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Jonathan Wyatt Latimer

Am 23. Oktober 1906 wird
Jonathan Wyatt Latimer in Chicago geboren († 23. Juni 1983). Er arbeitete als Reporter beim Chicagoer "Herald Examiner", bevor sein erstes Buch, "Headed For a Hearse" (1935) erschien, eine der ersten hardboiled "Screwballkomödien" auf den Spuren von Dashiell Hammetts "The Thin Man". Wie Hammett's Nick and Nora war Latimers Figur Bill Krane ein trinkender, scheinbar nicht sonderlich inspirierter Detektiv, dem es irgendwie immer gelang, trotz aller Eskapaden schwierige Fälle zu lösen. Fünf Romane schrieb er um William "Bill" Krane, begann aber Ende der 30er Jahre als Drehbuchautor sein Geld zu verdienen. Er war maßgeblich beteiligt an den Charlie Chan-Filmen und der Perry Mason-Serie und schrieb unter anderem das Drehbuch zu "The Glass Key", sowie eine Columbo-Folge.
Infos und Bibliographie bei
Mordlust,
kirjasto.scifi (engl.),
maigret.de,
Hans Lebert, 1919 in Wien geboren, trat von 1938 bis 1950 als Opernsänger an in- und ausländischen Bühnen auf. 1941 wurde er wegen Zersetzung der Wehrkraft angezeigt und drei Monate inhaftiert. Der Einberufung in die deutsche Wehrmacht konnte er sich entziehen. Seit 1956 lebte der Schriftsteller zurückgezogen in Baden bei Wien, wo er 1993 starb. Im Europa Verlag sind sein Roman "Der Feuerkreis" sowie die Erzählungsbände "Das weiße Gesicht" und "Das Schiff im Gebirge" erschienen. (Info: Europa Verlag)
"Die Poesie des Schreckens und der Finsternis"
Wiederentdeckung: Der surreale Dorfroman "Die Wolfshaut" von Hans Lebert.
"Die Wolfshaut" ist ein Dorfroman, der nach den Regeln einer Kriminalgeschichte funktioniert und doch darüber hinausweist, ist er doch mindestens auch eine irritierende "Gespenstergeschichte" (Jelinek). In dem Dorf mit dem sprechenden Namen "Schweigen" ereignen sich zwischen Ende 1952 und Anfang 1953 seltsame Todesfälle. Eine Besprechung von Leonhard Fuest in der "Welt" vom 07. 10. 2001
Maurice Leblanc

Am 6. November 1941 stirbt der franzöische Schriftsteller
Maurice Leblanc in Perpignan. (* 11. November 1864 in Rouen).
Der Sohn eines Reeders wuchs ohne Mutter auf. Entgegen den Wünschen seines Vaters geht er nach Paris um zu schreiben. Er arbeitete als Journalist und schrieb Kriminal- und Abenteuerromane, Theaterstücke und Kurzgeschichten. Seine bekannteste Figur ist der Meisterdieb Arsène Lupin. Inspirieren ließ sich LeBlanc hierfür von dem Anarchisten Marius Jacob, der mehr als 150 Einbrüche verübte und dafür zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.
1905 erschien die erste Geschichte mit Arsène Lupin als Fortsetzungsroman. Der Erfolg war so groß, dass Leblanc den weiteren Verlauf seiner Karriere fast völlig dem Meisterdieb widmete. Zwischen 1907 und 1935 erschienen 20 Romane, 2 Theaterstücke und etliche Kurzgeschichten rund um Arsène Lupin.
Maurice Leblanc erhielt den Orden der Legion d'honneur für seine Verdienste um die französische Literatur. Beerdigt wurde der Schriftsteller auf dem Cimetière Montparnasse in Paris.
Im Verlag "Matthes & Seitz", Berlin erscheinen in loser Folge die Romane mit den Erlebnissen des frechen Abenteurers Arsène Lupin.
Infos:
wikipedia,
Krimi-Couch,
Matthes & Seitz,
Die Zeit.
Am 19. Oktober 1931 wird
John le Carré als David John Moore Cornwell in Poole,Großbritannien geboren.

Er studierte an den Universitäten Bern und Oxford, lehrte eine Weile am Eton College, arbeitete für das Außenministerium und war für den britischen Geheimdienst als Secret Service Agent tätig, bevor er Schriftsteller wurde.
Thema seiner Romane war bis in die achtziger Jahre der Ost-West-Gegensatz und der Kalte Krieg. Sie zeichnen sich durch differenzierte psychologische Zeichnung der handelnden Figuren aus und sind akribisch recherchiert. Le Carré brach mit der herkömmlichen Schwarz-Weiß-Sichtweise. Bei ihm ist alles grau, Halb-Engel kämpfen gegen Halb-Teufel. Der Westen greift im Kampf gegen den Kommunismus zu den Methoden des Ostens und verrät so die Ideale, für die er kämpft. Le Carré stellt in seinen Romanen wiederholt die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt und ob der Westen zu den Mitteln des Ostens greifen darf, um sich zu verteidigen und trotzdem eine Gesellschaft bleibt, die es wert ist, verteidigt zu werden. Auch nach Ende des Kalten Krieges ist le Carré seiner Thematik treu geblieben: Männer, die sich für das Individuum und gegen die Institution entscheiden, sowie Kritik an der Politik des Westens.
(Info:
wikipedia.de)
Weitere Infos:
ARD (mit Video),
Der Tagesspiegel,
Ö1 Inforadio (auch zum Hören),
ebund,
Wiener Zeitung,
OÖ Nachrichten,
NordPark Verlag,
Homepage des Autors,
amazon ,
Krimi-Couch,
FAZ
- »Narrativik des Geheimen«
"Die Narrativik des Geheimen und Erzählplots in John le Carrés Spionageromanen." Eine Dissertation von Elena Jenssen, im April 2001 an der Universität Hamburg eingereicht. "In dieser Arbeit geht es um Detektiv- und Spionageromane, die trotz dieser Kontingenz von Geschichte an der Vorstellung festhalten, Erzählungen könnten eine umfassende Aufklärung von Wirklichkeit leisten."mehr
- Für John le Carré und den britischen Spionageroman gibt es einen Experten: Dr. Jost Hindersmann. Er hat das Buch "Der britische Spionageroman" (Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1995) und zahlreiche Artikel für das "Lexikon der Kriminalliteratur" geschrieben und im Netz bietet er eine formidable, umfangreiche Bibliography zu John Le Carré an, die Bücher, Artikel und Interviews von und über Le Carré beinhaltet: für Le Carré-Leser eine Fundgrube...mehr
(Foto: Mariusz Kubik)

Am 28. September 1942 wird
Donna Leon in New Jersey geboren.
Mit 23 verließ sie New Jersey, wo sie 1942 geboren worden war, um in Perugia und Siena weiterzustudieren. Sie blieb im Ausland, arbeitete als Reiseleiterin in Rom, als Werbetexterin in London und als Lehrerin an amerikanischen Schulen in Europa und Asien. Sie lehrte englische und amerikanische Literatur an einer Universität in der Nähe von Venedig, wo sie seit 1981 lebt. Zu ihrem Erstling kam Donna Leon über ihre Leidenschaft für die Oper. Während des Besuchs einer Probe im venezianischen Opernhaus ›La Fenice‹ ereiferte sich ihr Begleiter: "Ich könnte den Dirigenten umbringen!" – "Ich mach's für dich, aber in einem Roman", beruhigte sie ihn. Beide kundschafteten das Haus aus, um mögliche Fluchtwege für einen möglichen Täter zu finden, und Donna Leon erfand Commissario Guido Brunetti, um jenen zu fassen. Das Resultat war ›Venezianisches Finale‹.
In Deutschland ist sie eine der erfolgreichsten Bestsellerautorinnen. Auf ihren Wunsch hin erscheinen ihre Bücher nicht auf italienisch, damit die Venezianer, von denen sie ihre Geschichten und Anregungen hat, weiter unvoreingenommen mit ihr umgehen.
Info:
Diogenes Verlag,
wikipedia,
Krimi-Couch,
ARD,
WDR,
Stuttgarter Zeitung SZ-Magazin.
- Am 7. Oktober 1999 äußerte Karl-Markus Gauss in der WoZ (Wochenzeitung) sein Unbehagen und sprach eine ernsthafte Warnung zu Donna Leon aus: "Donna Leon zeigt uns Venedig hinreichend vertraut, sodass wir es aus unzähligen Filmen und Büchern wieder erkennen, aber sie schafft es auf literarisch durchaus raffinierte Weise, zugleich als Kritikerin der Klischees zu wirken, die sie selber verbreitet."...
- kaliber. 38
- Toms Krimitreff
- Crime Corner
- Krimizeit
Elmore Leonard
Am 11. Oktober 1925 wird
Elmore Leonard als Elmore John Leonard, Jr in New Orleans geboren.

Er begann schon im Alter von zehn Jahren mit dem Schreiben und nahm während seiner Studienzeit an mehreren Schreibwettbewerben teil. 1953 erschien Leonards erster Roman, ein Western, unter dem Titel The Bounty Hunters. Bis 1961 veröffentlichte er zahlreiche Erzählungen und fünf Romane. Als 1961 sein Roman Hombre von den Western Writers of America ausgezeichnet wurde, kündigte er seinen Werbejob und wurde freier Schriftsteller.
Wie im Film erlebte auch in der Literatur der Western in den 1960er Jahren eine Krise. Leonard, der zuvor die Recht an einigen seiner Texte nach Hollywood verkauft hatte, arbeitete deshalb in dieser Zeit als freier Autor für Werbefilme und -broschüren und schrieb auch Filmszenarien für Schulfilme der Encyclopedia Britannica. 1969 erschien sein erster Krimi, The Big Bounce.
Im Laufe der 1970er Jahre gelang es ihm zunehmend, sich als Krimiautor zu etablieren. Seinen Durchbruch erlebte er jedoch erst 1985, als Glitz zum Bestseller wurde. Seit dieser Zeit wird Leonard auch von der Literaturkritik stark beachtet. Sehr viele seiner Krimis wurden verfilmt.
Elmore Leonard, Vater von fünf Kindern, lebt mit seiner Frau heute nahe Detroit .... (Text: wikipedia.org)
Info:
The Elmore Leonard-Homepage (engl.),
Wikipedia,
Krimi-Couch/Horst Eckert,
Kaliber. 38,
Random House,
bookreporter.com (engl.)
Jonathan Lethem
Lethem besuchte mittels eines Kunststipendiums Bennington, eine Privatschule
in Vermont, wo er mit Schreiben begann.
In den späten 80ern zog er in die Nähe von San Francisco und
arbeitete vor allem in Buchläden in Berkeley. 1997 zog er wieder an
die Ostküste der USA, nach Brooklyn.
Nachdem er mit dem Verkauf seines ersten Buch mehrmals gescheitert war, verlegte er sich auf das Schreiben von Kurzgeschichten, die er letztendlich veröffentlichen konnte. 1994 erschien sein erster Roman (Gun, with Occasional Music), der mit dem Locus Poll Award ausgezeichnet wurde. Für seinen Krimi Motherless Brooklyn (1999) erhielt Lethem den National Book Critics Circle Award. (Info von
feministische-sf.de , wo es auch weitere Informationen über Lethem gibt)
-
»Wortverdreher Lionel als Detektiv«
New-York-Roman und Noir-Krimi, auch ein raffiniertes Spiel mit der Sprache - all das zusammen ist das entdeckenswerte Buch "Motherless Brooklyn'" von Jonathan Lethem. Eine Kritik von Martin Gaiser in der "Südwestpresse" vom 11.02.2002:
"Oh Gott, könnte man denken, die Schicksalsgeschichte eines doppelt Stigmatisierten. Nicht genug, dass der Autor sich einen Waisen als Protagonisten gewählt hat, muss er ihm auch noch Tourette verpassen, jenes Syndrom, das Menschen dazu verdammt, zwanghaft Worte verdrehen, Handlungen wiederholen und vieles mehr tun zu müssen. Doch "Motherless Brooklyn" ist ganz anders. Es ist ein hochkomischer Großstadtroman, aufgrund der ständigen Wortspiele, die unkontrolliert Lionels Mund verlassen, ein gewitzter Sprachkosmos, der die eigene Fantasie beflügelt. Und dieses Buch, das in den USA den "National Book Critic's Circle Award" erhielt, ist ein Noir-Krimi mit viel Tempo, Spannung und verblüffenden Wendungen..."
»Vom Schimpfen und Reimen«
Eine parodistische Kriminalgeschichte, eine Krankheitsbeschreibung, eine Untersuchung über Sprache mittels Sprache: »Motherless Brooklyn« von Jonathan Lethem ist ein Roman, dessen Icherzähler am Tourette-Syndrom leidet. Annett Busch über produktive Kurzschlüsse zwischen Synapsen und Genres. "Kölner Stadt-Revue" mehr
Carlo Lucarelli
wurde am 26.10.1960 in Parma geboren. Er schreibt für verschiedene italienische Tageszeitungen, unterrichtet an der von Alessandro Baricco gegründeten Schule für kreatives Schreiben in Turin und ist Mitbegründer des literarischen Zirkels Gruppo 13. Seit 1990 veröffentlicht er Kriminalromane und Erzählungen und wurde für sein literarischen Werk mehrfach preisgekrönt. Carlo Lucarelli lebt in Mordano bei Bologna.
Seine "schwarzen" Thriller leuchten die Abgründe und Widersprüche der italienischen Gesellschaft der 90er Jahre aus. Das dichte Netz aus Intrigen und Obsessionen, das den Leser in Atem hält, ist in die labyrinthischen Gassen Bolognas, der emilianischen Megalopolis, eingeschrieben.
Info:
ARTE, wikipedia ,
Krimi-Couch,
Toms Krimitreff
Krimi-Forum,
Piper Verlag,
Tobias Gohlis,
Lesekost
Robert Ludlum
Robert Ludlum

Am 12. März 2001 stirbt der amerikanische Schriftsteller Robert Ludlum an Herzversagen (geboren am 25. Mai 1927 in New York City).
Im Alter von 14 Jahren ging er von Zuhause fort und wollte zur Bühne gehen, wurde aber von seiner Mutter nach Hause zurückgeholt. Drei Jahre später ging er dann zunächst zum Militär und begann nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Schauspielerkarriere. Der Autor von unzähligen Spionageromanen kam erst spät zum Schreiben.
Mit 40 Jahren begann er ein Kunstgeschichtestudium. Im Alter von 44 Jahren veröffentlichte er nach 18 Monaten Arbeit das Buch "Das Scarlatti-Erbe" und katalputierte sich damit in die Bestsellerlisten, in die er mit fast jedem neuen Buch gelangte: er verkaufte (auch unter dem Pseudonym Jonathan Ryder) mehr als 20 Millionen Bücher, seine Romane wurde verfilmt und in über 40 Sprachen übersetzt. Den Höhepunkt seiner schriftstellerischen Leistung (die nie unumstritten war) erreichte er nach Meinung vieler Kritiker mit seiner Jason-Bourne-Trilogie. Bis zu seinem Tod lebte Robert Ludlum mit seiner Frau Mary und seinen Kindern in Florida und Connecticut.
Infos und Bibliographie bei
krimi-couch.de,
Heyne Verlag,
ZDF (Frank Baloch),
www.filmrezension.de.