Krimineuerscheinungen des Monats bei Alligator, kaliber.38, krimi-couch & hammett

News –März 2009– Nachrichten


Dienstag, 31. März 2009

Befragungen

Die Befragungen
von Gisela Lehmer-Kerkloh und Thomas Przybilka.


Boris Koch
hammer-Koch-Boris.jpg Boris Koch, geboren in einer Winternacht 1973, wuchs auf dem Land im bayrischen Schwaben auf und machte sich schon früh einen Namen als Kindergartentyrann und Sandwurflyriker. Nach Zivildienst in einer Augsburger Kinderpsychiatrie und Studium der Alten Geschichte und Neueren deutschen Literatur in München, lebt er inzwischen als freier Autor in Berlin.
Zu seinen Buchveröffentlichungen gehören unter anderem mehrere Kurzgeschichtensammlungen mit phantastischen, grotesken und sonstigen Texten, die Fantasy-Parodie Die Anderen und bislang zwei Jugendkrimis in der Reihe www.schwarzlichter.com.
Das Duo Lehmer-Kerkloh & Przybilka hat ihn zur 'legendären' Befragung gebeten ... mehr


Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden mit dem Mainz-Krimi "Die falschen Caesaren" von Claudia Platz und mit einem Verweis auf den Roman "Hermannslauf" ...

krimikrimi:
Margit Breuss ist zurück! Mit ihrem Gemeinschaftsartikel "Kollege Hannibal Lecter", mit einer Regio-Krimi Ausschreibung und dem neuen Buch von Edith Kneifl ...

Krimilady:
Henny Hidden würde Catherine O' Flynn nicht nur für den Roman "Was mit Kate geschah" alle Literaturpreise der Welt geben. Nie zuvor ist ihr so klar geworden, wie man einen guten Kriminalroman schreiben muss ...

krimileser:
Bernd Kochanowski hält ihn fast für einen Westernthriller: "Blue Heaven" von C.J.Box ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und dem Cover der Woche (Michael Molsner: "Und dann habe ich geschossen") ..

NuT:
Joachim Linder über Irmtrud Wojak: Fritz Bauer 1903 - 1968. Eine Biographie. Und über den literarischen Krimi ...

Spannungsromane:
amer über Allan Guthrie: "POST MORTEM"

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph mit All in one: Ein Kurzkrimi für jede Geschmacksrichtung ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...



maigret-lesen-FAZ.jpgFAZ: simenon-maigret-stellt-eine-falle.jpg »Maigret-Marathon«

Über siebzig Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung beim (Diogenes Verlag) auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Tilman Spreckelsen hatte noch keinen Maigret-Roman in die Hand genommen. Nun setzt er an, jeden Maigret zu lesen.
Achtundvierzigste Folge: Maigret stellt eine Falle.
Bitte, geht doch: Offenbar hat es den Maigret-Autor inzwischen wieder nach Europa verschlagen. "La Gatounière, Mougins (Alpes-Maritimes)" steht am Ende dieses Romans, und "12. Juli 1955". Das Buch schließt eng an das vorige an, indem es Maigrets geistige Verwandtschaft mit den Psychoanalytikern seiner Zeit untermauert.
Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit ... mehr



wagner-im-winter-loewenDer Spiegel:
»Auf maximale Spannung reduziert«

Ein Deutscher fordert Skandinaviens Meister der Spannung heraus: Jan Costin Wagner stürzt seine Figuren in ein Chaos aus Mord und Trauer. Ein Hesse, der sich einen finnischen Schnüffler ausgedacht hat - und damit beachtliche Erfolge feiert: In 14 Sprachen sind Wagners Bücher übersetzt, 2008 bekam er den Deutschen Krimipreis. Auch "Im Winter der Löwen" (Eichborn Verlag), sein neuer Krimi beweist: Mankell und Co. müssen sich warm anziehen. Der Mord liefert Wagner nur die Extremsituation, die die Handlung in Gang bringt. Das Ergebnis ist ein geordneter Roman, aufgeteilt in kürzeste Kapitel, 93 auf 280 Seiten, mit Absätzen, die oft nur aus kargen Ein-Wort-Dialogen bestehen. Man spürt förmlich das Schweigen zwischen den Zeilen.
Von Tobias Becker .... mehr


theurillat-sechselaeutenSonntagszeitung:
»Leichen bei der Fifa«

In seinem Krimi "Sechseläuten" (Ullstein Verlag) verknüpft Michael Theurillat auf erschreckende Weise das Schicksal der Jenischen mit Machtgier und Weltfussballverband. Es ist der dritte Fall für den Kommissar von der Zürcher Kantonspolizei, der erstmals 2005 in "Im Sommer sterben" aufgetreten ist. Damit hat sich der ehemalige UBS-Banker Michael Theurillat, 48, jetzt endgültig als Krimiautor durchgesetzt. Inzwischen erscheint er beim Berliner Ullstein-Verlag; neben Autoren wie John le Carré oder Dennis Lehane befindet er sich dort in guter Gesellschaft.
Von Sven Boedecker .... mehr


chandler-raymond.gifFAZ:
»Der genetische Fingerabdruck ist ein Desaster«

Raymond Chandler hat mit seinem Privatdetektiv Philip Marlowe kluepfel-kobr-laienspiel das Genre des Kriminalromans revolutioniert. Mit seinen "hardboiled" Detektivgeschichten distanzierte er sich vom britischen Krimi, der ihm blutleer und wirklichkeitsfremd erschien. Heute löst nicht mehr der Privatdetektiv, sondern der Kommissar die Fälle - wie bei dem Allgäuer Krimiduo Volker Klüpfel und Michael Kobr. Für ihre Romane um den Kommissar Kluftinger bekamen sie den Bayerischen Kunstförderpreis, den Weltbild-Leserpreis Corine und den Krimi- und Publikumspreis des Deutschen Buchhandels. Sie erzählen, welchen Einfluss Chandler auf ihr Werk hatte, warum Marlowe geschickter sein musste als die heutigen Ermittler und warum es die heile Welt nicht einmal im Allgäu gibt.
Das Gespräch führte Katharina Vössing .... mehr

Montag, 30. März 2009

KrimiWelt-Bestenliste April 2009

Krimiwelt Rund 700 neue Kriminalromane erscheinen pro Jahr in Deutschland. Selbst ausgefuchste Leser verlieren angesichts dieser Masse den Überblick. Orientierung bietet aktuell die KrimiWelt – Die Bestenliste von WELT, ARTE und NordwestRadio.
Monatlich wählten neunzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie viele Leser wünschen.
Die Rangliste.:
1 (1) Richard Stark: Keiner rennt für immer
2 (2) Jan Costin Wagner: Im Winter des Löwen
3 (–) Jörg Juretzka: Alles total groovy hier
4 (7) Roger Smith:Kap der Finsternis
5 (5) John Farrow - Eishauch
6 (–) Oliver Bottini: Jäger in der Nacht
7 (3) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen
8 (4) Åsa Larsson: Bis dein Zorn sich legt
9 (9) Zoran Drvenkar: Sorry
10 (–)Uta-Maria Heim: Wespennest

Hier als schöne pdf-Datei


Blogwärts

Berlin kriminell:
war wieder im moabiter kriminalgericht. Außerdem wird von einer Pressemitteilung des Pendragon Verlags in einer unsinnigen Rechtssache berichtet. Und Barbara Keller hat Jean Amila "Motus!"" gelesen ...

krimikiste:
Kristine Greßhöner macht weiter: Folge 171 mit Joergen Gunnerud "Hatz" ...

krimileser:
Bernd Kochanowski über Robert Wilson und dessen Bücher um Javier Falcon. Außerdem: über Die Schweiz ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und über Friedhelm Werremeiers "Trimmels letzter Fall": der jetzt erschienene Trimmel-Roman ist ein unlesbares Desaster ..

NuT:
Joachim Linder über "Mütterliche Macht und väterliche Autorität" ...

Spannungsromane:
koldir über Juliette Manet "WEHRLOS"

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph über Josef Rauch: "Rickeracke" ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...


Wörtches Crime Watch

crime-watch In dem schlanken, elegant argumentierenden Bändchen "Vandalismus als Alltagsphänomen" (Hamburger Edition) hat die Berliner Historikerin Maren Lorenz ein Phänomen untersucht, dass es schon immer gab und das schon immer den unterschiedlichsten Interpretationen unterworfen war: Die Zerstörung von öffentlichem oder fremdem Eigentum, das anscheinend "sinnlos" und mutwillig geschieht, für die man keine andere Erklärung als "groben Unfug" finden mag, und die ins Mark der jeweiligen Gesellschaften zielt, erläutert lorenz-vandalismus-als-alltagsphaenomen.gif Thomas Wörtche in seiner Krimikolumne "Crime Watch". In der Studie stecken so ziemlich alle Muster, mit denen versucht wird, normabweichendes Verhalten in überschaubare, für den jeweiligen politischen Mainstream opportune Raster zu stecken. Bis die nächste Gewalteskalation zwar zur Modulation des Diskurses zwingt, aber nicht zu neuen Ansätzen. Allein für das Herauspräparien dieses diskursiven Mechanismus aber kann man Maren Lorenz' knappes Bändchen nicht genug loben.
Was TW noch für und gegen das Buch sagt, können Sie nachlesen: bei kaliber. 38 und in der Printausgabe des neu gestalteten "Freitag"


geier-die-herzen-aller-maedchenARTE: »Kolportage-Elemente«

Monika Geier gilt schon seit langem als großes Talent unter den jüngeren deutschen Krimautorinnen. Jetzt, in ihrem fünften Roman mit Bettina Boll, der alleinerziehenden Mutter und krimininalistischen Halbtagskraft, hat sie ihren Sound gefunden. Wie immer bei Monika Geier klingt der Titel ein bisschen merkwürdig: "Die Herzen aller Mädchen" (Ariadne im Argument Verlag). Vier Krimis hat Monika Geier bisher geschrieben. In diesem fünften hat sie ihren Sound zur Vollendung gebracht. Gewisse Gespreiztheiten der Formulierung und Überdrehtheiten des Plots, die manche Passagen der vorausgegangenen Bücher etwas weniger genießbar machten, sind verschwunden. Hier ist alles ganz leicht und elegant, bissig, aber nie verbissen, böse, aber nicht bösartig. Bettina Boll hat sich zu einer wirklich zeitgenössischen Miss Marple weiterentwickelt
Tobias Gohlis hat den Roman zum Krimi des Monats gewählt ... mehr


posadaTitel: »Samstag ist Krimitag«

Thomas Wörtche betreut das Krimi-Ressort des TITEL-Magazins. An jedem Samstag werden Sie nun mit Informationen zum Genre versorgt. Aktuell hiermit:
am 26. März 1959 ist in La Jolla, CA, Raymond Chandler gestorben. Lesen Sie heute den ersten Teil einer einlässlichen Hommage von Matthias Penzel. Lernen Sie bei Dr. Lehmanns Sachkunde Nützliches über plötzlichen Gedächtnisverlust, fühlen Sie sich mit Thomas Wörtche horrifiziert, streben Sie mit Beate Mainka nach Erkenntnis, gedenken Sie mit Joachim Feldmann eines zu früh Verstorbenen, ärgern Sie sich mit Jörg von Bilavsky und nehmen Sie bei unserem Gedicht Erschröckliches von Edward Gorey zur Kenntnis ...

Die Themen vom 21. März im Detail:


chandler-raymond.gif Cheap: auf deutsch "mies"?
Vor 50 Jahren, am 26. März 1959, ist Raymond Chandler gestorben. Unter allen Autoren, die mehr wollen als Buchstaben aneinanderreihen und Rechnungen schreiben, ist er einer der wenigen, die noch lange weiterleben. Besonders im Original zeigt sich der Meister – im Stil. Seine Dialoge und Atmosphären brachten Filmemacher dazu, Stories und Romane – teils mehrfach – für die Leinwand zu adaptieren ... und auch sonst gibt es in der Wirkungsgeschichte einige Indizien und Fundstücke, die neben einer neuen Chandler-Kassette beim Diogenes Verlag beachtet werden sollten.
Eine Hommage von Matthias Penzel (Teil I) ... mehr

schusslochDr. Lehmanns Sach- und Warenkunde, 6. Lieferung
Kleine Kriminalistik für Krimis – geistiger Selbstmord:
Da steigt ein Mann morgens aufs Rad zum Brötchenholen und fährt bis Spanien weiter. Denn er hat vergessen, was er wollte und woher er kommt. Wenn er in den Spiegel guckt, weiß er nicht, wen er sieht. Er erinnert sich an nichts mehr. Die Bilder seines Lebens sind alle weg. Er wird seine Frau und seine Kinder nie wieder erkennen. Ein Psychologe bekommt vielleicht heraus, dass der arme Mann in seinem vorigen Leben unter Dauerstress gelitten hat: Schulden, Frustrationen, eine unerfreuliche Ehe, ein Scheißleben. Da hat das Hirn plötzlich dicht gemacht und alle Verbindungen zu Früher gekappt ... mehr

penner_hor.jpg Horror, Horror!
Ein schöner Bildband und zwei kluge Textsammlungen zum Thema.
Thomas Wörtche hat ein wenig geschwelgt ... mehr

hill_der-kryptograph.jpgGeld allein macht nicht glücklich, oder?
Man muss dem C. Bertelsmann Verlag zu seinem perfekten Timing gratulieren, pünktlich zur Weltwirtschaftskrise legt es den passenden Roman vor. Geschrieben hat ihn der hierzulande noch unbekannte Londoner Tobias Hill, Jahrgang 1970, allerdings schon 2003, offensichtlich bereits Böses ahnend.
Beate Mainka strebt nach Erkenntnis ...mehr

soler-staub-im-paradies.jpgStaub zu ...
Eine Rezension zu Ernst Solérs Roman "Staub im Paradies", die leider zum Nachruf werden musste.
Ein kleines in memoriam von Joachim Feldmann ...mehr

boehm_tod-am-inn.jpgLaienspiel
Christian Böhm mimt in "Tod am Inn" den Kriminalschriftsteller, sein Ermittler den Kriminalisten und die Regionalformel garantiert schon mal gar nichts.
Ernüchterndes von Jörg von Bilavsky ...mehr

Krimi-Gedicht der Woche:
Epigraph zu
Harfe ohne Saiten

Von Edward Gorey resp. R.F. Melf ...
mehr


Kalender

Michael Dibdin
dibdin-michael.jpg
Am 30. März 2007 stirbt der britische Schriftsteller Michael Dibdin nach kurzer, schwerer Krankheit in Seattle (* 21. März 1947 in Wolverhampton.
Er ging in Schottland und Irland zur Schule. Er studierte in England und Kanada und unterrichtete an der Universität in Perugia fünf Jahre englischsprachige Literatur. Hier entstand auch die Idee für seine später preisgekrönte Krimiserie um den italienischen Kommissar Aurelio Zen. Alle elf Krimis mit dem Serienhelden spielen in verschiedenen italienischen Städten (Perugia, Rom, Venedig, Neapel, Bologna) oder italienischen Regionen (Sardinien, Sizilien, Piemont, Toskana, Südtirol, Kalabrien). Sie beziehen das dort herrschende soziale, politische und kriminelle (Camorra, Mafia) Umfeld ein. Daneben hat Dibdin Psychothriller und Romane geschrieben, die in England und in den USA situiert sind. Für "Himmelfahrt" erhielt er 1994 den renommierten "Grand prix de littérature policière". Info:
Wikipedia,Stuttgarter Zeitung,, krimi-couch.de, krimiblog, Randomhouse, youtube, januarymagazine.com,The Guardian, BBC

Freitag, 27. März 2009

Axel Bußmers TV & Buchtipps 28. März – 10. April 2009

hitchcock-secret-agent-poster.jpgdie kommenden beiden TV-Wochen beginnen mit einer James-Bond-Nacht. Spannend geht's weiter mit einer neuen Folge von und-scotland-yard-schweigt.jpg LyndaLa Plantes "Der Preis des Verbrechens", Jules Dassins Auguste-le-Breton-Verfilmung "Rififi", Martin Enlens Friedrich-Ani-Verfilmung "Kommissar Süden und das Geheimnis der Königin", Alfred Hitchcocks selten gezeigter W.-Somerset-Maugham-Verfilmung "Geheimagent", Florent Emilio Siris knalliger Robert-Crais-Verfilmung "Hostage" und Frank Mancusos Lawrence-Block-Verfilmung "Kein Mord bleibt ungesühnt".
Trash-Fans können Jerry Cotton genießen.
Ausführlicher, dazu bunt bebildert und mit hilfreichen Links versehen finden Sie alles wie immer ... hier



arte-metropolisARTE: »Dennis Lehane«

Dennis Lehanes Kriminalromane sind auch all denen ein Begriff, die sie nicht gelesen haben, denn sie wurden fast immer für das Kino verfilmt, man denke an "Mystic River", "Gone, Baby, Gone – kein Kinderspiel" und bald auch "Shutter Island" (Regie: Martin Scorses).
Sein letztes Buch, "The Given Day", wird derzeit von Spiderman-Regisseur Sam Raimi verfilmt. In seinen Thrillern setzt sich Dennis Lehane sich immer wieder mit der "chaotischen Gewalt der USA" auseinander. Wie fast alle seiner Bücher spielt auch "The Given Day" in seiner Wahlheimat Boston. Die im Jahr 1919 von der spanischen Grippe und einem Polizeistreik heimgesuchte Stadt bietet den idealen Rahmen für die Behandlung eines düsteren Kapitels der amerikanischen Geschichte. Erstmals lässt Lehane die Krimihandlung hinter einer ausführlichen historischen Darstellung zurücktreten.
Antoine de Gaudemar hat für die Sendung "Metropolis" nach den Gründen gefragt. Die Sendung ist zu sehen am:
Samstag, 28. März 2009 um 22.40 Uhr ... mehr

Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden mit den Krimilesungen vom 29. März 2009 ...

krimikiste:
Kristine Greßhöner macht weiter: Folge 170 mit Pentti Kirstilä "Klirrender Frost" ...

krimileser:
Bernd Kochanowski mit den Nominierungen für den 2008 Critics Awards und mit dem Tipp, ein Buch von Lee Child kostenlos zu lesen ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und einer Besprechung: Auch "Letzte Order", der zweite auf deutsche erschienen Noir-Roman von Duane Louis (so heißt Duane Swierczynski auf Wunsch des Verlages bei uns) ist nach "Blondes Gift" ein in wenigen Stunden stattfindender Wettlauf gegen die Zeit ..

NuT:
Joachim Linder über die Unbrauchbarkeit von Wattestäbchen. Und im Ticker mit KULT_online, Ausgabe 18 (2009) mit Narrativik, Horror, Viren und den 'Zwei Kulturen'. ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph über die besten 100 Krimis, die 200 leckersten Vorspeisen, "the fifty greatest crime writers" ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...



maigret-lesen-FAZ.jpgFAZ: simenon-maigret-und-die-kopflose-leiche.jpg »Maigret-Marathon«

Über siebzig Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung beim (Diogenes Verlag) auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Tilman Spreckelsen hatte noch keinen Maigret-Roman in die Hand genommen. Nun setzt er an, jeden Maigret zu lesen.
Siebenundvierzigste Folge: Maigret und die kopflose Leiche.
Unterschrieben ist der Text mit (immer noch) "Shadow Rock Farm, Lakeville (Connecticut)" und dem Datum 25. Januar 1955. Wie der exilierte Autor es anstellt, das kleinbürgerliche Dekor von jenseits des Atlantik so genau vor sich zu sehen, dass er es derart meisterlich beschreiben kann, verblüfft dann doch.
Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit ... mehr



noll-kuckuckskindDie Zeit: »Warum machen Sie das?«

Sie ist eine der erfolgreichsten deutschen Krimiautorinnen. Sie ist mit einem Arzt verheiratet und begann erst spät zu schreiben, als ihre drei Kinder aus dem Haus waren. Sie ist eine liebenswürdige Dame, denkt sich aber ständig neue Morde aus. Über ihre Motivation spricht die Schriftstellerin Ingrid Noll mit Roger Willemsen
... mehr

noll-im-gespraech-3-sat3sat:
»Leipzig 2009: Ingrid Noll«
Ingrid Noll schildert in "Kuckuckskind" mit viel Humor und Gespür für die Tücken des Nestbaus undurchsichtige Familienkonstellationen, die alles andere als eintönig sind.
Tina Mendelsohn sprach mit ihr am 3sat-Messestand (14.03.2009) in Leipzig ... mehr



chandler-raymond3sat:
»Verdammt einsamer Held«

"Sein Ehrenkodex ist fast aus dem Mittelalter. Diese Achtung vor Frauen, diese Mannhaftigkeit, Anstand, das sind alles Sachen, die die Ritter im Mittelalter als Eigenschaften hatten", so der Vorsitzende der Raymond Chandler-Gesellschaft William Adamson. Die Rede ist von Philip Marlowe: Prototyp und bis heute Vorbild des großstädtischen Privatdetektivs - sein Schöpfer: Raymond Chandler.
Ein Beitrag von Martin Schöne in der Sendung "Kulturzeit" ...mehr
Dort gibt es auch eine Online-Verlosung: Gewinnen Sie zwei mal zwei Hörbücher von Raymond Chandler.



schenkel-bunkerBR: »Bestechende Konstruktion«

Was macht man, wenn gleich das erste Buch ein sensationeller Bestseller wird, das zweite ebenso, wenn alle einschlägigen Preise daherpurzeln, gleich auch die Filmrechte verkauft werden und die Tantiemen nur so sprudeln? Eine Burg am Gardasee schenkel-bei-lesezeichenbeziehen? Ferraris sammeln? Picassos ersteigern? Nein. Man setzt sich einfach hin und schreibt das nächste Buch. Jedenfalls macht das Andrea Maria Schenkel so, die vor ein paar Jahren, als sie noch Hausfrau und Arztgattin in einem Dorf bei Regensburg war, anfing, einen Krimi zu schreiben, der "Tannöd" hieß und sie, als er gedruckt war, über Nacht berühmt und reich machte. Jetzt ist also ihr drittes Buch erschienen, "Bunker" (Edition Nautilus).
Armin Kratzert hat sie für die Sendung "Lesezeichen" besucht. Das Video des Gespräches ist dort zu sehen. Die Sendung wird wiederholt am Samstag, 28.03.2009 um 22.00 Uhr bie "BR-alpha" ... mehr

Vermischtes


»Mord und Quote: Blöde neue Verbrecher-Welt«
zeit-krimi-artikel-mord-und-quote-1.jpg

Die deutschen Krimi-Macher tun sich schwer mit der modernen Technik, mit Cyber-Cops und DNA-Analysen. Statt im Labor und am Rechner zu ermitteln, flüchten die TV-Kommissare in die Provinz. Das deutsche Krimi-Publikum scheint sich für die neue Verbrechenswelt schlicht nicht zu interessieren. Im Gegenteil: Je spießiger und hinterwäldlerischer das Milieu, in dem der Kommissar ermittelt, desto besser läuft der Krimi.
Von Michael Schlieben ... mehr



»Die 50 besten Krimischreiber«
50-greatest-crime-writers

1. Patricia Highsmith: Rule-breaking master of amorality
2. Georges Simenon: The Trojan horse of foreign crime-writing
3. Agatha Christie: The original Queen of Crime
4. Raymond Chandler: The most profound of pulp writers
5. Elmore Leonard: The Dickens of Detroit
6. Arthur Conan Doyle: Creator of the ultimate hero-and-sidekick team
7. Ed McBain: Thrilling writer of snap-and-crackle dialogue
8. James M. Cain: Godfather of Noir
9. Ian Rankin: Edinburgh’s gritty crime laureate
10. James Lee Burke: American spinner of bleakly lyrical tales


130 Kommentare gibt es schon zur Auswahl der 50 besten Krimiautoren und -innen bei "Times online".
Vermessen, dort einen deutschsprachigen Verfasser zu vermissen ? ...
mehr (engl.)




Kalender

Hansjörg Schneider
schneider-hans-joerg.jpgAm 27. März 1938 wird Hansjörg Schneider in Aarau, Schweiz geboren.
Er wuchs in Zofingen auf und studierte an der Universität Basel Germanistik, Geschichte und Psychologie (Promotion zum Dr. phil. I 1966). Er arbeitete zunächst als Lehrer, Journalist sowie als Regieassistent am Theater Basel. Schneider lebt in Basel und gehört zu den meistgespielten deutschsprachigen Dramatikern. Er schrieb zahlreiche Romane und Erzählungen. Zum Krimi-Autor wurde Hansjörg Schneider nach einigen überlieferten Aussagen durch seine Arbeit am Drehbuch "Silberkiesel" für die Fernsehserie "Eurocops". Angesicht der Oberflächlichkeit der Verfilmung beschloss er, eine Romanfassung des Stoffes zu schreiben.
Mit der Figur des Basler Kommissärs Peter Hunkeler schuf Hansjörg Schneider eine zeitgemäße deutsch-schweizerische Synthese von Simenons Kommissar Maigret und Friedrich Glausers Wachtmeister Studer. 2005 wurde er mit dem Glauser-Krimipreis ausgezeichnet.
Infos:
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren, Ammann Verlag, Die Zeit, Wikipedia, Krimi-Couch, BAZ, onlinereports, Neue Zürcher 1, Neue Zürcher 2

Charles Willeford
willefordAm 27.März 1988 stirbt Charles Willeford in Miami. (* als Charles Ray III. Willeford am 2. Januar 1919 in Little Rock, Arkansas)
Er verlor 1921 kurz hintereinander seine Eltern und wuchs in Internaten und bei der Großmutter auf. Mit vierzehn zog er als Landstreicher durch die Gegend, mit sechzehn heuerte er bei der Army an, wo er mit kurzen Unterbrechungen die nächsten 25 Jahre verbrachte. 1961 studierte Willeford in Miami Englische Literatur und lehrte ab 1964 selbst. Er arbeitete als Literaturkritiker beim "Miami Herald", veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke und Romane, bevor er mit seiner Hoke-Moseley-Reihe größere Bekanntheit erlangte.
Infos:
Alligatorpapiere, Alexander Verlag, Pulp Master, Wikipedia, Krimi-Couch, Mordlust, kaliber. 38, Netzeitung, evolver, timesonline


Donnerstag, 26. März 2009

Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden findet Judith Merchant "Glauser-Preis" verdächtig ...

krimiblog:
Ludger Menke über Pendragons Hermannslauf-Krimi ...

krimiblog.at:
Ingeborg Sperl findet Rosenkriege hässlich, besonders wenn ein Kombattant dabei ermordet wird. Über Shamini Flint: Rechtsanwältin in Malaysia und Singapur, "Die tödliche Familie Lee" (Langen Müller) ist ihr erster Krimi ...

krimileser:
Bernd Kochanowski findet es Bushbezüglich und fintenreich: "Enemy Combatant" von Ed Gaffney. Außerdem etwas über den "Heidelberger Appell für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte" ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und mit Sachdienlichen Hinweisen und den Nominierungen für den Strand Critics Award ..

NuT:
Joachim Linder über Stewart O’Nan und Crime and Community ...

Spannungsromane:
amer über Tom Knox: GENESIS SECRET: Blind gekauft und endlich mal nicht bereut ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph über Iain McDowall: "Gefährliches Wiedersehen". Und über eine mysteriöse Phantommörderin ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...



Somer-die-Propheten-mordeJungle World: »Hop-Çiki-Yaya-Krimi«

Mehmet Murat Somer schreibt Schwulenkrimis in Istanbul und gilt als türkische Miss Marple. Seine Hop-Çiki-Yaya-Bücher spiegeln die gesellschaftlichen Konflikte in der Türkei. Die "Propheten-Morde", sein aktuelles Buch aus der Serie, ist gerade auf Deutsch im Tropen Verlag erschienen.
Sabine Küper-Büsch sprach mit Mehmet Murat Somer über seine Krimis, Schwulsein in Istanbul und Hassmorde an Homosexuellen in der Türkei
... mehr

Vermischtes


»Hermannslauf-Krimi ausgebremst«
Gerade ist von Renée Pleyter der Krimi "Tödlicher Hermannslauf" im Bielefelder Pendragon Verlag erschienen. Doch der TSVE 1890 Bielefeld e. V. Veranstalter des wirklichen Hermannslaufes, will per richterlichen Beschluss eine einstweilige Verfügung erwirken. Die Sportler befürchten, dass der beliebte Hermannslauf durch den Titel einen Imageschaden erleidet, meldet das Fachmagazin ... Buchmarkt

»Mörderische Nachbarn«
In einer Pressekonferenz informierte heute die Romanfabrik in Frankfurt über eine neue Reihe mit dem Titel "Mörderische Nachbarn". In sieben für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen werden Krimis aus den Nachbarländern und Deutschland vorgestellt., meldet das Fachmagazin ... Buchmarkt



saviano-das-gegenteil-von-tod.jpgDeutschlandradio: »Zeitgenössisches Meisterwerk«

Bereits mit "Ghomorra" ist dem 1979 geborenen italienischen Autor Roberto Saviano ein Meisterwerk gelungen, jetzt legt er mit "Das Gegenteil von Tod" noch eines nach. Während sich der Erfolg von "Ghomorra" noch auf dessen spektakulären Inhalt über die Mechanismen der neapolitanischen Mafia gründet, so zeigt er sich jetzt mit Das Gegenteil von Tod" (Hanser Verlag) als einer der eindringlichsten Literaten im zeitgenössischen Italien. Mit diesem schmalen Bändchen hat Roberto Saviano ein Meisterwerk geschaffen.
Von Carolin Fischer ... mehr


Special vom Diogenes Verlag

chandler-booklet.jpg
Mehr Informationen



macshane-raymond-chandler.jpgDeutschlandradio: »Ein Leben als Kriminalschriftsteller«

Vor 50 Jahren starb Raymond Chandler. Frank MacShane war Chandlers erster Biograf, und er hat der Mystifizierung des Autors frühzeitig entgegengearbeitet. Ihn interessierte nicht das vermeintliche "Genie", sondern der der Selfmade-Schriftsteller, der zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen traf, und dabei durchaus unternehmerisches Talent erkennen ließ. Chandler ging auf Nummer sicher und begann Kurzgeschichten für die "pulp magazines" schreiben. Frank MacShane hat im Jahr 1976 die maßgebliche Biografie des Kriminalschriftstellers geschrieben. Sie wurde nun im Diogenes Verlag neu aufgelegt.
Von Kolja Mensing ... mehr



chandler-raymondRheinischer Merkur:
»Empfindsames Raubein«

Der Kriminalschriftsteller fühlte sich zeitlebens literarisch unterschätzt. Doch die Nachwelt schenkte ihm den Ruhm, der ihm gebührt. Eine Würdigung zum 50. Todestag. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem vermeintlichen Sarkasmusfreund und Rhetorik-Raubein namens Raymond Chandler eine sensible Seele, deren Empfindsamkeit und Liebesfähigkeit ihn gelegentlich gefährlich nahe am Abgrund taumeln lässt. Die entscheidende Zäsur, zugleich der Anfang vom Ende, trägt sich 1954 zu, als seine Frau Cissy stirbt.
Von Hendrik Werner ...mehr


chandler-raymondDeutschlandradio:
»Äußere Schüchternheit und innere Arroganz«

Mag sein, dass Philip Marlowe, der Detektiv in den Kriminalromanen Raymond Chandlers, heute berühmter ist als sein Erfinder - auch weil jeder natürlich Humphrey Bogart vor sich sieht in der Verfilmung einiger Romane. Dass ein Schriftsteller - der immerhin schon zu Lebzeiten nicht nur als herausragender Kriminalautor, sondern überhaupt einer der besten Schriftsteller Amerikas galt - im Laufe der Zeit hinter seinen literarischen Figuren verschwindet, ist aber nichts Ungewöhnliches. Vor 50 Jahren starb der Schriftsteller Raymond Chandler
Von Christian Linder ...mehr


chandler-raymondTagesspiegel:
» The long Goodbye«

Hammett und Chandler verband eine tiefe Abneigung gegen den deduktiven britischen Mystery-Roman, in dem alte Tanten Giftmorde begehen, die dann von feinsinnigen Landpfarrern aufgeklärt werden. Während Dashiell Hammett selbst als Pink gearbeitet hatte, als Detektiv bei der Agentur Pinkerton’s und also aus eigener Anschauung wusste, worüber er schrieb, musste sich Chandler erst mühsam in die Welt des Verbrechens hineinarbeiten.
Er war Direktor von acht Ölgesellschaften und Erfinder des coolsten Detektivs der Literaturgeschichte. Raymond Chandler hatte zwei Leben, beide endeten im Alkohol. Eine Hommage zum 50. Todestag.
Von Wiglaf Droste ...mehr


chandler-raymondJunge Welt:
»Marlowe lebt«

Durch Raymond Chandler wurde der Kriminalroman groß und stark. So wie sein Hauptheld, der stämmige Privatdetektiv Philip Marlowe. Der Typ schlug ein wie eine Bombe und gehört bis heute zum Coolness-Kanon der Jungsliteratur. Von ihm haben die Hardboiled-Autoren abgeschrieben, nachdem er von Dashiell Hammett abgeschrieben hatte, den er für ein Genie hielt.
Von cm ...mehr


chandler-raymondBerliner Morgenpost:
»Raymond, Billy und ich – Hellmuth Karasek«

Der amerikanische Schriftsteller Raymond Chandler starb vor genau 50 Jahren. Sein Privatdetektiv Philip Marlowe hat die Welt des Kriminalromans enorm geprägt. Zwei indirekte Erinnerungen an den großen Kriminalautor.
Von Hellmuth Karasek ...mehr


chandler-raymondBadische Zeitung:
»Marlowes Vater«

Als Raymond Chandler beschloss, endlich Schriftsteller zu werden, hatte er schon zwei Drittel seines Lebens hinter sich. Und eine Menge unglücklicher Jahre. Der Begründer des literarischen Kriminalromans und Erfinder des Privatdetektivs Philip Marlowe starb vor 50 Jahren, am 26. März 1959, einsam und verlassen an einer Lungenentzündung in einem Hospital im kalifornischen Nest La Jolla: Der Tod seiner geliebten Cissy hatte ihn aus der Bahn geworfen, die Trinkerei geschwächt. Vom Zürcher Diogenes-Verlag sind die sieben Romane, Erzählungen, Briefe, Notizbücher und Essays und die lesenswerte Biografie von Frank MacShane neu aufgelegt worden.
...mehr


chandler-raymondDer Standard:
»Gefahr war sein Geschäft«

Es sind harte Jahre, immer am Existenzminimum lebend, immer das Gefühl habend, weit unter seinen wirklichen Möglichkeiten zu schreiben. 1938 dann beginnt Chandler endlich mit der Arbeit an seinem ersten Roman The Big Sleep - Der große Schlaf. Held des Buches ist Philip Marlowe: Ein zynischer, hartgesottener Detektiv, der nur seiner eigenen Moral folgt. Am 26. März 1959 starb Raymond Chandler, der mit seinen Romanen um den hartgesottenen Privatdetektiv Philip Marlowe zum Klassiker der Kriminalliteratur wurde.
Von Gerhard Pretting ...mehr


chandler-raymondBerliner Morgenpost:
»Der Mann, der Marlowe erschuf«

Es war ein Sturz ins Bodenlose. Während der Roaring Twenties, reckten sich in den USA alle Wachstumskurven dem Himmel entgegen, ein Goldenes Zeitalter schien angebrochen. Dann machte der Börsenkrach am 24. Oktober 1929 das Land zur Ruine. Auf dem Höhepunkt der Krise 1932 verlor irgendwo in Los Angeles auch der Manager einer Ölfirma seinen Job. Er war 44 Jahre alt, hatte früher sentimentale Gedichte geschrieben, inzwischen eine ausgeprägte Vorliebe für Alkohol und realistisch betrachtet keine Chance mehr, je wieder auf die Beine zu kommen. Was dem Mann, er hieß Raymond Chandler, außer der Ehe mit einer 18 Jahre älteren Frau noch blieb, war seine Leidenschaft für Sprache.
Von Uwe Wittstock ...mehr


chandler-raymondORF:
»Ein Kriminalroman muss ehrlich sein«

Raymond Chandler, der Erfinder Philip Marlowes, hatte ein bewegtes Leben. Es endete am 26. März vor 50 Jahren. Wer Los Angeles der 1940er Jahre sagt, der muss Philip Marlowe und Raymond Chandler sagen. Die Ironie besteht darin, dass jener Autor, der die Metropole der Westküste so prägnant beschrieben hat, erst relativ spät in die Stadt kam.
Von Gerhard Pretting ...mehr


chandler-raymondDie Welt:
»Raymond Chandler – Leben & Sterben in L.A.«

Der amerikanische Schriftsteller Raymond Chandler schuf mit Privatdetektiv Philip Marlowe den Typus des melancholischen Schnüfflers. Seine Krimis über den einsamen Ritter mit Trenchcoat und Hut sind Meisterwerke. Vor 50 Jahren starb der Autor – nicht aber sein Held. Der trinkt und spottet..
Von Holger Kreitling ... mehr
Im Audiobeitrag hören sie, warum sein Roman "Der lange Abschied" so ein tolles Buch ist – und welche Drinks gemixt werden


Kalender
Raymond Chandler
chandler & cat Am 26. März 1959 stirbt Raymond Chandler im Alter von 70 Jahren in La Jolla, Kalifornien (* 23.07.1888, Chicago).
Nach einer britischen Erziehung und Berufstätigkeit in Journalismus, Bankwesen und Ölgeschäft kam Chandler erst fast fünfzigjährig zum Schreiben. Neben lyrischen Versuchen verfaßte er, bewußt an die Tradition der "harten" amerikanischen Detektivgeschichten anknüpfend, zunächst Erzählungen für Black Mask und andere Magazine. Hier entwickelte er schon die Handlung der sieben Kriminalromane, die ihm Erfolg und den Rang des (neben Dashiell Hammett) bedeutendsten amerikanischen Kriminalautors eintrugen: The Big Sleep (1939); Farewell, My Lovely (1940); The High Window (1942); The Lady in the Lake (1943); The Little Sister (1949); The Long Goodbye (1954); Playback (1958) (Info: Jochen Vogt, Uni Essen )
Raymond Chandler erfand für seine Kriminalromane die Figur des melancholischen und letztlich moralischen Privatdetektivs Philip Marlowe.
Infos und Bibliographie:
Chandler Web (engl.), Wikipedia, krimi-couch.de, Diogenes Verlag, kaliber. 39 (Log in erforderlich), mordlust.de, Der Standard, hinternet.de, physiologus.de.


Mittmann-Wolfgang.jpg Wolfgang Mittmann
am 26.März 1939 wird Wolfgang Mittmann in Trebnitz/Schlesien geboren († 12. Februar 2006 in Beiersdorf, Brandenburg). Er schrieb eine Reihe von Kriminalromanen und Kriminalerzählungen, die unter anderem in der BLAULICHT-REIHE des Verlags DAS NEUE BERLIN erschienen. Mittmanns Arbeiten zielen auf eine realistische Darstellung der kriminalpolizeilichen Praxis in der damaligen DDR ab. Als Sammler von Kriminalliteratur baute Mittmann seine Privatbibliothek zum KRIMI ARCHIV OST aus und veröffentlichte 1991 gemeinsam mit Reinhard Hillich eine Bibliographie zur Kriminalliteratur der DDR.
In den folgenden Jahren profilierte Mittmann sich als Dokumentarist des DDR-Krimis, schrieb True-Crime-Berichte und Reportagen und Rezensionen für Zeitungen und Rundfunk (Info:
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren, Wikipedia, Interview, Die Befragung, luise-berlin.de, Wolfgang Mittmann über Harri Kander.

Mittwoch, 25. März 2009

SpurensucheAxel Bußmers Spurensuche No. 47
Die Kolumne bei den Alligatorpapieren.

105 Geschichten für schlaflose Nächte
child-Killer-Year.jpg Lee Child vergleicht Sammlungen von Kurzgeschichten mit den in seiner Jugend beliebten Samplern. Sie waren eine preiswerte und schnelle Möglichkeit, viele Bands kennen zu lernen. Das gleiche gilt für die hier vorgestellten Sammlungen mit Kurzgeschichten. Preiswert und schnell können insgesamt über einhundert Autoren uns Lesern ihr Können in der kurzen Form beweisen.
Axel Bußmer mit einemn Überblick über neue Kurzgeschichten aus Deutschland und Amerika ... hier


Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden mit den Krimilesungen am 25. März ...

krimiblog:
Ludger Menke erkennt vielschichtige Seelenporträts in Corinna Waffenders "Tod durch Erinnern" ...

krimileser:
Bernd Kochanowski über Ken Bruen, Tess Gerritsen, Harlan Coben oder Lee Child: Autoren, die mit ihren Lobstücken die Bücher anderer Autoren häufiger adeln ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und mit dem von Cordelia Borchardt und Andreas Hoh herausgegebenen Band "Die Uhr läuft ab – Die besten Einsendungen zum Agatha-Christie-Krimipreis 2009", in dem seine Geschichte "Val Kilmer kommt" abgedruckt ist ..

NuT:
Joachim Linder mit Kriminalitätsgeschichte, Forschung über Claudia Andrea Springs "Zwischen Krieg und Euthanasie. Zwangssterilisationen in Wien 1940-1945" ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph mit dem Sonderservice: dem Inhalt des Krimijahrbuches 2009 ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...



hueltner-inspector-kajetan-kehrt-zurueckGlanz und Elend:
»Geschichte von unten«

Volksschriftsteller, so nennt man heute keinen mehr. Schon der Begriff klingt befremdlich. Einen jener eigentlich Ausgestorbenen gibt es noch, er ist wohlauf und schreibt. Zehn Bücher sind es bisher, vier Theaterstücke, einen "Tatort" und drei Hörspiele. Robert Hültner, 1950 in Inzell im Chiemgau geboren, hat ein skrupulöses Verhältnis zur Sprache, ein liebesvolles, zärtliches. Schnell hingeschrieben ist da nichts. Das hat eine altmodische Qualität, lässt ganz plastisch und mit vielen Alltagsdingen eine Welt auferstehen. Welten, muss man sagen. Denn Hültner hat einen präzise beobachtenden Blick für die Ränder von Moderne und Beharrlichkeit und von Stadt und Land, für politische Untertöne, für Mundart. Zwei Mal schon wurde Hültner mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet, einmal mit dem "Glauser". Gerade ist mit "Inspektor Kajetan kehrt zurück" (btb Verlag) ein neues Buch erschienen. Die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane riskierte 1993 und 1995 der Lektor und Kleinverleger Georg Simader.
Von Alf Mayer ... mehr


fagerholm-das-amerikanische-maedchen.jpg taz: »Crime Scene: Muminland ist abgebrannt«

Auch in Monika Fagerholms Roman "Das amerikanische Mädchen" (Fahrenheit Verlag) ist Mumintal; nur sind wir auf dessen dunkle Seite geraten. Fagerholms feingesponnene, suggestive Prosa, großartig übersetzt von Sigrid Engeler, beschwört eine versunkene Zeit herauf, sprachverliebt und in einer eigenwilligen Chronologie, die, der menschlichen Erinnerung ähnlich, das zu Erzählende scheinbar assoziativ zusammenfügt. Unter der Oberfläche bildet sich derweil ein Erzählstrudel, der einen tief, tief hineinzieht.
Katharina Granzin in ihrer Kolumne "Crime Scene" ... mehr


james-nicht-tot-genug.jpgDer Spiegel:
»Tief begraben, hoch geschätzt«

Bevor er als Krimiautor erfolgreich wurde, hatte sich Peter James schon einen Namen als Filmproduzent gemacht. James, Sohn einer früheren Handschuhmacherin Königin Elizabeths II., die als österreichische Jüdin vor den Nationalsozialisten hatte fliehen musste, liebt es extrem. Für die Recherche zu einem Krimi lässt er sich schon mal bei lebendigem Leib begraben: Peter James geht an die Grenzen. Wie die Helden seiner Krimis: In "Nicht tot genug" (Fischer Taschenbuch Verlag) gerät ein Ermittler selbst ins Visier eins Killers.
Von Ingo Schiweck , buchreport ... mehr

FOCUS-Online-Mordkommission

focus-mordkommission.jpg
Vorsicht, Spannung! In der FOCUS - Online - Mordkommission mcdermid-Nacht-unter-tag.jpgermitteln deutsche Krimi-Autoren den Kriminalroman der Woche.

Im dunklen Stollen:
Zwischen trostlosen schottischen Bergarbeiterdörfern und toskanischer Sommerfrische verarbeitet Val McDermid in "Nacht unter Tag" (DroemerKnaur Verlag) ein Stück ihrer eigenen Vergangenheit. Hin- und hergeschüttelt zwischen verschiedenen Zeitebenen, zwischen Sepia-Rückblenden und scharf gezeichneter Gegenwart, fällt es zunächst nicht leicht, den gewundenen Pfad durch das Dickicht dieser dichten Kriminalgeschichte zu erkennen. Doch ist man erst einmal auf Kurs, lässt man sich fasziniert durch die kleinkapitelige Handlung treiben und stolpert atemlos von Cliffhanger zu Cliffhanger.
Von Ralf Kramp ... mehr


textweb18.jpgtext und web: »Kriminelle Entwicklungen«

Dietmar Jacobsen hat neue Rezensionen ins Netz gestellt:

tex-die-zelle.jpgCharles den Tex: "Die Zelle" ( ... Vielleicht versucht "Die Zelle" ein paar Probleme zuviel in die Handlung zu integrieren. Doch insgesamt hat den Tex die Situation einer Identität, über die plötzlich andere verfügen, zu einer ebenso spannenden wie nachdenkenswerten Geschichte ausgebaut.)
stark-Keiner-rennt-fuer-immer.jpgRichard Stark: "Keiner rennt für immer" ( ... überzeugt durch seinen coolen Ton, die lässigen Dialoge und das um seine Hauptgestalt herum gruppierte Personal.)
schenkel-bunker.jpgAndrea Maria Schenkel: "Bunker" (... erzählt Andrea Maria Schenkel diese Geschichte wieder in der ihr eigenen Art, ruhig und fast lakonisch, einer Sprache vertrauend, die das Komplizierte meidet und uns ganz nahe an zwei Personen und deren verschiedene Welten heranführt) ...
dahl-totenmesse.jpgArne Dahl: "Totenmesse" (... Literatur (gleich Erfindung) und Geschichte - bei Arne Dahl sind sie immer fest aneinander gekoppelt. In diesem Spiel sind Dahls Täter immer auch Opfer. Aus den Konflikten, in die sie geraten, kommen sie ohne Gewalt kaum heraus.) ...


moog-lebenslaenglich.jpgsatt.org: »Dicklich, blässlich, tödlich«:

Klein, dick, blass, mit rötlichem Haar – der namenlose Bankangestellt rangiert ganz unten in der Hierarchie der potenziellen Geschlechtspartner. Um seine Chancen bei den Kolleginnen zu verbessern, wählt er einen ganz eigenen Weg. "Lebenslänglich" (DuMont Buchverlag) von Philipp Moog, ein kleiner, feiner, bitterböser Roman über den Versuch, geliebt zu werden ...
Kirsten Reimers in der zweiundzwanzigtesn Folge ihrer Kolumne "Mordsmäßig" ... mehr

Dienstag, 24. März 2009

Radio-tipp

»Jeder trinkt seinen Whisky am liebsten allein«
Raymond Chandler – Philip Marlowe
Doppelporträt von Karl-Heinz Bittel


Dienstag, 24. März 2009, | 20.30 Uhr | Bayerischer Rundfunk | Nachtstudio
Im wirklichen Leben sind sie sich nie begegnet – der amerikanische Autor Raymond Chandler und sein literarisches Geschöpf, der Privatdetektiv Philip Marlowe. Raymond Chandler Aber das hat sie nicht daran gehindert, sich über einander Gedanken zu machen. Chandler hat seinen Helden in Briefen und Aufsätzen ausgiebig kommentiert, hat sich über seinen Charakter, seine Vorlieben und Abneigungen, seine Rauch-und Trinkgewohnheiten geäußert. Nicht immer nur freundlich.
Philip Marlowe ist aber nicht der Typ Mann, der Mutmaßungen über seinen Charakter und sein Privatleben unwidersprochen hinnimmt. Auf seine lakonisch-witzige Weise rückt er manches Klischee gerade und erzählt seinerseits, was er mittels Recherchen über seinen Schöpfer herausgefunden hat.
In knappen Strichen zeichnet er das Bild eines Mannes, der vaterlos aufwuchs, in einer englischen Public School eine humanistische Bildung genoß, es in klassischer Selfmade-Manier zum Direktor einer amerikanischen Ölgesellschaft brachte, nach der Weltwirtschaftskrise seinen Job verlor, dann zu schreiben begann und zum Klassiker des amerikanischen Kriminalromans avancierte.
Karl Heinz Bittel entwirft zum 50. Todestag unter Verwendung zahlreicher Originalzitate das Doppelporträt eines Autors und seines Helden. Chandler und Marlowe – beide verachten Feigheit und Korruption, mögen den Dünkel der Oberklassen nicht und sind sich einig in ihrer Haßliebe für das Kalifornien der dreißiger und vierziger Jahre. Es hätte eine wunderbare Männerfreundschaft werden können. Aber sie liefen sich eben nie über den Weg: Jeder trank seinen Whisky am liebsten allein ...
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Special vom Diogenes Verlag

chandler-booklet.jpg
Mehr Informationen



chandler-raymondDie Welt:
»Raymond Chandler – Leben & Sterben in L.A.«

Der amerikanische Schriftsteller Raymond Chandler schuf mit Privatdetektiv Philip Marlowe den Typus des melancholischen Schnüfflers. Seine Krimis über den einsamen Ritter mit Trenchcoat und Hut sind Meisterwerke. Vor 50 Jahren starb der Autor – nicht aber sein Held. Der trinkt und spottet..
Von Holger Kreitling ... mehr
Im Audiobeitrag hören sie, warum sein Roman "Der lange Abschied" so ein tolles Buch ist – und welche Drinks gemixt werden

Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden mit den Krimilesungen am 24. März ...

krimiblog:
Ludger Menke wie wir ihn am Liebsten haben: gerade ist der Roman "Echo Park", der zwölfte Krimi mit Harry, erschienen. Ludger hatte die Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Autor Michael Connelly, dessen Romane sich immer mehr zu einem großen Gesamtbild zusammenfügen, und der im Interview ausführlich Auskunft nicht nur über seine Figur Harry Bosch gibt ...

krimiblog.at:
Ingeborg Sperl mit der Frage: hat der Mensch einen freien Willen oder ist das eine Illusion weil wir alle von der Chemie in unserem Gehirnen gesteuert werden? Der deutsche Thrillerautor Jens Johler verpackt diesen etwas sperrigen Stoff in eine Story um einen Mörder, der versucht auf einem Fachkongress mit den aus seiner Sicht gewissenlosen, von der Industrie bezahlten Hirnforschern aufzuräumen ...

krimileser:
Bernd Kochanowski mit einem feinfühligen Lob für "Im Winter der Löwen" von Jan Costin Wagner ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und mit dem Cover der Woche (-ky) ..

NuT:
Joachim Linder mit infos zur Lecter-Forschung und mit Law and Literature (Böll). Und im Ticker: Susi Wimmer meets Michael Connelly (via Killer Nashville) ...

Spannungsromane:
amer kurz über Ed McBain: DIE GOSSE UND DAS GRAB

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph heute satirisch: Wie ein Krimi entsteht ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...



schusslochjetzt.de/sueddeutsche:
»Tatöd«

Auch der Kriminalroman - den zu lesen man sich früher schämte - wurde in einem zwangsläufigen Prozess zur Königsgattung der Romane. Immer mehr ambitionierte Autoren wenden sich ihm zu. Ein Autor, der für so viele Menschen wie möglich da sein will, muss sich heutzutage dem Verbrechen zuwenden - nicht der Liebe oder Politik. Doch dann befindet er sich in einer Meisterschaft, deren ersten drei Ränge lange feststehen: Die Skandinavier regieren das Feld, sie haben die Kälte mit bodenloser Melancholie gepaart. Die Amerikaner, auf Platz zwei, haben die technischen Mittel, die forensische Anthropologie, die Body-Farm, das FBI, den Superplot. Dahinter kommen gleich die smarten Briten, sie verfügen über die elegantesten Ermittler mit den besten Dialogen. Den drei Erstplatzierten ist eines gemeinsam: Die Ware verkauft sich von alleine, wenn nur Cover und Titel stimmen. Der deutsche Kriminalroman hingegen, der auf dem deutschen Buchmarkt nachgeordnet rangiert, lebt von der Empfehlung. Er hat unbenommen einen Aufbruch erlebt: eine Vielzahl von beachtenswerten Autoren, zunehmend Renommee (in Form undotierter Auszeichnungen), einige sehr beliebte Krimi-Festivals und eine wachsende Leserschaft beweisen es.
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o-nan-Alle-alle-lieben-dichNeue Zürcher:
»Eine Chronik des Schreckens«

Was passiert, wenn ein Mensch von einer Stunde auf die andere verschwindet? Welche Bewältigungsstrategien entwickeln Familie und Freunde? Wie verändert sich das Leben in einer Kleinstadt durch den Verlust eines Mitbürgers? Der neue Roman von Stewart O'Nan umkreist eine solche Leerstelle, im Zeitlupentempo, unaufdringlich, unspektakulär, trotz dem dramatischen Thema, wodurch der Einbruch des Unerwarteten eine erschreckende Tiefendimension bekommt und die gepflegte Oberfläche des Alltags umso nachhaltiger zerstört wird. "Alle, alle lieben dich" (Rowohlt Verlag) (der Originaltitel lautet weniger melodramatisch "Songs for the Missing") ist nicht O'Nans stärkster Roman, aber er zeigt einmal mehr die erzählerische Kraft des Autors, der aus einem realitätsnahen Szenario ein Maximum an fiktionaler Intensität herauszuholen versteht.
Von Jürgen Brôcan ... mehr


beckett-Leichenblaesse.jpgDie Welt: »Der heimliche Bestseller«:

Nicht ganz leicht, im Getümmel der Bestsellerlisten die Übersicht zu behalten. Da tummeln sich Stephenie Meyers "Bis(s)"-Romane neben Daniel Kehlmanns "Ruhm". Und während die Vampir-Saga eher Futter für Kulturpessimisten ist, zeigt der andere Titel doch eher, dass eine deutschsprachige Literatur, die diesen Namen verdient, auch nach Martin Walser und Günter Grass ihre Leser finden wird. Zwischen diesen Extremen fallen für den britischen Krimiautor Simon Beckett mal wieder bloß ein paar Krümel der allgemeinen Aufmerksamkeit ab. Dennoch haben sich Becketts mittlerweile drei Kriminalromane um den englischen Forensiker David Hunter allein in Deutschland mehr als zwei Millionen Mal verkauft. Mit "Leichenblässe" (Rowohlt Verlag und einem schwermütigen Forensiker als Ermittler avanciert der Brite Simon Beckett zum neuen Krimikönig.
Von Wieland Freund ... mehr


xialong-Blut-und -rote-Seide.jpgMDR Figaro:
»Keine Klischee-Falle«

Ein Autor, der schon seit geraumer Zeit mit seinen faszinierenden Kriminalromanen auffällt, ist der 1953 in Schanghai geborene Qiu Xiaolong. Sein neues Buch "Blut und rote Seide" (Zsolnay Verlag) spielt im modernen China und schildert die Zerrissenheit des Landes. Für FIGARO-Literaturkritiker Ulf Heise steckt das Buch voller Sprachwitz und Ironie. Es weiht zudem in die Denkweise des modernen China ein. Glücklicherweise ist der Autor - trotz des mittlerweile fünften Bandes der Krimi-Reihe - weit von einer möglichen Klischee-Falle entfernt. Qui Xiaolong hat ein respektables Stück Krimi-Literatur voller politischer Anspielungen und Erkenntnisse geschrieben ... mehr
Ein Beitrag, den Sie auch hören können (6:01 Min.)


beynon-rees-Ein-Grab-in-Gaza3sat:
»Schnipseljagd in Hamastan«

Gaza ist ein schmaler Landstrich, ein von Gewalt, Folter, Erpressung und Korruption geprägtes Minenfeld, dessen Name fast täglich in den Nachrichten auftaucht und über den wir doch so wenig wissen. Hier hat Matt Beynon Rees mit "Ein Grab in Gaza. Omar Jussufs zweiter Fall" (C.H.Beck Verlag) den zweiten Fall seines palästinensischen Ermittlers Omar Yussuf angesiedelt. Der Geschichtslehrer wird Direktor der UN-Schule in Bethlehem, als sein ehemaliger Vorgesetzter bei einem Bombenattentat stirbt ... mehr
Das Gespräch von Matt Beynon Rees mit Tina Mendelsohn am 3sat-Messestand (14.03.2009) ist als Video zu sehen .... mehr



kunkel-kuhls-kosmosMoment: »Alles Krimi, oder was?«:

Vierteljährlich stellt Dietmar Jacobsen im Kulturmagazin "Moment" kriminelle Lesetipps vor. Aktuell mit diesen Titeln:
Richard Stark: : "Fragen Sie den Papagei" ( ... eines der letzten Kabinettstücke des im Dezember letzten Jahres Verstorbenen.)
Thor Kunkel: "Kuhls Kosmos" ( ... wartet mit einer Reihe unvergesslicher Szenen auf, setzt auf morbide Komik und vernetzt das Buch auf raffinierte Weise mit seinen früheren Romanen.)
Polina Daschkowa: "Das Haus der bösen Mädchen" ( ... jede Menge Zeitkolorit, skurrile Gestalten, sympathische Ermittler und viel Mitgefühl.)
Manfred Wieninger: "Die Rückseite des Mondes" ( ... erzählt mit dem ihm eigenen Witz vom letzten Arbeitstag eines niederösterreichischen Polizisten) ...
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maigret-lesen-FAZ.jpgFAZ: simenon-maigret-und-der-minister.jpg »Maigret-Marathon«

Über siebzig Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung beim (Diogenes Verlag) auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Tilman Spreckelsen hatte noch keinen Maigret-Roman in die Hand genommen. Nun setzt er an, jeden Maigret zu lesen.
Sechsundvierzigste Folge: "Der Minister".
"Wenn Einer schon mit 'sprechenden Namen' anfängt! Damit gesteht man den absoluten Bankerott der Phantasie ein (wie im Mittelalter, wo auch jeder Figur ein Spruchband aus dem Halse hing)." So harsch urteilte einst Arno Schmidt über den Wilhelm Meister, und aus dem selben Grund hätte er auch "Maigret und der Minister" verdammen können, wo ein Gutachten des verstorbenen Herrn Calame dann auch richtig Kalamitäten schafft, ein redlicher Herr Point keine Umschweife macht und von den Herren Malterre und Piquemal nichts Rechtes kommt.
Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit ... mehr


Montag, 23. März 2009

MDR-Podcast

mdr-connelly-echo-park


Blogwärts

Berlin kriminell:
war wieder im moabiter kriminalgericht. Außerdem wird von "Frauen als Straftäter", einer Lesung mit 'berlinkriminell.de' anlässlich der Brandenburger Frauenwoche berichtet. Und Barbara Keller hat JuttaStina Strauss' "Mis en Vosges" gelesen ...

Frauenkrimis:
Henny Hidden über Thea Dorns Bericht vom Fritzl-Prozeß ...

krimiblog.at:
Ingeborg Sperl will Franz Friedrich Altmann kaum glauben, denn im Mühlviertel soll's nur zwei Freitzeigestaltungen geben ...

krimileser:
Bernd Kochanowski über einen Fall individueller Betreuung der Leser ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und über die Zeit, Als Edward Bunker noch Knacki war ("Lockruf in der Nacht" ist ein geradliniger Pulp-Roman, der damals gut in die einschlägigen Reihen gepasst hätte und sich heute immer noch sehr frisch liest.) ..

NuT:
Joachim Linder über die gefatschte Familie: Im Zentrum des brunettischen Weltbildes steht die Bedrohung der traditionellen Familie durch die Moderne. Der Höhepunkt des Irrsinns ist mit den "Calamari ripieni" erreicht ...

Spannungsromane:
amer mit Jan Guillou - DER KREUZRITTER, Aufbruch (Erst- und Letzteindruck)

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph aus gegebenem Anlass über die Haltbarkeit respektive Nichthaltbarkeit von Daten ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella (Die 250 Seiten Winzerkrimi umschreibt) und Giorgione ...



kulturzeitkulturzeit:smith-kap-der-finsternis.jpg »Krimitipps«:

In der Sendung "kulturzeit", dem 3sat-Kulturmagazin wurden wieder die Krimibuchtipps des Monats von Martin Schöne vorgestellt. Und zwar unter dem Motto "Die Globalisierung des Verbrechens":
Arne Dahl: "Totenmesse" (Piper Verlag). Führt uns die Anfälligkeit des Finanzsystems vor Augen - vielschichtig und bodenlos, wie unsere digitale Welt ...
Roger Smith: "Kap der Finsternis" (Tropen Verlag). Mit eindringlicher Sprache beschreibt Roger Smith in seinem knallharten Thriller die Spirale der Gewalt in den Zonen der Gesetzlosigkeit ...
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posadaTitel: »Samstag ist Krimitag«

Thomas Wörtche betreut das Krimi-Ressort des TITEL-Magazins. An jedem Samstag werden Sie nun mit Informationen zum Genre versorgt. Aktuell hiermit:
heute bilden wir uns fort und besuchen mit Nadja Israel eine wissenschaftliche Tagung. Uta-Maria Heims Kopfschuss-Kolumne hat einen aktuellen Anlass. Aktuell auch Ulrich Nollers Kommentar zu einem aktuellen Buch und Joachim Feldmanns Kommentar zu einem Comeback aus aktuellem Anlass.
Der Kauftipp von Christian Koch lenkt unseren Blick nach Südafrika, während Frank Schorneck uns nach Buenos Aires führt, und wir dann mit Peter Münder zwischen Havanna und St. Petersburg pendeln, sowie mit Sabina Schutter in der Schweiz vorbeischauen. Der aktuelle Kommentar zur aktuellen wirtschaftspolitisch-kriminellen Lage stammt allerdings schon aus dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeit. Tempus fugit … ...

Die Themen vom 21. März im Detail:


schauerroman.jpg Huh-Buuuu mit Asketen ...
Genres sind nicht unbedingt allzu säuberlich von einander getrennte Dinger. Sie hängen vielfältig zusammen und sind schon gar nicht nationalliterarisch zu sortieren. Aktuell nicht und historisch schon gar nicht. Deswegen hat sich Nadja Israel für uns in ihre Persona – "Frau E." – begeben und berichtet von einer sehr, sehr, sehr seriösen Tagung zum Thema: "Der deutsche Schauerroman um 1800" ... mehr

kopfschuss.jpgKOPFSCHUSS N° 7: Sprachlos
Ausgerechnet der verzärtelte Held eines literatur-literarischen Anti-Krimis führt uns an Abgründe, zu denen der Kriminalroman selten vordringt. Uta-Maria Heim über Wilhelm Genazinos "Das Glück in glücksfernen Zeiten" ... mehr

schenkel-bunker.jpg Respektables Experiment
"Bunker" (Edition Nautilus), das dritte Buch von Andrea Maria Schenkel, das war klar, würde es nicht leicht haben. Nichts mag man so wenig hierzulande wie Erfolg. Also sucht man das Haar in der Suppe mit der Lupe. Auch unser Kritiker hat auch das eine oder andere gefunden, findet aber, dass kleine Macken nicht unbedingt schädlich sein müssen.
Ulrich Noller und ein beherztes "dennoch!" ... mehr

werremeier-trimmels-letzter-fallTrimmel is back ...
Nach 25 Jahren lässt Friedhelm Werremeier eine Ikone der bundesrepublikanischen TV-Kultur, den Kommissar Trimmel, in "Trimmels letzter Fall" (Pendragon Verlag) noch einmal ermitteln – in Prosa. Ein Dialog mit der Vergangenheit, die Re-Vision einer fiktiven Biografie?
Joachim Feldmann hat sich Gedanken gemacht ...mehr

smith-kap-der-finsternis.jpgBrutale Wirklichkeit in einem angeblichen Paradies
Roger Smith, 1960 in Johannesburg geboren, arbeitet heute als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Kapstadt. Während der Apartheidjahre gründete er ein Künstlerkollektiv, das wegen seiner vielfältigen ethnischen Besetzung Widerstand in Südafrika, aber auch große internationale Beachtung erfuhr. Momentan schreibt Roger Smith an seinem zweiten, eigenständigen Roman. Der erste, "Kap der Finsternis" (Tropen Verlag) ist monströs. Monströs gut.
Ein Kauftipp vom Krimibuchhändler unseres Vertrauens, Christian Koch ...mehr

englander-Das-Ministerium-fuer-besondere-Faelle.jpgKafka in Lateinamerika
Oder: Ein Roman kann vieles sein. Oder: Trauen Sie nicht den Einordnungen, die die Verlage machen. Selber lesen macht klug, schon gar im Falle von Nathan Englanders Roman "Das Ministerium für besondere Fälle" (Luchterhand Literaturverlag).
Frank Schorneck erklärt, warum ... ...mehr

stassi-die-letzte-partieEiskalter Kalkulator gegen intuitiven Schöngeist
Die beiden Schachgenies Alexander Aljechin und Raoul Capablanca waren anfangs enge Freunde, dann erbitterte Gegner – Fabio Stassi beschreibt diese Rivalität und den mysteriösen Tod Aljechins in seinem Roman "Die letzte Partie" (Kein und Aber Verlag). Und wir vergessen einen berühmten letzten Satz eines berühmten Romans nicht: "Du und Capablanca, sagte ich." Die Analyse eines Psycho-Duells von Schach-aficionado Peter Münder ...mehr

suter-das-bonus-geheiminis.jpgBusiness in der Krise
In Suters neuesten Geschichten aus der Business-Class, dieses Mal "Das Bonus-Geheimnis" (Diogenes Verlag) genannt, geht es wie stets um die Krisen der Menschen, deren Jobs man nicht genau benennen kann, weil sie immer was mit Account, Associate, Key und Manager zu tun haben. Martin Suter kommt gut an. Ganz besonders bei unserer Spezialistin für Rezensionen o­n the rocks, Sabina Schutter ... mehr

Krimi-Gedicht der Woche:
Epikur
Die Ungerechtigkeit ist nicht an und für sich ein Übel ...
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Kalender
Bill S. Ballinger
ballinger-bill-s-the-body-in-the-bedAm 23. März 1980 stirbt Bill S. Ballinger (* 13. März 1912 in Oskaloosa, Iowa).
Ballinger studierte an der Universität von Wisconsin (B.A. 1934).
Ab 1934 arbeitete er als Ballinger-bill-s.jpgTexter für die Radio- und Fernsehwerbung. Nach langen Reisen durch Europa und den Nahen Osten wurde er Drehbuchautor für Film und Fernsehen (und erhielt 1960 den Edgar für seine Drehbucharbeit). 1948 veröffentlichte er seinen ersten Kriminalroman. Die Bücher Ballingers, die er auch unter den Pseudonymen Frederic Freyer und BX Sanborn schrieb, sind in ca. dreißig Ländern gedruckt und in über dreizehn Sprachen übersetzt worden.
Infos:
kirjasto.sci.fi (engl.), lit.web (engl.), gadetecion (engl.).


Freitag, 20. März 2009

ulrich-kroegers-krimi-tipp
schott-Die-Foldex-Krimis.jpg Ulrich Kroegers Krimitipp 2/09
Die Kolumne bei den Alligatorpapieren.

Suhrkamp goes Crime, Ächtung des Kriminalromans, schreibende Barpianisten, ein kriminalistischer Katzennarr und ein teuflisches Wildschwein
Ulrich Kroeger zu Suhrkamps Krimireihe und Büchern von Emilie Heinrichs (Leibrenten), Simon Schott (Die Nick-Foldex-Krimis), John Harvey (Verführung zum Tod) und Joe R. Lansdale (Der Teufelskeiler) ... mehr



kulturzeitkulturzeit: »Krimitipps«:
In der Sendung "kulturzeit", dem 3sat-Kulturmagazin werden wieder die Krimibuchtipps des Monats von Martin Schöne vorgestellt.
Heute, Freitag, um 19.20 Uhr reinschauen ...
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Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden teilt mit, dass Hendrik Werner im suedkurier über die fiktive Verarbeitung von Amokläufen nachdenkt ...

krimikiste:
Kristine Greßhöner macht Töne: Folge 169 mit Jörg Juretzka "Alles total groovy hier" ...

krimileser:
Bernd Kochanowski mit Splittern aus der internationalen Krimiszene ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und einem enttäuschten Zwischenruf zu "Trimmels letzter Fall" ..

Krimi-Tagebuch:
Tobias Gohlis war bei Jeffery Deaver in Hamburg: Jeffery Deaver ist Profi durch und durch, beherrscht bis ins Mark, scheint es ...

Spannungsromane:
amer ist begeistert: Hiphip-Hurra! Der neue Sharpe ist da: Bernard Cornwell – SHARPES SIEG ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph mit dem Bericht aus der Werkstatt: Leseprobe ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...




knox-genesis-secretNDR:
»Spannung garantiert«

In seiner Heimat ist Sean Thomas vor allem den Lesern der großen britischen Zeitungen bekannt, denn seit vielen Jahren berichtet der 1963 geborene Journalist für sie aus den verschiedensten Regionen der Welt. Jetzt hat er unter dem Pseudonym Tom Knox einen Thriller verfasst, der es nicht nur in sich hat, sondern ein Weltbestseller zu werden verspricht. Knox vereint in seinem Buch viele Ingredienzien zu einem gut gebauten, immer wieder überraschenden Thriller. Nicht in der Psychologie, sondern in der Reportage liegen also die Stärken von "Genesis Secret" (Hoffmann und Campe), in der Beschreibung von Landschaften und dem Verknüpfen verschiedener historisch belegter und dann fantasievoll weitergedachter Fakten. Trotz mancher Schwächen: Spannung garantiert.
Ein Beitrag von Katja Weise ... mehr


tex-die-zelleDer Standard:
»Datenklau und Paranoia«

Der in den Niederlanden lebende Autor Charles den Tex greift mit "Die Zelle" (Grafit Verlag) ein Thema auf, das gern marginalisiert wird, weil das Misstrauen der Konsumenten nicht wirtschaftsfördernd ist, und verknüpft es mit dem Verlust der bürgerlichen Freiheiten unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung.
Vielschichtig, bissig und mit viel Action versehen, erzeugt das Buch als Nebenwirkung eine kleine, gemeine Paranoia.
Von Ingeborg Sperl ... mehr


viel-Das-absolut-perfekte-VerbrechenDer Tagesspiegel:
»Das Flackern im Dunst«

Tanguy Viel ist verschwenderisch mit den Bildern, die er evoziert, und sparsam mit seiner Sprache: Es genügen Andeutungen, und schon lässt er eine flirrende, kühle, spannungsreiche Atmosphäre erstehen. "Das absolut perfekte Verbrechen" (Wagenbach Verlag), ein fast perfekter Roman eines natürlich nicht ganz perfekten Verbrechens: Tanguy Viel, dessen viertes Buch "Unverdächtig" im letzten Jahr auf Deutsch erschienen und zu Recht gerühmt wurde, schreibt keine Genreliteratur, sondern nutzt ein Genre, um schneller zum Wesentlichen vordringen zu können: zu Stimmungen und Desillusionierungen und Konflikten. "Das absolut perfekte Verbrechen", im Original bereits vor "Unverdächtig“ erschienen, spielt damit nicht weniger souverän.
Von Ulrich Rüdenauer ... mehr


collins-Nicht-totzukriegenFrankfurter Rundschau:
»Underdogs in Michigan«

Michael Collins schreibt Romane, in denen immer ein Stück Krimi untergebracht ist: In "Nicht totzukriegen" (btb Verlag) ist es eine komplizierte Geschichte um falsche Identitäten, Mord, Selbstmord. Am Ende wird sie sauber aufgelöst. Und doch hätte Collins, der vorzüglich darin ist, die triste Welt der Underdogs einzufangen - Alltagsdetails, Atmosphären, Gefühlsnuancen -, sie besser noch unwichtiger gemacht. Denn eigentlich fesselt er vor allem damit: Wie die Familie sich in Michigan langsam aus der Verlierer-Rolle befreit. Dies alles vor dem Hintergrund von Kleinstadt-Bigotterie, persönlicher und gesellschaftlicher Traumata wie dem Vietnam- und Koreakrieg.
Von Sylvia Staude ... mehr


chandler-raymondSonntagszeitung:
»Bogart als Maß aller Dinge«

Humphrey Bogart, der in der Chandler-Verfilmung "The Big Sleep" (1946) Marlowe spielte, ist immer noch das Maß aller Dinge. In einer Welt der Gier, Gewalt und Korruption ist der Privatschnüffler der letzte Romantiker, der kühl und lässig viele Pistolen einsammelt, die auf ihn gerichtet werden.
Der Schauspieler hat den Detektiv unsterblich gemacht. Doch Raymond Chandler fand in Hollywood kein Glück. Dennoch: Der berühmteste Privatdetektiv kommt 2010 wieder ins Kino. Clive Owen spielt Philip Marlowe im Film "Trouble Is My Business".
Von Andreas Berger ... mehr


xialong-Blut-und -rote-Seide.jpgDer Standard:
»Dämonen und Starbucks«

"Ein Serienmörder in Schanghai ist politisch undenkbar", das verlauten die Parteipolitiker. Dessen ungeachtet werden in kurzen Abständen junge Frauen tot aufgefunden.
Qiu Xiaolong bietet in "Blut und rote Seide" (Zsolnay Verlag) wieder eine reizvolle Fusion von westlicher und chinesischer Kultur und intime Einblicke in die Veränderungen des chinesischen Alltags unter dem Zeichen der Marktwirtschaft. Nostalgische Erinnerungen vermischen sich mit den verdrängten Gräueln während der Kulturrevolution, rezente Korruption geht einher mit politischem Kalkül.
Von Ingeborg Sperl ... mehr

Vermischtes


»Journalist verklagt Roberto Saviano«
Roberto Saviano, Autor des Bestsellers "Gomorrah", ist vom frei arbeitenden Reporter Simone Di Meo, der für neapolitanische Medien über das organisierte Verbrechen im Großraum von Neapel berichtet, beschuldigt worden, mehrere seiner Artikel über die Camorra abgeschrieben zu haben, meldet ... Der Standard

»Fahrstuhl zum Schafott«
Die Faszination des Verbrechens, die Ästhetik von Krimi- und Detektivgeschichten des "Noir"-Genres sowie heutiger schwarzromantischer Jugendkultur holte der US-Künstler Banks Violette in die Wiener Kunsthalle. Brennende Schlagzeuge, düstere Filmmusik und kunstfertig arrangierte Leichenfotos aus New York: Die Ausstellung "Fahrstuhl zum Schafott" macht ab Freitag die Kunsthalle zu einem schummrig beleuchteten Tatort. Ein Beitrag des ... ORF

Wie intensiv sich die Gegenwartskunst mit dem Themenfeld Verbrechen auseinandersetzt, zeigt ein "Sex and Crime"-Schwerpunkt der Kunsthalle Wien. Dazu gehört auch die schon laufende Ausstellung "Porn Identity". Und Donnerstagabend wird im Museumsquartier die Schau "Fahrstuhl zum Schaffott" eröffnet.
Künstlerisch ausgelotet werden soll die zwielichtige Zone, in der Lüge und Wahrheit, Verbrechen und Gerechtigkeit, sexueller Exzess und bürgerliche Moral ineinander verschränkt sind. Das anhand von Beispielen aus Fotografie, Film, Literatur und bildender Kunst. Ein Beitrag des ... ORF, den Sie auch hören können (3:17 min)...

Donnerstag, 19. März 2009

Fernseh-Tipp

Donnerstag, den 19. März 2009 ab 00.00 Uhr bei ARTE
James Ellroy – Tatort L.A.

james-ellroy-themenabend
Der amerikanische Autor James Ellroy gilt als ebenso undurchsichtig wie die Figuren seiner Kriminalromane.
In einer Wiederholung eines Themenabends bringt ARTE ein Porträt des Autors, der als Zehnjähriger durch den ungeklärten Mord an seiner Mutter zum Halbwaisen wurde.
Um 0.00 Uhr: Durch die Nacht mit... James Ellroy und Bruce Wagner
Um 00.50 Uhr: James Ellroy: "American Dog"
Online gibt es es zum Thema das Video "Ellroy intim" und eine interaktive Animation ... mehr


Blogwärts

europolar:
Neue Artikel auf der europäischen Krimiseite: Roberto Savianos "Raccontare storie è Resistere" von Giuseppina La Ciura und Von der Territion zur Garotte: Rudolf Lorenzens "Bad Walden oder El sueño de la razón produce monstruos" ...

Frauenkrimis:
Henny Hidden über eine eine ungewöhnliche Wiesbadener Initiative: Statt "Agathe" - drei Autoren Mitra Devi und Tatjana Kruse werden Krimi- Stipendiatinnen in Wiesbaden ...

krimiblog:
Ludger Menke mit den Lambda Literary Awards 2009: Die nominierten Krimis ...

krimikiste:
Kristine Greßhöner macht Bilder: Krimikiste-Videocast 3 mit drei Bielefeld-Krimis, die im dort ansässigen Pendragon-Verlag erschienen sind: Detering, Siegmann, Pleyter ...

krimileser:
Bernd Kochanowski wertet es als vertane Chance: "Die Prophetenmorde" von Mehmet Murat Somer. Und er ägert sich über ARTE ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und Neuem aus dem Kino: RocknRolla ..

Mord und Buch:
Kirsten Reimers empfiehlt Stefan Kiesbye: "Nebenan ein Mädchen": So realistisch und beklemmend geschildert, dass einem die Luft wegbleibt. Und liest Josef Rauch: "Rickeracke": Eine ungewöhnliche Kombination von Krimi und frühem Comic - die leider schließlich doch nicht zusammengeht ...

NuT:
Joachim Linder arbeitet die liegengebliebenen Donna-Leon-Bände auf und stellt fest, wie Familien hergestellt werden ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph wundert sich über Friedhelm Werremeiers "Trimmels letzter Fall": Entweder der schludrigste aus dem Krimistall jemals gegabelte Mist oder das Durchtriebenste, was es an "Dekonstruktion" / "Metakrimi" nur geben kann ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...




tex-die-zelleBerliner Zeitung:
»Digitaler Identitätsdiebstahl«

Sie gehen zur Bank - Ihr Geld ist weg. Sie müssen plötzlich Raten für ein Haus zahlen, das Sie nie gesehen haben. In seinem fulminanten Thriller "Die Zelle" (Grafit Verlag) hat der Holländer Charles den Tex sich dieser modernsten aller Verbrechensvarianten, des digitalen Identitätsdiebstahls angenommen. Die Möglichkeiten, die er aufzeigt, und das Ausmaß, das er benennt, sind erschreckend. Um Terrorismushysterie und staatliche Willkür erweitert, macht es den Roman zu einem absolut zeitgemäßen Horrorthriller - Horror ohne Übersinnliches und ohne abgehackte Gliedmaßen. Horror aus der stillen Mitte der Gesellschaft.
Ein Beitrag von Günther Grosser ... mehr


villar-wasserblaue-augenBerliner Zeitung:
»Reiseführer mit Sozialreportage«

Der Kriminalroman hat sich in den vergangenen Jahren seine eigene Geographie Europas erschrieben: Markaris' Kommissar Charitos ermittelt in Athen, Camilleris Montalbano auf Sizilien, Indridasons Erlendur Sveinsson in Rejkjavik. Für das nordspanische Galicien, insbesondere die Hafenstadt Vigo kommt jetzt in Domingo Villars Erstling "Wasserblaue Augen" (metro im Unionsverlag) Inspektor Leo Caldas hinzu, ein weiterer behäbiger Ermittler mit Intuition und einer Schwäche fürs Essen.
Ein Beitrag von Günther Grosser ... mehr


schenkel-bunkerRheinischer Merkur: »Verlassen im Verlies«

"Bunker" (Edition Nautilus), der neue Thriller von Andrea Maria Schenkel ist ein Kammerspiel von beklemmender Intensität – und beschreibt eindrücklich die Anatomie zweier verwüsteter Seelen. Der dritte Roman der bayerischen Autorin fällt gegenüber seinen Vorgängern, dem Überraschungserfolg "Tannöd" sowie dessen Nachfolger "Kalteis", aus der Reihe. Das liegt daran, dass Schenkels jüngste horrende Hervorbringung nicht auf historischen Ereignissen gründet, sondern ihrer kriminell zu nennenden Vorstellungskraft entsprungen ist – wiewohl Anklänge an die Kriminalfälle Fritzl und Dutroux im Buch zu finden sind.
Von Hendrik Werner ... mehr

schenkel-bunkerDie Zeit: »Verschwommene im Dunkeln«

Ein Mann hat eine Frau entführt und in die Einsamkeit verschleppt. Damit müssen sie klarkommen. Eine Klaustrophobie erzeugende Ausgangslage, auf die sich alles konzentriert. In "Bunker" (Edition Nautilus) hat Andrea Maria Schenkel ihre erzählerischen Messer gewetzt und erprobt. Aber die frühere Faszination hat sie nicht hervorgerufen. Empathie mit den Opfern und Imaginierung des Todes, Schenkels große Intensität bisher, ist verdeckt unter einem Zuviel an Konstruktion, Absicht, Effekten und Tricks. Billig ist das ganz und gar nicht, auch keine Enttäuschung. Eine Etüde eben. Andrea Maria Schenkel ist eine Autorin, die sich nach ihrem fulminanten Debüt auf der Bühne der literarischen Öffentlichkeit entwickelt. Das ist die spannende Nachricht.
Von Tobias Gohlis.
Lesen Sie den Beitrag als Print in DIE ZEIT Nr. 12 Zeit-Literatur März 2009 oder online bei ... ToGo ...


wagner-im-winter-loewenDeutschlandradio:
»Ausweg aus der Traurigkeit«

Dass sich innerhalb der deutschsprachigen Krimiszene in den letzten Jahren viel getan hat, ist kein Geheimnis mehr. Und ebenso offensichtlich ist es, dass nicht alle diese Erfolgsromane literarische Qualitäten aufweisen. Jan Costin Wagner, wohl die bemerkenswerteste Neuentdeckung des Genres, bildet da eine rühmliche Ausnahme und vor allem deshalb, weil es Wagner nie darum geht, die Erwartungen dieses viel strapazierten Genres zu bedienen. Dass die Kimmo-Joentaa-Romane auch im Ausland große Beachtung finden, wundert da nicht mehr. Und obschon am Ende von "Im Winter der Löwen" (Eichborn Verlag) Joentaas Leben erstmals in etwas hellerem Licht erscheint, ist offensichtlich, dass dessen Geschichte noch längst nicht zu Ende erzählt ist. Wie erfreulich.
Von Rainer Moritz .... mehr


Mexico-paco-metropolisARTE:
»Mexiko-Stadt in der Literatur«

Mexiko-Stadt ist mit etwa 22 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der Welt. Die auf 2200 Metern Höhe zwischen zwei Vulkanen gelegene Metropole wird oft als "Labyrinth", "Monster" oder "Falle" beschrieben. Doch für die Schriftsteller, die hier aufgewachsen sind, birgt die abwechslungsreiche Kulisse von Mexiko-Stadt vor allem einen unerschöpflichen Vorrat an Geschichten, Ideen und Figuren. Diese komplexe Stadt in Worte zu fassen, ist eine wahre literarische Herausforderung.
Die Kultursendung "Metropolis" spricht hierüber mit den mexikanischen Autoren Enrique Serna, Paco Ignacio Taibo und Fabrizio Mejía Madrid.
Ein Beitrag von Laurent Allen-Caron, den Sie als Video sehen können .... mehr



»Kaltes Blut«
Verbrechen in der niederländischen Literatur
Von Ursula Gaßmann


Sendung vom 17. März 2009 | 19:30.00 Uhr | Deutschlandradio Kultur
"True crime", in den angelsächsischen und skandinavischen Ländern seit langem ein etabliertes literarisches Genre, hat sich inzwischen auch auf dem niederländischen Buchmarkt als äußerst erfolgreiches Konzept erwiesen.
Das Manuskript zur Sendung kann nun als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat heruntergeladen werden.



krimi-couch-podcast.jpgKrimi-Couch: »Interview mit Peter James«

"Wie täusche ich am besten meinen eigenen Tod vor?", fragte sich Peter James vor dem Schreiben seines neuen Roy-Grace-Krimis "So gut wie tot". Der Krimi-Couch hat er die Antwort verraten.
Ein Gespräch mit Lars Schafft ...mehr


März-Ausgabe des Podcasts des Portals "krimi-Couch":
Mit seinem zweiten Thriller "Der Duft" hat der Wahlhamburger Karl Olsberg einen guten Riecher bewiesen. Wann ein Unternehmensberater zum Schreiben kommt und was ihm an Gedanken an "Was wäre wenn?" gefällt - im Podcast.
Außerdem stehen in der März-Ausgabe Krimis im Vordergrund, in denen Literatur selbst eine besondere Rolle spielt. Die Tipps führen Sie nach China, an die Costa de la Luz, nach Lappland und Südfrankreich.
Der Podcast (48:41 min) von "Krimi-Couch.de" – gesprochen von der charismatischen Pierce - Brosnan - Synchronstimme und dazu eine Gewinnspielfrage ... mehr

Und natürlich finden Sie dort auch aktuelle Besprechungen zu Büchern aus Deutschland und dem Rest der Welt!



arte-krimi-welt-buchmesseARTE: »Das Beste aus der KrimiWelt«

Auf der Leipziger Buchmesse hat ARTE wieder Gespräche und Lesungen mit Autoren der KrimiWelt-Bestenliste durcgeführt.
In Zusammenarbeit mit "Nordwestradio" (Radio Bremen/NDR) und "Die Welt" führte die Moderation Lore Kleinert durch das Programm, das Sie als Video-Podcast beim Sender ansehen können (43:18 min.) ... mehr


bunker-lockruf-der-nacht.jpgStuttgarter Zeitung: »Kein Bier, keine Heilung und auch kein Ausstieg«:

Musterstücke treffender Analyse und wirklich gelungenen Komprimierens selbst umfangreichster Kriminalromane bietet Thomas Klingenmaier immer monatlich in der "Stuttgarter Zeitung". In der März-Ausgabe seiner diesmal auch wieder online zu lesenden Kolumne "Der aktuelle Krimi" stellt er folgende Bücher vor:
Jörg Juretzka ("Alles total groovy hier"), Edward Bunker ("Lockruf der Nacht"), Max Phillips ("Tödlich blond"), Qiu Xialong ("Blut und rote Seide") und Joseph Wambaugh ("Sunset Boulevard") ... mehr


Kalender

Gerhard Baumrucker
Der deutsche Übersetzer und Schriftsteller Gerhard Baumrucker wird am 19.03.1929 in Prag geboren († 14.7.1992). Er schrieb Hörspiele, Liedertexte für Funk, Film und Fernsehen und begann ab 1961 damit, Kriminalromane zu übersetzen. Durch Gerhard Baumruckers Initiative erschienen die ersten Romane des mexikanischen Autors Paco Ignacio Taibo II im Goldmann Verlag.
Außerdem schrieb Gerhard Baumrucker selbst eine Reihe von Kriminalromanen. Für "Die Weise von Liebe und Mord" erhielt er den Edgar Wallace-Preis 1980/81. (Info: Lexikon der deutschen Krimi-Autoren)
Infos und Bibliographie beim Lexikon der deutschen Krimi-Autoren.


Thomas Przybilka
przybilka-thomas-kalenderDer deutsche Experte für Sekundärliteratur zum Krimi wird am 19. März 1950 in (Ost-)Berlin geboren und siedelte "ohne die entsprechenden Genehmigung der verantwortlichen Organe des Arbeiter- und Bauernstaates" in die Bundesrepublik über.
1989 gründete Thomas Przybilka das BoKAS (Bonner Krimi Archiv Sekundärliteratur). Das Archiv sammelt Publikationen in Buch- und Magazin-/Zeitschriftenform zum Genre Kriminalliteratur. Das non-profit Archiv unterstützt Magister- und Dissertationsarbeiten zur Kriminalliteratur im In- und Ausland. Er gibt regelmäßig die Tipps zur zur Sekundärliteratur zum Krimi heraus, schreibt Rezensionen, kriminelle Erzählungen und Artikel für deutsche und internationale Krimipublikationen.
Infos und Bibliographie bei Lexikon der deutschen Krimi-Autoren, Krimi-Forum, Kurzinfo Deutschlandfunk, NordPark Verlag.

Mittwoch, 18. März 2009

Axel Bußmers TV & Buchtipps 14. – 27. März 2009

vice-squad.gifWenn Bond die Sache mit dem goldenen Colt geklärt hat, müssen Nesser-Fans sich mit einer Extraportion Kaffee versorgen (oder den Rekorder programmieren). siesta.jpg Denn die TV-Premiere der fast dreistündigen Van-Veeteren-Verfilmung "Die Frau mit dem Muttermal" startet nach Mitternacht. Außerdem gibt es einige selten gezeigte Krimiverfilmungen und natürlich wieder viele Wiederholungen ...
Ausführlicher, dazu bunt bebildert und mit hilfreichen Links versehen finden Sie alles wie immer ... hier


Blogwärts

Berlin kriminell:
war wieder im moabiter kriminalgericht und Barbara Keller hat A.D.G. "Kanguroad Movie" gelesen und Ahner/Niemanns "Mord ist mein Geschäft, Liebling" gehört ...

Frauenkrimis:
Henny Hidden mit den Krimilesungen am 18. März ...

krimiblog.at:
Ingeborg Sperl mit Michael Connellys "Echo Park" (Heyne): ein dramatischer, spannender Krimi über Korruption und Politik ...

krimikiste:
Kristine Greßhöner macht weiter: Folge 168 mit Zoran Drvenkars "Sorry". Außerdem mit Krimikiste-Videocast 2: Mothwurf, Berndorf ...

Krimilady:
Henny Hidden musste seufzen: Über Andrea Maria Schenkels Buch "Bunker". Sie hat das Buch zweimal gelesen. Nach dem ersten Mal wollte sie instinktiv dem Wunsch nachgeben, zu fliehen ...

krimileser:
Bernd Kochanowski über Camilla Läckbergs schwedische Buchempfehlungen ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und R. i. P. Ron Silver. Außerdem: "Bienzle"-Erfinder Felix Huby redet über sein Leben ..

Krimi-Tagebuch:
Tobias Gohlis ist verärgert über die Medienverarbeitung des Winnenden-Attentats. Und sehr erfreut über den Blog "crime beat" des südafrikanischen Leser-Autoren-Verleger-Netzwerks Books SA. ...

NuT:
Joachim Linder über "Crime, Media, Culture: An International Journal",und über Friedhelm Werremeier: Trimmels letzter Fall ...

Spannungsromane:
koldir über Will Elliotts "Hölle": ein wirres, langatmiges und spannungsarmes Etwas ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph hat Gebhardt Schätzler-Perasinis "Der mit der grünen Krawatte" in die "Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts" aufgenommern. Und berichtet "Aus der Werkstatt", 2 ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...




posadaTitel: »Samstag ist Krimitag«

Thomas Wörtche betreut das Krimi-Ressort des TITEL-Magazins. An jedem Samstag werden Sie nun mit Informationen zum Genre versorgt. Aktuell hiermit:

bevor wir loslegen, flanieren wir zunächst zusammen mit Heiko Zimmermann über die Leipziger Buchmesse.
Froh begrüßen wir den neuen Roman von Robert Hültner, der zu den ganz Großen der deutschsprachigen Kriminalliteratur gehört. Frank Rumpel hat mit ihm gesprochen und "Inspektor Kajetan kehrt zurück" besprochen.

In "Dr. Lehmanns Sach- und Warenkunde" lernen wir heute von Christine Lehmann, was wir über Wasserleichen wissen müssen.

Susanna Mende beschäftigt sich mit Joseph Wambaughs Roman "Hollywood Station".

Beate Mainka gerät anlässlich von Tom Rob Smiths Roman "Kolyma" in Dissens mit der KrimiWelt-Bestenliste.

Jörg von Bilavsky im Falle von Richard Starks "Keiner rennt für immer" keinesfalls.

Und Dieter Paul Rudolph hat im Taschenbuch noch einen Rest der Katalonien-Buchmesse von 2007 gefunden: Carles Portas "Tor".

Das Gedicht kann man heute wieder hören, es stammt von John Lee Hooker, heißt "BOOM BOOM" und ist keinesfalls irgendwie korrekt.




ToGos Kriminalkolumne
zeit-belletristik.gif

Tobias Gohlis entdeckt zum achtjährigen Dienstjubiläum farrow-eishauchseiner Krimikolumne in der "ZEIT" den beinahe perfekten Kriminalroman über Montreal:
"Eishauch" (DromerKnaur Verlag) von John Farrow. "City of Ice" lautet der Originaltitel, heiß und kalt kann einem bei der Lektüre schon werden. Es gibt darin eine sich über mehrere Etappen entwickelnde Verführungsgeschichte zwischen einem älteren Mann und einer Studentin. Sie kann sich seiner Anziehungskraft nicht entziehen, was nicht zuletzt daran liegt, dass er ihr Geheimnis in Worte kleiden kann. John Farrow ist Trevor Ferguson. Ferguson hat, bevor er Eishauch unter Pseudonym herausbrachte, sieben hochgelobte Romane geschrieben - und von keinem mehr als 700 Exemplare verkauft. Als Farrow hat Ferguson all die erworbene Kunstfertigkeit ins Krimi-Schreiben geworfen. Und siehe: Es klappt. Beinahe perfekt.
Lesen Sie den Beitrag als Print in DIE ZEIT Nr. 11 vom 5.März 2009 oder online bei ... ToGo


pulpmasterFAZ: »Krimis müssen die Welt erklären«

Mit fünfzehn war er Punk, dann wechselte er ins Geschäft mit den Büchern: Der Berliner Verleger Frank Nowatzki hat sich mit der "Pulp Master"-Reihe durchgeboxt. Anspruchsvolle Krimis im Kleid von Schundromanen - ein Glück für die Leser. Ein Pulp Master muss gedanklichen Mehrwert mitbringen, ein auf die Handlung reduzierter Krimi sei doch uninteressant, befindet der Verleger. Wie bitte? Naja, sagt Frank Nowatzki dosiert grinsend, es stimme schon, dass er im Gewand von Pulp verkaufe, was letztlich jenseits davon liege. Eine Mogelpackung von Format.
Ein Beitrag von Hannes Hintermeier ... mehr


bottini-jaeger-in-der-nacht.jpgFrankfurter Rundschau: »Die vom Leben Verletzten«

Zu den Dingen, bei denen der Krimi die Lebenswirklichkeit außer Kraft setzt, gehört das sozusagen abwaschbare Gemüt der Ermittler und oft auch der Hinterbliebenen. Brauch ist, dass den Kommissaren Woche um Woche oder Roman um Roman Tote vor die Füße purzeln - doch gleich sind sie wieder so fidel/witzig/mürrisch wie vor dem neuesten blutigen Fall. Oliver Bottini, einer der wenigen deutschen Autoren, die in der Krimi-Oberliga spielen, durchbricht manches Klischee; die Teflon-Seele ist eines davon. Sein plausibler neuer Louise-Bonì-Krimi heißt "Jäger in der Nacht" (Scherz Verlag). Seine schreiberische Meisterschaft hält den Spannungsfaden allemal straff.
Von Sylvia Staude ... mehr

FOCUS-Online-Mordkommission

focus-mordkommission.jpg
Vorsicht, Spannung! granger-neugier-ist-ein-schneller-tod.jpg In der FOCUS - Online - Mordkommission penny-der-grausame-monat.jpgermitteln deutsche Krimi-Autoren den Kriminalroman der Woche.

Agatha Christies Erben:
Es muss nicht immer Blut sein: Ann Granger und Louise Penny schreiben in der Tradition der unvergessenen Agatha Christie. Bei ihnen geht es um des Rätsels Lösung – und den Lesespaß daran. Die Krimireihen dieser beiden Autorinnen sind eine wahre Erholung für all diejenigen, die genug haben von Psychoschockern und Gewaltorgien, die aber auf die Frage danach, wer's denn nun war, nicht verzichten wollen.
Von Henrike Heiland ... mehr


arjouni-der-heilige-eddyBR: »Wofür Jakob Arjouni morgens aufsteht«

Jakob Arjouni wird im Oktober 45 Jahre alt und hat sich in den vergangenen 20 Jahren einen ziemlich guten Ruf erschrieben. Ihm schwante schon nach seinem erfolgreichen Debüt, dass die Medien ihn zu einer öffentlichen Person machen würden, wenn er sich nicht dagegen wehrte. Er entzieht sich dem Medienrummel und lebt heute in Frankreich und Berlin. Und weiß immer noch, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen.
Der Bayerische Rundfunk hat ihn porträtiert und anläßlich seines neuen Romans "Der heilige Eddy" beim Münchner Krimifestival gesprochen ... mehr


dahl-totenmessett.com: »Der Detektiv wird abgelöst«

Für Krimi-Autor Arne Dahl sind einsame Ermittler ein Auslaufmodell, er setzt in seiner Serie auf ein ganzes Team von Sonderermittlern. Der erfolgreiche Schwede mit Pseudonym liest heute in Innsbruck.
"Totenmesse" (Piper Verlag) ist der siebte auf Deutsch erscheinende Band um das Sonderermittlungsteam in Stockholm. Eine imposante Mischung aus Krieg, Verbrechen und Hoffnung auf eine Welt ohne fossile Brennstoffe.
Sabine Strobl sprach mit dem Autor ... mehr


Kalender
Leigh Brackett
Brackett_Leigh Die amerikanische Schriftstellerin und Drehbuchautorin Leigh Brackett ("Tote schlafen fest", "Rio Bravo") stirbt am 18.März 1978 im Alter von 62 Jahren an Krebs (* 7. Dezember 1915 in Los Angeles).
Sie hat für Film und Fernsehen geschrieben, für kleine und große Budgets. Sie hat Romane und Kurzgeschichten verfaßt, quer durch die Genres: Western, Science Fiction und Thriller. "Ihre über zweihundert Bücher lagen selten unter Niveau, aber öfters deutlich darüber" (superthriller.de).
Ihre größten Erfolge hatte sie jedoch als Drehbuchautorin ("Keine Drehbuchschule in der Welt könnte solch einen Dialog hervorbringen. Niemals." FAZ). Mit William Faulkner schrieb sie das Drehbuch für den Film "Tote schlafen fest" nach dem Roman von Raymond Chandler. Kurz vor ihrem Tod schrieb sie die erste Fassung des Drehbuchs zum zweiten Krieg der Sterne-Film, "Das Imperium schlägt zurück"( beendet von Lawrence Kasdan). Im "Unionsverlag" erschien ihr Roman "Raubtiere unter uns" (UT 152)
Infos und Bibliographie bei Unionsverlag, Darth sonic.de , superthriller.de, Wikipedia, phantastik-couch, Buchbesprechung, FAZ über New Hollywood.

Karl-Heinz Willschrei
Am 18. März 1939 wird Karl-Heinz Willschrei in Homberg/Niederrhein geboren.
Karl-Heinz Willschrei wuchs als Einzelkind nach dem Kriegstod seines Vaters in einem Essener Arbeiterviertel auf und studierte nach dem Abitur in München und Wien Theaterwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Zeitungswissenschaft. Nach dem Studium arbeitete er als Drehbuchautor und Produzent bei der Münchener Bavaria. 1974 machte er sich als freier Schriftsteller selbständig Willschrei, der völlig überraschend am 25.Mai 2003 in Altea/Alicante starb, galt als einer der produktivsten Autoren für das Krimi-Genre im Fernsehen, aus seiner Feder stammt nicht nur die Serie "Wolffs Revier" (aus der er wegen des Übergewichts von Actionanteilen schließlich ausschied), er schrieb für den "Tatort", "Der Alte" und war in hohem Maße für die Inhalte der Fernsehklassiker "Ein Fall für zwei" (aus Wilschreis Idee wurde das Konzept entwickelt), "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger" und "Graf Yoster gibt sich die Ehre" verantwortlich.
Infos und Filmographie bei Lexikon der deutschen Krimi-Autoren , Deutsches Filmhaus, Munzinger Archiv, Odeon Film,

Dienstag, 17. März 2009

Naja, das sind heute sind eigentlich keine Nachrichten aus dem Krankenstand, nur ein schneller Hinweis aufs Radio.
Vielleicht gibt es morgen wieder etwas mehr. Häppchen für Häppchen, wie es sich für ältere Alligatoren gehört ...


Radio-tipp

»Kaltes Blut«
Verbrechen in der niederländischen Literatur
Von Ursula Gaßmann


Dienstag, 17. März 2009 | 19:30.00 Uhr | Deutschlandradio Kultur
"True crime", in den angelsächsischen und skandinavischen Ländern seit langem ein etabliertes literarisches Genre, hat sich inzwischen auch auf dem niederländischen Buchmarkt als äußerst erfolgreiches Konzept erwiesen.
Ausgelöst wurde das große öffentliche Interesse an den wahren Geschichten durch Konflikte zwischen rivalisierenden Mafiaorganisationen, die zu einem regelrechten Krieg in der Amsterdamer Unterwelt und zu zahlreichen Morden geführt haben. Liquidierte Mafiagrößen bekamen nicht selten Begräbnisse ausgerichtet, die denen eines Staatmannes würdig gewesen wären.
Die Abgründe hinter solchen "Events", die Verschmelzung von "Ober-" und "Unterwelt" regt die Phantasie der Schriftsteller und Leser an. In Koud Bloed - Kaltes Blut, einer literarisch-journalistischen Vierteljahreszeitschrift, haben die Autoren sich nunmehr ein eigenes Forum geschaffen. Auch bekannte niederländische Schriftsteller wie A.F. Th. van der Heijden oder Kees van Beijnum publizieren hier Erzählungen in bester True-Crime-Tradition. ... mehr

Das Manuskript zur Sendung kann als als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat heruntergeladen werden.


Freitag, 12. März 2009

Ausfall!
Die radikalen Killerviren grippewelle.jpg waren wieder im Büro und haben alle Mitarbeiter überwältigt und ins Bett expediert.
Dort sollen sie solange bleiben, bis die Blitzgrippe überstanden ist. Deshalb gibt es vorerst keine Nachrichten aus der Kriminalliteratur.
Die Redaktion

Radio-tipp

»Wie in einem bösen Traum«
Die unfassbaren Phantasmagorien des Schriftstellers Jerome Charyn
Von Hein Bruehl und Jürgen M. Thie


Sonntag, 15. März 2009 | 20:05 Uhr | Deutschlandfunk
Jerome Charyn ist Kult. Nur weiß das keiner so genau. Am wenigsten er selbst. Das charyn-jerome.jpegliegt an seinen Facetten. Denn Charyn ist alles in einem, Romanschriftsteller und Sachbuchautor; Biograph, Filmhistoriker und Comic-Texter; Hochschulprofessor und Georges-Moustaki-Songwriter; vor allem aber "Chevalier de L'Ordre des Arts et des Lettres". Ausgezeichnet wurde ein Amerikaner in Paris, der aktuell Filmwissenschaft an der American University of Paris lehrt, während er in den USA immer noch seinen surrealen Träumen von den Schattenwelten des New Yorker "Dampfkochkessels" (Charyn) nachhängt.
Vor allem was die Bronx betrifft, wo der mit Ehrungen und Preisen überhäufte Sohn osteuropäischer Juden 1937 geboren wurde, um sie seit 1974 zum Schauplatz seines weltberühmten Isaac-Sidel-Zyklus' zu machen, durch den Charyn auch in Deutschland als großer Erneuerer des modernen Kriminalromans jede Menge Exegeten wie Anbeter fand. Mit ihrem Hörbild versuchen Hein Brühl und Jürgen M. Thie nun den Spuren eines Multitalents nachzugehen, über dessen genreübergreifende Bedeutung Jean-Patrick Manchette schon 1980 mit den Worten aufmerksam machte: "Die Bronx oder Manhattan sind bei Charyn so verrückt wie Chester Himes' Harlem, Millers Montparnasse oder Célines Deutschland." mehr



Mittwoch, 11. März 2009

Radio-tipp

»Zwischen Unterhaltung und Propaganda«
Der Krimi im Dritten Reich
Von Carsten Würmann und Ralph Gerstenberg


Mittwoch, 11. März 2009 | 19:05 Uhr | Nordwestradio
Morde, Autobahnräuber, gestohlene Kunstwerke: Das Feature beschreibt, wie der Krimi in der NS-Zeit funktionierte. Zur Unterhaltung und mit Propagandaauftrag und nur ganz selten subversiv erzählte der Krimi im Dritten Reich wie Täter im Unrechtsstaat ihre gerechte Strafe erhielten.
Perfekte Blüten, Morde, Autobahnräuber, gestohlene Kunstwerke, internationale Schmugglerbanden: Es gibt kaum ein Verbrechen, mit dem die deutsche Polizei im Krimi des Dritten Reiches nicht zu tun hatte. Doch kein Volksgenosse musste um die allgemeine Sicherheit fürchten: In diesen Krimis ermittelt eine erfolgreiche Kriminalpolizei kollegial im Team, mit modernster Technik, untrüglichem Instinkt und scharfem Verstand. Die meisten Väter und Großväter unserer heutigen Ermittler wirken irritierend vertraut, Kommissare wie die Herren Störring, Kybander, Schachtebeck oder Wenger lösen ihre Fälle mit Umsicht und Routine, ganz so wie unsere heutigen Serienhelden. Der Ermittler, der auf biologistische Theorien zur Verbrechensursache zurückgreift, ist eher die Ausnahme.
Das Feature beschreibt, wie der Krimi in der NS-Zeit funktionierte: Zur Unterhaltung und mit Propagandaauftrag und nur ganz selten subversiv erzählte der Krimi in Hunderten von Titeln in Millionenauflage, in Filmen und Hörspielen davon, wie Täter im Unrechtsstaat ihre gerechte Strafe erhielten. mehr



Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden hat "Leipzig liest" Krimis - Termine am 11. März 2009 im Angebot ...

krimileser:
Bernd Kochanowski teilt mit, dass Dorte Jakobsen auf der Suche nach dem Machokrimi ist, dem männlichen Pendant des Frauenkrimis oder wie es im dänischen lautet: des Femikrimis ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und dem Zitat des Tages: Felix Huby über das Schreiben ...

NuT:
Joachim Linder über Tom McCarthy: "Nest, Puke, Frames and Baby Faces" ...

Spannungsromane:
amer über Jason Starr: TOP JOB ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph stellt fest: Nach halbwegs klischeefreier Sprache braucht man in Uwe Klausners "Walhalla-Code" gar nicht erst zu suchen. ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella (obwohl sie RTL-Crime entdeckt hat) und Giorgione ...




heinichen-die-ruhe-des-staerkeren FAZ: »Maximaler Alarmzustand«

Drohbrief-Affäre in Triest: Vor zwei Wochen hat der deutsche Schriftsteller Veit Heinichen die Öffentlichkeit darüber informiert, dass er Opfer einer Verleumdungskampagne ist. Im Interview spricht er über vierzehn Monate Psychoterror und die Strategie der Polizei, den Täter zu einem Fehler zu verleiten.
Von Hannes Hintermeier ... mehr

FOCUS-Online-Mordkommission

focus-mordkommission.jpg
Vorsicht, Spannung! mayall-hundszeiten.jpg In der FOCUS - Online - Mordkommission ermitteln deutsche Krimi-Autoren den Kriminalroman der Woche.

Verrat und späte Rache:
Krimis mit Lokalkolorit funktionieren nicht nur in der idyllischen Provinz, sondern auch in einer Millionenstadt. Im Obdachlosenmilieu ermittelt die Münchner Kommissarin Laura Gottwald in ihrem fünften Fall in "Hundszeiten" (Kindler Verlag) von Felicitas Mayall.
Von Harry Luck ... mehr


maigret-lesen-FAZ.jpgFAZ: simenon-maigret-und-die-junge-tote.jpg »Maigret-Marathon«

Über siebzig Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung beim (Diogenes Verlag) auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Tilman Spreckelsen hatte noch keinen Maigret-Roman in die Hand genommen. Nun setzt er an, jeden Maigret zu lesen.
Fünfundvierzigste Folge: "Maigret und die junge Tote".
Wie nett, ein Wiedersehen mit dem unglückseligen Inspektor Lognon, der immerhin schon einmal im Titel eines Maigret-Romans zu finden war. Allerdings gibt sich Simenon keine große Mühe, dem Mann neue Seiten abzugewinnen. Er ist wie immer.
Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit ... mehr


Die Telefonische Mord(s)beratung

mordsberatung
Welche heißen Thriller lassen im nahen Frühling die Spannung steigen?
Die WDR5-Krimiexperten Manfred Sarrazin (Krimibuchhandlung Alibi), Reinhard Jahn (Bochumer Krimiarchiv) und die Journalistim Ingrid Müller-Münch berieten die Hörer und gaben ihre Empfehlungen für einen mörderischen März, spürten den aktuellen Trends nach und berieten die Hörer bei kniffligen Krimifragen. Außerdem würdigten sie Donald E. Westlake (alias Richard Stark), einen der ganz Großen des Genres, der am letzten Tag des letzten Jahres die Krimi-Szene für immer verlassen hat.
Nun steht die Literaturliste der Sendung zum Herunterladen bereit. Aber nicht nur das: die gesamte Sendung vom 28.02.2009 kann via Computer nachgehört werden und zwar... hier


Termine

Festivals

krimifestival-muenchen

litcologne-2009



Kalender

Hansjörg Martin
martin-hansjoerg Am 11. März 1999 stirbt Hansjörg Martin auf Mallorca nach einem Herzanfall (* 1.11.1920 Leipzig).
Martin bestritt sein Leben als Maler, Graphiker, Clown, Journalist, Bühnenbildner und Dramaturg. Von 1963 an arbeitete und lebte er schließlich als freier Schriftsteller in Schleswig-Holstein, wo er auch lange Jahre als SPD-Ratsherr in der Kommunalpolitik tätig war.
Hansjörg Martin veröffentlichte vorwiegend Kriminalromane und Jugendbücher, viele seiner Krimis dienten auch als Vorlage für Fernsehfilme.
Martins Romane trugen wesentlich zur Schaffung eines eigenständigen deutschen Kriminalromans bei. Seine ersten Arbeiten auf diesem Gebiet sind witzige und teilweise ironische Geschichten mit einem starken Rätselelement und liebenswerten Personen. In Martins späteren Büchern treten die exakte psychologische Zeichnung seiner Hauptcharaktere in den Vordergrund und in der Abwendung vom Rätsel- und Detektivspiel konzentrieren sich seine Geschichten immer deutlicher auf die Ausleuchtung psychologischer Hintergründe von Verbrechen. (Lexikon der deutschen Krimi-Autoren – Internet-Edition )
1986 erhielt er das Bundesverdienstkreuz als "Begründer des neuen deutschen Kriminalromans".
Infos:
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren, Wikipedia, Edition Köln

Erle Stanley Gardner
Wallace Am 11. März 1970 stirbt Erle Stanley Gardner im Alter von 80 Jahren auf seiner Farm in Temecula in Kalifornien (geboren 1889 in Malden, Massachusetts). Er arbeitete als Anwalt und seine erfolgreichste Figur wurde Perry Mason, ein Strafverteidiger in Los Angeles. Er schuf aber, auch unter Pseudonym, weitere Serienfiguren (Bertha Cool/Donald Lamp, Doug Selby D.A.) und er war, auch aufgund seines aufwendigen Lebensstiles, so produktiv, daß er seine Geschichten auf Band sprach und tippen ließ: mehr als 100 Kriminalromane, hunderte von Kurzgeschichten und Übersetzungen in über 32 Sprachen. 1962 erhielt er den Grandmaster der Mystery Writers of America.
Infos:
krimi-couch.de, wikipedia, Toms Krimitreff, mordlust.de, www.erlestanleygardner.com/, evolver.

Dienstag, 10. März 2009

Przybilkas Krimi-Tipps:
Primärliteratur.
No. 22


Thomas Przybilkas ausgewählte Kriminalliteratur.

gilpin-Stunde-der-Busse.jpg
Amerikanische Verbrechen, Berliner Heuschreckenkapitalisten und Kapstadt, die gefährlichste Stadt der Welt ...
Seit Jahren sammelt Thomas Przybilka in seinem Bonner Krimi Archiv (Sekundärliteratur) BoKAS die Sekundärliteratur zum Krimi. Aber auch Krimis erreichen verstärkt das Archiv.
Im PKT 22 weist Thomas Przybilka auf Krimi-Neuerscheinungen hin, die das Archiv im Dezember 2008 und Januar 2009 erreichten.
Mit Abbildungen der Buchcover, Schnellübersicht der Tatorte, der realen & fiktiven Orte & Regionen und vielen Autoreninformationen gibt es das alles hier


Termine

Festival

krimifestival-muenchen

Krimifestival München 10.-24. März 2009

Tatort Gerichtsmedizin - Gänsehaut garantiert
Wenn Simon Beckett im Pathologischen Institut aus seinem Buch "Leichenblässe" liest, lässt das nur die Toten kalt. Das Münchner Krimifestival startet am Dienstag und lockt zwei Wochen lang Hochspannungssüchtige mit Star-Autoren und vielen neuen "Tatorten" an die Isar. Zum siebten Mal laden die Veranstalter zum Krimifestival an die Isar ein, wo Autoren mit Rang und Namen das Publikum mit neuem "Stoff" versorgen. Und auch diesmal sind regionale, nationale und internationale Stars dabei ...
Ein Vorbericht des Bayerischen Rundfunks ... mehr
Alle Infos und Termine


Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden hat die Termine des Münchner Krimifestivals. Und Auszüge eines Gesprächs der Krimibuchhändlerin Monika Dobler mit der "Süddeutschen Zeitung" ...

krimileser:
Bernd Kochanowski mit den Glauser-Nominierungen und mit "The Cold Spot" von Tom Piccirilli ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und dem Cover der Woche (Michael Connelly) und über dessen Roman "Echo Park" und Michael Connellys Lesetermine in Deutschland ..

Krimi-Tagebuch:
Tobias Gohlis war bei einer Buchpremiere: Kollegin Anke Gebert hat das Buch geschrieben, das geschrieben werden musste, nach mehreren gescheiterten Anläufen: "Leonore Gottschalk-Solger: Die Strafverteidigerin. Erinnerungen" und er war müde ...

NuT:
Joachim Linder über Birgit Maria Lachenmaier: "Die Law as Literature-Bewegung" ...

Spannungsromane:
amer mit Kevin Lewis: JAGD AUF FRANKIE ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph lädt Autorinnen und Autoren, die in kleineren Verlagen oder im Selbstverlag oder via book on demand Werke der Kriminalliteratur publiziert haben, ein, ihm diese zur Rezension zu schicken. Und er hat es schon vorliegen: Das Krimijahrbuch 2009! ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...



buchtipp-trailer-biermannARD: Thomas Schindler stellt drei Krimis vor ...


Literaturkritik: »Krimi-Special«:
Das Rezensionsportal "literaturkritik" bringt auch in der März-Ausgabe ein "Special" und bespricht wieder Krimis und Thriller:
stark-Keiner-rennt-fuer-immerAlles gerät aus dem Ruder: Richard Starks Parker leidet in seinem Roman "Keiner rennt für immer" an den Amateuren
Von Georg Patzer

schechter-true-crime.jpgFünfzig amerikanische Variationen über Mord: Harold Schechter hat Formen und Höhepunkte seines Genres bei der "Library of America" zu einem zentralen Textbuch der Kriminalliteratur zusammengestellt ...
Von Björn Orm Vinx

nesbo-schneemannGlühender Draht: Jo Nesbøs neuer Roman "Schneemann" hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck ...
Von Walter Delabar

blatter-zwei-affen.jpgBruegel als Lebensberater: In "Zwei Affen" unternimmt Silvio Blatter den Versuch, seine Passion - das Malen und die Malerei - für das Schreiben fruchtbar zu machen. Das Ergebnis ist eine mäßig umgesetzte Liebes- und Kriminalgeschichte ...
Von Monika Stranakova

atkinson-LebensluegenReggie und die anderen: Über Kate Atkinsons brillanten und höchst modernen Krimi "Lebenslügen" ...
Von Walter Delabar

reichs-Der-Tod-kommt-wie-gerufenTechnik ist Trumpf: Anmerkungen zu Kathy Reichs Roman "Der Tod kommt wie gerufen" ...
Von Thomas Neumann

pelecanos-Der-TotengartenZufallsgeschichten: George Pelecanos entfaltet in seinem Krimi "Der Totengarten" eine unprätentiöse Erzählkunst ...
Von Walter Delabar

starr-Stalking-detebe.jpgDie Grenzen der Höflichkeit: Jason Starr beschreibt in seinem Thriller "Stalking" ein Netz der Verfolgung und Beobachtung ...
Von Thomas Neumann



bayard-freispruch-fuer-den-hund-der-baskervilles.jpgDeutschlandradio: »Gegenermittlung zugunsten des Angeklagten«:

Bei einer Umfrage in England haben vor kurzem mehr als die Hälfte der Befragten die Überzeugung geäußert, dass Meisterdetektiv Sherlock Holmes wirklich gelebt habe. Den französischen Literaturtheoretiker und Psychoanalytiker Pierre Bayard kann so etwas nicht verblüffen. In seinem Essay "Freispruch für den Hund der Baskervilles. Hier irrte Sherlock Holmes" (Kunstmann Verlag) zeigt er, wie weit sich fiktive Figuren in unsere Wirklichkeit einmischen können. Dafür hat Pierre Bayard eine eigene literarische Methode der "Gegenermittlung" entwickelt: die so genannte "Kriminalkritik", die für Gerechtigkeit im literarischen Universum sorgen soll.
Von Christoph Vormweg ... mehr
Der Beitrag im Rahmen der Sendung "Büchermarkt kann auch gehört werden ...


wagner-im-winter-loewenNDR Info:
»Wodka und Milch«

Jan Costin Wagner war unter Krimilesern lange Zeit ein Geheimtipp. Das ist spätestens vorbei, seit er im vergangenen Jahr mit dem deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde. Jetzt ist sein dritter Roman um den finnischen Kommissar Kimmo Joentaa erschienen; dazu das Hörbuch gelesen von Mathias Brandt: Der Titel "Im Winter der Löwen" (Eichborn Verlag). Jan Costin Wagner hat erneut einen ganz leisen Kriminalroman geschrieben. Schnelle und laute Szenen sind nicht seine Sache. Bei den Geschehnissen um Kommissar Joentaa bleibt manches ungeklärt.
Von Martina Bittermann .... mehr


kluepfel-kobr-laienspielBR:
»Der Kluftinger«

Begonnen hat alles auf der Autobahn im Jahr 2000: Irgendwo zwischen Hannover und dem Allgäu entstand die Idee zu "Milchgeld", dem ersten Fall von Kommissar Kluftinger. Niedergeschrieben wurde der Krimi allerdings erst Jahre später, als ein Verlag Interesse an einem Kriminalroman zeigte.
"Laienspiel" heißt Kluftingers neuer Fall. Brigitte Kornberger sprach mit den Autoren Volker Knüpfel und Michael Kobr über den neuen Fall ihres Allgäuer Kommissars.
Außerdem gibt es Infos zur Verfilmung des Romans "Erntedank" und zahlreiche Bild-, Ton- und Videobeiträge zum Thema ... mehr


ani-friedrich-red.jpg border=BR:
»Der Kopf hinter den Kommissaren «

Ein sensibler Vermisstensucher, ein Mönch und ein Blinder: Friedrich Anis Ermittler sind keine klassischen Kommissarstypen, wie seine Krimis auch mehr um das Leben kreisen als um den Tod. Friedrich Ani ist in mehrerlei Hinsicht ein bemerkenswerter Schriftsteller. Nicht nur, weil er zu den privilegierten Autoren gehört, die ihren Lebensunterhalt allein mit ihren Büchern bestreiten können. Der 50-Jährige ist ein untypischer Krimiautor - vielleicht, weil er auch Drehbücher, Kinderbücher, eine "Jesus-Geschichte" und Gedichte geschrieben hat. Den "Schubert des Kriminalromans" nannte ihn Die Zeit.
In der Sendung "Eins zu Eins. Der Talk" vom Mittwoch, 18.02.09 auf Bayern 2 war er zu Gast. Das Gespräch kann jetzt nachgehört werden ... mehr

Kalender

Boris Vian
Wallace Am 10. März 1920 wurde Boris Vian in Ville d'Avray, einem mondänen Vorort von Paris als Sohn relativ vermögender, aber nach und nach verarmender Eltern geboren († 23. Juni 1959).
Er war eine der schillerndsten Figuren im Paris der Nachkriegszeit, war Ingenieur, Schriftsteller, Jazztrompeter, Drehbuchautor, Schauspieler, Übersetzer, Chansonnier, Chronist der Existentialistenszene in den Cafés und Jazzkellern von Saint-Germain.
Als Vernon Sullivan schrieb er aufgedrehte Krimis, die ihm den Mißkredit der Kritiker einbrachten: "Als todsicheren Erfolgstip riet man ihm zu einer Mischung aus Henry Miller, William Faulkner und Ernest Hemmingway, für den Inhalt einen Sex & Crime-Thriller nach Manier der "Schwarzen Reihe" mit einem Typ wie Robert Mitchum als Hauptfigur. Er hat sich ziemlich streng an die Erzähl- und Sprachform der o.a. Vorbilder und des Thriller-Genres gehalten. Nur hat er von allem jeweils die Superlative herausgegriffen: das Gröbste, Rohste, Derbste, Brutalste, Gemeinste und Durchtriebenste... (Michael O.R. Kröher)".
Infos:
Michael O.R. Kröher, Wikipedia, Der Spiegel, Der Spiegel 2, BR Frankreichexperte, Andreas Köster, ceryx.de, graswurzel.net, youtube

Conny Lens
Conny Lens Am 10. März 1951 wurde Conny Lens in Essen geboren. Verheiratet, keine Kinder, keine Haustiere. Neben seiner Berufstätigkeit als Angestellter im Bereich EDV und Organisation schrieb er zahlreiche Romane (u. a. die erfolgreiche Krminalserie "Steeler Straße"), Drehbücher, Hörspiele und Kabarett-Texte. Mittlerweile lebt er als freier Autor in Datteln/Westfalen.
"Die Romane von Conny Lens und hier wiederum besonders die Serie "Steeler Straße" um ein marodes Privatdetektivbüro in Essen zeichnen sich durch die spielerische Leichtigkeit aus, mit der sie die traditionellen Elemente des Genres verwenden und in eine realistische Umgebung verlagern." schreibt das "Lexikon der deutschen Krimi-Autoren".
"Autor Conny Lens erzählt lakonisch und mit einem scharfen Blick fürs garstige Detail, so daß sich zum einverständigen Grinsen des Lesers auch immer ein leises Grausen gesellt", meint Joachim Feldmann im Magazin "Am Erker".
Infos:
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren, Grafit Verlag, Literaturkaffee, Toms Krimitreff, KBV Verlag, Wikipedia

Montag, 9. März 2009

Blogwärts

Berlin kriminell:
war wieder im moabiter kriminalgericht und Barbara Keller hat Garry Dishers "Schnappschuss" und "Beweiskette" ...

Frauenkrimis:
Henny Hidden über die Ladies Crime Night in Leipzig: Eine internationale Kriminacht der Mörderischen Schwestern ...

krimiblog:
Ludger Menke hat die Nominierungen zum Glauser und Empörung für die "Welt" ...

krimikiste:
Kristine Greßhöner macht weiter: Folge 166 mit Ken Bruen und Jason Starr: "Crack". Und Folge 167 mit Johan Theorins "Öland" ...

krimileser:
Bernd Kochanowski über Kurzrezensionen von Sean O’Brian, der sich auch über die "literary thrillers" auslässt ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und ersten Eindrücken zu den Büchern "Gefährliche Nachbarn", "Felix Huby – Fast wie von selbst", "Scenario 3", "Trimmels letzter Fall" ..

Krimi-Tagebuch:
Tobias Gohlis ist begeistert vom ist begeistert vom "Master of Pulp" Frank Nowatzki. Und über den Bericht über Nowatzki in der FAZ, der online noch nicht zu lesen ist ...

NuT:
Joachim Linder über Michael Lesys "Murder City: The Bloody History of Chicago in the Twenties" und über Sherlock Holmes als Erzieher ...

Spannungsromane:
koldir mit einem Hinweis auf ein Interview über die Zukunft von Jerry Cotton, neue Kooperationen und Internet-Angebote ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph mit einem Bericht aus der Werkstatt, 1. Und für den nächsten Krimistammtisch stehen zwei Titel zur Auswahl: Charles den Tex mit "Die Zelle" und Iain McDowall, "Der perfekte Tod" ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella (obwohl es ihr bei Kommissar Labrea auch schauderte) und Giorgione ...




smith-kap-der-finsternisWDR 2: »Abgründe des heutigen Südafrika«

"Kap der Finsternis" wird am kommenden Dienstag erscheinen, und zwar hier in Deutschland, in den USA und in Südafrika gleichzeitig. Der Debütroman von Roger Smith gilt schon jetzt als Geheimtipp in Krimikreisen. Antje Deistler hat das Buch gelesen und den Autor gerade in Kapstadt besucht. Der Weiße schreibt so niederschmetternd gut über die Ghettos der Schwarzen und Farbigen, weiß sie, weil er mit einer Frau zusammenlebt, die dort aufgewachsen ist. Sein Stil ist beeinflusst durch Jim Thompson, Elmore Leonard und andere US-Protagonisten der Schwarzen Serie - Krimis unterlagen, anders als andere Bücher, zur Zeit der Rassentrennung nicht der Zensur, und so wuchs Roger Smith mit Kriminalromanen auf.
"Kapstadt ist eine Blase. Eine Wohlstandsblase in einem Meer aus Armut und Gewalt. Roger Smith nimmt in 'Kap der Finsternis' ein Messer und schlitzt diese Blase auf." Antje Deistler im Buchtipp auf WDR 2.
Antje Deistlers Rezension ist nachzuhören und zu lesen hier ... mehr
Interviews und Autorenporträts von Roger Smith werden folgen


posadaTitel: »Samstag ist Krimitag«

Thomas Wörtche betreut das Krimi-Ressort des TITEL-Magazins. An jedem Samstag werden Sie nun mit Informationen zum Genre versorgt. Aktuell hiermit:

Europa rückt immer enger zusammen. Dabei werden auch gemeinsame Engstirnigkeiten sichtbar - gerade, was Kriminalliteratur angeht. Die belgische Kriminalautorin Mieke de Loof berichtet aus Flandern.
Im Kopfschuß N° 6 amüsiert sich Uta-Maria Heim über Endgeiles. Peter Münder bricht eine Lanze für den unter Ekel-Beschuss geratenen Veit Heinichen, Anselm Brakhage interessiert sich für einen Roman von Catherine O´Flynn mehr als für dessen Genre-Einordnung, Joachim Feldmann entdeckt mit Lawrence Block, dass homo sapiens schon immer eine alte Backe war, Jörg von Bilavsky weiß mit Dan Vyleta wenig anzufangen und Anna Veronica Wutschel schreckt vor Sandra Browns Erschröcklichkeiten nicht zurück. Unser Gedicht stammt von dem Mann, ohne den Poe sicher nicht solch opulente Poe-Jahresfeiern bekommen würde: Charles Baudelaire.
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Die Abenteuer von Alice im Literaturland:
Wie man im flandrischen und niederländischen Literaturbetrieb mit Kriminalliteratur umgeht, kommt uns - bei allen Unterschieden - irgendwie bekannt vor. Ein Blick zu den Nachbarn birgt immerhin den Trost, dass es sinnvolle Kriminalliteratur überall nicht leicht hat. Und dass es überall eine immer lauter werdende Opposition gegen diese unschönen Zustände gibt. Mieke de Loof hat ihre Erfahrungen gemacht.
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KOPFSCHUSS Nº6
In der Bergwelt lauert Gespenstisches. Martialisch schlägt Material aufeinander. Verzückendes ist vonnöten, um dem Turmbau-zu-Babel-Effekt eines Kabinenlifts zu entgehen. Von Uta-Maria Heim.
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Vorsicht! Schreibender Kampfhund!
Die Machenschaften krimineller Finanzjongleure, den Tod eines Tierpräparators und das Attentat auf einen prominenten Großinvestor soll der Triestiner Kommissar Proteo Laurenti in Veit Heinichens sechstem Roman aufklären – und all das kurz vor Weihnachten. Peter Münder ist begeistert.
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Echt und lebensnah
Catherine O’Flynn verbindet Krimiplot und unkonventionelle Gesellschaftskritik in origineller und absolut überzeugender Manier. Aus der Rubrik: Bücher außerhalb von Schubladen. Vorgestellt von Anselm Brakhage.
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Crime pays
Wie war die Welt 1965? Liest man Lawrence Blocks Roman "Falsches Herz", darf man feststellen, das unsere heutigen Sauereien auch nicht sooo originell sind, wie die verursachenden Schweinebacken und die prustend kommentierenden Sittenwächter es gerne hätten. Was wiederum auf die Aufgabe von guter Kriminalliteratur aufmerksam macht, uns Leser darauf hinzuweisen, dass Verbrechen einfach dazu gehört. Joachim Feldmann ist seltsam zufrieden.
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Verraten und verkauft
Dan Vyleta sucht das Nachkriegsberlin nach Liebe und Lastern ab. Und findet dabei nur enttäuschte, betrogene und verlorene Existenzen. Und wer ausgerechnet Zwerge in Polit-Thrillern, die im Kalten Krieg spielen, aufmarschieren lässt, muss sich nolens volens an Ross Thomas’ "The Eighth Dwarf" messen lassen. Jörg von Bilavsky is not amused.
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Glut zwischen den Lenden
Husch, husch ins Märchenwunderland der Schönen und der Reichen. Dort, wo Lüge, Betrug, Geld und hitzige Ekstase das Regiment führen. Doch selbst hier wollen Schandtaten gesühnt und Todesfälle aufgeklärt werden. Laster, archaische Triebe und ein vermeintlich männermordender Vamp können dem Ermittler hierbei ordentlich in die Quere schießen. Ein Verhängnis ist nicht genug, um in der Schwüle Savannahs das Geheimnis zu enthüllen, das die begehrenswerte Elise zu verbergen sucht. Anna Veronica Wutschel kennt da nichts und liest sogar Sandra Brown.
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Das Gedicht der Woche:
An den Leser
Von Charles Baudelaire
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syndikat-logoSYNDIKAT: »Ehrenglauser für Hans-Werner Kettenbach«

Die Autorenjurys des SYNDIKAT haben getagt und geben die Nominierten der Friedrich-Glauser-Preise und des Hansjörg-Martin-Preises bekannt.
Der Friedrich-Glauser-Ehrenpreis 2009 wird Kölner Kriminalschriftsteller Hans-Werner Kettenbach für seine Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur zuerkannt.
Aus der Begründung:
Mit seinem Krimi-Erstling GRAND MIT VIEREN und seinen weiteren Romanen wie GLATTEIS (Hans Werner Kettenbach1984), hat er die Grenzen des Genres neu vermessen und dabei sein hohes sprachliches und stilistisches Können nie als Selbstzweck, sondern immer dazu genutzt, die jeweilige Geschichte bestmöglich zu erzählen.
Liebevoll aber mit Biss, kritisch aber ohne Geifer hat Kettenbach die kleinen und großen Vergehen dargestellt und die Verstrickungen nachgezeichnet, die einen wesentlichen Teil der Gesellschaft ausmachen. Bei aller Spannung ging es ihm weniger um blutige action als um plausible psychologische Durchdringung seiner Personen. Dabei vergaß er nie, dass als Voraussetzung der Ungemütlichkeit einer Krimihandlung die Charaktere zunächst einmal über Gemüt verfügen müssen, mit dem er sie gründlich versah. Neben zahlreichen Romanen schrieb Hans Werner Kettenbach auch Hörspiele und Fernsehdrehbücher, darunter Episoden für die PETER STROHM-Serie der ARD. Außerdem zu erwähnen sind vor allem die sechs Folgen über den pensionierten Kölner Kommissar Klefisch, mit denen er dem großen alten Willy Millowitsch einen langgehegten Wunsch erfüllte: einmal in einem richtigen Krimi mitspielen.

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Die weiteren Nominierungen in den Sparten Roman, Debut, Kurzkrimi und Kinder- und Jugendkrimi


Die Nominierungen:
in der Kategorie ROMAN
Rob Alef - Das magische Jahr, Rotbuch
Wilfried Eggers - Paragraph 301, Grafit
Bernhard Jaumann - Die Augen der Medusa, Aufbau
Gisa Klönne - Nacht ohne Schatten, Ullstein
Heinrich Steinfest - Mariaschwarz, Piper

in der Kategorie DEBUT
Lucie Klassen - Der 13. Brief, Grafit
Oliver Pötzsch - Die Henkerstochter, Ullstein
Jochen Rausch - Restlicht, KiWi
Linus Reichlin - Die Sehnsucht der Atome, Eichborn
Amaryllis Sommerer - Selmas Zeichen, Milena

in der Kategorie KURZKRIMI
Sebastian Fitzek - Alles für Bergkamen
(in: "Mord am Hellweg IV", grafit)
Sandra Lüpkes - Das Gewissen von Werl
(in: "Mord am Hellweg IV", grafit)
Jörg Juretzka - Die Matraze von Uentrop
(in: "Mord am Hellweg IV", grafit)
Hans Forster - Himmel und Hölle
(in: "Im Kreis der Familie", Fischer TB)
Judith Merchant - Monopoly
(in: "Money. Geschichten von schönen Scheinen", Verlag J. Heyn)

Die Nominierten für den Hansjörg-Martin-Preis 2009
(Kinder- und Jugendkrimi)

Robert Brack - Kai und die Weihnachtsdiebe, Carlsen
Olaf Büttner - Die letzte Party, Sauerländer
Franziska Gehm - Der Tote im Dorfteich, Sauerländer
Marjaleena Lembcke - Der Mann auf dem roten Felsen, Nagel & Kimche
Christian Linker - Blitzlichtgewitter, dtv

mehr Informationen


Kalender

Mickey Spillane
mickeyspillane Am 9. März 1918 wird Mickey Spillane als Frank Morrison Spillane in Brooklyn, New York, geboren. Er war im Zweiten Weltkrieg hochdekorierter Kampfflieger, arbeitete danach als Comic-Texter und Kaufhausverkäufer. Mit dem Krimi "I, the Jury" (1948) gelang ihm und seinem Privatedetektiven Mike Hammer der Durchbruch. Nach dem Erfolg seiner Krimis fuhr er Autorennen, war Zirkusartist und drehte Filme. Er lebt heute in einem kleinen Badeort in South Carolina. Seine Romane, die sich millionenfach verkauften, galten als Inbegriff des "Sex and Crime", wurden als Schund verschrieen und in der Bundesrepublik Deutschland auf den Index jugendgefährdender Schriften gesetzt. Erst spät erhielt er auch in der Kritik die Anerkennung als einer härtesten Autoren der Kriminalliteratur ...

Infos: Der Spiegel, Fox News, "krimi-couch.de", "mordlust.de", evolver, wikipedia, kaliber. 38, "3.sat", Unofficial Mickey Spillane Mike Hammer Site, Spillane als Zeuge Jehovas, Interview "Crime Time"(engl.) "Tomorrows.com"(engl.)


Frank Arnau
arnau-frank.jpgAm 9.März 1894 wird Frank Arnau in Wien als Heinrich Schmitt geboren († 11.Februar 1976 in München).
Er studierte Jura, Kriminalistik, Psychiatrie, Gerichtsmedizin und Kunstgeschichte als freier Hörer an den Universitäten Wien und Würzburg, arbeitete ab 1912 als Reporter, arnau-heisses-pflaster-rioKorrespondent, Polizei- und Gerichtsberichterstatter. Er verfügte über ein ausserordentliches kriminalistisches Gespür und deckte nicht nur manchen Justizirrtum, sondern auch arnau-pekari-nr-7zahlreiche Verfahrensfehler in Ermittlungen auf. 1933 emigrierte Arnau zunächst nach Frankreich, dann nach Brasilien. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1952 arbeitete er eine Zeitlang für den "Stern", bevor er selbständiger Journlaist wurde.Er schrieb in den folgenden Jahren zahlreiche Sachbücher und mehr als zwei Dutzend Kriminalromane und gilt laut dem "Lexikon der deutschen Krimi-Autoren" als einer der ersten eigenständigen deutschen Krimiautoren der Nachkriegszeit ...
Info:
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren, wikipedia Munzinger Archiv , books.google , students.uni.mainz

Freitag, 6. März 2009

Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden hat wieder eine Menge Krimilesungen im Angebot ...

krimiblog.de:
Ludger Menke ist erfreut: Der Querverlag hat das Verbrechen entdeckt und startet rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse mit einer eigenen Krimireihe: "Quer Criminal". Außerdem: ein Interview mit Alexandra von Grote (Aus dem März 2003) ...

krimiblog.at:
Ingeborg Sperl fragt: Was ist das: eine Doku? Ein Fake? Ein Thriller? Ein Beitrag zum Weltfrauentag? Die erfolgsverwöhnte schwedische Krimiautorin Liza Marklund und ihre Bücher "Mia" und "Mias Flucht" (Kindler) ...

krimikiste:
Kristine Greßhöner macht weiter: Folge 165 mit Sandra Dünschedes "Friesenrache" ...

Krimilady:
Henny Hidden ist unbehaglich: Ein Zeichen ist immer nur ein Zeichen, wenn es ein Zeichen für jemanden ist, so leitete einst mein Logikprofessor seine erste Vorlesung ein und die einfachsten Aussagen sind die treffendsten. In Jan Costin Wagners Krimi "Im Winter der Löwen" erleben wir eine Dichte von Zeichen und deren unheimliche Wirkung auf den Leser ...

krimileser:
Bernd Kochanowski über die mediale und marketinggemäße Einschätzung von Blogs und er weiß noch nicht, ob er Jan Costin Wagner lesen wird ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und dem Ruf: "Big City, Bad Blood" sollte unbedingt übersetzt und Sean Chercover deutschen Krimifans nicht länger vorenthalten werden ...

Krimi-Tagebuch:
Tobias Gohlis lobt diejenigen, die gestern abend das Grauen von "Kommissar LaBréa - Tod an der Bastille" bis zum Ende durchgestanden haben! ...

NuT:
Joachim Linder informiert: Hans Hyan: Sherlock Holmes als Erzieher (I). Außerdem eine Meldung aus dem Blaulicht-Kurier - Berliner Kurier. (Näheres bei criminologia.) ...

Spannungsromane:
amer über William Dietrich: DER STEIN DER PHARAONEN (Ersteindruck) ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph weiß um welches Gerät es sich beim Natel handelt...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione (der aber nicht weiß, um welches Gerät es sich beim Natel handelt) ...




zeit-krimi-artikel-mord-und-quote-1.jpgDie Zeit: »Mord & Quote«

Der TV-Krimi erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Warum eigentlich? Eine ZEIT online-Serie beschäftigt sich mit der Deutschen liebstem Genre. In den frühen 80er Jahren warHans-Christoph Blumenberg der "Champion der deutschen Filmkritik" (FAZ). Doch dann entschied sich der damalige ZEIT-Redakteur, die Seiten zu wechseln, selbst Drehbücher zu schreiben und Regie zu führen.
Ein Interview mit dem "Tatort"-Autor Hans-Christoph Blumenberg über Kniffe und Todsünden. Erster Teil der Serie "Mord & Quote"
Die Fragen stellte Michael Schlieben ... mehr


mani-das-schiffschwedenkrimi.de: »Eiskalte Schauer «

Seit einigen Wochen liegt das Buch "Das Schiff" (Ullstein Verlag) von Stefán Máni in den deutschen Buchhandlungen aus. Nach dem großen Erfolg in Island wurde das Buch von den deutschen Kritikern und Lesern mit meist großer Begeisterung aufgenommen. "Das Schiff" ist die Beschreibung einer Schiffsreise von Island nach Surinam, die unter keinem guten Stern steht. Eine Schilderung von Männern, die in extremen Situationen auf sich selber zurückgeworfen werden, ein düsteres Kammerspiel. In der Verbindung von großem Realismus und anhaltendem Schrecken liegt eine der großen Stärken dieses Buches. Ausgezeichnet mit dem isländischen Krimipreis „Blóðdropínn“ ist „Das Schiff“ mehr als ein Kriminalroman.
Jürgen Ruckh hat mit dem Autor gesprochen ... mehr


chessex-Un-Juif-pour-l-exemple.jpgDRS: »Payerne, Chessex und der tote Jude«

Im April 1942 wurde in Payerne der Viehhändler Arthur Bloch von jungen Hitleranhängern ermordet. In Payerne ruft man immer noch zum Vergessen des Vorfalls auf. 1967 schreibt Jacques Chessex, selber in Payerne aufgewachsen, ein erstes Mal über diesen Vorfall. Zehn Jahre später realisiert Jacques Pilet, heute Direktor bei Ringier, einen Dokumentarfilm über den Judenmord und publiziert ein Buch zum Thema. Im Jahr 2000 erscheint von Hans Stutz die Geschichte auf deutsch und jetzt schreibt der Goncourt-Preisträger nochmals mit "Un Juif pour l’exemple" (Grasset Verlag) über diesen rassistischen Mord in der Waadtländer Provinz. Payerne steht mit der Weigerung, sich der Geschichte zu stellen, nicht allein. Warum ist diese Aufarbeitung so schwer? Der Syndic und der Stadtarchivar, Jacques Chessex und Jacques Pilet liefern Erklärungen ... mehr
Ein Beitrag, den Sie hören können ...

Vermischtes


»Agatha Christies Ferienhaus erstmals für Besucher geöffnet«
Mehr als 30 Jahre nach dem Tod der berühmten britischen Krimi-Autorin Agatha Christie, wird das "Greenway House" in Südengland für ihre Fans geöffnet. Der Inspektion steht nichts mehr im Wege, meldet die Zeitung ... Die Presse


schenkel-bunkerSüddeutsche Zeitung: »Da bist du ja«

"Bunker" (Edition Nautilus) heißt das neue Buch von Andrea Maria Schenkel; und wie schon ihre vorherigen Titel "Tannöd" und "Kalteis" strahlt auch dieser zweisilbige Klotz sofort eine stumme, frostige Drohung aus. Ehe der Leser noch weiß, wie ihm geschieht, ist er im Bunker schon drin. Immer wieder hat das Buch packende, dicht geschriebene Passagen, aber in diesem schmalen Buch von bloß 120 Seiten passiert einfach so schrecklich viel; viel zu viel. Auch in Schenkels sehr erfolgreichem Erstling "Tannöd" waren viele verschiedene Stimmen erklungen. Als einvernommene Zeugen, vor dem Ohr des Dritten, nahmen sie sich jedoch zusammen und hielten so auch das Buch beieinander, das seine Stärke und Würde durch die Anwesenheit des Schweigens im gesprochenen Wort gewann.Davon ist im neuen Buch kaum eine Spur geblieben.
Von Burkhard Müller ... mehr

schenkel-bunkerORF: »Geschichte einer Entführung«

Wie reagiert ein Mensch, der plötzlich aus der Normalität herausgerissen ist, der nicht weiß, was auf ihn zukommt, ob er misshandelt, getötet oder schließlich doch freigelassen werden wird? Das untersucht Andrea Maria Schenkel in ihrem neuen, knapp und schnörkellos erzählten Roman, "Bunker" (Edition Nautilus). Rache und Gerechtigkeit, Verbrechen und Strafe, Vertuschung und Aufdeckung sind keine Kategorien, nach denen Andrea Maria Schenkels Romane funktionieren, seien es nun "echte" Krimis oder nicht. Auch Herkunft und Milieu werden nicht wirklich ausgeleuchtet und als verhaltensbestimmend betrachtet. Es geht um Beschreibung, nicht um Erklärung.
Von Wolfgang Seibel ... mehr

schenkel-bunkerHamburger Abendblatt: »Erfolgsautorin geht die Luft aus«

Erfolg und Qualität paarten sich auf das Schönste in Andrea Maria Schenkels Kriminalromandebüt "Tannöd". Als das Buch im Februar 2006 erschien, nahmen es zunächst nur eine Handvoll Kritiker zur Kenntnis, wenngleich sehr positiv. Was dann, außerordentlich langsam, begann, war bis dato vielleicht singulär in der Geschichte des deutschen Buchmarkts: Bis heute sind rund eine Million Exemplare verkauft, in 20 Sprachen ist das Buch übersetzt. Nun erscheint der dritte Schenkel-Roman, im Titel so schlicht wie die Vorgänger: "Bunker" (Edition Nautilus). Diesmal greift Schenkel auf keinen historisch belegten Stoff zurück - ihre Geschichte einer rätselhaften Entführung ist rein fiktiv. Weshalb sie ja nicht schlechter sein muss, eigentlich. Gleichwohl ist in dem neuen Roman ein qualitativer Abstieg zu erkennen.
Von Volker Albers ... mehr

Donnerstag, 5. März 2009

Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden ruft: It's Crime Time - Angela Eßer bei der Eröffnung des Forums "Very British: It's Crime Time - England im Krimi ...

Gauner, Bullen, Killer: Schundlektüre:
Thomas Klingenmaier mit der Frage: Heimat Stuttgart? Nein, Heims Stuttgart! Uta-Maria Heims neuer Krimi "Wespennest" zeigt ein noch schlimmeres Stuttgart als die früheren ...

krimiblog.at:
Ingeborg Sperl fragt: Wird er oder wird er nicht? Nämlich ein Baby oder eine Frau mit seinem Eispickel töten. Das ist die Kernfrage in Ryu Murakamis befremdlichen Roman "Piercing" (Liebeskind) ...

Krimilady:
Henny Hidden fragt: Wem nützt es? Eine Kernfrage für Kriminalisten und Kommunisten gleichermaßen und in Uta-Maria Heims Kriminalroman "Wespennest" wird sie ziemlich oft gestellt ...

krimileser:
Bernd Kochanowski mit einem Taiwanischen Abenteuer: "The Foreigner" von Francie Li ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und der Feststellung: Vor dem Film war der Comic. Das Time Magazine nahm "Watchmen" von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons als einzigen Comic in die Liste der hundert wichtigsten Romane des zwanzigsten Jahrhunderts auf ...

Mord und Buch:
Kirsten Reimers empfiehlt Hoppeln statt Hetzen: Jørgen Gunneruds Buch "Hatz" war Krimi des Jahres 2007 in Norwegen, allerdings: Ein Mord in der norwegischen Provinz überrascht mit Komik - allerdings eher unfreiwillig ...

NuT:
Joachim Linder teilt mit: Angebotsorientiert ... ist Jan Philipp Reemtsmas Aufsatz "Gewaltopfer – kann man Abstinenz von der Öffentlichkeit fordern?", der jetzt online bei Eurozine nachgelesen werden kann ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph mag Fortsetzungen nicht: Uta-Maria Heims "Wespennest" ist die Fortsetzung von "Das Rattenprinzip" (1991). Außerdem: Aufforderung zu einer neuen Runde Krimistammtisch am Freitag ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...




franz-moerderische-tage.jpgWeltexpress: »Ein Geschichtenerzähler«:

Andreas Franz ist wirklich ein Geschichtenerzähler. Wir, ein paar Journalisten, sitzen ihm gegenüber und nach kurzer Zeit fragen wir nichts mehr, sondern hören den Geschichten des Krimiautors Andreas Franz zu, versuchen, den Schwung und die Spannung mit in unsere dürren Worte aufs Papier zu bannen, denn was er uns gerade erzählt, dieser Krimiautor Andreas Franz, das ist eigentlich die Symbiose von Leben und Buch, wie nämlich tatsächlich stattgefundene grausliche Mordfälle von ihm recherchiert wurden und dann so verfremdet, aber als Mord im Muster wiedererkennbar, in meist nächtlicher Arbeit zu Papier gebracht wurden, zu Julia Durant-Kriminalromanen, deren 10. Fall mit "Mörderische Tage" (DroemerKnauer Verlag) erschienen ist. Und wir verkünden dem Autor nach dem Lesen schon mal vorsorglich unsere Meinung, daß nach diesem Krimi nichts mehr sein kann wie es war für Kriminalkommissarin Julia Durant aus Frankfurt.
Ein Abend mit Andreas Franz im Nordend, geschildert von Elisabeth Römer... mehr


wagner-im-winter-loewenDeutschlandradio:
»Suche nach Intensität«

Jan Costin Wagner schreibt stille, melancholische Kriminalromane mit Sogwirkung. "Im Winter der Löwen" (Eichborn Verlag) heißt sein fünftes Buch, das gerade herausgekommen ist. Der 37-jährige Autor hat die Geschichte über die mörderischen Folgen einer Talk-Show wieder in seiner zweiten Heimat Finnland angesiedelt. Zuvor schaffte er mit "Finnlandkrimi" den Durchbruch.
Der Schriftsteller im Porträt von Vanja Budde ... mehr
Ein Beitrag, den Sie auch anhören können (10:53 min) ...

wagner-im-winter-loewenDie Welt:
»Der Moderator und der Tod«

Einmal mehr hat Jan Costin Wagner, der Teile des Jahres mit seiner aus Finnland stammenden Frau und der gemeinsamen Tochter unweit von Turku verbringt, einige der düstersten Seiten des skandinavischen Landes ineinander verschattet. Grau und Schwarz dominieren seine Szenarien wie auch die Psychen seiner Protagonisten. Deren Innenleben wird neuerlich sehr präzise, aber auch ähnlich lakonisch und unterkühlt geschildert wie die dunklen Wintertage in und um Turku. "Im Winter der Löwen" (Eichborn Verlag) beginnt an einem Heiligabend und endet an einem 1. Januar. Dazwischen liegen individuelle Seelen-Eiswüsten sonder Zahl.
Hendrik Werner stellt in der Kolumne "Mörder & Jäger" regelmäßig Literatur über Mörder und ihre Jäger vor ... mehr


smith-kolyma.jpgDer Standard: »Gulag und Tauwetter«:

Es gibt wenige Autoren, die sich so eindringlich im Gemüt festkrallen wie der in London lebende Tom Rob Smith. Das kommt daher, dass er keine reine Fiktion schreibt, sondern seine Krimis in der Stalinzeit spielen lässt, sie also in der Historie verankert. Smith schildert in "Kolyma" (Dumont Verlag) keine eindimensionalen Menschen. Gut und Böse liegen dicht beieinander, Vertrauen in andere Menschen, selbst wenn es Familienmitglieder sind, kann tödlich sein
Von Ingeborg Sperl ... mehr



Die-Macht-des-boesen.jpgRheinischer Merkur: »CHARME DES BÖSEN: Ewiges Lauern«

In der Literatur sind die niederträchtigen Charaktere meist die interessanteren Protagonisten – und die klügeren zudem. Die Faszination, die der "Charme des Bösen" in allen kulturellen Bereichen ausübt, liegt nicht nur im Vielschichtigen des schlechten Charakters begründet. Dessen Zwielichtigkeit verweist auf die Zwiespältigkeit, die jedem Menschen im ewigen Ringen zwischen Tugend und Laster zu eigen ist. Der Grenzgang zwischen dem Reich des Bösen und dem Guten ist dabei immer neuen kulturellen Deutungen unterworfen. Jede geistige Epoche entwarf eine eigene Lesart des Teuflischen, das sich – und das ist eines seiner Hauptmerkmale – stets einer aktuellen Verwandlung unterzieht, also mit der Zeit geht.
Von Andreas Öhler ... mehr


chessex-Un-Juif-pour-l-exemple.jpgWoZ: »Gott weiss warum«

Mit seinem neuen Roman erinnert der in Payerne lebende Jacques Chessex an ein trauriges Kapitel der Schweizer Geschichte und sorgt in der Region La Broye für Aufregung. "Einen Juden als Exempel" wollten der Möchtegern-Gauleiter Fernand Ischi und seine Bande 1942 in Payerne töten. Sie lockten den sechzigjährigen Berner Viehhändler Arthur Bloch am 16. April 1942 unter einem Vorwand vom Marktplatz in einen Stall. Dort erschlugen sie ihn, zerstückelten seine Leiche und versenkten sie im Neuenburgersee. Das Verbrechen dieser fanatischen Figuren hat Chessex sein Leben lang beschäftigt. Aus dem Fall, der auch verschiedentlich journalistisch aufgearbeitet wurde, macht Jacques Chessex mit "Un Juif pour l’exemple" (Grasset Verlag) einen kurzen, präzisen, scharfen Roman.
Von Raphael Zehnder ... mehr

Mittwoch, 4. März 2009

Wörtches Leichenberg

lansdale-der-teufelskeiler Aus einer einfachen Geschichte, die im Süden der USA während der Grossen Depression in den 1930er Jahren spielt, macht Joe R. Lansdale in "Der Teufelskeiler" (Shayol) eine Abenteuergeschichte irgendwo zwischen Mark Twain und William Faulkner, lobt Thomas Wörtche in seiner Kolumne "Leichenberg" aus dem Nürnberger "Plärrer", nachzulesen bei den Kollegen von "kaliber. 38". McDowall-gefaehrliches-wiedersehen Grandios. Joseph Wambaugh hätte Herr Wörtche mit dessen zweiten Comeback-Roman "Sunset Boulevard" (Bastei) auch gern in alter Größe gesehen, indes bleibt auch dies ein Schatten der früheren visionären Bücher. Der neuerdings heftig anhaltende Jubel um Donald E. Westlake alias Richard Stark sei allemal berechtigt, allerdings nicht gerade wegen der Serie um den Gangster Parker, die gerade mit "Keiner rennt für immer" (Zsolnay) weitergeführt wird. Angestrengt wirke dagegen "Das Schiff" von Stefán Máni (Ullstein), während Cynthia Harrod-Eagles' "Mord im Park" und Iain McDowalls "Gefährliches Wiedersehen" (beide dtv) ausdrücklich zu loben seien, weil sie sich mit der unauffälligen, aber deswegen nicht weniger spannenden Komplexität des Banalen beschäftigen. Sehr zu empfehlen sei auch der kleine wohlfeile Band "De Niro" bei "Taschen": Robert de Niro, das Gesicht der neurotischen, banalen, hysterischen, dämonischen und alltäglichen Gewalt ...
Lesen Sie mehr, und zwar ... hier


Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden hats gefunden: Gong und der Münchner Piper Verlag suchen Deutschlands besten Krimiautor. Und empfiehlt TV für morgen: "Kommissar Labréa-Tod an der Bastille" nach einem Drehbuch von Alexandra von Grote ...

krimiblog.de:
Ludger Menke findet keinen Trost, nirgends und dpr doof ...

krimiblog.at:
Ingeborg Sperl hält die LeserInnen für sehr gebildet was die Forensik angeht, empfiehlt aber: "Lutsch nie an eines Toten Hand" von der Amerikanerin Dana Kollmann, die zehn Jahre lang Kriminaltechnikerin bei der Spurensicherung CSI war ...

krimileser:
Bernd Kochanowski mit den Nominierungen für den LA Times Book Prize 2008 ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und über Joe R. Lansdale: ein begnadeter Geschichtenerzähler, der sich meistens in den Genres Krimi und Horror tummelt, aber auch einige gelungene Ausflüge in die Mainstream-Literatur unternahm. "Der Teufelskeiler" ist eines dieser mainstreamigeren Werke ...

NuT:
Joachim Linder empfiehlt einige Titel zu Staat, Gewalt, Polizei ...

Stadionbus:
Ralf Koss stellt fest, das nun also daran gearbeitet werde, Galicien auf der Krimiweltkarte kräftiger einzuzeichnen. Hält allerdings Domingo Villars Roman "Wasserblaue Augen" für Krimidurchschnitt aus Galicien ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph mit den Glorreichen Sieben 2009, erste Lieferung. Außerdem schafft er DAS TRÖSTERLEIN für von Kritikern denunzierte Autoren. Und hat eigentliche keine Lust mehr, auf allen Scheiß zu verlinken ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione (der sich aber beschwert: Wieso hat ihm eigentlich niemand gesagt, wie grandios Simon Becketts "Die Chemie des Todes" ist?) ...



Vermischtes


»Red Riding: Yorkshire noir on TV«
Channel 4's trilogy of films based on David Peace's 'Yorkshire noir' novels, will shock even seasoned viewers of crime drama.
Based on the acclaimed quartet of "Yorkshire noir" novels by David Peace (deutsch bei Liebeskind), "Red Riding" is a febrile, almost hallucinatory account of police corruption and brutality set against a backdrop of the hunt for the Yorkshire Ripper. 'Red Riding' begins on Channel 4 tomorrow night at 9pm, schreibt der independent, was unsere mehrsprachigen Leser sicher interessiert ...

FOCUS-Online-Mordkommission

focus-mordkommission.jpg
Vorsicht, Spannung! larsson-Bis-dein-Zorn-sich-legt.jpg In der FOCUS - Online - Mordkommission ermitteln deutsche Krimi-Autoren den Kriminalroman der Woche.

Tauchgang in den Tod:
Åsa Larsson schreibt gerne über zertrümmerte Knochen und innere Blutungen. Doch "Bis dein Zorn sich legt" (C. Bertelsmann) ist alles andere als eine blutrünstige Schauerstory.
Von Manuela Martini ... mehr


reski-mafiaHR: »Am Tisch mit Petra Reski, Mafia-Expertin«:

Die deutsche Journalistin Petra Reski lebt in Italien und schreibt "Enthüllungsbücher" über die Mafia und den Kampf gegen das organisierte Verbrechen ("Mafia: Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern" bei Droemer Knaur Verlag). Sie wird von der Mafia bedroht, weil sie auch die Verbindungen der Verbrecherorganisation nach Deutschland aufhellt.
Norbert Schreiber hat die mutige Journalistin für die hr2-Sendung "Doppel-Kopf" gesprochen ... mehr
Die Sendung vom 25.02.2009 kann als podcast gehört werden.

Ulrich Nollers Krimitipps März 2009

gifford-pow-gefangen.jpgDie Naziherrschaft, der Zweite Weltkrieg und die Zeit unmittelbar danach - ein Thema, das zur Zeit viele Kriminalschriftsteller beschäftigt, vyleta-pavel-und-ich.jpg meint Ulrich Noller bei FH Europa:
Was es z. B. zu wissen gibt über die deutschen Kriegsgefangenen in den USA, das wird von "P.O.W. - Gefangen" (Rütten & Loening Verlag) transportiert, und zwar mit Hilfe einer fast durchgängig hervorragend konstruierten Thrillerstory. Schade bloß, dass die sprachliche Umsetzung das Niveau immer wieder nicht ganz halten kann. Wer sich trotzdem auf Alan Giffords Buch einlassen mag, der wird allerdings belohnt: Mit einem so spannenden wie ungewöhnlichen Hollywoodfilm, der sich beim Lesen vor der inneren Leinwand des Lesers prächtig entfaltet.
Berlin, der Jahreswechsel 1946/47 - der Ort, die Zeit, von dem, von der Dan Vyletas beeindruckender Debütroman "Pavel & Ich" (Bloomsbury Verlag) erzählt. Ein schwerer, kalter, dichter, spannender und gut geschriebener Thriller, der die unmittelbare Nachkriegszeit in Berlin erzählt und dabei die Untiefen der menschlichen Seele vor dem Hintergrund von Kriegs- und Krisenzeiten auf ganz grundsätzliche Weise durchmisst ... mehr

1. Zürcher Krimipreis

Am Freitag, 27. Februar wurde in Wipkingen zum ersten Mal der Zürcher Krimipreis vergeben. Wir stellen die elf nominierten AutorInnen vor and the winner is ....
Der Bericht wurde zusammengestellt von Rafael Koller & Rosmarie Schaub
Weitersehen bei you.tube ...



Gerlinde Michel gewinnt für ihren Krimi "Alarm in Zürichs Stadtspital" den 1. Zürcher Krimipreis. Die Entführung eines Babys aus dem Triemli schrieb sie in Spiez. Mehr im Tagesanzeiger.ch

Kalender

James Ellroy
James_ellroy Am 4. März 1949 wird James Ellroy in Los Angeles geboren. Als er zehn Jahre alt war, wurde seine Mutter ermordet. "Als 1958 seine Mutter das Opfer eines Sexualmordes wurde, warf das den jungen Ellroy völlig aus der Bahn. Jahrelang trieb er sich herum, frönte dem Suff, nahm Drogen und hielt sich als Kleinkrimineller über Wasser. In dieser Zeit las er Unmengen von Kriminalromanen. Langsam reifte in ihm der Ehrgeiz und Vorsatz heran, auch Schriftsteller zu werden, und zwar nicht irgendeiner, sondern "der beste Krimi-Autor aller Zeiten"." (prisma) Er wurde mit dem Roman "Die schwarze Dahlie" international bekannt. Ellroy hat über ein Dutzend Kriminalromane veröffentlicht und genießt weltweit Kultstatus. Die Adaption seines Romans "L.A. Confidential)" gilt als einer der atmosphärisch dichtesten, brillant gespielten und gnadenlos zupackenden, kurz: besten Krimis, die die Traumfabrik je produziert hat ("filmszene.de").
Infos gibt es bei "prisma-online.de", ARTE,
"wikipedia.de", "krimi-couch.de", Die Welt, Tobias Gohlis, Christian Kessler, kaliber. 38, ORF, und "selfspecial", you.tube 1, you.tube 2

Sébastian Japrisot
japrisot-sebastienAm 4. März 2003 stirbt Sébastian Japrisot in Vichy (* 4. Juli 1931 in Marseille).
Sébastien Japrisot (mit wirklichem Namen Jean Baptiste Rossi) wuchs als Sohn italienischer Immigranten in Marseille auf. Lewis Carroll, später Hemingway, Faulkner, der amerikanische Roman und der amerikanische Film prägten früh seine literarische Orientierung. Mit Zwanzig übersetzt er Salinger. Mit Dreißig veröffentlicht er seine ersten Kriminalgeschichten. Es folgen weitere Kriminalromane mit zunehmend psychologischer Profilierung der Figuren: "Mord im Fahrpreis inbegriffen" (1962), "Die Dame im Auto mit Sonnenbrille und Gewehr" (1966), internationaler Erfolg 1977 mit "Blutiger Sommer". "Un long dimanche"de fiançailles" (1991). Für den Roman "La dame dans l'auto avec des lunettes et un fusil" erhielt er in Frankreich den Prix d´Honneur und in England die Auszeichnung Best Crime Novel.
Infos:
Toms Krimitreff, Crime Corner, Aufbau Verlag, Wikipedia figurestyle (frz.)


Dienstag, 3. März 2009

Vermischtes


»Der Böses schreibt und Gutes schafft«
Henning Mankell bekam gestern den erstmals verliehenen "Ripper Award" der Stadt Unna. 11.111 Euro für einen Krimiautor, der mit seinen Büchern Gutes bewirken will, meldet Wiebke Porombka in der taz

Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden hat ein paar Krimilesungen im Angebot und "Tatort" Krippana- Ein Eifelkrimi von Martina Kempff ...

krimiblog:
Ludger Menke sucht in der In der Pressemitteilung zur Verleihung des "Europäischen Preises für Kriminalliteratur" am 2. März 2009 den Namen "Ripper-Award". Defür findet Ludger einige Links zum Preis und zum Preisträger ...

krimikiste:
Kristine Greßhöner macht weiter: Folge 164 mit Stefan Haenni "Narrentod" ...

krimileser:
Bernd Kochanowski heute mit einer klitzekleinen Prise Noir: "A Cure For Night" von Justin Peacock ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und dem Cover der Woche (Werremeiers "Trimmel") und mit Kleinkram: Vom Big Thrill über Western und Filme hin zu einem Geheimnis....

NuT:
Joachim Linder mit Picket Fences (Rome, WI): Michael Asimow (ed.): Lawyers in Your Living Room! Lawyers on TV. ...

Spannungsromane:
amer mit Andrew Vachss: EISGOTT ...

Stadionbus:
Ralf Koss analysiert, Wenn ein Geheimbund in Ruhrorts Gesellschaft Fuß fasst: Das bislang nur im Fernseh-Krimi beliebte Duisburg-Ruhrort hat Silvia Kaffke in "Das rote Licht des Mondes" zum Schauplatz eines beeindruckenden historischen Kriminalromans gemacht ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph heute Ganz kurz: Domingo Villar, Wasserblaue Augen. Und er findet Twittern doof ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella (die aber endlich den Schluss vom Krimi hat) und Giorgione (dem aber Ludgers neuer Anzug nicht gefällt) ...




walters-Blutiger-SchneeARTE: »Legitimationsdefizit?«

Auch den "eigenen", nicht mit der fremden Kultur vertrauten Lesern muss ein Detektiv beweisen, dass er keine Marionette zur Verbreitung touristischen Wohlgefallens und braver Meinungen ist. Dieser Doppelfalle entzieht sich der britische Autor Mike Walters in seinem Krimidebüt "Blutiger Schnee" (Goldmann Verlag) auf elegante Weise. Zwar ist sein Protagonist ein mongolischer Polizist aus der Hauptstadt Ulan Bator. Aber dieser Nergui ist kein herkömmlicher Polizist, sondern ein Mann, der zur lokalen Polizeierfahrung, die er noch unter den Bedingungen des alten Regimes erworben hat, alle Qualifikationen für einen Mann von Welt besitzt. Dies mag den Guardian zu Jubelrufen animiert haben: "A worthy new series". Ich schließe mich an: Prima gemacht, spannend und informativ.
Tobias Gohlis hat den Roman zum Krimi des Monats gewählt ... mehr


kaffke-das-rote-licht-des-mondesSWR 2: »Das Ruhrgebiet im Jahr 1854«

Aus den vielen Neuerscheinungen auf dem Krimimarkt sticht Silvia Kaffkes neues Buch merklich heraus. Denn "Das rote Licht des Mondes" (Wunderlich Verlag) ist mehr als ein Kriminalroman; das Buch ist zugleich eine kleine historische Sozialskizze. Silvia Kaffke entführt den Leser in das Deutschland des 19. Jahrhunderts, genauer: ins damalige Ruhrgebiet. Die Autorin bringt all diese Ebenen schlüssig in Verbindung; sie erzählt viele Details und malt damit eine lebendige Szenerie. Wohl kann man geteilter Meinung darüber sein, ob die Erklärung der Mordfälle – die Aktivität einer satanischen Sekte – so recht zum diesem ansonsten differenzierten Buch paßt; davon abgesehen bietet das Buch eine facettenreiche und spannende Zeitreise.
Die Sendung vom 2.3.2009 kann sowohl als pdf-Manuskript gelesen oder als podcast gehört werden.
Ein Beitrag von Michael Kuhlmann .. mehr


popovic-spieler.jpgDeutschlandradio: »Balkan-Krimi«

Der kroatische Krimi - so räsoniert der Erzähler irgendwo im zweiten Drittel des Buches - sei eine spezielle Gattung: 100-prozentig sauber und 100-prozentig kroatisch, ohne diese idiotischen Komplikationen und Unklarheiten, die das Gehirn des kroatischen Bürgers nur belasten würden, als hätte dieses Gehirn nichts Klügeres zu tun, als sich mit der Frage zu beschäftigten, wer wen abgemurkst hat und warum. Mladen Folo ist Leiter einer kroatischen Polizeiabteilung. Eigentlich ist er nur ein kleines Rädchen im Getriebe, doch er entwickelt sich zum Rächer der Entehrten. - Edo Popovic hat mit "Die Spieler" (Voland & Quist)weniger einen Krimi, sondern vielmehr ein Meisterwerk unaufdringlicher Gesellschaftskritik vorgelegt.
Von Martin Sander ... mehr

Kalender

Léo Malet
malet Am 3. März 1996 stirbt der Schriftsteller Léo Malet im Alter von 86 Jahren in Châtillon-sous-Bagneux. (*7. März 1909 in Montpellier.
Er machte eine Lehre zum Bankangestellten und ging 1925 als Waise nach Paris unter der Obhut des Redakteurs André Colomer, der ihm die Familie ersetzte und in seinem Leben eine wichtige Rolle spielte (ein zweiter war André Breton). In Paris war er Clochard und schlug sich unter dem Einfluss der Surrealisten als Chansonnier im Kabarett Vache Enragée durch. Danach begann er mit dem Schreiben und arbeitete als Büroangestellter, Filmstatist, Journalist, Herausgeber einer Modezeitschrift oder Ghostwriter eines analphabetischen Erpressers. 1940 heiratete er Paulette Doucet, die seit 1928 seine Gefährtin gewesen war; Trauzeugen waren Jacques Prévert und Oscar Dominguez. Von 1940–1941 wurde er von den Deutschen im Stalag XB bei Sandbostel interniert.
Der Anarchist, Surrealist, Chansonnier, Verfasser von 50 Kriminalromanen, veröffentlichte 1943 "120, rue de la Gare" als ersten der berühmten Nestor-Burma-Krimis, 15 Kriminalromane, die den Zyklus "Die neuen Geheimnisse von Paris" bilden. Jeder dieser Romane spielt in einem anderen Pariser Arrondissement. Malet erhielt für seine Kriminalgeschichten drei Preise, vier seiner Bücher wurden verfilmt.
1947/1948 schrieb Malet die "Schwarze Trilogie" (deutsch bei "edition nautilus"), die mit ihren surrealistischen Einflüssen eine Sonderstellung in der Krimi-Literatur einnimmt.
Infos:
"mordlust.de", "krimi-couch.de", "Galerie der Detektive", wikipedia, "tardi.de", "hinternet.de", "BR-online", Interview (frz.), Thrilling Detective (engl.)

Max Allan Collins
collins-max-allen.jpg Am 3. März 1948 wird Max Allan Collins in Muscatine, Iowa geboren.
Von 1968 bis 1972 studierte Collins an der Universität in Iowa City. Er verließ sie mit einem Bachelor und einem Master of Arts. In den ersten beiden Jahren als Student arbeitete Collins als Reporter. Ab 1971 unterrichtete er Englisch an einem College. 1977 gab er dies auf und etablierte sich als freier Schriftsteller.
Er schrieb mehrfach ausgezeichnete Detektivromane und betätigt sich unter anderem als Filmkritiker, Videospieldesigner, Drehbuchschreiber und Regisseur. Max Allan Collins' Thriller und Kriminalromane erreichen regelmäßig Spitzenplätze der "New-York-Times"-Bestsellerliste. Mit der Verfilmung von "Road To Perdition" unter der Regie von Sam Mendes "American Beauty") und mit Stars wie Tom Hanks, Jude Law und Paul Newman erlangte er auch internationale Berühmtheit. Collins schuf die Heller-Romane um einen in den 1930er und 1940er Jahren in Chicago ansässigen Privatdetektiv namens Nathan Heller. Darüber hinaus schrieb Collins Romanadaptionen zu Fernsehserien wie CSI, Bones und Dark Angel und einige - Geschichte und Fiktion vermischende - Bücher über die Karriere des legendären Polizisten Eliot Ness. Die Romane der bislang fünfteiligen "Mallory"-Reihe handeln von einem Mysteryschriftsteller aus Iowa, der Verbrechen aufklärt. Der kommerziell erfolgreichste Roman der Reihe war dabei "A Nice Weekend for a Murder".
Info:
wikipedia, Krimi-Couch, Random House, Spurensuche Axel Bußmer, maxallancollins.com/, thrillingdetective.com.


Montag, 2. März 2009

KrimiWelt-Bestenliste März 2009

Krimiwelt Rund 700 neue Kriminalromane erscheinen pro Jahr in Deutschland. Selbst ausgefuchste Leser verlieren angesichts dieser Masse den Überblick. Orientierung bietet aktuell die KrimiWelt – Die Bestenliste von WELT, ARTE und NordwestRadio.
Monatlich wählten neunzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie viele Leser wünschen.
Die Rangliste.:
1 (9) Richard Stark: Keiner rennt für immer
2 (–) Jan Costin Wagner: Im Winter des Löwen
3 (5) Stefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen
4 (8) Åsa Larsson Bis dein Zorn sich legt
5 (–) John Farrow - Eishauch
6 (10) Tom Rob Smith: Kolyma
7 (–) Roger Smith: Kap der Finsternis
8 (7) Christine Lehmann: Nachtkrater
9 (–) Zoran Drvenkar: Sorry
9 (–)Philip Kerr: Das letzte Experiment

Hier als schöne pdf-Datei


Blogwärts

Berlin kriminell:
war wieder im moabiter kriminalgericht und Barbara Keller hat Olivier Maus "Myrtille am Strand" und Dieter Paul Rudolphs "Menschenfreunde" gelesen...

Frauenkrimis:
Henny Hidden weiß, dass sich 15 Mörderische Schwestern in Mannheim treffen ...

Gauner, Bullen, Killer: Schundlektüre:
Thomas Klingenmaier mit einem Krimikurs für Eingeschneite: eine Liste, die bislang Krimiunerfahrenen die Vielfalt des Genres erklären könnten ...

krimiblog:
Ludger Menke hat die Farben für den Blog entdeckt und im neuen Design in Jakob Arjounis "Der heilige Eddy" Homophobie in der Hauptstadt entsdeckt: auf Stammtischniveau ...

krimileser:
Bernd Kochanowski über den 80. Geburtstag von Len Deighton und über Brian Evenson, einer der Genreautoren, die nicht hauptsächlich Krimis schreiben ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und über Sleeper 2: Agent Carver will aussteigen....

NuT:
Joachim Linder mit einer Umschau zur kriminalistischen Forschung ...

Spannungsromane:
koldir mit einem Aufwasch der leider allesamt durchschnittlich bis böse langweiligen Romane, die er in letzter Zeit gelesen hat. Außerdem mit der Monatsvorschau April 2009: Bastei Lübbe, BLANVALET, GOLDMANN, HEYNE, BLESSING, DROEMER KNAUR, ULLSTEIN, ROWOHLT und FISCHER ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph über einen typischen Fall von gespaltener Persönlichkeit. Wem zu verdanken? ARTE. ARTE nämlich wiederholt seit geraumer Zeit "The Avengers ...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella und Giorgione ...




schenkel-bunkerStuttgarter Zeitung: »In der Mühle bei den Puppen«

Einem anderen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein, abgeschnitten von der Welt, einer fremden Choreographie des eigenen Schicksals ausgeliefert, die den subtilen Geschlechterkampf grob und offen in eine Verliesarena legt: das ist kein Motiv, das durch ein paar reale Fälle der letzten Jahre in die Kriminalliteratur kam. Es wird dort schon lange variiert. Man sollte Andrea Maria Schenkel also keine Trittbrettfahrt auf der Paparazzikarre der Boulevardpresse vorwerfen, wenn sie in ihrem dritten Roman "Bunker" (Edition Nautilus) von einer verschleppten jungen Frau erzählt. Was nicht heißt, dass wir schlauer werden als beim Lesen von reißerischen Reportagen.
Von Thomas Klingenmaier ... mehr

schenkel-bunkerFrankfurter Rundschau: »In der Eiseskälte der Sätze«

"Tannöd", "Kalteis" und nun "Bunker": Andrea Maria Schenkel ist den Einwort-Titeln treu geblieben, der Knappheit auch im Umfang, 128 Seiten hat ihr neuer Roman. Warum ein neuer Schenkel ein Ereignis ist (und vielleicht wieder ein Bestseller) in einer so mit Texten überschwemmten Krimi-Landschaft, dass man kein Ufer mehr sieht? Weil diese Autorin außergewöhnlich streng ist zu sich, weil sie vorgestanzte Kriminalroman-Sätze vermeidet, jedes nur behauptete Erschaudern und falsche Herzklopfen, jedes Klischee in Wort und Handlung.
Von Sylvia Staude ... mehr

schenkel-bunkerFrankfurter Rundschau: »Der Leser mag klinisch reine Leichen«

Aber er bekommt sie nicht von Andrea Maria Schenkel: Die Schriftstellerin über Brutalität und Realismus und warum sie gern pedantisch ist.
Die Schriftstellerin Schenkel im Interview mit Sylvia Staude ... mehr


schenkel-bunkerDie Welt: »Andrea Maria Schenkel führt uns in den Bunker«

"Bunker", das neue Buch der "Tannöd"-Autorin Andrea Maria Schenkel unterscheidet sich enorm von ihren bisherigen: es basiert nicht auf verbürgten Ereignissen und ist vor allem ihrer kriminellen Vorstellung entsprungen. In "Bunker" geht es um Entführung, Rache und Züchtigung. Andrea Maria Schenkel zeigt, dass sie sehr, sehr böse sein kann. Das Unterlaufen von Erwartungen ist neben dem Gebot, nicht zu langweilen, die vornehmste Aufgabe eines Kriminalromanciers. Beide Missionen hat Schenkel, die das Genre bereichert, mit Bravour erfüllt.
Von Hendrik Werner ... mehr

schenkel-bunkerFAZ: »In der alten Mühle kommen sie sich näher«

Nach den Bestsellern "Tannöd" und "Kalteis" war der Erwartungsdruck groß, der auf Andrea Maria Schenkels neuem Buch lastete. Die Autorin betritt also in ihrem dritten Buch "Bunker" insofern Neuland, als sie keinen historischen Stoff verarbeitet. Was nicht heißt, es sei eine schriftstellerische Entwicklung erkennbar. Denn Andrea Maria Schenkel bleibt ganz eng bei ihrem Leisten, und der ist vor allem sprachlich ein ausgetretener Hausschuh. Dabei betont die Autorin immer wieder, ihr sei es hauptsächlich um die Sprache und weniger um das whodunit zu tun. Die Autorin blieb ihrem Genre treu, doch eine bestechende Geschichte wurde nicht daraus.
Von Hannes Hintermeier ... mehr

Wörtches Crime Watch

crime-watch "Eishauch" von John Farrow ist ein bemerkenswertes Buch, farrow-eishauch.jpg stellt Thomas Wörtche in seiner Krimikolumne "Crime Watch" fest. Es sei eine sehr gut informierte Geschichte aus Montreal, über die Verzahnung von Motorradbanden, korrupter Polizei, Mafia, dem russischen Organisierten Verbrechen, dessen geheimdienstlichen Aspekten, dem Wirken der CIA auf kanadischem Boden und dem französisch-englischen Problemverhältnis in der Provinz Quebec.
"Eishauch" (DromerKnaur Verlag) ist also ein hochkomplexes Buch, hochkomplex geschrieben, aber mit der Kardinaltugend, leicht lesbar zu sein. Feiern wir John Farrow, Émile Cinq-Mars, sein Montreal und das Vergnügen an intelligenter Literatur, das sie uns bescheren.
Was TW noch für und gegen das Buch sagt, können Sie nachlesen: bei kaliber. 38 und in der Printausgabe des neu gestalteten "Freitag"

Das Kriminal

kriminal Wien, Paris, Rom, Berlin, New York, Stockholm, Athen, Venedig, Istanbul und so weiter– wer Kriminalromane liest, profitiert gleich dreifach.beynon-rees-Ein-Grab-in-Gaza.jpg meint, nein nicht der ausgezeichnete Franz Schuh in der Krimikolumne "Das Kriminal", die sich in der Ausgabe März / April 2009 der Zeitschrift "Literaturen" befindet.
Nein, Frauke Meyer-Gosau hat diesmal das Wort, in dem sie die Kriminalliteratur auch als eine Variante der Reiseliteratur unserer Tage bezeichnet. Was den Gazastreifen angehe, dürfe die touristische Anziehungskraft sich allerdings in Grenzen halten. Mit dem Gestank, dem Dreck und der Hitze wird es in Matt Beynon Rees' Nahostkrimi "Ein Grab in Gaza. Omar Jussufs zweiter Fall" (C.H.Beck Verlag) nicht sein Bewenden haben. Doch der Roman nehme zugleich die zentrale Aufgabe der Reiseliteratur früherer Jahrhunderte wahr: eine faktenunterfütterte Einführung in eine exotische Welt zu geben, die man, bequem zurückgelehnt im Lesesessel, nicht ohne Schaudern sieht ...

Aber lesen Sie ... selbst



posadaTitel: »Samstag ist Krimitag«

Thomas Wörtche betreut das Krimi-Ressort des TITEL-Magazins. An jedem Samstag werden Sie nun mit Informationen zum Genre versorgt. Aktuell hiermit:

Titel beginnt eine regelmäßige Kooperation mit den multilingualen und europaweit vernetzten Freundinnen und Freunden von Europolar. Zum Auftakt stellt uns Kerstin Schoof ein sehr sinnvolles französisches Institut vor. Außerdem gibt es klassisches Rezensionsfeuilleton und zum Poe-Jahr ein Gedicht. Es stammt von Clemens Brentano, in einer Fassung von 1808.
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Zu Besuch in der BILIPO:
Tu felix Francia – wie schön, wenn es in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Luxemburg auch so etwas gäbe. Tut es aber nicht, und das hat auch mit dem Status der Kriminallitertur bei uns zu tun. Der Status des Genres in Frankreich ist ein anderer. Eine erstaunliche französische Bibliothek, porträtiert von Kerstin Schoof.
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Mestizaje es grandeza...
...zumindest ist das oft der Fall. Manchmal aber amalgamieren mehrere Subgenres in einem Roman aber nicht so recht. So wie bei Eliot Pattisons "Das Ritual". Stellt Hans Richard Brittnacher bedauernd fest.
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Unterhaltung ja, aber Erkenntnis?
Der galizische Journalist, Drehbuchautor und Gastronomiekritiker Domingo Villarlegt mit "Wasserblaue Augen" ein sauberes Krimidebüt vor, an dem es wenig zu mäkeln gibt. Der Roman ist der Startschuss zu einer Serie um Inspektor Leo Caldas und gibt Anlass zur Vermutung, dass Villar noch mehr und noch Besseres nachlegen wird. Doris Wieser hat den Roman gelesen.
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Aus dem "hardboiled" Modellbaukasten
Literaturgeschichte ist interessant, Genre-Geschichte notwendig – und beides manchmal hartes Brot. Vermutlich weil unmittelbarer Zugang zu historischen Texten eher etwas für Schwarmgeister ist. Gerade bei geliebten Autoren wie Ed McBain. Eine nüchterne Einschätzung von Joachim Feldmann.
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Globaler Dschihad
Politthriller um Schwerter, mit frommen Menschen, Buchhändlern und Antiquaren, die auch noch im Mittleren Osten spielen – kann das in Daniel Eastermans "Das Schwert" gut gehen? Eigentlich nein. Manchmal aber doch, sagt Beate Mainka.
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Ärger mit der Zweit-Existenz
Was mit gestohlenen Daten so alles passieren könnte, hat der niederländische Autor Charles den Tex in seinem aktuellen Roman "Die Zelle" durchgespielt, in dem er die Themen Identitätsraub und Terrorismus miteinander verknüpft. Herausgekommen ist ein virtuoser Kriminalroman. Dagegen sieht selbst T.C. Boyles "Talk, Talk" bescheiden aus. Frank Rumpel ist beeindruckt.
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Japanisches Erzählkino
Christoph Peters hat bereits den Aspekte-Literaturpreis gewonnen und bietet auch mit seinem neuen Roman "Mitsukos Restaurant" einen Beleg für Ideenreichtum und ein gutes Auge. Ob das preisverdächtig ist, muss offen bleiben. Zumal man nicht so genau weiß, ob wir es hier mit einem Kriminalroman oder nur mit einem normalen Roman zu tun haben. Aber das Problem kennen wir ja. Sabina Schutter hat ganz andere Probleme mit dem Buch.
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Das Gedicht der Woche:
Über eine Skizze:
Verzweiflung an der Liebe in der Liebe.
Von Clemens Brentano
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Freitag, 27. Februar 2009

Axel Bußmers TV & Buchtipps 28. Februar – 13. März 2009

dereinsamemord.jpgIn den kommenden beiden Wochen Three_Days_of_the_Condor_poster.jpg gibt es einige selten gezeigte Krimiverfilmungen, eine Premiere mit Kommissar LaBréa und Kommissar Brunetti sorgt dafür, dass in Venedig kein Verbrecher seiner gerechten Strafe entkommt. Und natürlich werden wieder viele Wiederholungen gezeigt, aber auch einige interessante Verfilmungen ...
Ausführlicher, dazu bunt bebildert und mit hilfreichen Links versehen finden Sie alles wie immer ... hier


Radio-tipp
Die Telefonische Mord(s)beratung


mordsberatung Welche heißen Thriller lassen im nahen Frühling die Spannung steigen?
Die WDR5-Krimiexperten Manfred Sarrazin (Krimibuchhandlung Alibi), Reinhard Jahn (Bochumer Krimiarchiv) und die Journalistim Ingrid Müller-Münch beraten die Hörer und geben ihre Empfehlungen für einen mörderischen März, spüren den aktuellen Trends nach und beraten die Hörer bei kniffligen Krimifragen. Außerdem würdigen sie Donald E. Westlake (alias Richard Stark), einen der ganz Großen des Genres, der am letzten Tag des letzten Jahres die Krimi-Szene für immer verlassen hat. Moderation: Claudia Wiese
WDR 5 Hörerinnen und Hörer können sich unter der kostenfreien Telefonnummer: 0800- 5678 555 oder per E-Mail: mordsberatung@wdr.de mit Fragen oder Anregungen an der Sendung beteiligen.
Ach ja, die Sendung! Sie kann gehört werden und zwar:
Sendung am Samstag, den 28. Februar 2009, 20:05 bis 22:00 Uhr auf WDR 5 ... hier

wdr5-krimi.jpg


Blogwärts

Frauenkrimis:
Henny Hidden sortiert die Krimilesungen und hört Die telefonische Mord(s)beratung ...

krimikiste:
Kristine Greßhöner macht weiter: Folge 163 mit Kate Atkinsons "Lebenslügen" ...

Krimilady:
Henny Hidden fragt: Wem nützt es? Eine Kernfrage für Kriminalisten und Kommunisten gleichermaßen und in Uta-Maria Heims Kriminalroman "Wespennest" wird sie ziemlich oft gestellt ...

krimileser:
Bernd Kochanowski mit Splittern aus der internationalen Krimiszene ...

Kriminalakte:
Axel Bußmer mit TV-Tipp und den Nominierungen für den Agatha 2008 ...

NuT:
Joachim Linder mit Ticker: Surplus Matter | The Unofficial Resource for Tom McCarthy ...

Spannungsromane:
amer mit Richard Aleas: TOD EINER STRIPPERIN ...

Watching the Detectives:
Dieter Paul Rudolph über Die politisch korrekten Krimi-12...

Die anderen Kollegen und -innen haben Pause vom Genre. Auch anobella (sie denkt aber über Rex Stout und die New York Times nach) und Giorgione (der aber auf Thomas Klingenmaier und seine Besprechung von "Bunker" hinweist) ...



kirino-Teufelskind.jpg
Die Welt:
»Natsuo Kirino hegt ein Teufelskind«

Sehr kranke Literatur, würden wohl deutsche Krimileser bescheiden.
"Teufelskind" (Goldmann Verlag) heißt, nach "Die Umarmung des Todes", der zweite Schocker der gelernten Juristin Natsuo Kirino, Jahrgang 1951, die zum Schauderwohle ihrer weltweit längst großen Verstörungsliteraturgemeinde zum Krimi-Genre konvertiert ist.Aiko Matsushima wiederum lautet der Name ihrer Protagonistin in einem kruden Zweitling, der dem Leser mehr zivilisatorische Tabus auftischt, als sich ein Fernost-Vielfraß an einem noch so schnellen Sushi-Band einverleiben kann.

Hendrik Werner stellt in der Kolumne "Mörder & Jäger" regelmäßig Literatur über Mörder und ihre Jäger vor ...
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Mord und Ratschlag

Bei den atkinson-Lebensluegen.jpg Kollegen vom "Perlentaucher" erscheint die KrimiKolumne "Mord und Ratschlag". In der aktuellen Ausgabe:
Der Tod ist ein Meister aus Schottland:
Kräfte des Widerspruchs messen sich in "Im Zeichen des Widders" (Aufbau Verlag), dem gemeinsamen Werk von Krimiautorin Fred Vargas und Comiczeichner Edmond Baudoin. Und Kommissar Adamsberg ist auch dabei. Kate Atkinson zeigt in "Lebenslügen" (DroemerKnaur Verlag) ihre schwarze Seele. Und Herr Knörer hat gleich den dringenden Rat an alle, die mit gutem Grund Bücher, die aussehen, wie die deutschen Atkinson-Übersetzungen, hassen: Lassen Sie sich davon nicht täuschen! Schwarz ist die Seele dieser Autorin, finster ihr Blick auf die Welt.
Von Ekkehard Knörer ... mehr


textweb18.jpgtext und web: »Kriminelle Entwicklungen«

Dietmar Jacobsen hat neue Rezensionen ins Netz gestellt:

Heinrichs-leibrenten.jpgEmilie Heinrichs: "Leibrenten" ( ... Mit Emilie Heinrichs' (1823 - 1901) Roman aus dem Jahr 1866 eröffnet die Edition Köln ihr auf 10 Bände angelegtes Projekt einer Criminalbibliothek 1850 - 1933. Relativ kompromisslos wird der Nährboden beschrieben, aus dem die Verbrechen des bürgerlichen Zeitalters aufstiegen.)
smith-kolyma.jpgTom Rob Smith: "Kolyma" ( ... Garniert mit jeder Menge Action macht sich Rob Smith' Roman gemeinsam mit seinem Helden auf in die Welt der Verbannten. Vor den Augen des Lesers entfaltet sich tatsächlich ein Bild jener Jahre, in denen Leben und Freiheit des Einzelnen übergeordneten Ideen zum Opfer fielen.)
kiesbye-nebenan-ein-maedchenStefan Kiesbye: "Nebenan ein Mädchen" ( ... baut von der ersten Seite an eine geradezu unheimliche Atmosphäre auf. Kiesbye ist es auf gerade einmal 111 Seiten gelungen, das atemberaubende Portrait einer Gesellschaft zu zeichnen, in der die Verrohungen des Weltkriegs noch nachwirken.)
drvenkar-sorryZoran Drvenkar: "Sorry" (... ein Roman, der Gewalt als Bestandteil unseres Alltags behandelt, das WIE des Ganzen macht dieses Buch erst zu dem aus der Masse der deutschen Thrillerliteratur herausragenden Ereignis) ...


kulturzeitkulturzeit:connelly-echo-park-heyne-tb.jpg »Krimitipps«:

In der Sendung "kulturzeit", dem 3sat-Kulturmagazin wurden wieder die Krimibuchtipps des Monats von Martin Schöne vorgestellt. Und zwar unter dem Motto "Auf den Spuren eines Polizistenmordes":
Michael Connelly: "Echo Park" (Heyne Verlag). Meisterhaft webt Michael Connelly ein Netz aus Korruption, Hass und Lügen...
Simon Beckett: "Leichenblässe" (Wunderlich Verlag). In diesem Thriller holt Simon Beckett den Leser bei ihrer diffusen Angst vor dem Tod und ihrer immerwährend nagenden Neugierde ab - und macht ihn zum Detektiv mit Skalpell. ...
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Außerdem können Sie eines von fünf "Kunststück"-Krimi-Kartenspielen gewinnen, wenn Sie heute mitraten: Einsendeschluss 27. Februar 2009!


heinichen-die-ruhe-des-staerkeren 3sat: »Rufmord an einem Krimi-Autor«

In der norditalienischen Hafenstadt Triest lebt der deutsche Kriminalautor Veit Heinichen. Triest ist auch der Schauplatz seiner Kriminalromane. Sie mischen sich in die lokale Politik ein. Hat Veit Heinichen deshalb Feinde in Triest? In der Tageszeitung "Il Piccolo" ging Veit Heinichen am 21. Februar 2009 an die Öffentlichkeit. Der Kriminal-Autor steht im Mittelpunkt einer bizarren Rufmordkampagne.
Das Magazin "kulturzeit" hat mit ihm gesprochen ... mehr

heinichen-die-ruhe-des-staerkeren ORF: »Veit Heinichen im Gespräch«

Der deutsche Autor Veit Heinichen kam in den letzten Tagen in die Schlagzeilen. Er ist nämlich in die Öffentlichkeit gegangen, nachdem er seit mehr als einem Jahr das Ziel einer Rufmord-Kampagne ist. Seit 14 Monaten verfolgt ihn ein Unbekannter, der regelmäßig Verleumdungsbriefe an Behörden, Vereine, Geschäfte und Privatpersonen schreibt, um den Autor der Pädophilie zu bezichtigen. Vorwürfe, die von Behörden längst als haltlos bezeichnet wurden. Der Unbekannte macht anscheinend keine Fehler, bis jetzt fehlt jede Spur zu ihm. Veit Heinichen spricht von "enormen psychologischen Druck", der ihn daran hindere, zu schreiben. Trotzdem ist soeben sein neuester "Proteo Laurenti"- Roman "Die Ruhe des Stärkeren" (Zsolnay Verlag) erschienen.
In der Sendung "Kulturjournal" hat Wolfgang Popp hat mit ihm gesprochen ... mehr
Ein Beitrag, den Sie auch hören können (9:44 min)


Kalender

John Dickson Carr
carr-john-dickson.jpg Am 27. Februar 1977 stirbt John Dickson Carr in Greenville, South Carolina (* 30. November 1906 in Uniontown, Pennsylvania).
In seinen über 80 Romanen nimmt Carr die Tradition seiner großen Vorbilder Conan Doyle und G. K. Chesterton anspielungsreich auf.
Bekannt machten ihn seine Romane um Verbrechen im verschlossenen Raum, die sogenannten "locked room mysteries". Er schrieb auch unter den Pseudonymen Carter Dickson, Carr Dickson und Roger Fairbairn.
Carr begeisterte sich seit seinen Aufenthalten in England und zahlreichen Reisen durch den Kontinent für das "alte" Europa, wo auch zahlreiche seiner Kriminalromane spielen.
Er studierte in Paris, lebte in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in Marokko. Zeit seines Lebens war er ein starker Raucher und Trinker und in den letzten Jahren seines Lebens war er gesundheitlich stark angeschlagen und erkrankte schließlich an Lungenkrebs.
Infos:
wikipedia, krimi-couch, kaliber.38, kirjasto.sci.fi(engl.), jdcarr.com(engl.),

Die Februar-Meldungen gibt es hier
Die Januar-Meldungen gibt es hier
Meldungen vergangener Monate
gibt es im Archiv



Krimi in TV & Radio | Kalender

März: Neu bei den Alligatorpapieren



Axel Bußmers Spurensuche
Spurensuche 105 Geschichten für schlaflose Nächte
child-Killer-Year.jpg Lee Child vergleicht Sammlungen von Kurzgeschichten mit den in seiner Jugend beliebten Samplern. Preiswert und schnell können insgesamt über einhundert Autoren uns Lesern ihr Können in der kurzen Form beweisen.
Axel Bußmer mit einem Überblick über neue Kurzgeschichten aus Deutschland und Amerika ... hier

ulrich-kroegers-krimi-tipp
Ulrich Kroegers Krimitipp 2/09
Die Kolumne bei den Alligatorpapieren.
Suhrkamp goes Crime, Ächtung des Kriminalromans, schreibende Barpianisten, ein kriminalistischer Katzennarr und ein teuflisches Wildschwein

Ulrich Kroeger zu Suhrkamps Krimireihe und Büchern von Emilie Heinrichs (Leibrenten), Simon Schott (Die Nick-Foldex-Krimis), John Harvey (Verführung zum Tod) und Joe R. Lansdale (Der Teufelskeiler) ... mehr




Przybilkas Krimi-Tipps:
Primärliteratur.
No. 22/08

Amerikanische Verbrechen, Berliner Heuschreckenkapitalisten und Kapstadt, die gefährlichste Stadt der Welt ...
Im PKT 22 weist Thomas Przybilka auf Krimi-Neuerscheinungen hin, die das Archiv im Dezember 2008 und Januar 2009 erreichten.

Mit Abbildungen der Buchcover gibt es das alles hier



Michael Dibdin Interview

Interview



Unsere Buchempfehlung


Unsere Interview-Empfehlung (engl.)


Garry Disher



Buchtrailer

Buchtrailer




krimiwelt


Unsere Hörspieltipps

Freitag, 27. März 2009 um 20.04 Uhr bei SR 2, um 21.30 Uhr bei BR 2, um 22.03 Uhr beiSWR 2 und um 22.05 Uhr bei Das Ding
"ARD Radio Tatort: Hexenjagd" (54') Von Robert Hültner

In einer zum Wochenendhäuschen umgebauten Fischerhütte am Inn ist die 17jährige Janina tot aufgefunden worden. Sie galt in der Stadt als kühle Schönheit und hat unzählige Verehrer abblitzen lassen. Der Verdacht fällt sofort auf den Besitzer der Hütte, Rupert Scheffler. Offenbar hatte der Stadtrat und Familienvater ein Verhältnis mit dem Mädchen, das in seinem Betrieb eine Lehrstelle hatte. Alle Indizien sprechen gegen ihn. Bald steht er vor den Trümmern seiner Ehe und seiner Karriere. Allerdings fallen den Ermittlern, den Polizeiobermeistern Ferdl Raab, Rudi Egger und Senta Pollinger einige Ungereimtheiten auf. Die Kioskbesitzerin Nanni weiß zu berichten, dass auch der 19jährige Sohn von Scheffler ein Auge auf Jenny geworfen haben soll. Die Beamten begeben sich auf die Suche nach ihm, und finden ihn am Boden zerstört. Ist der Mord an der jungen Frau Teil eines Familiendramas?

Freitag/Samstag, 6./7. März 2009 um 23.04 Uhr bei DRS 1
"Post aus dem Jenseits" (12') von Ernest Butner

Tödliches Picknick auf der Insel ...
Ein Beitrag aus der legendären Kurzkrimihörspielreihe "Schreckmümpfeli" des Schweizer Radios. Ironische Kurzkrimis für Menschen, die sich ohne beschleunigten Puls nicht mehr ins Bett legen möchten.

Maloney! Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney. Der Meisterdetektiv ermittelt immer sonntags von 11 bis 12 Uhr im DRS 1
"Maloneys neuester Fall: Tote Liebe" (30') von Roger Graf

Maloneys Klientin kann nicht verstehen, dass sich ihr Freund Oliver mit einer schlichten SMS von ihr getrennt hat und eine Aussprache verweigert. Sie vermutet, dass ihr Vater den Freund eingeschüchtert hat. Doch dem scheint es egal zu sein, mit wem sich seine Tochter vergnügt. Maloney spricht mit Oliver. Dieser packt gerade seine Sachen und will die Stadt verlassen...

Alles zum Nachhören!

Mehr Informationen und das Monatsprogramm finden Sie bei hörspielkrimi.de.

Besuchen Sie auch hördat.de

Axel Bußmers Vorschau
TV-Krimi & Buch-Tipps: Kriminalfilme aktuell

Die TV-Tipps 14. – 27. Februar 2009
Drei_Manner_mussen_sterben_DDR.JPG
Viele interessante Filme, natürlich zahlreiche Wiederholungen und gute Serien.
Ausführlicher, dazu bunt bebildert und mit hilfreichen Links versehen finden Sie alles wie immer hier




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Axels TV-Tipp des Tages:

Freitag, 6. März 2009

ARD, 10.20

Mord im Spiegel

(GB 1980, R.: Guy Hamilton)
Drehbuch: Jonathan Hales, Barry Sandler
LV: Agatha Christie: The mirror crack'd from side to side, 1962 (Mord im Spiegel oder Dummheit ist gefährlich)
mordimspiegel.jpg
In St. Mary Mead soll ein historischer Stoff verfilmt werden. Aber schon beim Empfang des Bürgermeister wird eine Sekretärin vergiftet. Miss Marple sucht den Mörder unter den Filmleuten.
Starbesetzte Miss-Marple-Verfilmung, mit Angela Lansbury, Geraldine Chaplin, Rock Hudson, Elizabeth Taylor, Tony Curtis, Edward Fox, Kim Novak

3sat, 22.25

Tödliche Fragen

(USA 1990, R.: Sidney Lumet)
Drehbuch: Sidney Lumet
LV: Edwin Torres: Questions and Answers (Tödliche Fragen)
ToedlicheFragen.jpg
Ein Polizist erschießt einen Drogenhändler. Ein junger Anwalt ermittelt. Und Lumet vermißt wieder sein vertrautes Territorium von Gerechtigkeit und Korruption im amerikanischen Justizsystem: "Seit seinem klassischen Gerichtsfilm ´Die zwölf Geschworenen´ (1957) hat sich Sidney Lumet immer wieder mit dem Thema der Gerechtigkeit auseinandergesetzt. In seinem jüngsten Thriller, in dem Nick Nolte als irischstämmiger Polizist und verbohrter Law & Order-Fanatiker auftrumpft, vermittelt Lumet allerdings eine recht pessimistische Botschaft: Recht und Gerechtigkeit haben in einer von Rassismus und Korruption verseuchten Gesellschaft keine Chance mehr." (Fischer Film Almanach 1991) Grandioser Cop-Thriller mit Nick Nolte, Timothy Hutton, Armand Assante, Patrick O´Neal, Luis Guzman

HR, 00.00 (Cooler Sendetermin!)

Um null Uhr schnappt die Falle zu

(D 1965, R.: Harald Philipp)
Drehbuch: Kurt Nachmann, Fred Denger
LV: Heftserie aus dem Bastei Lübbe Verlag
cotto-nulluhr.jpg
Jerry Cottons dritter Einsatz: Eine Gangsterbande klaut einen Laster mit Nitroglyzerin. Jerry Cotton muß sie finden, ehe das Nitro halb New York in die Luft sprengt.
Das beste an dem Film ist die Musik von Peter Thomas – und Horst Frank ist auch gut.
Mit George Nader, Heinz Weiss, Richard Münch, Horst Frank

MDR, 00.02

Das Eulenhaus

(GB 2004, R.: Simon Langton)
Drehbuch: Nick Dear
LV: Agatha Christie: The Hollow, 1946 (Das Eulenhaus)
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Auf einem Landhaus wird ein Mord verübt. Hercule Poirot sucht den Täter.
Der offiziell vierte Film mit David Suchet als Hercule Poirot. Soll gut sein und bekommt, wie die anderen Suchet-Poirots, bei IMDB eine ausgezeichnete Wertung.
Mit David Suchet, Sarah Miles, Edward Fox

RBB, 01.00

Killer stellen sich nicht vor

(F 1980, R.: Jacques Deray)
Drehbuch: Jacques Deray, Christopher Frank
LV: Jean-Patrick Manchette: Trois hommes à abattre, 1976 (Killer stellen sich nicht vor/Westküstenblues)<
Trois_hommes_a_battre.jpg
Monsieur Emmerich läßt einige seiner Angestellten, die mit seiner Geschäftspolitik nicht einverstanden sind, aus dem Weg räumen. Spieler Gerfaut bringt einen von ihnen schwer verletzt in ein Krankenhaus und sich selbst – ohne sein Wissen – auf Emmerichs Todesliste. Gerfaut nimmt den Kampf auf.
Der Film mit Alain Delon hat nichts mit dem Buch zu tun. Naja, bis auf den Autounfall am Anfang.
Davon abgesehen: französischer Politthriller, der die Genreerwartungen gut bedient.
Mit Alain Delon, Dalila Di Lazzaro, Michel Auclair

Mehr Informationen und die gesammelten Tipps bei Axels TV-Tipps

Axel Bußmers Blog:
Kriminalakte
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