Im Heizungskeller des Chemischen Labors der Universität Oxford liegt eine Leiche, in deren Brust ein antiker arabischer Dolch steckt. Diesen hat der Archäologe Anthony Gardener einst von einem Beduinenfürsten geschenkt bekommen. Da es sich bei dem Toten um seinen ehemaligen Assistenten Pemberton oder Pemperton handelt - die Autorin ist sich da nicht sicher und benutzt beide Varianten -, befürchtet Gardener nun unter Mordverdacht zu geraten, zumal er dem Opfer in herzlicher Abneigung verbunden war. Also taucht er unter, um den Fall auf eigene Faust zu lösen. Das spurlose Verschwinden des Professors versetzt seine Familie in Panik und Tochter Jane, die eigens aus Berlin anreist, macht sich auf die Suche. Ihr zur Seite stehen der dilettierende Privatdetektiv Jonathan Carrington und ein ehemaliger Polizeibeamter namens Ben Livingstone, der seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer verdient. Zeitgleich reist der frühere Stasi-Agent Karl-Heinz Roepke mit einem gefälschten Pass nach Großbritannien ein, um dort ein neues Leben anzufangen, da er befürchtet, dass ihm in Deutschland die Polizei auf den Fersen ist. Auch Roepke meint, eines Mordes verdächtigt zu werden. Sein Ziel auf der Insel ist ausgerechnet Gardener, den er aus seiner Agentenzeit kennt. Ja, auch der Archäologe hat sich nicht immer nur damit beschäftigt, nach alten Scherben zu graben, zur Überbrückung eines finanziellen Engpasses hat er sich eine Zeitlang beim britischen Geheimdienst verdingt. Währenddessen sucht Detective Chief Inspector Westfield von der Thames Valley Police nach Pembertons oder Pempertons Mörder, wenn er nicht gerade über die schwierige Beziehung zu seiner pubertierenden Tochter nachdenkt, und ein zwielichtiger Herr aus Saudi-Arabien quartiert sich unter falschem Namen in einem Londoner Hotel ein.
Bibliografie:
Jutta Motz:
Späte Seilschaften.
Bielefeld, Pendragon Verlag, 2008
449 Seiten, EUR 12,90