Thomas Przybilkas Krimi-Tipp
zur Sekundärliteratur

No. 46



Die Alligatorpapiere
Aktuelle Meldungen

Krimitipps-Inhalt




Krimi-Tipp 46/2007
Ein Service des BoKAS Bonner Krimi Archiv (Sekundärliteratur)
Die Sekundärliteratur zum Krimi.

Willkommen bei Thomas Przybilka und BoKAS, dem Bonner Krimi Archiv (Sekundärliteratur), zugleich ein Service der Buchhandlung Missing Link.
Seit Jahren sammelt Thomas Przybilka Sekundärliteratur zum Krimi und informiert mit seinem Krimi-Tipp über Neuerscheinungen. Hier finden Sie den aktuellen Krimi-Tipp 46/2007!
Die römischen Ziffern vor dem jeweiligen Buchtipp ordnen ihn unter folgender Kategorie ein (Dieser aktuelle Krimi-Tipp ist im Gesamtverzeichnis noch nicht enthalten!):

Inhaltsverzeichnis:
I. Kriminalroman
A-L; M-Z
II. Hörfunk / TV / Video
III. Kriminalistik
IV. Varia
V. Preise



Alle besprochenen Titel und natürlich jedes andere lieferbare Buch können und sollten Sie bei Missing Link in Bonn bestellen, einer Buchhandlung, die sich auch auf die Beschaffung ausländischer Literatur spezialisiert hat.


KRIMI-TIPP 46/2007

Liebe Leser des KRIMI-TIPP,
der erste KRIMI-TIPP des Jahres erscheint in zwei Teilen. Teil 1 (KT 46/I) berichtet über die Sekundärliteratur des Genres, Teil 2 (KT 46/II) weist auf die im Archiv eingetroffenen Kriminalromane und Thriller hin. Diese Teilung war notwendig, ansonsten wäre KT 46 einfach zu umfangreich geworden.
Diejenigen, die bei Missing Link Bonn den »Mesplède« bestellt haben, finden unter »Mesplède« einen wichtigen Hiweis auf den erneut verschobenen Erscheinungstermin dieses zweibändigen Nachschlagewerkes. Alle Bestellung sind – selbstverständlich – vorgemerkt!
In der Rubrik »Unter der Lupe« erläutert Herausgeberin und Verlegerin Dr. Dorothea Puschmann wie es zum Jahresmagazin »criminalis« gekommen ist (inzwischen liegen bereits 5 Ausgaben vor). Für die Freunde von Kurt Wallander sei auf den Mankell-Reiseführer »Dem Kommissar auf der Spur« hingewiesen. Und wer einen Blick über den Krimi-Tellerrand werfen möchte, dem sei herzlich die Essay-Sammlung »Postcolonial Postmortems« der Herausgeberinnen Christine Matzke und Susanne Mühleisen empfohlen.
Dem französischen Kriminalschriftsteller Jean Amila wird eine kleine Ausstellung in Germersheim ab dem 5. März gewidmet sein, siehe dazu »FASK«.
Stets im Frühjahr eines Jahres werden die beiden wichtigsten deutschen Preise für Kriminalliteratur verliehen. Die Rubrik »Preise« informiert über die Nominierungen zum »Friedrich-Glauser-Preis – Krimipreis der Autoren« und über den »Deutschen Krimi Preis«. Und wie immer hoffe ich, daß ich Sie wieder auf interessante Sekundärliteratur, spannende Hörbücher und unterhaltsame Krimis (KT 46/II) aufmerksam machen konnte. Die Bezugsanschrift für alle hier vorgestellten Titel finden Sie am Schluß der KRIMI-TIPP (bitte geben Sie bei Bestellung stets die KT-Nummer an, die sich am Schluß jedes Hinweises befindet – danke). Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören, bis dahin mit besten Grüßen
Ihr Thomas Przybilka


Hier die Tips zur Sekundärliteratur:

Ständiger Hinweis – Mail-Tipp: Der "KrimiKurier" kann kostenlos unter [email protected] angefordert werden oder ist in wohlgeordneter Form unter www.alligatorpapiere.de zu finden.

Ständiger Hinweis – Click-Tipp: Die KRIMI-TIPPS 1 – 45 sind, wie immer, in sortierter und illustrierter Form unter www.alligatorpapiere.de (Link "Sekundärliteratur") zu finden.

Ständiger Hinweis – Click-Tipp: Die bei den Alligatorpapieren eingerichtete Kolumne "Die Befragungen" wächst kontinuierlich. Hier wird mit der Zeit eine Sammlung von Interviews mit deutschen und ausländischen Krimiautorinnen und Krimiautoren nachzulesen sein.

Ständiger Hinweis – Mail-Tipp: Der KRIMI-TIPP wird seit einigen Ausgaben in Kanada von Prof. Norbert Spehner für sein französischsprachiges Bulletin MARGINALIA übernommen. Wer "Marginalia – Bulletin bibliographique des études internationales sur les littératures populaires" kennenlernen oder abonnieren möchte wende sich an [email protected].

Ständiger Hinweis – Click-Tipp: Seit April 2005 gibt es die "KrimiWelt-Bestenliste", initiiert von Tobias Gohlis, Krimirezensent der Wochenzeitung "Die Zeit". Eine unabhängige Jury von 17 Krimikritikerinnen und -kritikern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wählt Monat für Monat die zehn, in ihren Augen, besten Kriminalromane (deutschsprachige wie Übersetzungen) des laufenden Monats aus. "KrimiWelt" ist ein Gemeinschaftsunternehmen von "Die Welt", "Arte" und "Nordwestradio". Jetzt wurden auch die besten Krimis des Jahres 2005 gekürt. Erst recht ein Grund www.arte-tv.com/krimiwelt anzuklicken.
Ständiger Hinweis – Click-Tipp:Lars Schafft, webmaster der »Krimi-Couch« aktualisiert und ergänzt nach und nach die dort bereits erschienenen Autorenporträts: www.krimi-couch.de anzuklicken.

Hinweis 1:63 Kurzkrimis erschienen von 1998 bis 2004 in der Reihe »Schwarze Hefte«, herausgegeben von Volker Albers, Journalist und verantwortlich für das Feuilleton beim »Hamburger Abendblatt«. Die Reihe ist, sehr zum Bedauern vieler Bezieher des KRIMI-TIPP eingestellt. Aber Albers hat sich nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht: Seit Frühjahr 2006 erscheint die Serie »Kaliber .64«, betreut und herausgegeben von eben Volker Albers. Für die Reihe schreiben renommierte und preisgekrönte deutschsprachige Krimiautoren. Auf exakt 64 Seiten können die Autoren und Autorinnen hier ihre Kurzkrimis (es handelt sich dabei stets um Originalveröffentlichungen) dem Publikum vorstellen. Neun Ausgaben von »Kaliber .64« zum Preis von je EURO 4,90 liegen bereits vor: R. Brack, Kalte Abreise / H. Eckert, Der Absprung / G. Gerlach, Engel in Esslingen / F. Göhre, Der letzte Freier / C. Korn, Der Fall der Engel / R. Lynn, Tochterherz / S. Mischke, Sau tot / R. Venske, Mord im Lustspielhaus / G. Wolff, Im Dickicht. Ausführlich Hinweise zu drei dieser Titel finden Sie im KRIMI-TIPP 46/II

Hinweis 2 – Veranstaltungs-Hinweis: Vom 18. bis 22. April 2007 findet die 21. Criminale in Neustadt a.d. Weinstraße und Umgebung statt. Alle wichtigen Informationen, Lesetermine etc unter www.die-criminale.de. Dort ist auch der »100 Tage Krimi« nachzulesen, ein Stafetten-Krimi den je 1 Autorin/Autor des Sydikats jeden Tag um eine weitere kurze Episode fortschreibt.

Hinweis 3 – Veranstaltungs-Hinweis: Vom 6. bis 7. Juli 2007 wird unter der Leitung von Prof. Dr. Edgar Marsch an der Universität Freiburg (Schweiz) der Kurs »Der Neue Schweizer Kriminalroman. Von der Lektüre zur Analyse« stattfinden. Der Kurs ist für jedermann offen, deadline für die Anmeldefrist ist der 7.6.2007, Online-Anmeldung und Informationen unter www.unifr.ch/formcont. Prof. Marsch wurde 2006 für seine Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur im Wissenschaftsbereich mit dem »Ehrenglauser« des Syndikats (Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur) ausgezeichnet. Der Inhalt des angebotenen Kurses: Auf den drei gattungsgeschichtlich bedeutsamen »Säulen« Carl Albert Loosli, dessen spannender Roman »Die Schattmattbauern« gerade wieder aufgelegt wird, Friedrich Glauser und Friedrich Dürrenmatt hat sich seit ca. 1975 in der Schweiz eine sehr rege Produktion von Kriminalromanen entwickelt. Die neuen Romane von R. Graf, E. Hasler, S. Jaun, U. Knellwolf, P. Lauscaux, M. Moser, W. Schmidli, Hansjörg Schneider und P. Zeindler bestätigen auf der einen Seite vorgegebene Herstellungsmuster, widersprechen aber in vieler Hinsicht auch dem Schema. Es werden nicht mehr einfach Rezepte des Schreibens kopiert. In den Romane findet vielmehr eine kritische Auseinandersetzung mit der Tradition des Kriminalromans statt, und die einfachen Geschichten von Verbrechen und Aufklärung werden durch neue Themen ergänzt: die Biographie des Detektivs und der Detektivin, die stärkere Rolle der Frau, die Relativierung der Schuldfrage und die Frage nach der Lösbarkeit von Fällen, die Lebensgeschichte von Deliquenten und Opfern und damit zusammenhängend brennend heisse soziale Fragen. Nach einer grundlegenden Einführung zum Neueren Schweizer Kriminalroman sollen eine Autorin und ein Autor zu Wort kommen, von denen jeweils ein Roman genauer besprochen wird: Petra Ivanov, »Tote Träume« (2006) und Sam Jaun, »Die Zeit hat kein Rad« (2005). Petra Ivanov und Sam Jaun werden voraussichtlich selbst aus ihrer Werkstatt berichten. (Uni. Freiburg) Es ist geplant, einen Reader nach Beendigung der Veranstaltung herauszugeben. Sobald diese Planung realisiert ist, wird auf den Reader im KRIMI-TIPP hingewiesen.

Die Sekundärliteratur

I – Hinweis zur Kriminalliteratur
II – Hinweis zu Film / TV / Video / Hörspiel
III – Hinweis zu Kriminalistik / True Crime / Spionage
IV – Hinweis zu Varia
V – Hinweis zu Krimi-Preisen


I. Bacher, Christina / Justin, Harald (Hg):
Jazz in Crime.
Kalender für Kriminalliteratur

2008. 2007, ca. 160 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Daedalus Verlag, EURO 9,90 [Erscheinungstermin August 2007].
Christina Bacher hat jazz-in-crime als Herausgeberin in den vergangenen Jahren schon einige Krimikalender betreut »Metropolis in Crime«, »Culinaria in Crime« und »Art in Crime«. Ihr Konzept, themenbezogene Krimikalender herauszugeben, ist erfolgreich aufgegangen. Ihre Krimikalender waren und sind bei Krimilesern und bei Sammlern begehrt. »Jazz in Crime« heißt das Thema für das Jahr 2008. Die Herausgeberin lädt ein zu einem Streifzug durch die Kriminalliteratur, für die Jazz als musikalischer Ausdruck einer Subkultur seit seinen Ursprüngen eine große Rolle spielt: Was Bill Moody, Raymond Chandler, Miles Davis und John Coltrane gemeinsam haben, ist der Ausdruck ihrer Abgründe in der Kunst. Was für den einen die Literatur ist, ist für den anderen die Musik. Neben zahlreichen Originalbeiträgen und einer einzigartigen Bibliographie zum Thema bietet der Taschenkalender auch in diesem Jahrgang wieder einen umfangreichen Serviceteil zu Krimi-Websites, -Bibliotheken, -Buchhandlungen und �Festivals. Hier schon einmal eine Auswahl der Autoren und Themen:
– Ralf Koss: Bill Moody – Schlagzeuger und Schriftsteller
– Harald Justin: Ein Pionier in Sachen Jazz und Crime � Ernest Bornemann
– Ulrich Kriest: Miles & More
– Dieter Paul Rudolph: Jazz 'n' Crime
– Werner Pieper: Jazzbands als kriminelle Vereinigungen
– Thomas Wörtche: Jazz & Kriminalliteratur
– Thomas Przybilka: »Let's Read Jazz«. Jazz in Kriminalromanen. Eine Auswahlbibliographie deutschsprachiger Kriminalromane, nebst einem Anhang mit Hinweisen auf internationale Sekundärliteratur zum Thema
Der Krimikalender wird im August 2007 lieferbar sein. Es empfiehlt sich, frühzeitig zu bestellen! (tp/vt) KT 46/I
(Bestellen bei Missing Link)

I. Bishop, Claudia / Bruns, Don (Hg):
A Merry Band of Murderers.
bishop-bruns-A-Merry-Band-of-MurderersAn original mystery anthology of songs and stories.

2006, 315 S., 1 Audio-CD, Poisoned Pen Press, ca. US $ 24,95 (Tageskurs, zzgl. MWSt).
Die Bezieher des KRIMI-TIPP werden sich vielleicht fragen, was der Hinweis auf eine Anthologie von Kurzkrimis zwischen den Hinweisen zur Sekundärliteratur zu suchen hat. »A Merry Band of Murderers« vereint Kurzkrimis wie auch entsprechende Sekundärliteratur, daher die Entscheidung an dieser Stelle auf diese ausgezeichnete Anthologie hinzuweisen. Die beiden Herausgeber haben 13 wohlbekannte und hervorragende englischsprachige Krimiautoren und �autorinnen gebeten, Musik in Kurzkrimis zu thematisieren. Man liest von:
Bill Moody, File Under Jazz / Rupert Holmes, Shuffle Off This Moral Coil / Rhys Bowen, If I Had Wings / John Lescroart, Something Out There / Jim Fusilli, It's Too Late to Cry / Mary Anna Evans, Land of the Flowers / Nathan Walpow, Bad for His Image / Peter Robinson, The Ferryman's Beautiful Daughter / Jeffrey Deaver, The Fan / Claudia Bishop, The Melancholy Danish / Tom Corcoran, Cayo Huesco Combo / Val McDermid, Long Black Veil / Don Bruns, Courage.
Dem Thema entsprechend wird auch nicht von einem Inhaltsverzeichnis geredet, sondern von »The Program«. Das Programm selbst ist in »Act I« und »Act II« unterteilt. »Act II« enthält die oben genannten Kurzkrimis, die zum Teil durch Notenblätter, stets aber mit den Texten der Musikstücke, die in den Kurzkrimis thematisiert wurden, ergänzt werden. Jedem Kurzkrimi ist ein Interview mit der Autorin / dem Autor beigefügt. »Curtain Call« beschließt die Anthologie mit »Song Credits« und bio-bibliographischen Hinweisen zu »The Performers«. »Act I« eröffnet mit einem kurzen Essay von Bishop über die Rolle des Kurzkrimis in der Kriminalliteratur (Your Ticket, Please ...) und einem weiteren kurzen Beitrag von Bruns über singende, komponierende und musikspielende Krimiautoren (Liner Notes). Die beigefügte Audio-CD enthält Musikaufnahmen zu jedem Kurzkrimi (s. »Act II«) dieser Anthologie. KT 46/I
(Bestellen bei Missing Link)

buschbaum-Virtuelle-Helden in-interaktiven-Welten I. Buschbaum, Felix R.:
Virtuelle Helden in interaktiven Welten.
Analytisches Erzählen in Detective Adventures.

2006, 228 S., Tectum Verlag, EURO 24,90.
Unter »Detective Adventures« verstehen Fachleute (Brett)Spiele [früher] beziehungsweise Computer- oder Videospiele [heutzutage], die aus der Spannungsliteratur übernommen oder aber extra für Computer resp. Video konzipiert wurden/werden. Felix R. Buschhaus beschäftigt sich in seiner Analyse mit den virtuellen Ermittlern und Gaunern dieser Spiele. 1958 gilt als das Erfindungsjahr des Videospiels (lt. Buschbaum); seinen bisherigen Höhepunkt stellt das Jahr 1993 dar, als das Gewaltvideo (Ego-Shooter) »Doom« seinen rasanten Siegeszug via Spielkonsole bei Jugendlichen begann.
In fünf Kapiteln untersucht Buschbaum dieses Phänomen der »virtuellen Helden«. Buschbaum stellt dem Detektivroman das Detective Adventure gegenüber und analysiert beide Medien. Festgemacht wird seine Betrachtung an folgenden Objekten: »The Lost Files of Sherlock Holmes – The Case of the Serrated Scalpell «, »Jack Orlando – A Criminal Adventure (Director's Cut)«, »The Last Express« und »Der Schatz der Maya – Das Detektivspiel (Ein Fall für TKKG)«. Beleuchtet werden im Schluß dieses Kapitels die agierenden Detektive, die Täter und deren Motive und, natürlich, die Opfer. Sein Schlußkapitel »Detective Adventures und die Forschungen zum Detektivroman« beschäftigt sich mit den Forschungen von Richard Alewyn, Dietrich Weber und Volker Neuhaus. Der Anhang bietet ein willkommenes Glossar zur »Fachsprache« dieser virtuellen Welt, eine kleine Auswahl klassischer Arcade- und Geschicklichkeitsspiele, und vier Tabellen zu den oben erwähnten Spielen »Personenkonstellationen in allen vier Spielen«, »Die Figurenkonstellation bei Sherlock Holmes«, »Steckbriefe der Verbrechen« und »Die Regeln von S.S. van Dine in Anwendung auf neun Detective Adventures«. KT 46/I
(Bestellen bei Missing Link)

kritische-ausgabe-verbrechenI. Diel, Marcel (Red.):
Kritische Ausgabe – Zeitschrift für Germanistik & Literatur 10. Jg., Winter 2006/2007.
Verbrechen
.
166 S.,zahlr. Abb. und Fotos, 1617-1357, Kritische Ausgabe c/o Inst. f. Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Am Hof 1 D, D-53113 Bonn [[email protected]], ca. EURO 3,50 zzgl. Porto.
In einer Kleinauflage von insgesamt 850 Exemplaren fokussiert die Zeitschrift für Germanistik & Literatur »Kritische Ausgabe« in der aktuellen Nummer das Thema »Verbrechen«. Von insgesamt 166 Seiten sind 55 dem (relativ weit ausgelegten) Thema gewidmet. Die Artikel, Interviews und (1!) Rezension des Themenschwerpunktes daher im Einzelnen:
I. Piess, Der Krimi – ein herrlich niederes Bedürfnis / »Nah an der Wirklichkeit«, Interview mit Norbert Horst / St. Mawick, Ein Spiegelbild fällt aus dem Rahmen. Rollenkonflikte in Astrid Paprottas Roman »Mimikry« / »Wir liefern das Lesefutter«, Interview mit Gabriele Keiser / O. Ruf, Friedrich Dürrenmatts Kriminalgeschichten aus systemtheoretischer Sicht / »Der Tod ist kein Problem«, Interview mit Mark Beneke / St. Höltgen, Serial Killer – Super Hero / K. Naumann, Philosophie des Verbrechens. Der Mord an Pier Paolo Pasolini und sein letzter Film »Die 120 Tage von Sodom« / »Die Menschenwürde ist eine wesentliche Maxime unseres Handelns«, Interview mit Heinz-Dieter Wehner / J. Scho, Staaten als Verbrecher. George Orwells Dystopie »1984« und der Stalinismus / Alles über Opfer, Täter und Eermittler, Interview mit Thomas Przybilka / I. Langenbach & V. Lubarski, Die weibliche Libertinage. Vom Objekt zum Subjekt – Eine Geschichte der erotischen Literatur und Pornographie (Tl. 1), M. Poser, Der Magier, der Sadist und der Masochist. Eine erotisch-ethnologische Lesart des Kriminalromans / M. Petersdorff, Sippenfluch. Eine Begegnung zwischen Medardus und Tantalos / »Mit herkömmlichder Heimatpflege nichts im Sinn«, Interview mit Christel Steinmetz / P. Kurek, Ikone, Zeitzeugin, Kritikerin – Toni Morrison / »Es hängt da mein Herz dran, nicht mein Einkommen«, Interview mit Harry Schick / N.v. Holt, Die neue Grausamkeit? Von der Rückkehr der Dämonen in die deutsche Gegenwartsliteratur / »Der Krimi ist das Fastfood der Literatur«, Interview mit Manfred Sarrazin / K. Uelpenich, Viele Morde und kein Kommissar (Rezenion zu »Madrigal für einen Mörder«). KT 46/I
(Bestellen bei Missing Link)

ehrlich-Hexen-Moerder-HenkerIII. Ehrlich, Anna:
Hexen, Mörder, Henker.
Die Kriminalgeschichte Österreichs
.

2006, 288 S., zahlr. s/w. Abb., Amalthea, EURO 24,90.
Die Historikerin und Juristin Anna Ehrlich blättert in der Kriminalgeschichte Österreichs vom Mittelalter bis zur Gegenwart und beleuchtet mit ihrer Chronik nicht nur ein spannendes Sittenbild des Alltags, sondern auch die Grausamkeiten der österreichischen Justiz in Bezug auf Delikte, die heute nach den Grundregeln der modernen Justiz und der Demokratie überhaupt nicht oder nur gering geahndet werden. In vergangenen Zeiten waren dagegen Willkür, Folter und Hinrichtung überaus an der Tagesordnung, hatte man zum Beispiel den »falschen« Glauben, eine andere Gesinnung als die Obrigkeit, war man Landstreicher, Gegner des momentan herrschenden Regimes oder wurde man als Ketzer oder Hexe denunziert. Es sind die wirklichen oder seiner Zeit dafür gehaltenen Kapitalverbrechen, anhand derer Anna Ehrlich die Kriminal- und Justizgeschichte unserer österreichischen Nachbarn seziert. Ungefähr 2000 Menschen wurden Opfer der Hexenverfolgung; Pferde wurden wegen Unzucht vom Henker auf den Scheiterhaufen gehieft; wer als Räuber unterwegs war oder sich als Revolutionär outete, machte mit dem Henker Bekanntschaft.
Nachdem Ehrlich in vier Teilen (Vom Wergeld zur Todesstrafe / Von den Hexenprozessen zur Aufklärung / Von Franz bis Franz Josef / Die Republik und ihr Untergang) die dunklen bis finstersten Seiten der österreichischen Kriminalgeschichte betrachtet, wirft sie einen kurzen Blick auf »moderne« Fälle (Vom Ende des Schreckens bis heute), z.B. der Fall »Lucona« [Udo Proksch], der Opernmörder [Josef Weinwurm], der Prostituiertenmörder und »Literat« [Jack Unterweger] oder der Ingenieur und Briefbombenterrorist [Franz Fuchs]. Im Anhang erläutert Ehrlich durch ausgewählte Texte das Justizwesen in der Zeit von 1200 bis Ende 1700 (Bußgeld anhand verschiedener Stadtrechtsurkunden / Gesetzestext zu Hexenprozessen / Folterprotokoll / Constitutio Criminalis Theresiana). Zur besseren zeitlichen Einordnung diverser Dekrete und Gesetze ist eine Herrscherliste (Mittelalter: Babenberger & Habsburger / Neuzeit: Habsburger & Habsburg-Lothringen) beigefügt. KT 46/I
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III. Eichner, Klaus / Schramm, Gotthold (Hg):
Angriff und Abwehr.
Die deutschen Geheimdienste nach 1945.

2007, ca. 640 S., edition ost (Eulenspiegel), EURO 29,90.
eichner-schramm-Angriff-und-AbwehrIn Ost- wie Westdeutschland baute man nach dem Krieg eigene Nachrichtendienste auf. Sowjets auf der einen, Amerikaner auf der anderen Seite standen Pate. Aber wer waren die Männer der Gründergeneration? Woher kamen sie? Der Blick auf die Gründergeneration der Geheimdienste in West- und in Ostdeutschland offenbart deren Charakter. Die einen wie die anderen wechselten weder Fahne noch Gesinnung. Die einen hatten bis 1945 gegen »den Kommunismus« gearbeitet und machten weiter wie bisher. Die anderen kamen aus Lagern und Zuchthäusern oder aus dem Exil und sagten: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Die einen waren Antikommunisten und dienten dem Hitlerregime. Die anderen waren Antifaschisten und darum objektiv ihre Gegner. Diese Gegnerschaft zieht sich durch die Jahrzehnte. Herausgeber Schramm und Eichner haben kompetente Autoren gewonnen, die umfassend Personal und Intentionen der Dienste zu beleuchten. Dabei stützen sie sich auch auf Dokumente, die bislang unbekannt waren. So etwa auf Papiere der CIA, die den BND-Vorläufer, die Organisation Gehlen, behandeln. Auf der anderen Seite wird erstmals ausführlich über die Gründer des MfS informiert und, das liegt in der Natur der Sache, manches Geheimnis gelüftet. (vt) KT 46/I
(Bestellen bei Missing Link)

I. Emanuel, Michelle: From Surrealism to Less-Exquisite Cadavers. Léo Malet and the Evolution of the French roman noir. 2006, 196 S., Vorwort von Peter Schulman, Rodopi (Faux Titre 288), EURO 40,00.
Emanuel-From-Surrealism-to-Less-Exquisite-CadaversSpricht man von Léo Malet, so spricht man vom Erfinder, oder besser, vom »Vater« des französischen roman noir. Den 20 Arrondissements von Paris hat der berühmte französische Kriminalschriftsteller (7.3.1909 – 3.3.1996) seine Serie »Les nouveaux mystères de Paris« gewidmet, die vom Juli 1954 bis Februar 1959 erschienen (nur das 19. und 20. Arrondissement fehlen in dieser Serie). Als Stadt-, Zeit- und Sittenroman bezeichnet Sabine Rohlff »Les nouveaux mystères de Paris« in ihrer 1996 erschienenen Analyse (Léo Malets Nouveaux Mystères de Paris in der Tradition von Kriminal- und Parisromanen). Nestor Burma ist Hauptfigur und Ermittler – dieser »détective de choc« ermittelte bereits 1943 in »120, rue du gare« in der französischen Hauptstadt. Michelle Emanuel von der University of Mississippi erläutert und analysiert die Geschichte des roman noir in fünf Kapiteln und wirft im sechsten Kapitel einen Blick auf die (würdigen) Nachfolger des Pioniers der französischen Krimialliteratur: Jean Amila (La lune d'Omaha); Jean-Patrick Manchette (Le petit bleu de la côte ouest); Didier Daeninckx (Meutres pour mémoire). Wer die »Mystères« in der Originalsprache liest, wird wohlmöglich über diverse sehr umgangssprachliche Wendungen oder Slang-Ausdrücke stolpern. In Anhang B erläutert und »übersetzt« M. Emanuel dankeswerterweise den häufig von Malet benutzten Slang. Michelle Emanuels Untersuchung stellt eine wichtige Ergänzung zu den bisher erschienenen Büchern zu Léo Malet dar. Der Inhalt:
Foreword (Peter Schulman, Léo Malet's Post-War Paris), 1. Expanding Boundaris / 2. Surrealist Traces / 3. Nestor Burma, comme tu voudras / 4. Supporting Players / 5. Paris est Paris, voyez-vous / 6. The Apparent Heirs / Anhang A. (kleine gezeichnete) Karte von Paris mit Hinweisen auf die Serie / Anhang B. Slangwörterbuch / Bibliographie. KT 46/I
(Bestellen bei Missing Link)

I. FASK (Hg): French Connection VII,
Exotiken.

2006, 56 S. [mit einer Beilage »La Sino(t[s])chka de mes amours / 23. Französische Filmtage in Tübingen], Universität Mainz in Germersheim, EURO 2,50 zzgl. Porto.
Zum Motto der siebten Ausgabe von »French Connection« schreibt Herausgeber Bernd G. Bauske: »Abstand von unserer alltäglichen Wirklichkeit schafft Exotik. Exotik ist ganz klassisch die Südsee. Exotik ist Nordirland für Europa, aber auch die 30er Jahre sind heute nur noch ganz schwer vorstellbar, und damit zeitlich Exotik«. In »French Connection VII« ist zu lesen: K. Lepski »Richard Deutsch – Irland im Krimi verpackt« / K. Lepski »Verfolgungsjagd in Belfast. Belfast Blues« / E. Bartilucci »Alles oder nichts. Kilt ou double« / K. Lepski » Tod im Feinschmeckermilieu. Échec à la Rennes« / K. Lepski »Gefährliches Doppel. Doublé à Dublin« / K. Lepski »Tropisches Abenteuer. Gri-Gri à Fidji« / T. Sommer » Historische Ursachen des Nordirlandkonflikts sowie Entstehung und geschichtliche Entwicklung der Irisch-Republikanischen Armee« / S. Hölzel »Aus 1 mach 3. Patrick Pécherots Cycle de Nestor« / B.G. Bauske »Bücher um Pécherots Krimis« / J. Löffler »Tiurai oder eine Reise hinter die Kulissen« / J. Löffler »Kangouroad – eine abenteuerliche Jagd durch das australische Outback« / J. Löffler »Französisch-Polynesien und Neukaledonien. Einheimische und Eindringlinge« / J. Löffler »Ein Mythos wird entzaubert – die Südseewelt im Roman Noir«. Die Reihe »French Connection« ist NICHT über den Buchhandel zu beziehen sondern nur direkt bei FASK (Freunde und Freundinnen des französischen Kriminalromans am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften) der Universität Mainz in Germersheim. Dr. Bernd G. Bauske, An der Hochschule 2, D-76711 Germersheim, e-mail:[email protected] . KT 46/I


I. FASK (Hg): French Connection VIII,
Amila weitergelesen.

2007, 56 S., Universität Mainz in Germersheim, EURO 3,00 zzgl. Porto. Zum ersten Mal habe ich im KRIMI-TIPP 38 (2005) auf »French Connection« hingewiesen, und zwar auf die Ausgaben I bis IV. »French Connection« IV befasste sich ausführlich mit Jean Amila (alias John Amila, alias Jean Meckert) die druckfrische achte Ausgabe führt die Betrachtungen zu diesem französischen Kriminalschriftsteller weiter. Amila wird von Lebrun und Schweighaeuser als »einer der größten in der Tradition des französischen Noir« bewertet. Bernd G. Bauske, Initiator und lenkender Kopf von »French Connection« und bei FASK, teilt mit, daß sich bereits ein weiteres Amila-Heft in Planung und Arbeit befindet (Amila zuende gelesen). Wer neben den Theorie-Beiträgen zu Amila gerne die in deutscher Sprache vorliegenden Amila-Texte lesen möchte, wird mit den Ausgaben des Conte-Verlages bestens bedient (2005, Mond über Omaha / 2006, Mitleid mit den Ratten, jeweils EURO 10,00). »French Connection« VIII bietet folgende Beiträge: B.G. Bauske: Vorwort / C. Dichio: Der Versuch eines neuen Lebens. Jean Meckert, L'homme au marteau / J. Löffler: Menschliche Tragödien. Jean Meckert, Nous avon les mains rouges / J. Löffler: Jugend im Blutrausch. André Héléna, Le goût du sang / J. Löffler: Jugend in der Stadt aus Blei. Jean Meckert, Ville de plomb / K Lepski: Brutaler Schülermord. Jean Meckert, Je suis un monstre / K. Lepski: Geheimnisvolles Nachkriegsdrama. Jean Amila, Motus! / E. Bartilucci: Zeugin vermißt. Jean Amila, Le drakkar / B.G. Bauske: High Noon auf dem Hochplateau. Jean Amila, Les loups dans la bergerie – Die Ausgestoßenen / N. Jost: Eine wütende Grille. Jean Amila, Le grillon enragé / J. Löffler: Zurück in die Zivilisation, zurück in die Wildnis. Jean Meckert, La vierge et le taureau / R.M. Dewald: Ein Kristall beginnt zu schmelzen. Jean Amila, Le pigeon du Faubourg / J. Löffler: Es liegt was in der Luft. Jean Amila, Au balcon d'Hiroshima / B.G. Bauske: Au hasard de mes lecture – inspirées par Jean Amila ... et inspirant sa lecture! / Jean Paul Schweighaeusers Eintrag zu Jean Amila in »Le Guide du polar« / Inhaltsverzeichnis von French Connection IV / »Amilasche Welten« Brief Yves Kleins an Präsident Eisenhower. Die Reihe »French Connection« ist NICHT über den Buchhandel zu beziehen sondern nur direkt bei FASK (Freunde und Freundinnen des französischen Kriminalromans am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften) der Universität Mainz in Germersheim. Dr. Bernd G. Bauske, An der Hochschule 2, D-76711 Germersheim, e-mail: [email protected] . KT 46/I


FASK-Hinweis: Es wird eine kleine (Kabinett)Ausstellung zu Jean/John Amila/Meckert Ausgaben auf Deutsch, Französisch und Spanisch geben, ebenso zur Sekundärliteratur zu Amila. Daneben wird eine Entwurfserie zu den Titelbildern der beiden bisher erschienenen deutschen Amila-Ausgaben gezeigt. Die Entwürfe stammen von der Buchgestalterin Ariane Sohn. Die Ausstellung wird ab dem 5. März zu sehen sein, und zwar im Eingangsbereich der FASK der Johnnes Gutenberg-Universität Mainz am Standpunkt Germersheim (Rhein).
Ausstellungszeiten: Mo-Fr 10.00 – 16.15 Uhr,
eventuelle Rückfragen zu den Ausstellungszeiten unter 07274 – 508 35 223. KT 46/I

III. Hempel, Rudolf (Hg):
hempel-Funksprueche-an-SonjaFunksprüche an Sonja.
Die Geschichte der Ruth Werner.

2007, ca. 256 S., ca. 50 Abb., Neues Leben (Eulenspiegel), EURO 16,90. Als es möglich war – mehr als 30 Jahre nach den Ereignissen – hat Ruth Werner, alias Sonja, über ihr Leben als Kundschafterin der Sowjets erzählt. »Sonjas Rapport« wurde ein großer Bucherfolg. Es gilt aber auch, was Hermann Kant heute schreibt: »Die Regel, alles und jedes nur dann einzuräumen, wenn es als unumstößlich bewiesen galt (und, natürlich, das Einräumen von Moskau genehmigt worden war), wird ihr kompliziertes Leben ein wenig vereinfacht haben.« Dieses Buch macht es sich zu Aufgabe, das komplizierte, vielfach gefährdete Leben der Kundschafterin aus der Perspektive von Beteiligten in immer noch unbekannten Facetten zu beleuchten. Es führ an den Anfang ihrer Geschichte und in die dreißiger Jahre nach Shanghai zurück, ergänzt ihre autobiographischen Aufzeichnungen mit Erinnerungen von Zeitzeugen und schließt den Bogen mit Auskünften einiger ihrer Schriftstellerkollegen. (vt) KT 46/I
(Bestellen bei Missing Link)

I. Krajenbrink, Marieke:
Intertextualität als Konstruktionsprinzip.
Transformationen des Kriminalromans und des romantischen Romans bei Peter Handke und Botho Strauß.

1996, XII, 352 S., Rodopi (Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur 123), EURO 65,00.
Krajenbrink-Intertextualitaet-als-KonstruktionsprinzipDie ironisch-spielerische Neuverwendung von populären Gattungen und tradierten Darstellungsweisen stellt ein bemerkenswertes Phänomen heutiger Literatur dar. Die vorliegende Arbeit analysiert diese Form von Intertextualität in Prosawerken von Peter Handke und Botho Strauß und führt damit differente Spielarten solcher Gattungs-Transformation vor. Beide Autoren – die hier erstmals unter dem erzähltechnischen Aspekt zusammengebracht werden – verwendung zur Konstruktion ihrer Texte »vorgefertigte« Erzählmodellen: den Kriminalroman und den romantischen Roman. Die Untersuchung zeigt, wie Handke und Strauß deren Bauelemente neuartig einsetzen und so innovative Erzählformen schaffen. Wie in Handkes Krimi-Transformationen die Rätsel unaufgeklärt bleiben und sich in »looking for clues« mit der Thematik von Zeichendeutung verbindet, wird in der Analyse dargelegt. In »Der Hausierer«, »Die Angst des Tormanns beim Elfmeter« und »Der kurze Brief zum langen Abschied« zeigt sich dabei eine Entwicklungslinie. Darüber hinaus stellt sich die »Stunde der wahren Empfindung« durch den Befund einer Transgression des Krimi-Modells als Scharnierwerk im Oeuvre dar. Die Erarbeitung der vielfältigen Romantik-Bezüge in Strauß' »Der junge Mann« enthüllt, wie die prätextuellen Themen und Motive mit ironischer Distanz verwendet werden. Romantische Reflexionsstrukturen werden radikalisiert und in andere Funktionszusammenhänge gestellt. Abschließend werden die nachgewiesenen intertextuellen Konstruktionsprinzipien im Kontext postmoderner Literatur betrachtet. (vt) KT 46/I
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I. Matzke, Christine / Mühleisen, Susanne (Hg):
Postcolonial Postmortems. Crime Fiction from a Transcultural Perspective.

2006, VII, 337 S., Rodopi (Internationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft 102), EURO 70,00.
Matzke-Postcolonial-PostmortemsAfrican crime fiction, African-American crime fiction, Asian crime fiction, Australian crime fiction, Colonialism and crime fiction, Indian crime fiction, Orient and crime fiction, South African crime fiction oder Welsh crime fiction – dies sind nur ein paar wenige Stichworte, um den weitgespannten Bogen der Essays in »Postcolonial Postmortems« wiederzugeben. Die Herausgeberinnen Matzke und Mühleisen haben 11 namhafte Beiträger zu einer Analyse mit kulturell übergreifendem Blickpunkt auf die Kriminalliteratur zum Beispiel aus Afrika, Asien und Australien und eine kriminalliterarische tour d'horizon zu Krimi-Autoren wie Barrett, Ebershon, Ishiguro, McCall Smith oder Ondaatje versammelt. Zwei Beiträgen sind ausführliche Interviews mit den dort abgehandelten Autoren beigefügt. Der Anhang zur Primär- und Sekundärliteratur ist ebenso umfangreich wie die Indizes »Name index« und »Subject index«. Es berichten:
Matzke & Mühleisen, Postcolonial Postmortems: Issues and Perspectives / Knight, Crimes Domestic and Crimes Colonial: The Role of Crime Fiction in Developing Postcolonial Consciousness / Knepper, Confession, Autopsy and the Postcolonial Postmortems of Michael Ondaatje's »Anil's Ghost« / Döring, Sherlock Holmes – He Dead: Disenchanting the English Detective in Kazuo Ishiguro's »When We Were Orphans« / Mathur, Holmes's Indian Reincarnation: A Study on Postcolonial Transposition / Sarkowsky, Manga, Zen and Samurai: Negotiating Exoticism and Orientalist Images in Sujata Massey's Rei Shimura Novels including an interview with Sujata Massey / Alexander, Investigating the Motif of Crime as Transcultural Border Crossing: »Cinnamon Gardens« and »The Sandglass« / Bettinger, Riddles of the Sands of the Kalahari: Detectives at Work in Botswana / Davis, Political Loyalities and the Intricacies of the Criminal Mind: The Detective Fiction of Wessel Ebersohn / Schwarz, Colonial Struggle on Manhattan Soil: George Schuyler's »The Ethiopian Murder Mystery« / Pons, »Redneck Wonderland«: Robert G. Barrett's Crime Fiction / Plummer, Transcultural British Crime Fiction: Mike Phillip's Sam Dean Novels including an interview with Mike Phillips.
Wer sich über Ermittler an exotischen Schauplätzen oder über die Kriminalliteratur ferner Länder informieren möchte, wird mit »Postcolonial Postmortems« ein hilfreiches Lesebuch und Referenzwerk in der Hand halten. KT 46/I
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mesplede-Dictionnaire des littératures policièresI. Mesplède, Claude:
Dictionnaire des littératures policières.

2007, 2 Bände, ca. 2000 S., ca. 3000 Fotos, 2. wesentliche überarbeitete und erweiterte Auflage, Ed. Joseph K., Bd. 1, / Bd. 2, je Band ca. EURO 50,00. Wiederholt habe ich im KRIMI-TIPP auf dieses umfangreiche Nachschlagewerk zur internationalen Kriminalliteratur hingewiesen. Und wiederholt hat Herausgeber Claude Mesplède den Erscheinungstermin verschoben. Inzwischen steht fest, daß das Werk im Mai 2007 zum Drucker gehen wird und das der Erscheinungstermin jetzt auf Ende September / Anfang Oktober festgelegt wurde. Alle Bezieher, die dieses Referenzwerk bereits bei Missing Link bestellt haben, mögen sich daher noch etwas gedulden. Allen anderen Beziehern des KRIMI-TIPP die auf ca. 3000 Artikel zu internationalen Krimiautoren, Krimigenres, zur internationalen Krimiszene, Werkartikel etc nicht verzichten möchten, sei dieses Werk wärmstens empfohlen. Die zweite Auflage wird um 500 neue Artikel ergänzt sein. Die erste Auflage war bei Erscheinen durch Vorbestellungen bereits vergriffen! Interessenten sollten daher jetzt vorbestellen! Diese Vorbestellungen sind herzlich willkommen. KT 46/I
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I. & II. Morgenstern, Danny / Hobsch, Manfred:
James Bond XXL.
morgenstern-James-Bond-XXL.jpgDas weltweit umfangreichste 007-Nachschlagewerk.
2006, 1740 S., ca. 100 farb. Abb. auf Tafeln, 2 Bde, Bd. 1, A-K / Bd. 2, L-Z, Schwarzkopf & Schwarzkopf, EURO 29,90. Nun, man darf getrost voraussetzen, daß der Verlag nicht hochstapelt, wenn er diese beiden »Briketts« als das weltweit umfangreichste 007-Nachschlagewerk bewirbt und diese Aussage sogar zum Untertitel gewählt hat. Schwer, dick und gespickt mit einer Fülle von (zum Teil recht umfangreichen) Informationen, Bildern, Zitaten und Querverweisen haben die beiden Autoren ihren »James Bond XXL« ausgestattet. Ob wichtig oder relativ wichtig, dies mag der James Bond-Fan entscheiden, wenn er Auskunft darüber sucht, wie zum Beispiel das Rezept für Bonds Martini (»geschüttelt, nicht gerührt«) lautet, oder was Mr. Bond auch noch neben dem bekanntesten Martini der Spannungsliteratur sonst noch an Getränken zu sich nimmt. Wie sieht das Frühstück des Agenten aus, wie heißt seine Haushälterin, oder warum hat David Bowie welche ihm angebotene Rolle in einem Bond-Film abgelehnt? Eingefleischte Bond-Fans und �Kenner werden sich dieses Werk mit Vergnügen ins Regal stellen. Ein kleiner aber nicht unwichtiger Hinweis am Rande: Besteller dieser beiden dickleibigen Bände, die das Werk sehr häufig zur Hand nehmen, sollten zur Vorsicht zwei Exemplare ordern, ansonsten werden sie bald in einem Loseblatt-Werk nachschlagen. KT 46/I
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I. Mullen, Anne / O'Beirne, Emer (Hg):
Crime Scene.
Detective Narratives in European Culture since 1945.

2000, XIV, 325 S., Rodopi (Internationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft 50), Hardcover EURO 73,00 / Paperback, EURO 25,00.
Im September 1997 fand an der University of Exeter die Veranstaltung »Crime Fiction in European Culture« statt. Die beiden Herausgeber versammeln im vorliegenden Band die verschiedenen Vorträge, in denen die Kriminalliteratur (aber auch Kriminalfilm) der verschiedenen europäischen Länder behandelt und analysiert wird. Die Beiträge dokumentieren die Fruchtbarkeit und Aufgeschlossenheit des Genres in allen europäischen (Kriminal)Literaturen. Die Herausgeber haben das Werk in fünf Teile geglieder: Fiction, Film, Television / Margins and Identities / Narrative Strategies / Writing and Gender / History, Society, Politics. Die einzelnen Beiträge innerhalb dieser fünf Teile erläutern das Thema »Detective Fiction in European Culture« anhand verschiedener Kriminalautoren/innen oder bestimmter Subgenres. Mullen und O'Beirne legen eine eindrucksvolle Sicht auf Europas Kriminalliteratur vor! Dazu das Inhaltsverzeichnis.
Teil 1. Fiction, Film, Television: Series, Location, and Change – National Reunification as Reflected in German Television Detective Series / Helen Trouille, Modes of Detection in the Crime Reality Show / Xavier Mendik, A (Repeated) Time to Die – The Investigation of Primal Trauma in the Films of Dario Argento / Christopher Lloyd, Eliminating the Detective – Boileau-Narcejac, Clouzot, and »Diaboliques« / Young, A Continuous Spiral – Boileau-Narcejac's »Sueurs froides« and Hitchcock's »Vertigo« / Edmund Smith, Parodying the polar – Robbe-Grillet and the Detective Story
Teil 2. Margins and Identities: Mark Chu, Someone Else's Southerner – Opposed Essences in the 'Italian' Novels of Michael Dibdin, Magdalen Nabb, and Tim Parks / Anne Mullen, Leonardo Sciascia's Detective Fiction and Metaphors of Mafia / Paul Diffley, The Figure of the Detective in the Novels of Antonio Tabucchi / Charlotte Whittingham, Christian Ritual and Creed in �ke Edwardson's »Ga ut min själ« / Steve Smith, Between Detachment and Desire – Léo Malet's French roman noir / Sue Stacy, Pierre Magnan – Crime and Complicity in 'La France profonde'
Teil 3. Narrative Strategies: Sophie Beaulé, Function and Meaning of the »fait divers« in French Detective Fiction / Pedro Garcia-Caro, Behind the Canvas – The Role of Paintings in Peter Ackroyd's »Chatterton« and Arturo Pérez-Reverte's »The Flanders Panel« / Heather Mawhinney, Death by Jigsaw – »La Vie mode d'emploi« by Georges Perec / Emer O'Beirne, From Traffic to Jamming – Cars, Music, and Improvisation in Jean Echenoz's »Cherokee« / Akane Kawakami, Patrick Modiano's Unreliable Detectives
Teil 4. Writing and Gender: Judith Bryce, The Perfect Crime? – Paternal Perpetrators in Dacia Maraini's »Voci« / Shelley Godsland & Anne M. White, Investigating Fictions of Identity – Contemporary Catalan Crime Fictin by Women / Deborah H. Hamilton, The roman noir and the Reconstruction of National Identity in Postwar France / Sabine Vanacker, 'As Befits Men' – The Creation of Masculinity in the Crime Fiction of Jef Geeraerts / Merja Makinen, Feminism and the 'Crisis of Masculinity' in Contemporary British Detective Fiction
Teil 5. History, Society, Politics: Joslane Peltier, Didier Daeninckx and Michel de Certeau – A Histography of Affects / Claire Gorrara, Tracking down the Past – The Detective as Historian in Texts by Patrick Modiano and Didier Daeninckx / Alba Chaparro, Detectives in Transition – From Plinio to Carvalho / Susana Bayó Belenguer, Montalban's Carvalho Series as Social Critique / Adrian R. Young, Montalban's Carvalho – Spanish Society, Identity, and the Detective Bibliography. KT 46/I
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III. Niehaus, Michael:
Mord, Geständnis, Widerruf.
Verhören und Verhörtwerden um 1800
.
2006, 237 S., Posth Verlag, (Schriften zur historischen Kommunikationsforschung, Bd. 1) EURO 24,90.
niehaus-Mord-Gestaendnis-Widerruf»Mord, Geständnis, Widerruf« von Michael Niehaus ist Text, Kommentar und Analyse der Verhörprotokolle in einer Mordsache. Nach Abschaffung der Folter soll der Wagnermeister Jakob Sauter mit kommunikativen Mitteln zum Geständnis seiner Tat gebracht werden. Die Fragetaktik des Gerichts, Tonfall, Drohungen auf der einen, Ausflüchte, Stockungen, Antwortverweigerungen des Inquisiten auf der anderen Seite – in ihrer vorbildlichen Genauigkeit geben die Protokolle das Beispiel einer Verhörsitutation, in der sich Kommunikation und Gewalt heillos verschränken. Michael Niehaus arbeitet das Paradigmatische des Falles in essayistischer Form heraus und erzählt zugleich eine spannende Geschichte, die vom Leser durch die vollständige, chronologische Wiedergabe der Protokolle jederzeit nachvollzogen werden kann.
Das Inhaltsverzeichnis: Einleitung / Erstes Verhör – Exposition und erster Anlauf / Zweites Verhör – Der unverschämte Lügner / Drittes Verhör – Teilgeständnis / Viertes Verhör – Das umfassende Geständnis / Fünftes Verhör – Zurückweisung des Geständnisses / Sechstes Verhör – Der Widerruf / Siebtes Verhör – Unterwürfige Hartnäckigkeit / Achtes Verhör – Aussichtslosigkeit und Schluß / Letzte Verhör – Verteidigung und Verurteilung / Literaturverzeichnis. (vt) KT 46/I
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I. Rennison, Nick:
Sherlock Holmes.
Die unautorisierte Biographie.
,

2007, 279 S. (Sherlock Holmes. The Unauthorized Biography Ü.v. Frank Rainer Scheck & Erik Hauser), Artemis & Winkler, EURO 19,90.
Rennison-Sherlock-Holmes.JPGZwischen 1887 und 1927 veröffentliche Arthur Conan Doyle vier Romane und 56 Erzählungen um Sherlock Holmes und seinen sidekick Dr. John H. Watson. Seit der ersten Veröffentlichung ist die Gemeinde der Sherlock Holmes-Fans weltweit stetig gewachsen, »Sherlockians«, wie sie sich selbst nennen. Die deutschen Sherlockians wird es daher bestimmt freuen, daß nun die 2005 erschienene »Unauthorized Biography« von Nick Rennison seit Anfang des Jahres in deutscher Sprache vorliegt. Rennison ist nicht der erste »Biograph« des cleversten Detektivs aller Zeiten. Seine Holmes-Biographie bezieht sich in 15 Kapiteln ausschließlich auf alle »Fakten«, wie sie in den Romanen und Erzählungen Doyles nachzulesen sind. Also vollständig und detailliert, aber leider unautorisiert. Eine Auswahlbibliographie der Buchveröffentlichungen zum Werk Conan Arthur Doyles und eine kleine Aufstellung der wichtigsten sherlockian websites runden diese Biographie ab. KT 46/I
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I. Rudolph, Dieter Paul (Hg):
Krimijahrbuch 2007.

2007, 340 Seiten, NordPark Verlag, EURO 20,00 [Subskription bis 31.3.2007 = EURO 16,00].
KJB2007-webMit gleich zwei Neuerscheinungen setzt der NordPark Verlag seine Reihe »KrimiKritik« im Frühjahr 2007 fort (s.u.). Die große Resonanz, die das »Krimijahrbuch 2006« bei Kritikern, Rezensenten und Krimilesern fand, ließ Herausgeber D.P. Rudolph frühzeitig 26, in der deutschen Krimilandschaft bekannte MitarbeiterInnen aktivieren. Der Käufer des »Krimijahrbuchs 2007« hat seine EURO 20,00 gut angelegt und erhält als Gegenleistung: Rezensionen deutscher Krimis und Übersetzungen aus anderen Sprachen / Kritikerstammtisch deutsche Krimis & international / Schwerpunktthema des »Krimijahrbuch 2007« ist die Berliner Autorin Pieke Biermann / ausführliche Informationen zum Krimi in Film & Fernsehen / Aufsätze zu Theorie und Praxis / Nekrolog 2006 / wichtige Sekundärliteratur 2006. Im Einzelnen daher ein Blick in das Inhaltsverzeichnis:
- Rezensionen (Friedrich Ani, D.B. Blettenberg, Oliver Bottini, Doris Gercke, Frank Göhre, Merle Kröger, Jens Luckwaldt, Andrea Maria Schenkel, Ulrich Schmid)
- Dieter Paul Rudolf: Kritikerstammtisch deutschsprachige Krimis
- Frank Rumpel: »Der Stoff hotl mich meist vor Ort ein«. Ein Interview mit D.B. Blettenberg
- Jörg von Bilavsky: »Es gibt ja nichts Schlimmeres als einen Roman, der eine Botschaft hat«. Ein Gespräch mit Oliver Bottini
- Kerstin Brenig / Ulrich Noller: Die Terrorifizierung des Verbrechens. Ein Gespräch mit Thomas Kastura
- Ludger Menke: »Ich beschreibe Realität«. In Interview mit Lena Blaudez
Schwerpunkt Pieke Biermann
- Dieter Paul Rudolph: Berolina kaputt mundi. Piekoreske Romane
- Christina Bacher: Ein Gespräch mit Pieke Biermann
- Pieke Biermann: Bibbern für Bush
- Pieke Biermann: Asphaltblüten aus Baltimore. Über David Simon und »Homicide«
- Pieke Biermann: Manuela Brandt. Tatortbeamtin
- Pieke Biermann: Tatort real
- Pieke Biermann: Brandneu. Ein Wirtschaftskurzkrimi
Krimis international
- Ulrich Noller / Dieter Paul Rudolph: Der internatinale Krimi 2006, ein Gespräch
- Rezensionen (John Le Carré, Michael Connelly, Philip Kerr, Pentti Kirstilä, Robert Littell, Stefano Massaron, Gabriel Trujillo Munoz, Leonardo Padura, Malcolm Pryce, P,J. Tacy, Fred Vargas)
- Dieter Paul Rudolph: Kritikerstammtisch international
- Axel Bußmer: P.I. Spenser schlägt wieder zu. Über Robert B. Parker und seine einflussreiche Spenser-Serie
- Daniel Weber: Unterwelten. Wer Schottland verstehen will, muss Krimis lesen. Am besten die von Louise Welsh. Zu Gast in ihrer Dunkelkammer
- Ulrich Noller: Marek Krajewski »Die Wuchtbrumme aus Wroclaw«
- Frank Kell-Behrens: Ein Serienmörder im Leben reicht. Gespräch mit Helene Tursten
- Bernd Kochanowski: Die Nominierten des Egar Allen Poe Awards in der Kategorie Taschenbuch 2006
- Bärbel Reinke: Der Krimi aus dem anderen Norden. Ein Gespräch mit Norbert Spehner
- Bärbel Reinke: »Arthur Ellis Award« das Beste auf Französisch
- Michael Schweizer: Ein Blick nach Holland. Das Private und die Gesellschaft
- Axel Bußmer: Blut in den Bayous – Alptraum in traumhafter Landschaft – Zum Siebzigsten von James Lee Burke
- Ekkehard Knörer: Der Held, der krumme Linien gerade macht. Zu Lee Childs
Film und Fernsehen
- Axel Bußmer: Debüts, B-Filme und einige Überraschungen. Ein Rückblick auf die Kriminalfilme des Kinojahres 2006
- Ulrich Noller: Eva Blond oder Die doppelte Verweilichung der Krimiszene. Eine Liebeserklärung von Stephanie Busch
- Kerstin Brenig / Ulrich Noller: »Immer wieder Sonntag ...«. Ein Gespräch mit Katja DeBock, die als Redakteurin beim WDR Fernsehen für den »Tatort« zuständig ist
- Axel Bußmer: Jede Woche das gleiche, nur anders. Über deutsche und US-amerikanische Krimiserien
- Ekkehard Knörer: Veronica Mars, The Wire, Dexte – Innovative Kriminal-Serienformate im US-TV - André & Christina Bacher: »Die Rettung der Welt«
- Jost Hindersmann: Schrille Kleidung, schräge Fälle, flotte Sprüche. Die DVD-Boxen der britischen TV-Serien »Department S« und »Jason King«
- Alexander Kissler: Warum sind die Menschen so aufdringlich. Patrick Süskind und »Das Parfüm
« Aufsätze zu Theorie und Praxis
- Thomas Wörtche: Designermorde
- Dieter Paul Rudolph: Authentisch? Fragen, Antworten; Entdecken, erfinden
- Joachim Feldmann: Die Revolution kam nie bis Peterborough. Wie Kriminalromane mit der Gegenkultur der sechziger und siebziger Jahre umgehen
- Gabriele Wolff: »... tiefere Blicke in das Menschen-Herz«. Überlegungen zur Sprache im Kriminalroman
- Beate Hinrichs: Eine Kinderleiche wiegt 50 tote Mafiosi auf. Wie realistische wird sexualisierte Gewalt gegen Kinder im Krimi dargestellt?
- Michael Farin: »Ich bin der beste Mensch von Hannover«. Aus dem Leben des Totmachers Fritz Haarmann
- Thomas Wörtche: Alle wahnsinnig geworden? Über das fatale Bescheiden mit sinnloser Kriminalliteratur
- Ludger Menke: Nekrolog für das Jahr 2006
- Thomas Przybilka: Sekundärliteratur 2006
KT 46/I
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I. Rudolph, Dieter Paul:
Die Zeichen der Vier.
Astrid Paprotta und ihre Ina-Henkel-Kriminalromane. Mit einer Bibliographie von Thomas Przybilka.

2007, 88 Seiten, KrimiKritik 8, NordPark Verlag, EURO 12,00.
KK8-PaprottaDer NordPark Verlag von Alfred Miersch setzt konsequent auf die Sekundärliteratur zum Genre – und ist damit der einzige deutsche Verlag, der sich kontinuierlich der Referenzliteratur zum Krimi annimmt! Nach den Monographien zum Jacques Berndorf (KK1) und Lawrence Block (KK5) wird im Frühjahr 2007 die deutsche Kriminalschriftstellerin Astrid Paprotta mit einer Monographie gewürdigt. »Vier Kriminalromane um die Protagonistin Ina Henkel hat Astrid Paprotta zwischen 1999 und 2005 veröffentlicht, bevor sie das »Spiegelungen« übertitelte Projekt für beendet erklärte und Ina Henkels Dasein zum abeschlossenen Kapitel. Eine Debütantin war Astrid Paprotta, als 1999 »Mimikry« erschien, nur im Rahmen des Krimifachs. Schreiben konnte die »gelernte Psychologin und freie Journalistin«, als sie sich für den Kriminalroman entschied oder, genauer, als sich der Kriminalroman für sie entschied. Dieter Paul Rudolphs Studie zu Astrid Paprottas Ina-Henkel-Romanen ist eine werkimmanente Interpretation, die auch in den Kontext von Kriminalliteratur allgemein zu stellen ist. Ein längeres Gespräch mit der Autorin rundet die Studie ab, ein bibliographischer Anhang von Thomas Przybilka dokumentiert die Rezeption eines in der deutschen Krimilandschaft in solcher Intensität und Tiefe kaum ein zweites Mal zu besichtigenden Werks«. (vt) KT 46/I
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III. Schütt, Hans-Dieter (Hg):
Markus Wolf – Was noch gesagt werden musste
(Letzte Gespräche).
2007, ca. 192 S., Das Neue Berlin (Eulenspiegel), EURO 14,90.
schuett-markus-wolfFür die Zeitung »Neues Deutschland« führte Hans-Dieter Schütt zwischen August und Oktober 2006 lange Gespräche mit Markus Wolf – Jahrzehnte Chef der Aufklärung im Ministerium für Staatssicherheit. Für viele noch immer der undurchsichtige Spionagechef, ein beharrlicher Hüter undurchdringlicher Geheimnisse aus jenem Kalten Krieg an unsichtbaren Fronten zwischen Ost und West. Die Gespräche dieses Buches interessieren sich für den anderen Markus Wolf: den nachdenklichen Menschen, den kritischen Kommunisten, den Mann, der im Ruhestand zu beglückend neuer Unruhe fand – beim Schreiben, beim Nachdenken über seine familiären und politischen Wurzeln, beim Prüfen all dessen, was in einem bitteren Jahrhundert erlebt, erfahren, durchstanden werden mußte. Schütt geht es nicht um Bestätigung oder Demontage von Legenden. Er hat fragend vor allem zugehört: wie ein Leben sich rundet, wie eine Existenz nach bewegtem, wechselvollem Lauf bilanziert werden kann. (vt) KT 46/I
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schwarz-der-Roman-das-versprechenI. & II. Schwarz, Florian:
Der Roman »Das Versprechen« von Friedrich Dürrenmatt und die Filme »Es geschah am hellichten Tag«, 1958 und »The Pledge«, 2001.

2006, 163 S., Lit Verlag, 3-8258-9299-9, EURO 14,90. Der Vergleich des Romans »Das Versprechen« von Friedrich Dürrenmatt und der filmischen Umsetzung »Es geschah am hellichten Tag« (1958) und »The Pledge« (2001) in dieser Arbeit sucht für die gegenüberstellende Analyse der Umsetzungen nach gemeinsamen Ansatzpunkten, die den Medien Literatur und Film übergreifend gerecht werden. Dabei stehen sowohl theoretische Grundlagen der Erzähltheorie und der Drehbuchtheorie als auch filmanalystische und inhaltliche Aspekte sowie die spezifischen Umsetzungen der Vorlage in der jeweiligen Fassung im Zentrum der Betrachtung. (vt) KT 46/I
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I.Scott, J.K.L.:
From Dream to Despair.
An Integrated Reading of The Novels of Boris Vian.

1998, XII, 304 S., Rodopi, EURO 59,00.
Scott-From-Dream-to-DespairIn KRIMI-TIPP 44 wurde auf einen Titel zu Boris Vian hingewiesen. Jetzt bin ich wieder auf ein Buch zum »Prinzen von Saint Germain« gestoßen, in dem unter anderem auch sein erotischer roman noir »J'irai cracher sur vos tombes« (Ich werde auf eure Gräber spucken, 1979 bei Zweitausendeins) untersucht wird. Diesen, seinen ersten, Roman schrieb Vian vom 5. bis 20. August 1946 im Urlaub in Saint-Jean-de-Monts, und zwar unter dem Pseudonym Vernon Sullivan. Aus dem Inhalt: Boris Vian – Myth and Reality / »Trouble dans les Andains! and »Vercoquin et le plancton« – Pastiche, Parody, and the self-destructive text / »L'Ecume des jours« and »L'Automne à Pekin« – Entering Adulthood / »J'irai cracher sur vos tombes« and »Les Morts ont tous la même peau« – Vian à l'américain / »Et on tuera tous les affreux« and » Elle se rendent pas compte« – Burlesque, genre and gender / »L'Herbe rouge« and »L'Arrache-coeur« – Unhappy Families / Summing up – the future for Vian / Bibliography / Indes. KT 46/I
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IV: Sens, Rainer:
Dem Kommissar auf der Spur.
Ein literarischer Reiseführer zu den Tatorten der »Wallander-Romane«.

2004, 155 S., 28 farb. + 47 s/w Abb., 7 Kartenskizzen, C. Stein Verlag, Outdoor Handbuch 132 (tamas-der-lasermannDer Weg ist das Ziel), EURO 12,90.
Die Bezieher des KRIMI-TIPP wissen, daß ich stets gerne auf »kriminelle« Reiseführer hinweise. Das handliche Bändchen »Dem Kommissar auf der Spur« ist jetzt erst im Archiv eingetroffen. Wer »Schweden-Krimi« hört, denkt wahrscheinlich zuerst an Henning Mankell und seinen Kommissar Kurt Wallander. Rainer Sens hat sich auf die Spuren von Wallander geheftet und führt den Leser im Kapitel »Dem Kommissar auf der Spur« von Trelleborg nach Ystad und in die Umgebung von Ystad, mit einem Abstecher nach Malmö und Lund. Im Vorwort »Einführung: Mankell und Schonen« diskutiert der Autor zunächst die Entwicklung des schwedischen Kriminalromans seit Sjöwall/Wahlöö, um sich dann intensiv mit der Heimat des Kurt Wallanders auseinanderzusetzen (»Land und Leute«). Der vierte Teil, schlicht »Anhang« überschrieben, birgt dann so manche Überraschung und wichtige Informationen für alle Mankell-Fans. Eine Aufstellung der wichtigsten deutschsprachigen und schwedischen websites zu Mankell, natürlich die üblichen allgemeinen Reisehinweise und Tourist-Informationen zu Schweden im Allgemeinen und Schonen, Ystad, Österlen und Malmö im Besonderen. Weiterhin ist eine chonologische Aufstellung der Wallander-Romane zu finden, ergänzt mit Hinweisen zum jeweiligen Handlungszeitraum und dem ungefähren Alter der Portagonisten Kurt Wallander und Tochter Linda. Sens hat sich der Mühe unterzogen, eine kleine Statistik in Form eines Personenverzeichnisses vorzulegen (502 Vor- oder Familiennamen sind allein in den ersten acht Wallander-Romanen zu finden!). Zu jedem Namen verzeichnet Sens Geschlecht, Handlungsort, Berufsprofil und eine Kurzerklärung, was die erwähnte Person in den Wallander-Romanen für eine Rolle spielt. Dieses annotierte Personenverzeichnis sollte ursprünglich ab Herbst 2003 komplettiert auf der website des Autors nachzulesen sein. Leider ist diese Seite immer noch im Aufbau bzw. Ausbau befindlich. Es wäre in der Tat für die Mankell-Fans bestimmt hilfreich, sich ausführlich über die mehr als 650 Personen, die größere oder kleinere Rollen in den Wallander-Romanen spielen, zu informieren. KT 46/I
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III. Tamas, Gellert:
Der Lasermann.
Vom Eliteschüler zum Serientäter.

2007, 464 S., s/w. Abb. (Lasermannen. En berättelse om Sverige, Ü.v. Erik Gloßmann), Militzke, 978-3-86189-766-8 / K , EURO 24,90.
tamas-der-lasermannJohn Ausonius ist blond, blauäugig, Ende 30, Eliteschüler, erfolgreicher Börsenspekulant und Schwedens spektakulärster Amok-Attentäter. Sein Gewehrattentat Ende 1991 in Stockholm bringt einem Menschen den Tod, zehn weitere verletzt er schwer mit seiner Laser-Scharfschützenwaffe. Alle Opfer sind Immigranten. Das Amok-Attentat löst die größte Polizeiaktion in Schweden nach dem Olof Palme-Mord aus und versetzt die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Der »Lasermann«, wie der Attentäter in den Medien genannt wird, verübte seinen Anschlag in der Zeit, in der in Schweden die rassistische und militante Gruppierung »Weißer Arischer Widerstand« aktiv ist und die rechtsradikale Partei »Ny demokrati« gegen Einwanderungen mobilisiert. Nach seiner Verhaftung und Verurteilung sprach Ausonius nur mit der Polizei und mit dem Autor dieses Berichtes, Gellert Tamas. Tamas schreibt dazu:«Der Lasermann basiert auf einer Reihe von tatsächlichen Ereignissen, die aus schriftlichen und mündlichen Quellen rekonstruiert wurden. Das Buch versucht, ein historisches Geschehen so genau wie möglich zu ergründen und darzustellen«. Und Per Olov Enquist meint: »Eine außerordentlich spannende und verlässliche journalistische Leistung. Die meisten schwedischen Kriminalromane, von denen viele Themen wie dieses behandeln, reichen nicht einmal an die Fußknöchel des 'Lasermannes' heran.« KT 46/I
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V. Der »Ehrenglauser« 2007 der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur »Das Syndikat« wurde bereits im Februar vergeben. Preisträgerin ist Irene Rodrian. Die Presseerklärung mit Begründung der Jury des Syndikats anbei.

+++ PRESSE-INFO +++
Februar 2007
FRIEDRICH-GLAUSER-PREISE 2007
EHRENGLAUSER
Die Jury der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur DAS SYNDIKAT (AIEP/IACW) hat den FRIEDRICH-GLAUSER-PREIS – KRIMIPREIS DER AUTOREN 2007 in der Sparte EHRENGLAUSER der in München und Formentera lebenden Kriminalschriftstellerin
IRENE RODRIAN
in Würdigung ihres Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für ihr bisheriges literarisches Gesamtwerk im Bereich der Kriminalliteratur zuerkannt.
Begründung: Als Debütantin im Bereich der Kriminalliteratur reichte Irene Rodrian 1967 anonym zwei Manuskripte zum »Edgar Wallace Preis«, ausgeschrieben vom Goldmann Verlag ein: »Tod in St. Pauli« und »Bis morgen, Mörder!«. Für das Manuskript »Tod in St. Pauli« wurde ihr der Preis für den ersten Platz zugespochen.
Seitdem ist Irene Rodrian der deutschen Kriminalliteratur engstens verbunden. Neben zahlreichen Kriminalromanen, von denen mehrere verfilmt worden sind, und eindringlichen Jugendbüchern hat sie Vorlagen für Hörspiele und Fernsehfilme auch populärer Serien wie »Tatort« geschrieben.
Eine Schaffenspause endete 2002 mit dem ersten Band ihrer Barcelona-Kriminalromane um die Detektivinnen von Llimona 5. »Eisiges Schweigen« erschien im Frühjahr 2006.
Mit Recht darf man von Irene Rodrian als von »Deutschlands erster wichtiger Kriminalautorin« sprechen.
Sie gehörte zu den Vertretern des »neuen deutschen Kriminalromans«, die seit 1969 der deutschsprachigen Kriminalliteratur wichtige und zukunftsweisende Impulse gaben. »Irene Rodrian war die einzige deutsche Crime Lady in Rowohlts 'schwarzer Reihe'. Bereits mit ihrem ersten Kriminalroman erreichte sie eine große Leserschaft« (Jürgen Alberts & Frank Göhre in »Kreuzverhöre – Zehn Krimiautoren sagen aus«).
Der Preis wird am 21.4.2007 beim Tango-Criminale zum Abschluß der 21. Criminale, dem Jahrestreffen des SYNDIKATS, in Neustadt an der Weinstraße überreicht (www.die-criminale.de). Die Laudatio wird Michael Molsner halten.
Die Jury des SYNDIKATS:
Michael Molsner, Astrid Paprotta, Thomas Prinz, Thomas Przybilka, Sybille Schrödter und Leonie Swann.
Von Irene Rodrian sind folgende Titel lieferbar:
- Blöd, wenn der Typ draufgeht. o.J., Rowohlt Rotfuchs 113, EURO 4,90
- Eisiges Schweigen. Ein Fall für Llimona 5. 2006, 332 S., Heyne Taschenbuch 53168, EURO 7,90
- Letztes Kapitel. 2005, 124 S., Verlag der Criminale, EURO 9,90
- Stimmen unter dem Dach. Und andere Kriminalgeschichten. 2006, 108 S., Verlag der Criminale, EURO 9,90
- Stimmen unter dem Dach. 2006, 1 Audio CD, 65 Min., Sprecherin Hannelore Elsner, Ed. Hörbuch, EURO 5,95
KT 46/I
(Bestellen bei Missing Link)

V. Nominierungen zum »Friedrich-Glauser-Preis – Krimipreis der Autoren 2007« in den Sparten »Debüt«, »Roman«, »Kurzkrimi« und »Hansjörg Martin Preis« (Kinder- u. Jugendkrimis) in alphabetischer Reihenfolge. Die Preisträger werden am 21.4.2007 beim »Tango Criminale«, der Abschlußveranstaltung der Criminale bekanntgegeben:
DEBUT
- Erfmeyer, Klaus: Karriereprung. 2006, 230 S., Gmeiner-Verlag, EURO 9,90
- Fitzek, Sebastian: Die Therapie. 2006, 270 S., Knaur EURO 7,95 - Meister, Derek: Rungholts Ehre. 2006, 543 S., Blanvalet 36310, 3-442-36310-1 / 978-3-442-36310-0 / K 14 12 35 97, EURO 12,00
- Schenkel, Andrea Maria: Tannöd. 2006, 125 S., Edition Nautilus, EURO 12,90
- Vierichs, Thomas Askan: Tödliche Delicatessen. 2006, 250 S., Neuer Europa Verlag, EURO 19,90

ROMAN - Bernuth, Christa von: Innere Sicherheit. 2006, 412 S., Piper, EURO 16,90
- Bottini, Oliver: Im Sommer der Mörder. 2006, 460 S., Scherz, EURO 14,90
- Göhre, Frank: Zappas letzter Hit. 2006, 232 S., Pendragon, EURO 9,90
- Ritzel, Ulrich: Uferwald. 2006, 378 S., btb, EURO 19,95
- Suter, Martin: Der Teufel von Mailand. 2006, 296 S., Diogenes, EURO 19,90

KURZKRIMI
- Chaplet, Anne: Liebe und Tod in Hattingen. In: Karr, H.P. (Hg): Mord am Hellweg III. 2006, 350 S., Grafit, EURO 9,95
- Eckert, Horst: Wege zum Ruhm. In: Anonymus (Hg): Blutgrätsche. 2006, 222 S., Grafit, EURO 8,50
- Jaumann, Bernhard: Nacht über Unna. In: Karr, H.P. (Hg): Mord am Hellweg III. 2006, 350 S., Grafit, EURO 9,95
- Naber, Sabina: Peter in St. Paul. In: Kneifl, Edith (Hg): Mörderisch unterwegs. 2006, 301 S., Milena, EURO 17,90
- Wagner, Jan Costin: Sonnenspiegelung. In: Spiegel-Spezial, Online-Magazin, 2006

HANSJÖRG MARTIN PREIS
- Peinkofer, Michael: Die indische Verschwörung. 2006, 287 S., Ueberreuter, EURO 14,95
- Rieckhoff, Sibylle: Kommissar Lulu und die verschwundene Geburtstagstorte. 2006, 87 S., Terzio / Altberliner Verlag, EURO 9,90
- Schreiber-Wicke, Edith: Freier Fall. 2006, 236 S., Thienemann, EURO 12,00
- Wortberg, Christoph: Die Farbe der Angst. 2006, 140 S., Thienemann, EURO 9,90

V. Der Deutsche Krimi Preis 2007 wurde im Januar zum 23. Mal verliehen. »Mit dem Deutschen Krimi Preis werden seit 1985 alljährlich Autorinnen & Autoren gewürdigt, die literarisch gekonnt & inhaltlich originell dem Genre neue Impulse geben« so der Organisator des »DKP«, Reinhard Jahn vom »Bochumer Krimi Archiv«. Die Jury setzt sich aus Kritikern, Rezensenten und Krimi-Buchhandlungen zusammen. Informationen zum Deutschen Krimi Preis findet man unter www.deutscher-krimipreis.de.

Die Preisträger 2007:
National 1. Schenkel, Andrea Maria: Tannöd, Ed. Nautilus
2. Hochgatterer, Paulus: Die Süße des Lebens, Deuticke Verlag
3. Bottini, Oliver: Im Sommer der Mörder, Scherz

International
1. Littell, Robert: Die kalte Legende, Scherz Verlag (»Legends«)
2. Dexter, Peter: Train, Verlagsbuchhandlung Liebeskind (»Train«)
3. Padura, Leonardo: Adiós Hemingway, Unionsverlag (»Adiós Hemingway«)
KT 46/I

NACHWEISE
Interessante Sekundärliteratur, die trotz Anforderung das Archiv nie erreichten
– Schade –
oder nicht angefordert wurden [B]
(tp = Thomas Przybilka / vt = Verlagstext)

III. Jackall, Robert:
Street Stories.
Jackall-street-storiesThe World of Police Detectives.

2005, 384 S., Harvard University Press, £ 17,95 (Tageskurs, zzgl. MWSt).
Detective work the streets – an arena of action, vice, lust, greed, aggression, and violence – to gather shards of information about who did what to whom. They also work in the cumbersome machinery of the justice system – semi-military police hierachies with their endless jockeying for prestige, procedure-driven district attorney offices, and backlogged courts – transforming hardwon street knowledge into public narratives of responsibility for crime. »Street Stories«, based on years of fieldwork with the New York City Police Department and the District Attorney of New York, examines the moral ambiguities of the detectives' world as they shuttle between the streets and a bureaucratic behemoth. In piecing together street stories to solve intriguing puzzles of agency and motive, detectives crisscross the checkerboard of urban life. Their interactions in social strata high and low foster cosmopolitan habits of mind and easy conversational skills. And they become incomparable storytellers. This book brims with the truth-is-stranger-than-fiction violence of the underworld and tells about a justice apparatus that splinters knowledge, reduces life-and-death issues to arcane hair-splitting, and makes rationality a bedfellow of absurdity. Detectives' stories lay bare their occupational consciousness – the cunning and trickery of their investigative craft, their self-images, moral rules-in-use, and judgement about the players in their world – as well as their personal ambitions, sensiblities, resentments, hopes, and fears. When detectives do make cases, they take satisfaction in removing predators from the streets and helping to ensure public safety. But their stories also illuminate dark corners of a troubled social order. Das Inhaltsverzeichnis: In the Field / Looking for Shorty / When the Ball Fell / The Girl in the Park / Squad Work / Street Work / Waiting for Chocoláte / Tracing the Past / A Death in the Field / The Long Arm of the Job / Notes / Acknowledgments / Index. (vt) KT 46/I
(Bestellen bei Missing Link)

AUSGELESEN
von Gisela Lehmer-Kerkloh (Berlin)

David Wolstencroft:
Die Spezialisten.

2006, 415 S. (Good News, Bad News, Ü.v. Jörn Ingwersen), Goldmann Taschenbuch 45755, EURO 8,90
wolstencroft-Die-SpezialistenCharlie und sein Kollege George arbeiten in einer Fotoentwicklungslabor in der Londoner U-Bahn Station Oxfort Circus. Zwei Durchschnittstypen mit einem langweiligen Job, bei dem sich George nur durch die Lektüre unzähliger Krimis etwas Abwechslung verschaffen kann. Bis plötzlich die sehr gut aussehende junge Carrie einen Film mit trostlosen Landschaftsaufnahmen zum Entwickeln bringt. Die beiden sind sich schnell einig, wer so einen öden Film ganz ohne Menschen zum Entwickeln bringt, muss eine Spionin sein. Aber auch Carrie hat Interesse an Charlie und George, und so findet sich Charlie nach einigen Wodkas mit Carrie in ihrem Hotelzimmer wieder. Und mit einem Schatten, der mit einer schallgedämpften Sig-Sauer Charlies Gehirn weggepustet hätte, hätte ihn und Carrie nicht ein plötzlich auftauchender George zuerst mit erledigt. Charlie und George müssen feststellen, dass sie beide zur selben Firma »einem Rundum-Versorger für lokale und internationale nachrichtendienstliche Tätigkeiten« gehören. Dem britischen Geheimdienst schien ein Fehler unterlaufen sein, als er beiden die selbe Tarnung gab. Charlie und George beschliessen Stillschweigen zu bewahren, doch dann bekommen beide einen Mordauftrag: sie sollen sich gegenseitig töten. Ist es ein Irrtum oder stehen beide Männer auf der Abschlussliste? Charlie und George haben nur eine Überlebenschance, wenn sie sich gegenseitig vertrauen. Aber das oberstes Agentengebot lautet: Vertraue nur dir selbst. Cleverer, unkonventioneller Spionageroman, der bis zuletzt spannend ist.
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Richard Birkefeld & Göran Hachmeister:
Deutsche Meisterschaft.

2006, 384 S., Eichborn, EURO 22,90
birkefeld-hachmeister-deutsche-meisterschaftNach ihrem erfolgreichen Debüt Wer übrig bleibt, hat recht (ausgezeichnet u.a. mit dem Glauser 2003 für das beste Debüt und dem Deutschen Krimipreis) legt das Autorenduo Richard Birkefeld und Göran Hachmeister mit Deutsche Meisterschaft den zweiten Kriminalroman vor. Im Jahre 1926 kämpfen der grobschlächtige Arno Lamprecht und der smarte Falk von Dronte nicht nur um die Deutsche Motorradmeisterschaft sondern auch um die Gunst der extravaganten Thea von Bock. Die Rennen zur Deutschen Meisterschaft werden nicht nur von den Motorradfans und Mechanikern, sondern auch von einer Serie von Leichenfunden ohne Kopf begleitet. Lamprecht gerät in das Fadenkreuz der Ermittler – von Jahren hatte die Polizei vergeblich versucht, ihm den Mord an seiner enthaupteten Frau nachzuweisen, und von Dronte holt seine Freikorpsvergangenheit ein.
Birkefeld/Hachmeister, im Hauptberuf Historiker, gelingt es nicht nur ein lebhaftes Bild der ersten Phase der Weimarer Republik zu zeichnen, wobei sich der braune Spuk bereits abzeichnet, sondern auch die Atmosphäre im Fahrermilieu in den Anfangsjahren des Rennsports hautnah zu vermitteln. Damals ging es auf den Pisten nicht nur um den Lorbeerkranz sondern um Leben und Tod, aber auch außerhalb der Strecke regiert das Recht des Stärkeren.
(Bestellen bei Missing Link)

ABGEHÖRT von Gitta List (Bonn)

Ungeschminkt und unrasiert
gustavus-luefter-Gesucht-Billy-the-KidBilly the Kid, welcher als rosiges Baby Henry McCarty hieß, sich später mit bürgerlichem Namen William Bonney nannte und sein Schießeisen so flott zur Hand hatte wie andere Leute ihren Handkamm, ist der Outlaw in der Geschichte des Wilden Westens. Ohne Skrupel und jedes Wimpernzucken legte er haufenweise Leute um; angeblich hatte er mit 21 Jahren ebenso viele Morde auf dem Kerbholz. Just in diesem Alter verurteilte man den Satansbraten dann auch nach guter alter Sitte zum Tode. Vollstreckt wurde das Urteil durch Sheriff Pat Garrett, der einst mit Billy befreundet gewesen war...
So jedenfalls will es die Legende. Was ist daran wahr, was übertrieben, was erfunden? War Kid der eiskalte Schurke, als der er überliefert ist? Restlos klären lässt sich das 125 Jahre nach seinem Tod kaum mehr, aber ein weiteres Stückchen um Leben und Sterben des Revolverhelden mit den Hasenzähnen ist allemal drin. Kai Lüftner und Frank Gustavus haben sich dieser Aufgabe mit Gesucht: Billy the Kid, "Hörspiel frei nach wahren Begebenheiten" angenommen und ihre Sache super hingekriegt. Bestens passende Sprecherbesetzung (klasse, geradezu ein Hit: Martin Semmelrogge als fies-schurkischer Jesse Adams, dem die Ruchlosigkeit nur so aus dem Kehlkopf quillt), solide Musik, sorgsam gestaltete Soundkulisse, schräge Romantik – alles, wie es sich gehört, bis zum bitteren Ende. Volltreffer, sage ich.
Gustavus, Frank / Lüftner, Kat:
Gesucht: Billy the Kid.
Ein Hörspiel frei nach wahren Begebenheiten.

2006, 2 Audio-CDs. ca. 110 Min., mit Booklet, Ripper Records bei Lübbe Audio, EURO 14,95
(Bestellen bei Missing Link)

UNTER DER LUPE

Über criminalis
Magazin für KrimiLiteraturfreunde
von Dr. Dorothea Puschmann

In Zeiten, wo Orwells 1984 eine schaurige Brisanz erreicht hat, interessieren mich die Gedanken meiner Mitmenschen besonders. Man erfährt sie zum Beispiel in Umfragen auf der Straße, ungeschminkter aber in Geschichten.
Beruflich beschäftige ich mich mit Literatur und Bildender Kunst seit 1975, privat eigentlich von klein auf. Irgendwann begann ich neben dem Zeichnen und Malen auch Gedichte und Kurzgeschichten zu schreiben. Zunächst Texte für Erwachsene und Kinder gleichermaßen, dann kamen satirische Geschichten und Kurzkrimis dazu. 2002 wurde ich ins Syndikat aufgenommen, etwas später bei den �sisters in crime�, neuerdings �Mörderische Schwestern� genannt. Beides Foren, in denen sich Krimiautor(inn)en oder Menschen, die es noch werden wollen, untereinander austauschen können.
Bei Umfragen unter den Kolleg(inn)en und Recherchen im Internet fiel mir auf, es gibt kein Krimimagazin in Deutschland! Und so begann ein Konzept Gestalt anzunehmen. Das neue Krimimagazin sollte als Printmedium eine unterhaltsame Mischung aus guten Kurzkrimis, spannenden Buchauszügen, Veranstaltungshinweisen, Reportagen, Interviews und Buchtipps enthalten, garniert mit Humorvollem und passenden Illustrationen. Es sollte anspruchsvollen Lesern gefallen.
Im September 2002 erschien criminalis 1, noch etwas schlicht vom Layout her, aber mit jeder weiteren Ausgabe kamen wir unserem Wunschkonzept näher. Glaubten zunächst nur wenige an ein Gelingen des Projekts und unser Durchhaltevermögen, so hat sich criminalis inzwischen vielfach etabliert. Ich halte nach wie vor die Idee, sich auf ein Jahresmagazin zu beschränken, für richtig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist so in Ordnung und realistisch. Außerdem bieten wir eine Krimi-Nachlese an, d. h. wir informieren in Gestalt einer Beilage und auch auf der Homepage ständig über Aktuelles rund um den Krimi, bringen neue Buchbesprechungen und weisen z. B. auch auf Ausschreibungen hin.
Je länger und intensiver man sich mit einem solchen Projekt wie unserem Krimimagazin auseinandersetzt, desto bunter wird die Palette. Wir entwickeln innerhalb der Redaktion ständig neue Ideen, bauen Anregungen aus, die das Krimimagazin komplettieren. Alles in allem eine ausgesprochen spannende und lebendige Herausforderung.
Wir verzeichnen eine stetig wachsende Resonanz aus verschiedenen Richtungen. Was Buchhandlungen betrifft, haben sich anfangs nur einige wenige beteiligt und sehr vorsichtig bestellt. Inzwischen hat sich der Kreis vergrößert. Krimibuchhandlungen gehören natürlich dazu, aber auch der allgemeine Sortimentsbuchhandel ordert bei uns. Hinzu kommen zahlreiche Bibliotheken im In- und Ausland.
Wir waren zu Beginn zu größeren Werbeaktionen nicht in der Lage, sondern vor allem auf die Mund-zu-Mund-Propaganda und das Internet angewiesen. Das dauert, funktioniert aber letztlich auch.
Wie erwähnt liefern wir auch an Buchhandlungen und Bibliotheken, doch der überwiegende Teil unserer Kunden bestellt direkt bei uns über das Internet.
Seit 2005 schreiben wir für die Kurzkrimi-Beiträge ein Schwerpunkthema aus. Das ist auf unserer Homepage zu finden. Eine Jury prüft, ob die eingesandten Kurzgeschichten zum Thema und zum Profil von criminalis passen.
Noch ein Wort zum Begrifflichen: Wie wir hinlänglich wissen, gibt es keinen Grund, Kurzkrimis und Kriminalromanen zwangsläufig den Stempel Trivialliteratur zu verpassen und abzuwerten. Genau so wenig wie ein Magazin, das sich mit dem Genre Krimi befasst, zwangsläufig ein Revolverblatt sein muss. Sicher, die Grenzen sind mitunter fließend. Je nach momentaner Strömung hält mancher so genannte Kriminalroman aber leider nicht, was er verspricht. Romane bekommen eben das Etikett verpasst, mit dem Verlage meinen, den Absatz steigern zu können. Andererseits sind wir durchaus der Meinung, dass es sich lohnt, das Bewusstsein für den Tatbestand einer kriminellen Handlung zu schärfen und zu erweitern. Als Beispiel: Vieles im Alltag wird als selbstverständlich ertragen, was als himmelschreiendes Unrecht angeprangert und verurteilt gehört.
Wir leben in einer Zeit voller Umbrüche. Das wird zu neuen Auseinandersetzungen, zu neuen Themen und damit auch zu neuen Geschichten führen. Was die künftigen Beiträge in criminalis betrifft, so bin ich sehr gespannt: Jede Ausgabe spiegelt ein Stückchen erhaltenswerter Zeitgeschichte wieder.
Dorothea Puschmann

Weiteres zum Krimimagazin unter www.criminalis.de Zur Zeit sind fünf Ausgaben von »Criminalis – Magazin für Krimifreunde« lieferbar:
Criminalis 1, 2002/2003, 158 S., zahlr. Abb., Capricorn Verlag, 3-9807961-2-4, EURO 11,00
Criminalis 2, 2003/2004, 176 s., zahlr. Abb., Capricorn Verlag, 3-9807961-3-2, EURO 11,00
Criminalis 3, 2004/2005, 160 S., zahlr. Abb., Capricorn Verlag, 3-9807961-4-0, EURO 9,00
Criminalis 4, 2005/2006, 160 S., zahlr. Abb., Capricorn Verlag, 3-9807961-1-6, EURO 9,95
Criminalis 5, 2006/2007, 170 S., zahlr. Abb., Capricorn Verlag, 978-3-9807961-5-6, EURO 11,50
criminalis1.JPG criminalis2.JPG criminalis3.JPG
criminalis4.JPG criminalis-5

AUSGEPACKT Eine Auswahl der kürzlich im Archiv eingetroffenen Spannungsliteratur

(tp = Thomas Przybilka / vt = Verlagstext)
siehe dazu KT 46/II

Buchhandlung Missing Link / Zweigniederlassung Bonn Thomas Przybilka / Buschstr. 14 / D-53113 Bonn Tel: 0228 – 24 21 383 / Fax: 0228 – 24 21 385 e-mail: [email protected] W

Ihre Bestellungen der hier vorgestellten Bücher und Hörbücher bitte an:
Buchhandlung Missing Link
Zweigniederlassung Bonn
Thomas Przybilka
Buschstr. 14
53113 Bonn
Fax: 0228 – 24 21 385
Tel: 0228 – 24 21 383
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Wie üblich:
Deutsche Bücher innerhalb Deutschlands stets porto- und verpackungskostenfrei / fremdsprachige Titel ab einem Rechnungsendbetrag von � 52,00 innerhalb Deutschlands ebenfalls porto- und verpackungskostenfrei!
Bitte geben Sie bei Bestellungen stets die KT-Nummer an, die sich am Schluß jedes Hinweises befindet – danke.
Erstbesteller aus dem Ausland mögen bitte die Daten ihrer Kreditkarten angeben!


Gesamtverzeichnis Krimitipps
Inhalt der Alligatorpapiere


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