotta mit ihrem neuen Buch "Die ungeschminkte Wahrheit" (Piper) gelungen, den Thomas Wörtche mit einigen weiteren Krimis in seinem aktuellen "Leichenberg" vorstellt ...

Burgdorfer Krimitage 2004
krimitage.jpg

Nach zwei Jahren ist es endlich wieder soweit: Vom 29. Oktober bis am 7. November 2004 finden in Burgdorf (Schweiz) die 6. Burgdorfer Krimitage statt. Das mittlerweile weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannte Krimifestival wartet auch dieses Mal getreu dem Motto "Sieh, das Böse liegt so nah" wieder mit einem umfangreichen und attraktiven Programm auf, das nicht nur Krimifreunde begeistern wird. Das Programm 2004 umfasst 65 Vorstellungen (u.a. Qiu Xialong aus China, Hakan Nesser und Karin Wahlberg aus Schweden, das deutsche Duo images/ritzel.jpgBorger & Straub etc.)
Der diesjährige Burgdorfer Krimipreis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman, der in den letzten zwei Jahren erschienen ist, geht an den Deutschen Ulrich Ritzel. Er wird für seinen Krimi "Der Hund des Propheten" (Libelle Verlag) mit dem von der Stadt Burgdorf gestifteten, mit 5000 Franken dotierten Preis geehrt ... mehr

Liza Marklund und Håkan Nesser bei schwedenkrimi.de

Ereignisreiche Tage liegen hinter den Machern von "schwedenkrimi.de" . Sie nutzten die marklund-derrotewolf Lesereisen zweier Bestsellerautoren der skandinavischen Krimikultur, Liza Marklund und Håkan Nesser zu ausgiebigen Gesprächen. Anlässlich ihrer Buchpräsentation im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Mord am Hellweg" sprach Liza Marklund mit Alexandra Hagenguth über "Der rote Wolf" und darüber, was es heißt, prominent zu sein ... mehr nesser-sein-letzter-fall
Zehn Fälle in zehn Jahren, und nur einer blieb ungeklärt: Der Fall G., Van Veeterens letzter Fall, liegt seit August auf Deutsch vor und bringt zum unwiderruflich letzten Mal Licht in dunkle, Maardamer Verbrechen. Håkan Nesser erweist seinem großen Kommissar mit einer Lesereise zu "Sein letzter Fall" die Ehre und erklärt im Interview mit dem Literaturportal schwedenkrimi.de, wie man auch als Pessimist glücklich werden könne ... mehr

Das Kriminal

kriminal Es ist zu danken, daß die Zeitschrift "Literaturen" die Krimikolumne "Das Kriminal" von Franz Schuh seit einiger Zeit ins Netz stellt. In der Ausgabe 11/2004 erfahren wird, mccall-smith-in-Edinburgh-ist-Mord-verboten.jpg daß Herr Schuh ein ausgesprochener Verehrer von Karlheinz Stockhausens Musik ist. Was man von einer gewissen Isabel Dalhousie in dem Roman "In Edinburgh ist Mord verboten" (Blessing) von Alexander McCall Smith gewiss nicht behaupten kann. Doch nicht nur das ist Franz Schuh an diesem Buch aufgefallen. Auch McCall Smith hat es mit der Musik, und in seiner Biographie steckt ein Zuckerl, das natürlich den Rezensenten dazu bringt, es zu servieren, und zwar hier

25. Oktober 2004

Wiesbadener und Mainzer Krimiherbst

Wenn die Tage kürzer werden und der Herbstnebel aufzieht, schlägt in Wiesbaden und Mainz die Stunde des Verbrechens. Vom 29. Oktober an präsentieren die beiden Landeshauptstädte – erstmals gemeinsam – vier Wochen lang den Krimiherbst 2004, meldet "hr-online". Im Rahmen dieses Festivals findet auch die Verleihung der "Agathe" statt, des Frauenkrimipreises der Stadt Wiesbaden. In diesem Jahr sind Christine Grän, Krystyna Kuhn, Lisa Lercher, Karola Weibezahl und Verena Wyss für den Preis nominiert (wovon leider auf der Internetseite zum Preis überhaupt nichts zu erfahren ist; dort lebt noch das Jahr 2003 in kraftvoller Ausbreitung) ... mehr

Jacques Berndorf

berndorf-eifel-traeume.jpg Seinen neuesten, den zwölften Eifelkrimi stellte Jacques Berndorf in der Buchhandlung "Lesezeichen" im malerischen Hillesheim vor, schreibt Manfred Lang im "Kölner Stadt-Anzeiger" vom 23.10.2004. Der Titel klänge heimelig, nämlich "Eifel-Träume", der Inhalt jedoch sei rabenschwarze Kriminalliteratur und ein Alptraum für alle, die Kinder haben und Kinder mögen. Sogar dem Autor sei der Stoff mächtig an die Nieren gegangen. So sehr, bekannte Jacques Berndorf bei der Buchpremiere, dass er hin und wieder versucht war, das Projekt zu schmeißen ... mehr

Auslieferung von Cesare Battisti

Als Anführer der italienischen Gruppe "Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus" soll Cesare Battisti Ende der 70er Jahre vier Morde begangen haben. Battisti lebte seit 1990 in Paris und hatte sich in Frankreich einen Namen als Krimi-Autor gemacht, jetzt droht ihm die Abschiebung, meldet "Oberpfalznetz" ... mehr

Schwarze Hefte †

Schwarze Hefte 61 Die legendäre Reihe des Hamburger Abendblattes, die "Schwarzen Hefte", werden eingestellt. meldet das Fachmagazin Schwarze Hefte 1 "Buchmarkt" am 24.10.2004. Mit der 63. Ausgabe ("Hamburger Kanzelsturz" von Regula Venske) soll die 1998 gestartete Reihe nun zu Ende gehen. Ein Maßnahme, die auch die Autorenvereinigung das Syndikat ausserordentlich bedauert. Die literarische Qualität brachte den Heften nicht nur drei Marlowe-Preise der deutschen Raymond-Chandler-Gesellschaft an der Universität Ulm ein, sondern auch eine große Resonanz weit über die Hamburger Region hinaus ...

Berlin für Krimisüchtige

Wer bei sich oder anderen den Entzug feststelle, solle zunächst eine gründliche Anamnese durchführen lassen, bevor sinnlos Kriminalliteratur verabreicht werde, die der Patient gar nicht aufnehmen könne, empfiehlt Uta Keseling in der "Berliner Morgenpost" vom 24.10.2004. Experten seinen zum Beispiel die Mitarbeiter von Kriminalbuchhandlungen, von denen es in Berlin nur zwei gebe – "Miss Marple" und "Hammett". ... mehr

Mickey Spillane

spillane-tod-mit-zinsen-aufbau.jpg Der 13. und wohl letzte Mike Hammer-Roman, dem erstaunten Publikum präsentiert zum 50-jährigen (!) Jubiläum dieses vielleicht rüdesten Krimi-Klassikers aller Zeiten sei "Tod mit Zinsen" (Rotbuch/Aufbau), schreibt Michael Drewniok in seiner Besprechung. Spillane negiere das für spillane-tod-mit-zinsen-rotbuch.jpglangjährig agierende Krimihelden lästige Altern nicht völlig, zudem nehme sich der Verfasser wieder politisch erfreulich unkorrekt seiner Schurken an, doch die Geschichte sei diesmal keine Abfolge wüster Schießereien und Morde. Es gebe sogar eine Handlung und wieder einmal überrasche Spillane mit atmosphärischen Bildern aus New York. Zweimal gibt es Dr. Drewniok im Netz: sowohl bei den Kollegen vom buchwurm.info , als auch bei der krimi-couch

Ein Fall für Fischer

rotkehlchen In ihrer Kolumne "Ein Fall für Fischer" im Berliner "Tagesspiegel" vom 24.10.2004 schreibt Andrea Fischer über die Schatten der Vergangenheit und fragt sich, ob noch jemand Krimis lesen wolle, in denen der Zweite Weltkrieg und die faschistische Vergangenheit eine Rolle spiele. Und hofft, daß von guten Autoren geschriebene Geschichten, in denen glaubhaft die Vergangenheit ins Heute reiche doch zahlreiche Leser packen könnte. Und sie gibt Beispiele: Anne Chaplets "Russisch Blut" (Piper) "Ein feines Buch mit einer komplexen Geschichte" und Jo Nesbos "Rotkehlchen" (Ullstein) "Ein facettenreiches Bild von alter Schuld, ein Wunderwerk aus Skandinavien." ... mehr

22. Oktober 2004

Christian Schünemann

In der Sendung "Lesezeichen" am Sonntag, den 24. Oktober um 11.45 Uhr im "Bayerischen Fernsehen"schuenemann-der-friseur.JPG gibt es ein Gespräch des Autors Christian Schünemann mit Antonio Pellegrino. Ein Münchner Frisör löst einen Kriminalfall, ausgedacht hat sich das ein Berliner. Aber wie dreht man eine Geschichte richtig auf? Nicht nur Frisuren, auch Filme und Romane werden nach Schnitt und Übergang beurteilt. Christian Schünemann verbindet das, in seinem ersten Roman "Der Frisör". Im Gespräch schildert er seine Eindrücke von Münchnern in Berlin und vom Münchner Glockenbachviertel, und verrät, dass er gerne selbst zum Friseur geht ... mehr

Ende des Frauenkrimis

Frauen und Männer agieren im Mordfach heute derart ähnlich, dass man das Geschlecht beim Lesen vergesse, schreibt Karin Oehmigen in der "Sonntagszeitung". Eine Provokante Frage zum Schluß des Artikels, ein kleiner Abriss zur Geschichte und als Beispielauswahl Bücher von Thea Dorn, P.D. James, Mari Jungstedt und Sara Paretsky komplettieren den Beitrag ... mehr

Hakan Nesser

10 Fälle habe Kommissar Van Veeteren aus der Feder von Schwedens Erfolgsautor Hakan Nesser in den letzten Jahren gelöst, erklären die "Kieler Nachrichten" vom 22.10.2004. In der Buchhandlung Weiland stellte Hakan Nesser den definitiv letzten Fall seines Kult-Helden vor, was die Zeitung zu einem kurzen Interview mit dem Autor nutzte ... mehr

Neues von der Krimi-Couch

Der Oktober bei den Kollegen von der ndridason-engelsstimme.jpg Krimi-Couch:
Zum "Krimi des Monats" Oktober wählte die Redaktion den Roman "Engelsstimme" von Arnaldur Indridason ( Lübbe ).
Und es gibt unter anderem Rezensionen zu
-Max Allan Collins: "CSI: Tod im Eis",
-Stella Blomkvist: "Das ideale Verbrechen"
-Elizabeth George: "Wer die Wahrheit sucht"
-Christian v. Ditfurth: "Mit Blindheit geschlagen"
Außerdem natürlich zahlreiche neue Rezensionen zu Büchern aus Asien, Frankreich, Großbritannien etc. ...

Vermischtes

Für ihren neuen Thriller "Echo einer Winternacht" wurde Val McDermid mit dem "Barry 2004" in der Kategorie "Best British Crime Novel" ausgezeichnet meldet "News-Ticker.org" am 21.10.2004 ... mehr

Ihren neuesten Roman "Die Brut" will Thea Dorn ausdrücklich nicht als Krimi verstanden wissen. Spannungsliteratur sei es dennoch, meldet die "Schweriner Volkszeitung" vom 22.10.2004 von den 9. Schweriner Literaturtagen ... mehr

Die "NRZ" sprach mit dem Gindericher Erwin Kohl über seinen zweiten Niederrhein-Krimi "Im Nebel des Krebses" (Betzel), in dem Hauptkommissar Grimm wieder auf Spurensuche geht ... mehr

Auf 250 Seiten Eifel-Krimi-Literatur finde man oft mehr Verbrechen, als in der Eifel seit der Kaiserzeit insgesamt geschehen seien, meint Michael Thalken in seiner Besprechung des Romans "Ein kaltes Haus" (KBV) von Ralf Kramp für den "Kölner Stadt-Anzeiger" vom 22.10.2004 ... mehr

Schußwechsel in Berlin: Die Fotografin Herlinde Koelbl setzt Deutschlands "Kommissarinnen" in Szene. Ein Beitrag von Birgit Warnhold in "Die Welt" vom 22.10.2004 zur Ausstellung "Die Kommissarinnen" ... mehr

Sie ist die erfolgreichste Krimiautorin Europas: Nur in Venedig, wo die Amerikanerin Donna Leon lebt, kennt sie kaum jemand. "Die Welt" vom 21.10.2004 berichtet von ihrem Besuch in Berlin, der Heimatstadt von Uwe Kockisch alias "Commissario Brunetti" ... mehr

Kriminelle Veranstaltungen

Duster wird es, kalt und unheimlich. Die richtige Zeit also, um die Menschen das blutfleckFürchten zu lehren. Auf spezielle Weise geht das bei mörderischen Veranstaltungen, auf die wir verweisen möchten. Am 5. November 2004 wird es in Giesing gefährlich. 13 Kneipen und Lokale in Giesing präsentieren den 1. Münchner Kneipen-Krimi: "Mord in Giesing". An allen Tat-Orten gibt es Veranstaltungen mit Live-Musik und Hinweisen für die Hobbydetektive. Der Mord geschah am Giesinger Bahnhof. Der Tatort wird von der Polizei gestaltet. Das Improvisationstheater "Los Paul" stellt die Verdächtigten des Krimis dar, mischt sich unter das Publikum und gibt in jedem Lokal Hinweise zur Lösung des Verbrechens. Weitere Hinweise werden in den Lokalen durch Plakate, Jingles und versteckte Hints gegeben. Wer den Fall löst, kann am Gewinnspiel teilnehmen ... mehr
crimezone
Im Jazzclub "Porgy & Bess" geht am 19. November 2004 die "3. Wiener Kriminacht" über die Bühne, die dieses Mal unter dem Motto "Grenzüberschreitung" steht. Eine Krimilesung von sechs renommierten Autorinnen und Autoren, kombiniert mit der slowenisch-deutschen Rockgruppe Balis, die an diesem Abend ihre zweite CD präsentiert, und das alles in einem Jazzlokal, das mit einer Varieté-, Theater- und Pornokino-Vergangenheit aufwartet. Es lesen Peter Hiess, Glauser-Preisträgerin Edith Kneifl, Lisa Lercher, Andreas Pittler und Organisatorin Sabina Naber sowie Robert Hültner aus München, mehrfacher Deutscher Krimipreis- und Glauser-Preisträger ... mehr

Crimezone Magazine

crimezone
Natürlich ist auch im Oktober das Magazin der niederländischen Krimiseite "Crimezone" erschienen und wartet mit einer Überraschung auf: ein Interview mit Lars Schafft, dem Gründer der "krimi-couch", der über den deutschen Krimimarkt und zu deutschen Autoren befragt wurde. Natürlich erfährt man auch, wie es zur Gründung der "krimi-couch" kam (wenn man "holländisch" kann – das Ganze ist natürlich in der Heimatsprache der "Crimezone" verfasst.
Ausserdem ein Dossier zu Lee Child, ein Doppelinterview mit Simone van der Vlugt und Saskia Noort und ein Einzelinterview mit Gayle Lynds. Besucht wurde der Flame Patrick De Bruyn, der für den "Gouden Strop" nominiert war und noch im Rennen um die "Diamanten Kogel" ist (beides Krimipreise) ... mehr

Bernice Rubens †
camilleri-andrea.jpg Am 13. Oktober 2004 starb in London die walisische Autorin Bernice Rubens im Alter von 80 Jahren. Bernice Rubens wurde 1928 in einer russisch-jüdischen Familie im walisischen Cardiff geboren. Zunächst war sie als Lehrerin tätig und arbeitete parallel zum Schuldienst in der Filmindustrie. Für ihren Film "Stress" erhielt sie den Oskar der Dokumentarfilme ("American Blue Ribon Award for Documentary"). Seit 1960 hat Bernice Rubens 21 Romane veröffentlicht. Für viele ihrer Bücher erhielt sie Preise, u.a. auch den begehrten Booker Prize für "Es geschah in einer Seitenstraße". Auf Deutsch erscheinen ihre Bücher im Hardcover bei Pendragon und als Taschenbücher bei Piper.
Infos bei ...
Pendragon , Mediakontakt Laumer

21. Oktober 2004

Sara Paretsky unterwegs

Mit ihrem neuen Roman "Blacklist" (Goldmann) ist Sara Paretsky vom 8. bis 16. November 2004 in Deutschland unterwegs. Die Lesedaten gibt es bei "Random House" ... mehr

Krimis bei Titel

Eine Menge Krimis werden monatlich im Magazin "Titel" besprochen. Im Oktober bisher zum Beispiel Jeffery Deavers "Der faule Henker", Robert Houghs "Das Geständnis der Mabel Stark", John Burdetts "Der Jadereiter" und viele andere. Ein Besuch wäre durchaus zu empfehlen ... mehr

Erster Preis für Fernsehkrimis

Erstmals in Deutschland soll im kommenden Jahr eine Auszeichnung für den besten Fernsehkrimi vergeben werden, meldet "newsroom.de". Geplant sei die Verleihung des "Deutschen Fernsehkrimi-Preises" im Rahmen eines Festivals Mitte März in Wiesbaden ... mehr

Vermischtes

Das Krimi-Duo Jens Lossau und Jens Schumacher präsentiert seinen neuen Roman "Menschenscheuche" (Societäts-Verlag) in Mainz, meldet die "Allgemeine Zeitung" vom 21.10.2004
Die Krimi-Anthologien "Mord unter Kopfweiden" (Leporello Verlag) und "Mehr Morde am Hellweg" (Grafit) stellt der "Kölner Stadt-Anzeiger" vom 21.10.2004 vor und nimmt sich besonders der Bergisch Gladbacher Autoren an.

20. Oktober 2004

Dominique Manotti

Wie so viele der wichtigen französischen Autorinnen von Kriminalromanen komme Dominique Manotti aus der Linken, schreibt der Verlag "Assoziation A" zu seiner soeben erschienenen Neuerscheinung "Hartes Pflaster" in der von Elfriede Müller, Frieder Rörtgen und Alexander Ruoff herausgegebenen Noir-Krimireihe des Verlages. Was einleuchtend ist, folgt diese Reihe doch dem Motto manotti-hartes-pflaster.jpg "Es werden nur solche Krimis erscheinen, die noch nicht in der BRD veröffentlicht wurden, die aber in in Frankreich so links wie erfolgreich sind."
Dominique Manottis erstes literarisches Werk, "Sombre Sentier" (dt. Hartes Pflaster), so der Verlag, wurde mit dem "Sang d'Encre" für den besten französischen Kriminalroman 1995 ausgezeichnet und erhielt 1996 den Preis des Festivals in Saint-Nazaire. Der Roman handele vom Kampf türkischer Einwanderer um ihre Rechte Anfang der 8Oer Jahre, der zugleich den letzten erfolgreichen Kampf der französischen radikalen Linken darstellte.
Dominique Manotti ist demnächst auch in Deutschland zu sehen und zu hören. Ihre Lesereise führt sie nach Freiburg ins "Jos Fritz Café" (Di 26.10.04 20.00 Uhr), nach München ins "Mittwochskafe" (Tröpferlbar Mi 27.10.04 20.30 Uhr), nach Berlin in die Buchhandlung Schwarze Risse (Do 28.10.04 19.30 Uhr) und nach Göttingen in den Buchladen Rote Straße (Fr 29.10.04 19.30 Uhr). Genaue Daten zu Buch und Lesereise gibt es hier

Das Kriminal

kriminal Es ist zu danken, daß die Zeitschrift "Literaturen" die Krimikolumne "Das Kriminal" von Franz Schuh seit einiger Zeit ins Netz stellt. olsen-maedchen-aus-oslo.jpg Im Oktober gibt es neben einer kürzeren kritischen Bemerkung zu Rowohlts Klappentexterei von Célines "Reise ans Ende der Nacht" natürlich auch eine spezielle Empfehlung: "Das Mädchen aus Oslo" (Rowohlt) von Pål Gerhard Olsen. Der Roman um einen Privatdetektiv sei sprachlich besser als die meisten in der harten Branche. Außerdem führe es dem Sammler der Varianten des Krimi-Schemas eine Variante vor, die hübsch auf der Hand liege: Der Privatdetektiv gewinne seine seltsam abgetakelte Würde dadurch, dass er der Einzelne sei, der einem Apparat gegenüberstehe ... mehr

Clive Cussler

cussler-Die-Troja-Mission.jpg Schaumschlägerei nach Schema F bestimme schon lange die Handlung eines typischen Cussler-Romans, meint Michael Drewniok am 19.10.2004 bei "buchwurm-info.de". Die Logik schlage erst Purzelbäume und verabschiedee sich bald gänzlich aus dem Geschehen. Was sich z. B. Clive Cussler für die Romanfigur "Specter" im Roman "Die Troja-Mission" (Blanvalet) ausgedacht habe, um die Welt unter die postkeltische Knute zu zwingen, müsse man einfach mit viel Humor nehmen (und wünsche sich, dass auch die wirklichen Möchtegern-Diktatoren dieser Erde sich so dämlich aufführten). Könne man die fast schon genial absurde Story akzeptieren, stelle sich aber schnell der Spaß an dieser altmodischen Abenteuerpistole ein.
Nicht nur eine ausführliche Buchbesprechung findet sich hier, sondern auch eine Auflistung der Dirk-Pitt-Serie, Numa-Akten und Oregon-Chroniken ... mehr

Patricia Vohwinkel

vohwinkel-elchtodzufaellig.jpg Krimi-Schriftsteller gebe es wie Sand am Meer – oder Menschen im Ruhrpott, meint Milan Knezevic in seinem Beitrag für das Onlinemagazin "evolver". Eine ganz besondere Autorin lebe nämlich ausgerechnet dort und schreibe über sprachlich durchgeknallte Frauen: Patricia Vohwinkel. Wer einen der "Elchtod"-Romane gelesen habe, werde zahlreiche Parallelen zum Leben der Autorin finden. Grund genug für "evolver", in den nächsten Tagen die drei bisherigen Bücher vorzustellen. Begonnen wurde schon mit "Zufällig Elchtod" (edition treves), der den Rezensenten überzeugt hat: von der intelligenten Sprache ebenso wie von den lebensnah gezeichneten Hauptpersonen überwältigt sozusagen ... mehr

19. Oktober 2004

Ulrich Nollers Krimitipps Oktober 2004

Ulrich Noller Natürlich waren sie pünktlich zum Monatsanfang da: Ulrich Nollers Krimitipps für den Okotber 2004 beim "WDR 5" (Funkhaus Europa).
aykol-bakschisch.jpg Die Reise ging diesmal an den Bosporus und hatte Romane von Celil Oker und Esmahan Aykol zum Thema.
Sprachlich und erzähltechnisch böten die Krimis von Celil Oker solides Handwerk. Sie zeichneten oker-letzter-akt-am-bosporus.jpg sich aber auch durch eine starke Lebendigkeit aus, durch die grandios gezeichneten Personen, die das Geschehen plastisch werden liessen. Istanbul als Lebensraum sei das eigentliche Thema von Celil Okers Geschichten, auch im besprochenen Roman "Letzter Akt am Bosporus" (UT metro).
Zwar mißachte die Autorin Esmahan Aykol in ihrem Roman "Bakschisch" (Diogenes) sprachlich und erzähltechnisch so ziemlich alle Gesetzmäßigkeiten, die einen guten Kriminalroman ausmachten, dass man "Bakschisch" trotzdem mit wachsendem Vergnügen lesen und letztlich sogar genießen könne, liege daran, dass es Esmahan Aykol weder um die Liebesgeschichte noch um den Krimiplot gehe, sondern um Deutsche und Türken in Istanbul, und die kleinen Vorurteile, die sie einander gegenüber hätten ... mehr

Dark Zone – Ein Noir-Reader

compart_darkzone.jpgMartin Compart geht in die zweite Runde. Nach seinem "Noir 2000 – Ein Reader" legt er mit "Dark Zone – Ein Noir-Reader" im "Strange-Verlag" nach, melden die Noir-Spezialisten von mordlust.de . Analysen, Porträts, Lesetipps und Hintergrundinformationen ergäben ein vielfältiges Stück Sekundärliteratur, das eine geballte Ladung Information zum Thema Noir in seinen möglichen Erscheinungsformen liefere.
Eine Podiumsdiskussion zu "Dark Zone" findet am 28.10.2004 in der Krimibuchhandlung Alibi in Köln statt. Moderiert von Herausgeber Martin Compart stellen sich die Autoren des Noir-Readers dem geneigten Besucher. Voraussichtliches Lineup: Michael Molsner, Werner Schmitz, Sabine Janssen und Myron Bünnagel.
Beginn: 20:00 Uhr Eintritt: 3 Euro
Krimibuchhandlung Alibi – Köln, Ehrenstraße 96-98 mehr

Altmärker Kriminalfestival

Mehrere hundert Besucher sind zum ersten Altmärker Kriminalfestival gekommen, das am Wochenende in Stendal zu Ende ging, berichtet das "Naumburger Tagblatt" vom 18.10.2004. Über eine Fortsetzung des Festivals werde derzeit nachgedacht ... mehr

Reinhard Junge

Mehr-Morde-am Hellweg.jpgWenig begeistert äußert sich Frank Osiewacz im "Westfälischen Anzeiger" über die Kurzgeschichte "Stöhnen in Bönen" von Reinhard Junge, die in der Sammlung "Mehr Morde am Hellweg" (Grafit-Verlag) enthalten ist. Die Messlatte hoher Literatur müsse bei dieser Kurzgeschichtensammlung niemand hervorholen. Es sei Unterhaltung, und so sollte auch Junges Geschichte verstanden werden. Gute Unterhaltung allerdings sei auch etwas Anderes ... mehr

Tatort Töwerland

Die ersten Stipendiaten für den "Tatort Töwerland" auf Juist stehen fest, meldet die "Ostfriesen-Zeitung" vom 19.10.2004. Von bislang rund 30 Bewerbungen wurden von einer Jury vier "Verdächtige" eingeladen, um auf der Insel in Ruhe einen Krimi zu schreiben. Sie müssen allerdings schnell sein, denn ihnen bleiben 14 Tage, um auf der Nordseeinsel Juist zu leben und arbeiten. Gute Luft bewirkt ja vieles. Jürgen Kehrer ist der erste Auserwählte ... mehr

18. Oktober 2004

Heinz R. Unger

unger-loewenslauf.jpgAuch diejenigen, die sich ihrer Handlungen im Dritten Reich nicht zu schämen brauchten, wollten vergessen. Das mache der Dramatiker Heinz R. Unger in seinem Kriminalroman "Löwenslauf" (Haymon) anschaulich, merkt Erich Hackl in "Die Presse" vom 16.10.2004 an. Ungers Prosa sei davor gefeit, die Jahre zwischen der Befreiung von der Naziherrschaft und dem Abzug der Alliierten in einer Art Rückprojektion des gegenwärtigen politischen Malheurs zu verfälschen. Unger, einer der wichtigsten politischen Dramatiker der Zweiten Republik, ein bedeutender Lyriker auch, habe einen Kriminalroman geschrieben, der auf ein wichtiges Grundelement verzichte – der Detektiv spüre keinem Gegenspieler nach, sondern einem Mann, dessen Schicksal dem seinen sehr ähnlich sei ... mehr

Hansjörg Schneider

schneider-Hunkeler-macht-Sachen.jpgMit "Hunkeler macht Sachen" erscheine Hansjörg Schneiders neuster Band um den sperrigen Basler Kommissar. Und auf SF DRS laufe eine Verfilmung des dritten "Hunkeler"-Krimis, erklärt Veronika Rall in der "WoZ" vom 14.10.2004. Schneiders Sätze seien langsamer und bedächtiger als die von Glauser. Sie sprängen nicht, sie hätten keine Ausrufezeichen und keine drei Fortsetzungspunkte – Hunkeler denke seine Sätze fertig, wenn er schon mal beim Denken sei, er frage eher, als dass ihm Antworten einfielen. Doch in der Verfilmung stossen schnell die Veränderungen gegenüber der Romanvorlage auf ... mehr

Jacques Tardi und Jean Vautrin

vautrin-tardi-diemachtdesvolkes.jpgDer Autor Jean Vautrin und der Zeichner Jacques Tardi sind ein eingespieltes Team. Ihr vierter gemeinsamer Comic "Das Testament der Ruinen" aus der Reihe "Die Macht des Volkes" ist soeben in Frankreich erschienen. Die deutsche Übersetzung ist bereits in Arbeit. Der neue Comic spielt im Jahr 1871, eine Handlung wie ein Krimi. Nach der Niederlage gegen Preußen herrscht in Paris Hungersnot. Das Volk lehnte sich auf und die Regierung flüchtete ins nahe gelegene Versailles. Ein Aufstand bricht aus. Die Nationalgarde bildet eine proletarische Regierung und lässt einen Stadtrat wählen: die Pariser Kommune. Ein Beitrag bei "ARTE" ... mehr

Mord und Ratschlag

posadas-kleine-indfamien Eine neue paprotta-dieungeschminktewahrheit.jpegFolge der Krimikolumne "Mord und Ratschlag" unserer Kollegen vom "perlentaucher" ist online. Tod eines Kochs in der Kühlkammer, eine Kommissarin, die Schusswaffen hasst, und ein indischer Detektiv, der sich als Hühnchenfuttervertreter verkleidet: Ekkehard Knörer bespricht neue Krimis von Carmen Posadas, Astrid Paprotta und H.R.F. Keating ... mehr

Gunter Gerlach

Er liebt die Groteske, den etwas schrägen Humor: Gunter Gerlach, in Hamburg lebender Autor von Kriminalromanen und anderen Geschichten, ist mit seiner Vorliebe fürs Skurrile bekannt geworden und hat mehrere Auszeichnungen dafür erhalten. Zuletzt erschien von Gerlach, 1941 in Leipzig geboren, das Schwarze Heft "Bergedorfer Therapie". Ein Bericht von Volker Albers im "Hamburger Abendblatt" vom 15.10.2004 ... mehr

Philippe Claudel

claudel-die-grauen-seelen.jpgDer junge französische Autor Philippe Claudel werde gern mit Georges Simenon verglichen. Beide bänden Kriminalstorys packend in reale Geschichte ein, meint Daniel Dubbe in seinem Beitrag für den "Rheinischen Merkur" Nr. 42 vom 14.10.2004. Mit seinem Roman "Die grauen Seelen" (Rowohlt)sei Claudel ein historischer Provinzroman gelungen, der so intim und bekenntnishaft geschrieben sei wie ein Tagebuch. Anhand der Geschehnisse in einer Provinzstadt werde bis in die kleinsten Verästelungen hinein das Panorama einer sterbenden Gesellschaft entworfen ... mehr

Gohlis' Kriminalromankolumne

Gruber-Wendekreis-der-Nacht.jpg In seiner Krimikolumne in "Die Zeit" 41/04 freut sich Tobias Gohlisüber einen Roman, der etwas vom Leser verlangt. Denn wer mitkommen wolle, müsse ein bisschen was zwischen den Ohren haben. Michael Gruber habe Meeresbiologie studiert, als Redenschreiber für Clinton habe er seine Überzeugungskünste trainiert, aber perfektioniert habe er sie jetzt, in einem fulminanten Thrillerdebüt: "Wendekreis der Nacht" (Zsolnay Verlag). Und Gruber tue, was seit Horaz von den Besten verlangt werde: Er erfreut und er nützt. Sehr, sehr mitreißend ... mehr

Kalender

18. Oktober
Manuel Vázquez Montalbán
Am 18. Oktober 2003 stirbt Manuel Vázquez Montalbán in Barcelona (*14. Juni 1939).
montalbanMontalbán wurde international bekannt durch die Kriminalromane um den von ihm erfundenen Privatdetektiv, Ex-Kommunisten, Ex-CIA-Agenten und Feinschmecker Pepe Carvalho, in denen er sich auch kritisch mit der spanischen Gesellschaft nach der Franco-Diktatur auseinandersetzt.
Der äußerst produktive Schriftsteller verfasste neben Prosa auch Lyrik, Essays, Theaterstücke, politische und zeitgeschichtliche Bücher sowie Kochbücher. Er schrieb eine regelmäßige Kolumne für die bedeutendste spanische Tageszeitung El País sowie eine große Zahl von Artikeln für Zeitschriften.
Der italienische Schriftsteller Andrea Camilleri, ein großer Verehrer von Montalbán, benannte seinen eigenen Serienhelden, einen sizilianischen Kriminalkommissar, nach Montalbán: Commissario Salvo Mantalbano. (Info: wikipedia.de)
Nachruf von Albrecht Buschmann in der "Neuen Zürcher" vom 20.10.2003; krimi-couch, Interview bei ARTE ,Die Welt , taz , FAZ

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Hörspieltipps

25.10.04 um 19:05 bei DLRB
" Im falschen Film" (54‘) von John Gradwel

Joe und Kel sind dicke Freunde. Schon als Kinder haben sie Filmszenen nachgespielt. Auch den berühmten Sprung von der Klippe aus "Butch Cassidy and the Sundance Kid". Allerdings mit dem Unterschied, dass nur der neunjährige Joe sprang und sich den Knöchel verstauchte, während Kel oben stehen blieb und herzhaft lachte. Nun ist Kel verschwunden. Da er mit Antiquitäten handelt, vermutet man, dass er sich gerade in Osteuropa auf Einkaufstour befindet. Warum aber hört Joe bei Kels seltsamen Anrufen immer die Turmglocke seines Wohnortes?

Mehr Informationen und das Monatsprogramm bei hörspielkrimi.de


Axel Bußmers Vorschau
TV-Krimi & Buch-Tipps: Kriminalfilme aktuell

Die TV-Tipps 16. – 29. Oktober 2004.
hammett-maltese-falcon.jpg
Bunt bebildert und mit hilfreichen Links versehen finden Sie alles wie immer ... hier

Axels Tipp des Tages:

Montag, 25. Oktober

HR, 22.00

Der Tod kennt keine Wiederkehr

(USA 1973, R.: Robert Altman)
Drehbuch: Leigh Brackett
LV: Raymond Chandler: The long goodbye, 1953 (Der lange Abschied)

Philip Marlowe hilft seinen Freund Terry Lennox aus der Klemme. Er soll seine Frau umgebracht haben.
Bitterböse Abrechnung mit dem amerikanischen Traum und einem Marlowe (Elliot Gould), der als Relikt durch die Story gestossen wird.   Eine der besten Chandler-Verfilmungen!
Mit Elliot Gould, Nina van Pallandt, Sterling Hayden, Mark Rydell

ZDF, 22.15

Wild at Heart   Die Geschichte von Sailor und Lula

(USA 1990, R.: David Lynch)
Drehbuch: David Lynch
LV: Barry Gifford: Wild at Heart: The Story of Sailor and Lula, 1984

Sailor und Lula flüchten vor einem Detektiv und einem Killer, die beide im Auftrag von Lulas durchgeknallter Mutter reinen Tisch machen sollen. Und dann treffen sie auf den Gangster Bobby Peru und dessen Komplizin Perdita Durango.
Lynchs wildes Roadmovie, ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in Cannes, ist ein hemmungslos übertriebener Trip durch einen Alptraum namens Amerika. Ein Meisterwerk.
Mit Nicolas Cage, Laura Dern, Diane Ladd, Willem Dafoe, Isabella Rossellini, Harry Dean Stanton, Crispin Glover

Vox, 00.10

Fabrik der Offiziere   Teil 4

(D 1989, R.: Wolf Vollmar)
Drehbuch: Wolf Vollmar
LV: Hans Hellmut Kirst: Fabrik der Offiziere, 1960

Deutschland, 1944: Ein Oberleutnant klärt den Tod seines Vorgängers auf. Das ist die vierteilige TV-Fassung des gleichnamigen Kinofilms, der 1989 dort ziemlich sang- und klanglos verschwand und im TV auch eher nicht gezeigt wird. Was anscheinend kein kultureller Verlust ist.
Mit Manfred Zapatka

Mehr Informationen und die gesammelten Tipps bei Axels TV-Tipps

Axel Bußmers
TV-Krimi & Buch-Tipps

krimikritik
Beiträge im Oktober:

Spexial No. 2

"Krimis in Deutschland und Frankreich – Spiegel der Gesellschaft?"
In unserem Spexial No. 2 finden Sie die Berichte über die Tagung vom 21. bis zum 23. November 2003 im BBI im Schloss Genshagen.
Der französische Roman noir ist ein Thema, aber auch Berlin-Krimis und der Krimi in der DDR. Außerdem geht es um die historische Gattungsbestimmung der "Kriminalliteratur" und vieles mehr von Fachleuten wie Reinhard Jahn, Raphaël Villatte, Wolfgang Mittmann, Elfriede Müller u.a. – und zwar ... hier